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neuland: Der Erstsemester-Blog

Organisation? Der wohnt hier nicht!

23. Oktober 2013 | von

13-43_bibliothek_ahDie erste Woche Studium ist geschafft und schon jetzt türmt sich ein beachtliches Stückchen Regenwald in Form von hunderten Manuskript- und Buchseiten auf meinem Schreibtisch auf – klar, dass die alle gelesen werden wollen. Kombiniert man die Menge der zu lesenden Texte mit der zentralen Lage der Zeltmensa im Herzen des Kármán-Auditoriums (idealerweise zwischen germanistischem und anglistischem Institut) , so entsteht eine gefährliche Mischung, an deren unrühmlichen Ende man selber wie Plauzenklaus aussehen könnte. Könnte, weil es natürlich Mittel und Wege gibt, das zu vermeiden, beispielsweise durch Hochschulsport. Oder aber man läuft beim schmökern durch seinen bescheidenen 31-Millionen-Euro-Lichtgarten, um angehäuftes Sitzfleisch wieder loszuwerden. Blöd nur, dass ich keinen 31-Millionen-Euro-Lichtgarten habe. Also doch Sport. Seufz.

Der Hochschulsport gehört zur Fülle eines reichhaltigen Zusatzangebotes der RWTH, das für so ziemlich jeden Geschmack etwas im Angebot haben dürfte: Sprachkurse, Vortragsreihen und Seminare buhlen um den Besuch der RWTHler und belohnen teilweise sogar mit zusätzlichen Credit-Points für das Studium. Klingt super! Und das ist es prinzipiell auch – nur klappt es nicht. Zumindest nicht bei mir, denn obwohl ich im Vergleich nur wenige Pflichtveranstaltungen besuchen muss, liegen diese so unglücklich, dass es bei fast allen Zusatzangeboten zu Überschneidungen kommt und ich so nicht an ihnen teilnehmen kann. Beispiel gefällig? Bei „Training Schriftsprache“ kann man seine Schreibkompetenzen verbessern und an vielen verschiedenen Textsorten üben – vorausgesetzt, man sitzt dann nicht gerade in der Übung zu einer seiner Englischvorlesungen.

Nach und nach und reduzierte sich mein Stundenplan so von „Boah, guck mal!“ zu „Oh… dann doch nicht“: Kurzgeschichten? Nope. Projekt Leonardo? Keine Zeit. Projektseminar Film? Schon was vor. Schade! Immerhin konnte ich noch einen Sprachkurs in Italienisch abstauben.

Problematischer wird es, wenn sich Veranstaltungen innerhalb des eigenen Studiums überschneiden oder so überfüllt sind, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden müssen – eine Garantie auf einen Platz im „später“ gibt es nämlich nicht, schlimmstenfalls muss man eben ein Semester dranhängen. Hier verbrennen wir also munter die Zeit, die wir durch das G8-Abitur gewonnen haben. Hat sich gelohnt, diese Verkürzung!

Doch auch die RWTH selbst ist in Sachen Organisation nicht immer das schnellste Pferd im Stall: Ich beispielsweise erhielt von derselben Vergabestelle Zuteilungen für zwei verschiedene, aber zeitgleich stattfindene Veranstaltungen – mit der dringenden Bitte um schnelle Rückmeldung, sollte sich irgendwas überschneiden. Ähm, ja! Unklarheit herrscht auch über ein Seminar, das plötzlich abgesagt worden ist, das ich aber verpflichtend besuchen müsste. Was daraus wird? Keine Ahnung, sonderlich mehr zu wissen scheint die RWTH momentan auch noch nicht.

Wie sich die Dinge auch entwickeln, ich hab erst einmal genug zum Lesen. Und wer weiß, vielleicht wird in Limburg bald eine Stelle frei und ich kriege meinen Lichtgarten doch noch. (;

 

Bis dahin,

Alexander

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