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Berit

Ein Tag in Frankfurt

27. Juli 2015 | von

Was schenkt man seiner Ex-Mitbewohnerin, die man nur noch selten sieht, die einen drei Wochen lang in Brasilien besucht hat, zum 23 Geburtstag? Kosmetik-Produkte, einen Gutschein oder doch ein Armband – Irgendwie alles zu Standard-mäßig. Also wurden die Köpfe noch mal mit ein paar Mitbewohnern + Anhang zusammengesteckt und entschieden, dass das beste Geschenk doch eigentlich „gemeinsame Zeit“ wäre – ein Wochenende in Frankfurt bei Dana.
Mit 6 Leuten einen Termin zu finden, ist gar nicht so einfach, aber doodle-sei-Dank konnten wir uns dann doch relativ schnell einigen – und dieses Wochenende war es dann so weit, es ging ab nach Frankfurt. Frankfurt, da kannte ich bis jetzt den Flughafen und das Bild von der Frankfurter Skyline. Vielleicht wegen dem großen Flughafen, vielleicht wegen dem Bild der Skyline, aber Frankfurt war in meiner Vorstellung immer eine riesige Metropole. In Frankfurt angekommen, stellte sich dann aber schnell fest, dass Frankfurt mit seinen 700.000 Einwohnern eigentlich doch ganz überschaubar ist.
Den Samstag verbrachten wir mit Shoppen (denn ein anderer meiner Ex-Mitbewohner hatte anscheinend keine Zeit sich die Wettervorhersage anzuschauen, hatte nicht mitbekommen, dass es knapp 30°C werden sollten und nur lange Hosen dabei, so dass ein paar Shorts herbei mussten), Eiskaffee am Main schlürfen, Apfelwein trinken und Thai-essen. Hört sich an wie der reinste Fressmarathon? – es war auch einer – aber eigentlich eine sehr angenehme Art eine Stadt kennenzulernen: Einfach von einem Kaffee – Bar – Restaurant schlendern und dabei immer wieder ein paar Kilometer durch die verschiedensten Ecken der Stadt laufen. Dabei gab’s sogar noch ein bisschen Auffrischung in deutscher Geschichte, denn meine Mitbewohnerin Miri kann sich irgendwie an alles erinnern, was sie jemals in der Schule gehört hat, so dass wir bei einem kurzen Abstecher in die Paulskirche noch mal eine Kurzfassung der 48er-Revolution zu hören bekamen.
Frankfurter Apfelwein (Appelwei) entweder süß (mit Fanta) oder sauer (mit Wasser) gespritzt, schmeckt zunächst erst mal etwas merkwürdig (ein bisschen wie vergorener Apfelsaft) ist dann aber eigentlich doch ganz süffig. Wir haben gelernt, die Touris trinken lieber süßgespritzt, aber der echte Frankfurter sauergespritzt – sollte man bei einem Besuch in Ffm auf jeden Fall mal ausprobieren.
Abends wollten wir dann noch ein bisschen raus, erst saßen wir mit hunderten anderen auf den Wiesen am Main und konnten den warmen Sommerabend genießen. Dann sollte es weitergehen. Gewöhnt an Aachen, hatten Miri und ich natürlich keine hohen Schuhe dabei – in Aachen völlig überbewertet standen wir dann vor der Frage „wie schick ist Frankfurt“ hat man in flachen Schuhen oder sogar Chucks eine Chance? Aber ich kann entwarnen: Zum Glück auch in Frankfurt (zumindest dort wo wir waren) kein Problem. Nach ein paar Stunden Tanzerei, und einem spontanen Konzert im Nachtbus zurück zu Dana, kam dann noch eins der größten Abenteuer des Trips: Zu sechst in einem 10 m²-Zimmer pennen – eng, aber möglich.
Abschließend kann ich auf jeden Fall sagen, dass „Zeit“ schenken (gekrönt, durch den ein anderen Drink, Brunch oder Eiskaffee) wirklich eine sehr coole Alternative ist, wenn man sich eh nicht mehr sooft sehen kann.

Paulskirche Main Skyline



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