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Berit

Über das Leben in einer 13er WG – manchmal Fluch, meistens Segen

16. Juli 2015 | von

Lernt man als Student auf einer Party, beim Sport, im Urlaub oder sonst wo neue Leute kennen, so kommt irgendwann doch meist die Frage auf: “ Wo und wie wohnt ihr denn so?“ Die meisten antworten mit „allein“ oder „in einer 2-4er WG“, einige wohnen noch zu Hause, bei wenigen ist es noch der ein oder andere Mitbewohner mehr – und dann komm ich: „Ich wohn in einer 13er WG – im Wohnheim!“ Das Leben im Wohnheim verbinden viele nicht mit dem Leben in einer „normalen“ WG, aber bei uns ist das auf jeden Fall so: Wir teilen uns den „Altbau“ des Wohnheims, einen Anbau auf drei Etagen, mit einer großen Küche/Wohnzimmer, drei Duschen und drei Toiletten. Jeder hat sein eigenes Zimmer, die sehr unterschiedlich groß sind (wer am längsten hier wohnt, hat das größte Zimmer – eine ganz einfache Hierarchie).

Viele fragen dann, ob es nicht unglaublich anstrengend ist mit so vielen Leuten zusammen zu wohnen. Natürlich ist es das – manchmal (z. B. wenn sich in der Küche mal wieder ein riesen Stapel Geschirr ansammelt oder jemand seinen Mülldienst nicht macht), aber meistens ist es der absolute Hammer. Das liegt natürlich zum größten Teil an meinen Mitbewohnern. Wir sind eine sehr bunt gemischte Truppe, die jüngste ist grade 19 geworden, der älteste wird bald 27. Es gibt Maschis, Etis, Architekten, Medis und was man halt sonst noch so in Aachen studieren kann. Für mich ist diese Abwechslung Gold wert, denn so wird untereinander recht wenig über die Uni geredet und überhaupt sind alle sehr unterschiedlich in ihren Meinungen und Weltansichten. Das „Miteinander“ ist uns sehr wichtig, Sonntags frühstücken wir ausgiebig zusammen, ein Mal im Semester machen wir eine Party nur für uns, abends gehen wir zusammen laufen und auch sonst ist hier eigentlich immer irgendwas los. Man muss nie alleine essen – irgendjemand lungert immer noch in der Küche rum. Das heißt aber nicht, dass man nie seine Ruhe haben kann, ist eine Tür zu, wird entweder geklopft oder einfach nicht gestört, jeder trägt seine Klausuren in einen großen Kalender ein, so dass aufeinander Rücksicht genommen werden kann und das klappt auch meistens wunderbar.

Hätt ich nochmal die Wahl, ich würd’s immer wieder genauso machen. Das Wohnheim ist ein wunderbarer Ort um Leute kennen zu lernen, wenn man neu in eine Stadt kommt. Vor allem auch Leute, die nicht mit einem studieren und Leute, die schon länger in der Stadt sind, die viel mehr wissen als man selbst und einem gerne Tipps geben oder einen einfach mal mitnehmen. Aber ich weiß auch, dass es nicht für jeden was wäre hier. Hat man z. B. sehr hohe Ansprüche an Sauberkeit, dann wird man im Wohnheim vielleicht nicht glücklich werden (es sei denn man will immer hinterherputzen – und das macht auf die Dauer wirklich schlechte Laune), denn irgendjemand lässt immer mal was stehen oder vergisst die Arbeitsplatte nach dem Kochen sauber zu machen. Ich brauch den Trubel und die Leute – für mich wäre alleine wohnen (zumindest noch) der absolute Horror. Ich kann es jedem Ersti nur empfehlen über die Alternative „Wohnheim“ nachzudenken oder es sich mal anzuschauen. Sicherlich ist Wohnheim nicht gleich Wohnheim und ich hab hier einfach unglaublich viel Glück gehabt, aber drüber nachgedacht sollte man auf jeden Fall mal haben.

Zum Abschluss bleibt zu sagen: „Das Gute an 12 Mitbewohnern ist man ist niemals allein – das Schlechte an 12 Mitbewohners ist, man ist niemals allein“.



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