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Cyber-Mobbing an Schulen

Archiv für August 2015

Rückmeldung einer Schülerin zum Projekttag

31. August 2015 | von

Während wir noch die gewonnenen Daten zu unserem Lehr- und Forschungsprojekt auswerten, hat uns eine Lehrerin nachträglich noch einmal kontaktiert. Sie hat in ihrer Klasse alle Kinder notieren lassen, was er/sie von dem Tag mitgenommen hat. Und sie war durchaus erstaunt „wie viel viele SuS in nur 10 Min. aufgeschrieben haben und wie reflektiert viele Beiträge waren“. Außerdem haben sich die Schülerinnen und Schüler positiv darüber geäußert, dass jemand von außen und junge Leute den Projekttag geleitet haben.

Einen Text hat uns die Lehrerin zugeschickt und die Schülerin ist damit einverstanden, dass wir ihre Überlegungen hier im Weblog vorstellen:

„Cybermobbing – Was habe ich gelernt und was werde ich für mein Leben mitnehmen?

Ich habe gelernt, was Cybermobbing ist und wie leicht man so was hinnimmt, obwohl noch so viel mehr dazu gehört, als die Beleidigung, die unter einem Bild
steht. Ich habe gelernt, offen mit dem Thema umzugehen, mich zu äußern, zu reden, zu helfen, einfach sich dem Sog des Gruppenzwangs zu entziehen. Es ist
egal, was andere denken. Das Schlimmste ist nicht mal der Kommentar, sondern die Geschichte dazu. Gründe, die der Mensch in sich trägt und die Last, denn mit jedem weiteren Mal verschließt sich der Mensch ein bisschen mehr. Es ist ein Schicksal, ein Teufelskreis, der einen schlussendlich zerstört, bis einem alles
hoffnungslos erscheint. Doch ich nehme aus diesem Tag, dass es immer eine Lösung gibt. Irgendein Mensch hat das selbe Schicksal, die selben Schmerzen und
die selbe Wut. Ein Mensch der genau das selbe durchmacht. Doch es gibt immer einen Weg der am Aufgeben vorbeiführt, also lohnt es sich zu kämpfen. Ich habe
hinter die Kulissen geschaut, versucht zu verstehen, was in so einer Situation für Emotionen, Enttäuschungen und Ängste eine Rolle spielen. Ich wollte mich in die Rolle hineinführen. Es ging nicht, weil solch ein Schicksal, das muss man erleben um zu verstehen was in diesen Menschen vorgeht. Wir wissen nicht ansatzweise, wie man sich fühlt, bloß unsere Fantasie lässt uns vielleicht einen kleinen Teil so eines Menschen verstehen. Ich denke einen Jeden prägt so etwas. Man glaubt gar nicht, wie schnell man auch in so eine Situation hinein geraten kann. Mit jeder Situation wird das Staunen und das Entsetzen von uns größer. Doch würden wir wirklich helfen können beziehungsweise WOLLEN?!
Die einzige Frage, auf die uns der Tag keine Antwort gegeben hat, weil ein jeder von uns anders denkt.
Doch wenn ich mich wirklich gedanklich damit auseinander setze fällt mir auf, man kann immer helfen, wenn der Wille da ist. Deswegen nehme ich aus diesem Tag nicht nur das Thema Cybermobbing mit. Nein, in meinem Kopf hat sich noch viel mehr bewegt. Ich denke über die Freiheit eines Menschen nach, an die Ehre, die ein jeder Mensch verdient hat und an den Respekt. Und sage deshalb: Sachen passieren, sieh zu den Leuten, die immer zu Dir halten, behandle sie wie Schätze und lebe dein Leben und wenn dich jemand blöd anmacht, lach zurück, denn das Niveau ist nicht dein Niveau.“