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neuland: Der Erstsemester-Blog

„Senk ju vor träwelling wis Deutsche Bahn!“

07. November 2013 | von

13-44_awesome-schminke_ahIrgendwann in den letzten Tagen, irgendwo auf den Schienen: Ich sitze im Zug, draußen fliegt die Landschaft an mir vorbei. Plötzlich stürzt ein Schaffner die kleine Treppe hinunter, blickt sich etwas gehetzt um und kommt nach kurzem Überlegen zu mir: „Haben Sie hier eine Tasche herumstehen sehen?“ Ich mache große Augen, schüttle aber den Kopf. Als hätte er keine andere Antwort erwartet hastet der Bahnbeauftragte davon und lässt diese leise, aber doch drängende Frage im Raum stehen: Eine unbeaufsichtigte Tasche? Ein aufgeregter Schaffner?? Alles klar, ich steig dann gleich mal aus!

Neuer Schaffner, neues Glück. Oder besser gesagt Schaffnerin, denn die schob sich wann anders in das letzte Abteil des Zuges und begann gebetsmühlenartig mit der Fahrscheinkontrolle. „Macht auch nur ihren Job“, dachte ich mir und fing an auf der Suche nach meinem Portemonnaie in meinen Jackentaschen herumzuwühlen, das sich dort irgendwo versteckt haben musste. Nachdem ich es erfolgreich gefunden und mein Semesterticket herausgepult hatte, stand sie auch schon vor mir und besah sich meinen Fahrschein. Doch das genügte offenbar nicht, denn sie wollte meinen Personalausweis sehen, und nach einiger Zeit hatte ich auch den gefunden und herausgefummelt. Kurzer Blick, knappes Nicken, Wiedersehen. Das kam schneller als erwartet, denn gerade als ich alles wieder verstaut und die althergebrachte (Un-)Ordnung meines Geldbeutels wiederhergestellt hatte, wendete die nette Dame am Ende des Abteils und fuhr unbeirrt mit ihrer Kontrolle fort – das heißt bei den Leuten, die sie einige Sekunden zuvor selbst kontrolliert hatte. So stand sie eine gute Minute später auch erneut vor mir und wollte sichergehen, dass ich nicht doch schwarzfahre. Leicht angesäuert kramte ich also wieder erst das Portemonnaie und dann das Semesterticket hervor, als sie beschloss, heute ganz besonders gründlich zu sein und mich erneut nach meinem Personalausweis zu fragen. Argh! Echt jetzt?13-44_fast-nicht-zu-spät_ah13-44_bahnkelle_ah

Doch nicht nur die Bahnmitarbeiter haben so ihre Eigenheiten, auch unter den Fahrgästen finden sich manch seltsame Exemplare. Diese Dame zum Beispiel hatte das starke Bedürfnis sich während der Fahrt zu schminken, dabei ihr komplettes Inventar auszupacken und sich (und den Rest des Abteils) mit Parfüm einzunebeln. Das war mir sogar ein Foto wert!

Leider geht es nicht immer so lustig zu, denn wer auf die Zugverbindungen angewiesen ist verbringt gerne mal Zeit an den Bahnhöfen – viel Zeit. Wenn Personen die Gleise erkunden, das Klo verstopft ist oder die Gegengewichte der Schranken an Bahnübergängen geklaut wurden (kein Scherz!), dann kann es gerne mal etwas länger dauern. In einer Woche verbrachte ich so schon zwischen zwei und drei Stunden extra am Bahnsteig. Das freut bei herbstlichen Spitzenwetter natürlich besonders!

Doch bleiben wir mal positiv und erfreuen uns an den guten Seiten der Bahn! Da gibt es nämlich auch einige, zum Beispiel – ups, Blogeintrag zuende!

Bis dahin,

Alexander

2 Antworten zu “„Senk ju vor träwelling wis Deutsche Bahn!“”

  1. Hans Lukas Dörrie sagt:

    Ich konnte dieses Wochenende auch wieder die Freuden der deutschen Bahn genießen. Leider nur etwa 5 Stunden 🙁 Wir hatten dann nämlich doch nur eine halbe Stunde Verspätung ohne Grund. Schade. Wenigstens musste ich mich nicht so wie du mit den Schaffnern herumschlagen, weil die RE 1 immer bis zum Rand mit Passagieren voll ist. Spätestens bei der Durchsage „Liebe Fahrgäste, wenn sich die Türen nicht mehr schließen lassen, müssen Sie den nächsten Zug nehmen. Der kommt aber gleich“ Jaaaaa…. gaaanz bestimmt…. Zum Glück muss ich immer erst den letzten Halt (Aachen) raus. Voher geht nämlich nicht. Es sei denn man ist gerade erst eingestiegen und steht direkt an der Tür… 🙂

  2. Alexander Heit sagt:

    Das stimmt aber wirklich! Es gibt nichts schlimmeres als mittendrin in so einem Mob zu sitzen und dann zu fragen, ob die anderen mal ein Stückchen rücken können. Damit macht man sich ungefähr genauso beliebt wie in Vorlesungen, in denen man in der Mitte der Reihe sitzt und zwischendurch plötzlich wo hin muss. 😉

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