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Alexander

Wie Christian Rasch die Hauptmensa rettete

30. August 2014 | von

Es war sein schwierigster Fall: Vor wenigen Monaten reiste Christian Rasch*, Sternekoch und Restauranttester beim Qualitätssender LTR, nach Aachen, um dort im wohl größten Restaurant der Karlsstadt den Betreibern unter die Arme zu greifen. Bei diesem ersten Besuch im März war die Lage katastrophal. „Es war einfach niemand da. Alles stand leer“, erinnert sich Rasch mit einem ernsten Gesicht. Doch selbst diese vertrackte Situation konnte der Sternekoch nach nur einer Woche des Stirnrunzelns mit einem revolutionären Einfall lösen: „Vielleicht müssten wir das Ding einfach mal einräumen und eröffnen!“  genial. Wochen später setzt die RWTH seinen Plan endlich in die Tat um – und freut sich über ein signifikantes Einnahmehoch. Jetzt, ein halbes Jahr später, besucht Christian Rasch das Problemrestaurant erneut, um in Erfahrung zu bringen, ob die Betreiber aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben.

Tote Hose in der neuen Mensa

Tote Hose in der neuen Mensa

Vor einem halben Jahr stand hier noch alles still, nun scheint der Laden zu brummen“, fasst Rasch gekonnt zusammen, bevor er das Gebäude der Hauptmensa betritt. Im Foyer fällt ihm sofort auf, dass sich etwas getan hat: „Endlich gibt es Tische und Stühle!“, bemerkt er fachkundig. Doch was ist mit dem Essen? Rasch setzt sich an einen Tisch und wartet geduldig – doch er wird bitter enttäuscht und muss nach zwanzig Minuten des Wartens einsehen, dass er in der Masse der Gäste unterzugehen und keine Bedienung zu kommen scheint. Ein klarer Minuspunkt. „Alle haben Essen, nur ich nicht“, klagt der Restauranttester über den schlechten Service und erhebt sich, um die Verantwortlichen ausfindig zu machen. Am Ende einer langen Schlange scheint er dem Ziel seines Besuches näherzukommen – doch nur wenig später wird er noch vor dem ersten Gabelstich zur Kasse gebeten. Rasch ist ah02_bend2empört: „Hier wird den Gästen offenbar gar nicht vertraut. Direkt nach der Bestellung abkassieren, wo gibt es denn so etwas?“ Nachdem er zu allem Überfluss bemerken muss, dass es sich andere Gäste auf seinem Platz gemütlich gemacht haben, setzt sich Rasch neben zwei Studenten, die problemlos bei einem Speed Eating Event hätten teilnehmen können. Der Sternekoch räuspert sich, nimmt einen präzisen Messerschnitt vor und schneidet ein Ministückchen von seinem gerade bestellten Gericht ab – nachdem er vierzig Sekunden lang auf dem Essenshäppchen herumgekaut hat, wirft er das Besteck von sich, um sein Fazit zu geben. „Das Essen ist in Ordnung“, urteilt Rasch. „Aber“, fügt er mit einer abwiegelnden Handbewegung hinzu, „der Service ist unter aller Kanone. Ich weiß wirklich nicht, wieso das so viele Menschen anzieht.“ Rasch verzichtet auf ein mahnendes Gespräch mit seinen Klienten und schlendert, mit den Händen in den Hosentaschen, aus der Hauptmensa. Draußen ist der Himmel verdunkelt, es regnet – die Dramatik wäre greifbar, wäre es nicht Aachen und Regen nicht normal. „Alles in allem hat es sich zum Guten gewendet“, resümiert der Restauranttester, „Auch, wenn ich vom Service enttäuscht bin. Doch offenbar hat die Hauptmensa andere Qualitäten, die diese Schwächen ausgleichen können, gerade jetzt, wo sie eröffnet hat und Gäste hinein dürfen.“ Kurze Pause. „Nächste Woche werde ich in unsere schöne Bundeshauptstadt fahren“, gibt Rasch einen Ausblick auf sein nächstes Abenteuer, „Denn dort scheint das Restaurant im Berliner Flughafen nämlich irgendwie noch nicht so richtig zu laufen. Ich bin gespannt und hoffe, dass Sie wieder mit dabei sind!“ Wer kann da schon Nein sagen.

Quelle: www.ltr.de/reportagen/rasch_der_restauranttester/archiv/01_09_2014/hauptmensa_der_rwth_aachen/ihr_glaubt_mir_doch_echt_alles/bis_zum_naechsten_mal!/

*Alle Namen sind frei erfunden. Natürlich!

Einfach mal was anderes! Viel Glück noch bei euren Klausuren. 😉



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