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Berit

Ein Tag in Belgien – Oostende

06. September 2015 | von

Wie ich ja in einem früheren Post (Ein Tag in Frankfurt) schon mal erwähnt habe, verschenke ich am liebsten Zeit in Form einer besonderen Unternehmung. So bekam auch eine Freundin von einer anderen Freundin und mir zum Geburtstat einen Ausflug nach Oostende, einer Stadt an der belgischen Küste. Diesen Trip wollten wir eigentlich schon seit über einem Jahr mal gemacht haben, aber entweder stimmte dann das Wetter nicht oder irgendjemand hatte doch keine Zeit. Also wurde das Ganze schließlich als Geschenk verpackt, so dass wir keine andere Wahl mehr hatten, als auch wirklich mal zu fahren.
Ich wusste zwar irgendwie schon länger, dass Zug fahren in Belgien relativ günstig ist, wie günstig es aber wirklich ist, dass wurde mir erst klar, als ich mich vor anderthalb Jahren mal näher damit beschäftigte, weil ich einen Tag in Brügge verbrachte. Für Personen unter 26 Jahren gibt es in Belgien den sogenannten GoPass, mit dem kann man jede beliebige Strecke in Belgien für 6 Euro fahren und das sogar im IC. Der Bus nach Eupen kostet allerdings gute 3 €, selbst mit Studententicket und wenn man sagt, dass man erst ab der Grenze bezahlen möchte. Es gibt aber auch den GoPass Aachen, der kostet dann zwar 8 € dafür kann man aber ab Aachen fahren. Für uns ging es dann auch in Aachen los, bis nach Welkenraedt und da konnten wir dann in den IC steigen, der bis nach Oostende fährt.
Leider war der Tag auch erst mal ziemlich bewölkt und wir hatten wirklich Angst, dass sich die Sonne gar nicht mehr zeigen würde. In Oostende angekommen liefen wir erst mal am Hafen entlang und kamen dann auch direkt zur Strandpromenade. Der Strand war trotz des nicht ganz so optimalen Wetters relativ voll und es waren auch überraschend viele Menschen im Wasser. Wir haben und dann auch an den Strand gelegt und ich hab’s dann sogar noch zu einem kleinen Sonnenbrand geschafft, weil das Wetter sich am Meer ja doch recht schnell ändern kann und die Sonne dann doch noch raus kam. Zu einem Tag in Belgien gehören natürlich auch Pommes und Waffeln, alles wunderbar an der Strandpromenade zu bekommen. Wenn man dort lang schlendert muss man lediglich aufpassen, dass man nicht von Fahrrädern oder sonstigen Tretgefährten, für die ich grad keinen Namen hab, umgefahren wird. Auch die Innenstadt von Oostende ist einen kleinen Schlenker durchaus wert.
Den Rückweg sollte man allerdings nicht zu spät antreten, denn zum einen dauert die Fahrt doch gute drei Stunden und zum anderen fährt der letzte Zug nach Eupen um 18.40 Uhr und der letzte Zug mit Umstieg in Welkenraedt nach Aachen um 17.40 Uhr. Hatten wir auf der Hinfahrt noch die Zuverlässigkeit der belgischen Bahn gelobt, kam auf der Rückfahrt schon 10 Minuten hinter Oostende die Durchsage, dass es ein Problem mit der Lokomotive gäbe und dass sich die Weiterfahrt erst mal verzögere. Gut, nach 10 Minuten war eine neue Lok da und es ging weiter. Beim nächsten Stopp (Brügge) musste dann aber noch mal was an der Lok getan werden und als es schließlich weiter ging, hatte sich die Verspätung auf 40 Minuten ausgebaut. Das war’s dann wohl mit Umsteigen in Welkenraedt – den letzten Zug nach Aachen würden wir definitiv nicht mehr bekommen. Dazu kommt, dass man auf der Strecke von Oostende nach Eupen sowohl durch den vlämischen, als auch den wallonischen und den deutschensprachigen Teil Belgiens fährt. Die Durchsagen sind nicht auf allen Sprachen – NEIN nur in der jeweiligen Sprache der Region, durch die man grade fährt. Aber trotzdem bekamen wir irgendwann mit, dass der Zug wohl nur bis Welkenraedt gehen würde. Wir hätten auch gerne einen Schaffner gefragt, wie wir dann am besten weiter nach Aachen kämen, aber der hatte sich schön in Luft aufgelöst. Angekommen in Welkenraedt löste sich das Problem dann aber ziemlich schnell in Luft aus. Denn es standen schon Taxis bereit, die die Leute mit Endziel Aachen zum Aachener HBF fuhren. Und das ohne irgendwas vorstrecken zu müssen und sich dann um Papierkram zu kümmern. Also war unser Lob der belgischen Bahn doch berechtigt.
Abschließend kann ich nur sagen, dass sich Oostende, Brügge oder Brüssel bestimmt für einen spontanen Tagesausflug lohnen, am besten natürlich bei gutem Wetter.



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