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Cyber-Mobbing an Schulen

Archiv für April 2014

„Passen Sie auf unseren Nachwuchs auf.“

24. April 2014 | von

Bericht zum Vortrag von Peter Arz

„Passen Sie auf unseren Nachwuchs auf.“ – Mit diesen Worten schloss Peter Arz seinen Vortrag zum Thema „Risiken und Gefahren der Internetnutzung“.
Seit mehreren Jahren arbeitet Peter Arz bei der Aachener Polizei im Bereich „Prävention/Internetkriminalität“. Der Kriminalhauptkommissar hält Vorträge und informiert Eltern, Lehrer und Schüler über die möglichen Gefahren der Internetnutzung und wie man diesen begegnen kann.
Um einen inhaltlichen Einstieg in die Thematik zu haben, luden wir ihn als Experten in unser Seminar ein. Er berichtete von seinen Erfahrungen als Polizist und von seinen Begegnungen mit Lehrern, Schülern und Eltern im Rahmen der Präventionsarbeit. Sein Fokus lag dabei nicht direkt auf dem Thema „Cyber-Mobbing“. Vielmehr spannte Peter Arz einen relativ weiten Bogen und ging auch auf andere Bereiche der Mediennutzung ein. Auch wenn er hierbei auf die negativen Aspekte der digitalen Medien fokussierte, vermittelte er doch gleichsam anschaulich, wie stark diese in der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen verankert sind und dass sich die Vorlieben der nachwachsenden Generation gar nicht so stark von früheren Jugendlichen unterscheiden.
Im Hinblick auf die Opfer von Cyber-Mobbing-Aktivitäten verwies er auf die Notwendigkeit, mithilfe von Screenshots und ähnlichen Maßnahmen Beweise zu sichern. Auf diese Weise sei es später eher möglich, den oder die Täter zu ermitteln. Gleichsam empfahl er aber auch, bei weniger gravierenden Beleidigungen oder Sticheleien zunächst nicht zu reagieren, um den Tätern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Bei fortwährenden Diffamierungen oder Attacken sollten Opfer jedoch ermutigt werden, sich den Eltern oder den Lehrern anzuvertrauen. Dem Opfer sollte bewusst sein, dass es diese schwierige Situation nicht alleine durchstehen muss!
Peter Arz machte ebenso deutlich, dass es sich bei Cyber-Mobbing um strafbare Delikte handeln kann. Auch wenn es bislang noch kein explizites Mobbinggesetz in Deutschland gibt, das er auch nicht für notwendig hält, können dennoch die folgenden Straftatbestände vorliegen:

  • Verletzung des Rechts am eigenen Bild
  • Verleumdung
  • Bedrohung
  • Stalking
  • Datenmissbrauch
  • Beleidigung
  • Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes
  • Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches durch Bildaufnahmen
  • Üble Nachrede

Auch die sogenannten Mitläufer oder Zuschauer können schnell zum Mittäter werden, wenn sie diffamierendes Material (z.B. ein peinliches Video oder intime Fotos) im Internet weiter verbreiten.
Durch seine Erfahrungen als Polizist nimmt Peter Arz natürlich eine spezifische Perspektive ein. Er empfiehlt, entsprechende Aktivitäten zur Anzeige zu bringen. Gleichsam machte er mehrfach deutlich, dass Präventionsarbeit in der Schule einen sehr hohen Stellenwert hat. Mit seinen Vorträgen, die er an allen Schulformen in Aachen durchführt, leistet Arz hierzu auch seinen eigenen Beitrag. Ebenso ermunterte er unsere Lehramtsstudenten das Thema „Internetnutzung“ später als Lehrkräfte gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern zu behandeln. Von ihm empfohlene Webseiten wie Sicherheit-macht-schule.de oder Lehrer-online.de bieten hierfür hilfreiche Materialien.

Autor: Thorsten Junge

„Du trägst keine Schuld!“

17. April 2014 | von

Zusammenfassung und Eindruck zum Vortrag „Hilflose Helfer?- Was Lehrer gegen Mobbing tun können.“  von Sylvia Hamacher

Nachdem nun das Semester und unser Projekt in vollen Zügen gestartet sind, haben wir mit Spannung unseren ersten externen Vortrag erwartet. In diversen Vorarbeiten der letzten Monate blieb die Geschichte von Sylvia Hamacher nicht unentdeckt:

2007 – ein damals 14jähriges, sehr beliebtes, selbstbewusstes und intelligentes Mädchen wird von heute auf morgen, sowohl real als auch virtuell  Zielscheibe für Beleidigungen und körperliche Gewalt, die schließlich in einer Morddrohung eskalieren und sie fast in den Selbstmord treiben. In einem mehrstufigen Modell erzählt die heute 21jährige, wieder sehr selbstbewusste junge Frau, wie sie über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren systematisch zugrunde gerichtet und ihr in einem quälenden Prozess Selbstwertgefühl und Lebensfreude genommen wurden. Es begann mit dem Ignorieren und Ausgrenzen auf dem Schulhof sowie bei Gruppenarbeiten und steigerte sich in Beleidigungen der geschmacklosen Art, bis sie schließlich im Sportunterricht vorsätzlich verletzt wurde. Eine schriftliche Morddrohung erreichte sie am Krankenbett und veranlasste ihre Familie dazu endlich die Schule zu wechseln, nachdem ihr eine Vertrauenslehrerin lange Zeit erklärt hatte, dass ein Wechsel einem Aufgeben gleichkäme.

Vortrag zum Thema (Cyber-)Mobbing von Sylvia Hamacher

In ihrem Vortrag übt sie scharfe Kritik an ihren damaligen Lehrern, die größtenteils einfach weggesehen haben oder überfordert waren und fordert eine ausreichende Prävention und Intervention. Folgende Punkte sind dabei für Sylvia Hamacher besonders wichtig:

  1. Lehrer müssen einen Verdachtsfall zusammen mit dem Kollegium und der Schulleitung ernst nehmen, besprechen und dokumentieren – ein Lehrer allein kann das Problem (Cyber-)mobbing nicht lösen! Zudem sollten (kreative) Sanktionen untereinander abgesprochen und auch konsequent durchgeführt werden, damit Täter/innen ihre Grenzen kennenlernen.
  2. Mit unauffälligen Maßnahmen können Ausgrenzungen im Unterricht, unabhängig von einem (Cyber-)Mobbingvorfall, vorbeugend wirken. So wird bspw. die Einteilung bei Gruppenarbeiten von der Lehrkraft übernommen, ohne das am Ende ein/e Schüler/in alleine ist, nicht weiß wohin und vor Scham im Boden versinkt.
  3. Um (Cyber-)Mobbing generell einzudämmen braucht es seitens der Lehrkräfte und Schüler spezielle (Medien-)Kompetenz-Trainings, die sowohl über Risiken und Vorteile von Medien aufklären, als auch das Sozialverhalten schulen.

Ebenso erklärt Sylvia Hamacher, dass neben Intervention und Prävention auch ausreichende und wichtige Maßnahmen zum Schutz der Betroffenen und der Tätererkennung durchgeführt sollen.

  1. Zunächst muss eine/ein Betroffene/r erkannt und ernst genommen werden. Dabei ist wichtig, auf feinfühlige Art zu vermitteln, dass der-/diejenige keine Schuld an ihrer/seiner Situation trägt und als Teil dieser Gesellschaft sehr wertvoll ist. Oftmals bemühen sich Lehrkräfte beide Seiten des Geschehens objektiv zu betrachten, doch erreichen sie durch Aussagen wie „zu einem Streit gehören immer zwei“ eher das Gegenteil und drängen die/den Betroffene/n noch mehr in die Opferrolle und vermitteln ihr/ihm das Gefühl der Schuld.
  2. Ebenso müssen Täter /innen (soweit sie bekannt sind) von Lehrkräften auf ihr Fehlverhalten durch Gespräche aufmerksam gemacht und konsequent sanktioniert werden. Wie die Strafen dabei konkret aussehen, muss jede/r  Lehrer/in für sich selbst oder im Kollegium erarbeiten. Wichtig ist hierbei, dass Täter merken, dass sie mit ihrem Verhalten dauerhaft nicht durchkommen – bleiben Strafen wirkungslos, müssen sie erhöht werden und das kann eben auch in einem Schulverweis enden.

Zusammenfassend wünscht sich Sylvia Hamacher, die durch jahrelanges Coaching wieder zu der Person geworden ist, die sie einmal war, ein Umdenken im oftmals festgefahrenen Schulsystem und ruft gemeinsam auf, das Phänomen (Cyber-)Mobbing durch neue Strategien/Kompetenzen und Zusammenhalt untereinander sowie bewusstem Medieneinsatz zumindest einzudämmen. Zusammen mit unseren Studenten, die ihren Vortrag ebenso als sehr gewinnbringend sehen, unterstützen wir dieses Anliegen gerne.

 

Wir danken Sylvia Hamacher für ihren tollen, interessanten und aufklärenden Vortrag und wünschen ihr alles Gute für ihre Zukunft!

 

Weitere Informationen zu Sylvia Hamacher finden sie auf Sylvia Hamacher

 

Autorin: Christiane Rust 

 

Start des Projektseminars

15. April 2014 | von

Das Sommersemester ist gestartet und wir konnten die Studierenden unseres Projektseminars begrüßen. In der ersten Sitzung wurde zunächst lediglich das Konzept besprochen und alle können sich schon mal gedanklich auf die anstehenden Aufgaben vorbereiten. Diese Woche beginnen wir dann mit dem inhaltlichen Input, indem wir uns näher mit dem Thema „Cyber-Mobbing“ beschäftigen.

Leider nehmen aus organisatorischen Gründen deutlich weniger Studierende teil, als wir erwartet hatten. Da das Lehramtsstudium auf das Bachelor- und Master-Modell umgestellt wird, ist die Anzahl der eingeschriebenen Studierenden im auslaufenden Staatsexamen gesunken. Umso erfreulicher ist es, dass unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer großes Interesse am Thema „Cyber-Mobbing“ haben. In ihren bisherigen Kursen wurde dieses Phänomen kaum behandelt, sodass sie sich auch nicht hinreichend vorbereitet fühlen. So wollen wir hoffen, dass Sie sich am Ende unseres Seminars fit genug fühlen, um später als Lehrkraft den Cyber-Mobbing-Aktivitäten an ihrer Schule adäquat zu begegnen.

Damit wir unser Projektseminar wissenschaftlich begleiten können, haben wir unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Thema „Cyber-Mobbing“ befragt. Der Fragebogen ist zwar sehr umfangreich geworden (die Bearbeitungszeit war doppelt so lang wie eigentlich angenommen), aber wir erhoffen uns durch die Auswertung vertiefende Erkenntnisse.

Bei der Gestaltung des Fragebogens haben wir uns an bestehenden Fragebögen orientiert. Ergänzend haben wir Fragen und Items integriert, die im Rahmen unseres Projekts von besonderem Interesse sind: Fragebogen ETS-Projekt RWTH Aachen

Parallel hat ein Student von uns im Rahmen seiner Abschlussarbeit einen vergleichenden Fragebogen vorbereitet, der von Studienanfängern beantwortet wurde. Wir sind sehr gespannt, welche Unterschiede im Vergleich zu unseren Studierenden, die sich dem Examen nähern, festzustellen sind.

Autor: Thorsten Junge

Die Einrichtung der iPads

10. April 2014 | von

Im folgendem wollen wir näher auf die technischen Probleme, bei der Integrierung der iPads in unser Projekt, eingehen. Die Idee hinter der Entscheidung für die Anschaffung der Tablets aus dem Hause Apple, lag in der guten internen Kompatibilität, der Benutzerfreundlichkeit und der Hochwertigkeit, durch die sich diese Produkte bekanntermaßen auszeichnen. Die interne Kompatibilität spielte dabei für uns eine wichtige Rolle, weil dadurch eine leichte und problemlose Integrierung weiterer ergänzender Produkte in der Zukunft gewährleistet werden soll. Theorie und Praxis lagen auch hier wie so häufig weit auseinander.

Bei der Einrichtung der iPads wurden wir immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt, die wir zu bewältigen hatten. Zu Beginn erörterten wir, wie man am besten eine zentrale Verwaltung der iPads realisieren könnte. Die Lösung hieß „Apple-Configurator“, das Programm klang vielversprechend, da es dem Benutzer ermöglicht über einen Mac eine größere Anzahl an mobilen Geräten (iPhone, iPad und iPod touch) zu konfigurieren und bereitzustellen. In der Gebrauchsanweisung vielen die Worte „ganz einfach“, was sich für uns generell als schlichtweg falsch herausstellte.
Bei der ersten Konfigurierung oder auch dem „Vorbereiten“ der iPads, musste für das jeweilige Gerät ein Profil erstellt werden, bei der es eine Reihe von Einstellungsmöglichkeiten gibt, die es erst mal zu verstehen galt. Ich muss zugeben, bei der Einrichtung des WLAN bin ich gescheitert, weil ich bei der Proxy-Konfiguration für das Hochschulnetz „eduroam“, keine Lösung gefunden habe. Deshalb habe ich die Devise verfolgt „alle Wege führen nach Rom“ und habe den etwas unkonventionellen, aber deutlich einfacheren Weg verfolgt indem ich das WLAN von Hand auf jedem einzelnen iPad eingerichtet habe.

Es folgte an die „Vorbereitung“, das „Betreuen“. Das Betreuen ermöglicht es dem Benutzer die iPads mit den nötigen Apps auszustatten, indem diese eingelesen und für jedes Gerät gewählt werden. Für die kostenlosen Applikationen (Apps) funktionierte das ohne weitere Komplikationen, was die zentrale Einrichtung sehr erleichterte. Für die kostenpflichtigen Apps müssen sogenannte „Gutscheincodes“ erworben werden, welche dann für die jeweilige App dem entsprechenden iPad zugewiesen und installiert, werden kann. Die Codes können über das „Volumen Purchase Programm (VPP)“ erworben werden. Das VPP ermöglicht es Apps für den Geschäfts- bzw. Bildungsbedarf in großer Stückzahl auszusuchen, zu kaufen und zu verteilen. Aufgrund der eingeschränkten Bezahlungsmethoden (keine iTunes Karten), ist der Erwerb der „Gutscheincodes“ mit einem erheblichen bürokratischen Aufwand verbunden, da ein Rechnungskonto für Apple eingerichtet werden müsste.

Die Einrichtung der iPads lief nicht immer reibungslos. Es gab viele “Baustellen“, die den Prozess der Integrierung, immer wieder zur Stagnation brachten. Auf einige Probleme sind wir nicht näher eingegangen, weil es den Rahmen sprengen würde.

Eines wollen wir zum Schluss dennoch nicht unerwähnt lassen. Kundenservice ist nicht immer gleichzusetzen mit Service für den Kunden. Gefühlte Stunden haben wir in Warteschlangen verbracht, bis wir irgendwann den richtigen Ansprechpartner erreicht haben. Die Mitarbeiter des Kundenservice waren freundlich, aber sobald die Fragen etwas spezifischer wurden, war die Kompetenz erschöpft und wir landeten wieder in der Warteschlange, bis wir erneut zum nächsten „kompetenten“ Mitarbeiter verbunden wurden. Zumindest ein bisschen Musik hätten wir uns während dem „Gewarte“ gerne gewünscht. Immerhin erreicht man mit einer gehörigen Portion an Geduld irgendwann sein Ziel.

Autor: David Janknecht

Vortrag von Sylvia Hamacher – Referentin zum Thema „Cybermobbing“

07. April 2014 | von

„Hilflose Helfer?- Was Lehrer gegen Mobbing tun können.“

Im Rahmen unseres Projekts wird Frau Sylvia Hamacher über „Hilflose Helfer?- Was Lehrer gegen Mobbing tun können“ referieren.
Die heute 21-Jährige war selbst mehrere Jahre Zielscheibe für Beleidigungen und Beschimpfungen, die auch nach Schulschluss kein Ende nahmen. Durch die Hilfe ihrer Eltern und Psychologen ist sie heute in der Lage, über das Geschehene zu sprechen und möchte durch Vorträge und ihre Bücher aufklären und sensibilisieren. Im Rahmen ihres Vortrags wird auch erörtert, was Lehrkräfte gegen Cyber-Mobbing unternehmen können.

Zum Vortrag laden wir alle Interessierte recht herzlich ein!

Wo

FoE
Hörsaal des Instituts für Erziehungswissenschaft
Eilfschornsteinstr. 7, 52056 Aachen

Wann:

15. April 2014, Beginn: 18.00 Uhr

Weitere Informationen finden Sie unter: Sylvia Hamacher