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Cyber-Mobbing an Schulen

Rückmeldung der Studierenden zum Projektseminar (SoSe 2016)

02. August 2016 | von

In dieser Woche fanden die letzten regulären Sitzungen unseres Projektseminars statt. Nachdem wir unsere Kursteilnehmer in den letzten Wochen in Kleingruppen bei den Projekttagen getroffen haben, kamen nun die Kurse wieder im klassischen Seminarsetting zusammen. Die letzte Sitzung nutzen wir dabei klassischerweise in beiden Kursen für einen Erfahrungsaustausch untereinander und ein abschließendes Feedback vonseiten der Studierenden.

Zunächst einmal berichteten alle Gruppen von ihren Erfahrungen. Hierbei wurden sowohl die positiven Dinge angesprochen, als auch Aspekte, die nach ihrer Einschätzung nicht gut geklappt haben. Für die anderen Studierenden war es dabei spannend, vom Verlauf in den anderen Gruppen zu hören. Es zeigten sich in beiden Bereichen durchaus Parallelen. So verwiesen viele Studierende auf den guten Kenntnisstand der Kinder. Sie waren durchaus überrascht, wie gut sich die Schülerinnen und Schüler bereits mit dem Thema Cybermobbing auskannten. Dementsprechend verliefen einzelne Übungen auch besser als erwartet. Lediglich in wenigen Klassen – die wir in diesem Jahr als Ausnahmefälle betrachten wollen – zeigten sich die Schülerinnen und Schüler schlecht informiert. In diesen Klassen zeigten sie aber auch generell ein etwas geringeres Leistungsvermögen und hier ergaben sich dann auch vereinzelt disziplinarische Probleme. Für die Studierenden war es generell eine Herausforderung, in manchen Situationen für die notwendige Konzentration und Aufmerksamkeit zu sorgen. Dies einmal zu erproben war eine gute Vorbereitungen auf den späteren Schuldienst. Und einzelne Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten für sich feststellen, dass ihnen im Umgang mit den Schülerinnen und Schülern teilweise schwer fällt, „böse“ zu werden.

Eine weitere Herausforderung, die durchaus typisch für den Alltag einer Lehrkraft ist, ist die zeitliche Komponente. Viele Studierende benannten das Zeitmanagement als Feld, in dem sie noch einiges lernen mussten. Trotz sorgfältiger Planung fehlte es am Ende des Tages oftmals an der notwendigen Zeit, um eine Übung noch durchzuführen oder wie geplant zum Ende zu bringen.

Die Kooperation mit den Schulen hat insgesamt wieder gut funktioniert. Teilweise wurde jedoch von den Studierenden bemängelt, dass es schwierig war, mit den konkreten Ansprechpartnern zu kommunizieren. So gelang es nicht allen Gruppen, die im Vorfeld notwendigen Absprachen zu organisieren. Und wenn die zugewiesene Lehrkraft am Projekttag zu spät in der Schule erscheint, sodass man nicht wie geplant frühzeitig in den Raum gelangt, um aufzubauen, empfinden dies die Studierenden als unnötige Belastung. Die Mehrzahl unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer empfand die beteiligten Lehrerinnen und Lehrer als zu zurückhaltend. Als angehende Lehrkräfte hätten sie sich einen stärkeren Austausch und mehr Rückmeldungen erhofft. Schließlich wollen sie ja von den Routiniers lernen. Auch wenn Einzelne hier großes Engagement zeigten, ist dies sicherlich ein Punkt, der auszubauen ist.

Die Zusammenarbeit innerhalb der Projektgruppe hat gut funktioniert. Dies betrifft sowohl die Absprachen im Vorfeld als auch die Durchführung des Projekttags. Einzelne Studierende stellten zufrieden fest, dass man sich innerhalb der Gruppe immer gut ausgeholfen habe. Dies gab den Studierenden während des Projekttages ein gutes Gefühl und steigerte auch ihre Sicherheit. Vielleicht sind Einige ja dadurch auf den Geschmack gekommen, später auch im Team-Teaching aktiv zu sein.

Der Projekttag löste vereinzelt auch Reflektionsprozesse bei den Studierenden aus. So gab es Klassen mit konkreten Cybermobbing-Vorfällen, über die wir (teilweise schon im Vorfeld) von den Lehrkräften informiert wurden. Hinsichtlich der betroffenen Schüler gab es dabei durchaus Überraschungen. So hätten unsere Studierenden eher auf andere Schüler als Betroffene getippt. Dies verdeutlicht, dass tatsächlich alle Kinder zum Cybermobbing-Opfer werden können. Die berichteten „Ursachen“ erschienen aus der Erwachsenenperspektive eher nichtig.

Über unsere Rolle als DozentIn äußerten sich die Studierenden nur am Rande. Insofern wurde nicht vertiefend darüber gesprochen, wie wir unsere Rolle als Betreuer/Coach/Beobachter ausgeübt haben und auch über unsere vereinzelten „Eingriffe“ wurde nicht weiter gesprochen. Offenkundig fokussierten die Studierenden abschließend eher auf ihre eigene Person und die Rolle der besuchten Schule.

Die folgende Auswahl an Statements zeigt, dass die Studierenden uns insgesamt wieder ein positives Feedback gegeben haben:

„Das Konzept ist interessant und eignet sich gut für die Praxis.“ Cybermobbing RWTH-Neuanfang

„Das ist Projekt interessant, ich würde es weiterempfehlen.“

„Ich habe viel über Cybermobbing gelernt.“

„Ich habe gemerkt, dass man offen bleiben muss für Gespräche mit den Schülern und neue jugendliche Erscheinungen, wie YouNow.“

„Der Projekttag war für mich hilfreich für die Schulpraxis. Aber man muss sich immer bemühen, die Zeit im Griff haben.“

„Endlich gab es im Studium mal einen Praxisbezug.“

„Der Dozent war lässig und hat während des Projekttags Ruhe ausgestrahlt. Das war eine gute Unterstützung.“

„Ich war anfangs etwas aufgeregt, aber wir hatten eine gute Anleitung seitens der Dozenten.“

„Die Einteilung der Schülergruppen hat bei uns der Klassensprecher gemacht, deshalb waren nur Jungen und Mädchen in den Gruppen. Wir mussten dann noch mal neu durchmischen, was bei einigen Kindern zu Grummeleien geführt hat. Aber das hat sich dann auch schnell gelegt und die Kinder haben wieder aktiv mitgemacht.“

„Der praktische Bezug war schön. So hat man auch gesehen, was man noch lernen muss.“

„Es hat mir gut gefallen, dass die Kinder so gut mitgemacht haben. Es waren tolle Schüler. Hoffentlich ist das später an meiner Schule auch so.“

„Es war schön, dass wir am Ende des Tages ein Feedback von den Schülern erhalten haben.“

„Für mich war die eigene Auseinandersetzung mit dem Thema Cybermobbing wichtig.“

„Die Organisation von der Dozentin im Vorfeld war sehr gut und wir wurden auch während des Projekttags gut unterstützt. Auch die bereitgestellten Materialien waren gut.“

Wir nehmen aus dem Feedback der Studierenden mit, dass wir die Absprachen im Vorfeld noch etwas verbessern müssen. Vielleicht ist es doch ratsam, Termine vor Ort zu vereinbaren. Aber eine Fortsetzung im nächsten Jahr steht für uns jetzt schon fest.   🙂

Autor: Thorsten Junge



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