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AachenerFachdidaktikForum

Das war der Aachener Didaktiktag 2017

05. Februar 2018 | von

„Unterricht in heterogenen Lerngruppen“ – So lautete der Titel des vierten Aachener Didaktiktages, der am 1. Dezember 2017 in den Räumlichkeiten der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) Aachen stattgefunden hat. Rund 140 Akteure aus Schule und Hochschule besuchten die Veranstaltung, um sich gemeinsam mit Dozierenden aus den Fachdidaktiken sowie den Bildungswissenschaften der RWTH Aachen zu den Themen Inklusion und Heterogenität auszutauschen.

In einer Mischung aus fachspezifischen und fachübergreifenden Workshops hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Gelegenheit verschiedene Lehr- und Lernmaterialien kennenzulernen und auszuprobieren. Die bunte Zusammensetzung der Workshopteilnehmerinnen und –teilnehmer aus Lehrkräften, Referendaren, Lehramtsstudierenden und Dozierenden ermöglichte darüber hinaus den Austausch von Erfahrungen und Ideen zum Umgang mit Inklusion an den Schulen der Ausbildungsregion Aachen.

Ebenso heterogen wie das Publikum waren auch die Vertreterinnen und Vertreter des Podiums, das unter Moderation von Bildungs- und Wissenschaftsjournalistin Katja Irle die Rahmenbedingungen für eine inklusive Schulentwicklung diskutierte. Frau Dr. Marie-Luise Schütt, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Hamburg, vertrat hierbei die sonderpädagogische Perspektive auf Inklusion und zeigte auf, dass es wichtig sei, angehenden Lehrkräften die benötigten Kompetenzen zu vermitteln, die für ein inklusives Lehren und Lernen definiert werden. Beispielhaft verwies sie in diesem Zusammenhang auf die Universität Hamburg, die im Rahmen des Projekts „Professionelles Lehrerhandeln zur Förderung fachlichen Lernens unter sich verändernden gesellschaftlichen Bedingungen (ProfaLe)“ ein Peer-to-Peer-Tutoring zur gemeinsamen Bearbeitung inklusionsrelevanter Fragestellungen von Studierenden der Regel- und Sonderpädagogik etabliert hat. Ausführliche Informationen zu diesem Angebot und dem Projekt selbst, finden Sie hier.

Andreas Niessen, Schulleiter des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Pulheim, schilderte von seinen Erfahrungen auf dem Weg zu einer inklusiven Schule. Er nannte insbesondere den Einstieg in den gebundenen Ganztag als Chance, um mit Hilfe der zusätzlich gewonnen zeitlichen und personellen Ressourcen weitere Lern- und Förderangebote zu etablieren. Darüber hinaus nannte er die Kooperation mit dem Kompetenzzentrum für sonderpädagogische Förderung in Pulheim sowie die Kooperation der Lehrkräfte untereinander als wichtige Bausteine inklusiver Schulentiwcklung. Deutlich wurde im Rahmen dieser Diskussion auch, dass bestimmte Rahmenbedingungen den Inklusionsprozess fördern oder erschweren können und es somit keinen Lösungsansatz gibt, der von allen Schulen – unabhängig ihrer Schulform -, verfolgt werden kann.

Schließlich hat mit Herrn Lutz Thelen, der als Abgeordneter Lehrer im Bereich der beruflichen Bildung an der RWTH Aachen tätig ist, ein Vertreter der Schul- und Hochschulseite am Podium teilgenommen. Herr Thelen stellte in Abgrenzung zu den allgemeinbildenden Schulen heraus, dass insbesondere die Berufsschulen vor die Herausforderung gestellt werden, dass die Schülerinnen und Schüler am Ende ihrer Schulzeit den angestrebten Berufsschulabschluss erreichen sollten. Hierdurch werden Maßnahmen der Individualisierung, wie die Reduzierung des Lernstoffes oder Ansätze einer differenzierten Leistungsbeurteilung, erschwert. Inklusion in den Berufsschulen bedeutet aus seiner Sicht vor allem differenzierte Lernmaterialien anbieten zu können und Lernprozesse individuell zu gestalten.

Gerne möchten wir uns an dieser Stelle nochmals herzlich für die zahlreiche Teilnahme und den regen Austausch mit Ihnen bedanken. Für Fragen und Anregungen dürfen Sie uns gerne kontaktieren.

Ihr FachdidaktikForum am LBZ

 

Kontakt
Jana Zimmermann
Lehrerbildungszentrum der RWTH Aachen
Theaterplatz 14
52056 Aachen
+49 241 80-96328
zimmermann@lbz.rwth-aachen.de



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