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neuland: Der Erstsemester-Blog

„Nicht lang schnacken, Horn in‘ Nacken!“

14. Oktober 2013 | von

13-41_einhorn_kleister_ah.Wenn zukünftige RWTH-Studenten schon vormittags durch Aachen stratzen und dabei von lauter Musik und einer meist beträchtlichen Alkoholfahne begleitet werden, dann ist entweder schon wieder Karneval oder Ersti-Rallye. Letztere ist jedes Jahr Höhepunkt der Ersti-Woche und dreht sich traditionell um verrückte Aufgaben, Quizfragen und… nunja, Alkohol. Doch alles der Reihe nach, schließlich wurden wir Montag zunächst vom Rektor begrüßt und anschließend in unseren Fachschaften auf verschiedene Tutorengruppen aufgeteilt. Zur Demonstration maximaler Härte und Männlichkeit entschied ich mich für die „Unicorns“, mit denen ich die folgende Woche verbrachte und die unsere Gruppe mit ersten Tipps und Hinweisen versorgte. Neben einem Abend im (oder eher am) Sturmfrei und WG (zwei kleineren Kneipen, die aber hoffnungslos überfüllt waren) kam ich dank der Hilfe unserer Einhorn-Eltern nach zwei Wochen Aufschieberitis und „Ich-könnte-ja-eigentlich-mal-alles-aufräumen“ endlich zu meinem Stundenplan, der so leer ist, dass sich G8er darum prügeln würden. Schon klar, Vorbereitungszeit, Nachbearbeitungszeit, aber das geht sicherlich auch im Zug und während man auf die Bestellung in der Ponte wartet. Platz für den ein oder anderen Zusatzkurs bleibt somit auf jeden Fall, im ersten Semester kann ich mich da also noch so richtig austoben. (#Motivation)

 

Doch zurück zur Ponte, denn entgegen böser Behauptungen kann man dort durchaus produktiv sein! Wir zum Beispiel hatten die Idee uns entsprechend unseres Gruppennamens zu verkleiden und trafen uns vor der Ersti-Rallye zur spontanen Bastelstunde in der Fachschaft. Ausgerüstet mit künstlerisch höchst eindrucksvollen Hörnern ging es dann auch schon los – doch der Weg war weit und beschwerlich, Wegzehrung wollte besorgt werden. Beim Einkauf fanden so überwiegend Getränke den Weg ins Gepäck, Trinken ist ja bekanntlich wichtig. Gestärkt und mit ausreichender Reserve ging es dann weiter zu den verschiedenen Aufgaben. Waren Dosenwerfen und Bullenreiten noch vergleichsweise harmlos, musste unsere Gruppe beim PowerPoint-Karaoke mit rhetorischen Fähigkeiten überzeugen: In einem Vortrag über ein zufälliges Thema wurden unbekannte (und meist enorm merkwürdige) Bilder an die Wand geworfen, die dann möglichst flüssig und unbeeindruckt in den eigenen Vortrag eingebaut werden sollten. Wem das zu kompliziert war, konnte sich immer noch einen Tampon mit Bierflasche zwischen die Beine hängen und im Wettlauf gegen die Zeit so viele Brezeln wie möglich essen… oder aber in einer Minute ein möglichst kreatives Bild aus einzelnen DIN-A4-Blättern zusammenkleistern. Unser Ergebnis könnt ihr übrigens immer noch in der charmanten Unterführung vor dem Audimax bewundern!

 

 

 

Auf dem Weg durch Aachen begegnete unsere Gruppe natürlich auch anderen Erstis, die sich meist in folgende Kategorien einteilen ließen: die Neugierigen („Warum habt ihr ein Horn aufm Kopf?“), die Extrovertierten („What is your profession? AU AU AU!“) oder aber die Hämischen („Nur Weiber? Euch beneide ich echt nicht!“), wobei die Übergänge fließend waren. Zwischendurch gabs immer wieder Erfrischungspausen („Nicht lang schnacken, Horn in‘ Nacken!“) und, falls das Ordnungsamt gerade außer Hörweite war, Musik aus dem Ghettoblaster. Am Abend gabs für alle Überlebenden bei der Shuttle-Party weitere Beschäftigung. Ersti-Rallye und Ersti-Woche waren definitiv gelungen und sollten auch im nächsten Jahr auf keinen Fall verpasst werden!

 

Geschenke und tonnenweise Infomaterial gab es diese Woche natürlich auch; bemerkenswert, dass, nach dem, was man so hört, besonders die Maschis Kondome geschenkt bekommen haben. Aber wen wundert das bei 1400 Erstis, das sollen offenbar einfach nicht mehr werden. Obwohl diese Angst eigentlich unbegründet sein dürfte, den Maschis fehlen dazu ja immerhin noch die Frauen in ihrem Studiengang. (;

 

Jetzt beginnt aber erst einmal der Ernst des Lebens – mehr gibt es dann nächste Woche!

 

Bis dahin,

 

Alexander

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