Kategorien
Seiten
-

neuland: Der Erstsemester-Blog

Daheimbleiber gegen Auszieher! – Musikbunker retten! – vom neuland zum festland?

23. Januar 2014 | von

Es regnet! Und zwar vom dritten Stock in den darunterliegenden, oder genauer gesagt, in deine Wohnung. Denn weil das Nachbarskind von oben wieder Sturmflut spielen musste und dabei das komplette Badezimmer unter Wasser gesetzt hat, tröpfelt es nun fröhlich durch deine Zimmerdecke. Als wäre es nicht schlimm genug, dass sich deine frisch ausgedruckte Hausarbeit mittlerweile in einen feuchten Haufen Matsche verwandelt hat, schwimmen dein Toaster (dein Küchenutensil Nummer eins) und dein Modem ebenfalls schon um die Wette. Wobei, du hast gar kein Modem, du hast ja noch nicht einmal Internet, weil der Mann von der Kabelfirma immer noch nicht da war. Also wenigstens den aufkeimenden Ärger zusammen mit dem Hunger ersticken und in den Kühlschrank geschaut, in dem allerdings gähnende Leere herrscht, weil du mal wieder vergessen hast einkaufen zu gehen – na herzlichen Glückwunsch! Kommt dir das bekannt vor? Mir nicht!

 

Zuhause wohnen trotz Uni? Das klingt für viele eher nach Schulkind als nach Student, hat aber dennoch viele Vorteile. Als einziger von uns sechs, der immer noch zuhause wohnt, wird es langsam also mal Zeit eine Lanze für alle Daheimbleiber zu brechen!

 

          Essen wie bei Muttern

Während Ausgezogene mit Mensaessen und Fertiggerichten leben müssen (es sei denn, sie oder einer ihrer Mitbewohner hat ungeahnte Kochqualitäten), haben Daheimbleiber meist einen vollen Kühlschrank und, für den Fall, dass sie selber nicht kochen können, eine Mutter (die für die meisten sowieso unerreicht bleiben dürfte, was das Essen anbelangt). Weil viele Mütter gerne kochen und die meisten Studenten gerne essen, ergänzt sich dieses Verhältnis optimal!

 

           Ruhe

Zugegeben, dass haben komplett alleinlebende Studenten auch – manchmal sogar viel zu viel davon. In manchen WGs dagegen geht es rund um die Uhr drunter und drüber, man ist selten alleine und auch, wenn man sich in seinen drei Quadratmetern einschließen kann, sind die Wände häufig so dünn, dass man sie sich im Grunde hätte schenken können. Wie schön ist es da, sich im trauten Heim in seine eigenen, wohlbekannten vier Wände zurückziehen zu können – vorausgesetzt, man kratzt die Rennautotapete von früher ein bisschen ab…

 

          Ein Freund, ein guter Freund…

Auch wenn nach bestandenem Abi die meisten deiner Freunde längst über alle Berge sind, gibt es dennoch einige, die dasselbe machen wie du – zuhause bleiben. Alte Freundschaften sind nicht nur etwas tolles, noch besser ist es, wenn sie trotz der neuen Uni erhalten bleiben. Dass man ab und zu noch durch sein Heimatstädtchen läuft und dem einen oder anderen dort begegnen kann, ist da eine prima Sache!

 

          Der Wohnungskrieg

… entspannt sich wegen den ersten Abbrechern (und bald durch den Auszug der ganzen Absolventen) zwar, ist aber immer noch erbittert und gnadenlos. Mieten sind hoch, der freie Platz knapp und die Traumwohnung, in der man später dann landet, hat sich manch einer ebenso anders vorgestellt. Daheimbleiber können nicht nur abwarten und verschiedene Möglichkeiten durchchecken, sie können auch im günstigen Moment zuschlagen und solange gut versorgt in der Heimat bleiben – ganz ohne Zeitdruck.

 

 

          Das Internet, der Strom und der böse Vermieter

Gut, manchmal gibt es Knatsch mit den Eltern oder etwaigen Geschwisterkindern, Telefonschlachten mit dem Internetanbieter, der Stadt oder dem grummeligen Vermieter („Schon wieder das Fahrrad im Flur geparkt!?“) sind dafür noch in weiter Ferne. Ausgezogene dagegen dagegen erleben die ganze Bandbreite an Papierkram, Behördengängen und Telefonaten. Und zahlen happige Mieten! Somit lohnt sich daheimbleiben sogar finanziell.

 

Klingt super! Doch wo ist der Haken? Nun, irgendwann möchte man halt doch ausziehen und selber bestimmen dürfen, welche Fußmatte man sich vor die Wohnung legt oder ob man die Topfpflanzen auf dem Balkon nun gießt oder vertrocknen lässt, seinen Eltern aus dem Weg gehen, selber kochen (denn die Mutti kanns halt doch nicht), dem doch zu kleinen Zimmer entfliehen oder einfach einen neuen Lebensabschnitt beginnen, kurz: sein eigener Herr sein. Außerdem kann das ganze Pendeln irgendwann dann doch schon nerven, viele haben darüber hinaus auch gar nicht die Wahl, ob sie daheim bleiben oder ausziehen. Wer die Möglichkeit aber hat und einen Studiengang mal ausprobieren möchte, von dem er sich vielleicht nicht einmal sicher ist, ob er der richtige ist, für den könnte vorerst Daheimbleiben eine gute Alternative sein – bevor man abbricht und dann eine Wohnung am Hals hat. Wobei das zumindest in Aachen momentan kein großes Problem sein dürfte. Wie siehts bei euch aus, seid ihr direkt ausgezogen? Schreibts doch mal in die Kommentare. 😉

 

Übrigens: Den beliebten Musikbunkern in Aachen könnte es bald an den Kragen gehen – was sehr schade wäre, weil sie ein wichtiger Bestandteil der Musikkultur hier sind. Ich habe selbst über ein Jahr dort gespielt und kanns eigentlich nur empfehlen – informiert euch und helft die Musikbunker zu retten!

 

Apropos: Wir wollen wissen, ob und wenn ja wie es mit neuland weitergeht! Schreibt uns eure Kommentare hier, bei Facebook oder sonstwo und entscheidet mit, wo es mit dem Erstsemesterblog hingehen soll. Ein Blog lebt von seinen Kommentaren, also nichts wie ran! Ein Klick aufs Bild reicht. 🙂

 

Machts gut,

 

Alex

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.