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Fabian (Beijing)

Es kann losgehen!

17. Mai 2014 | von

Die beschriebenen Eindrücke datieren vom letzten September, als mein Auslandsstudium in Peking losging. Mittlerweile ist natürlich schon einige Zeit vergangen, aber zum Start meines Blogs fange ich bewusst mit dem Beginn meines Auslandsstudiums an. Bald kommt selbstverständlich auch etwas aktuelleres. 😉

Nach einem zweitätigen Aufenthalt in Dubai erreicht unsere Gruppe von 15 Aachener Studenten endlich chinesischen Boden, das Land, in dem wir die nächsten zehn bis elf Monate verbringen werden. Angekommen am Flughafen Peking wird unsere Gruppe von einer Mitarbeiterin unseres Departments direkt am Flughafen abgeholt, und in einem Uni-eigenen Bus zum Campus gefahren. Der befürchtete Smog-Schock bleibt erst einmal aus, die Luft ist erstaunlich sauber, und selbst gegen Mitternacht sind die Temperaturen noch sehr angenehm. Der erste Stop ist das general service desk, dessen Mitarbeiter für die Zuteilung der Zimmer zuständig ist. Dass wird nachts gegen 1 Uhr die Uni erreichen, ist überhaupt kein Problem, das Büro hat das ganze Semester 24/7 geöffnet. Da können sich die Öffnungszeiten-verbohrten Mitarbeiter einiger studentischer Anlaufstellen in Aachen mal eine Scheibe von abschneiden, schießt mir sofort durch den Kopf.

Dank des Jetlags ist an Schlaf natürlich noch nicht zu denken, nach einem kurzen Abladen des Gepäcks und schnellen Beschauen des Zimmers (insgesamt etwa 15 qm, inklusive Duschklo), machen wir mit unser Gruppe noch einen kleinen Spaziergang über den Campus. Als sich der Magen zu Wort meldet, steuern wir zielsicher die nächste noch geöffnete Lokalität an – ganz unchinesisch: McDonald’s. Auch bei Dunkelheit lassen sich die Ausmaße des Campus schon gut erahnen, auf dem Rückweg gehen wir an dem zwar nicht schönen aber imposanten Hauptgebäude vorbei, das an sozialistische, kantige Protzbauten aus dem früheren Ostblock erinnert. Gegen halb fünf falle ich dann endlich ins Bett und lande erst einmal auf einem ziemlich harten Holzbrett, denn statt Matratze liegt über der als Lattenrost dienenden Pressspanplatte nur eine dünne Decke.

In den ersten Stunden und Tagen prasseln die neuen Eindrücke auf einen herein, man hat kaum Zeit, zwischendurch mal etwas durchzuschnaufen und alles sacken zu lassen. Und nachdem das Wochenende den ersten lustigen Abend in, und eine Führung durch, das angrenzende Viertel Wudaokou beinhaltete, steht am Montagmorgen direkt der erste Pflichttermin an: Punkt 8 Uhr, registration, also Einschreibung.

Schnell müssen wir allerdings feststellen, dass es damit nicht getan ist, sondern noch diverse weitere Stellen (Bank, Mensakartenausgabe, eigenes Department, …) abgelaufen werden müssen, ehe wir dazu kommen, uns auf dem Campus mal ein wenig umzusehen. Besonders bitter dann, wenn man aus chinesischer Sicht krasse Anfängerfehler begeht (keine schwarze Tinte, zu wenige oder falsche Passfotos, fehlender roter Stempel auf irgendeinem Dokument), und die entsprechenden Orte am nächsten Tag noch einmal aufsuchen darf. Auch die Verständigung ist nicht immer leicht, an einigen Stellen wird ausschließlich chinesisch gesprochen, aber irgendwie funktioniert am Ende doch alles wie gewünscht.

Der Rest der ersten Woche gestaltet sich aber deutlich entspannter, neben einer vorbereitenden Vorlesung pro Tag bleibt noch genug Zeit, um den riesigen Campus zu erkunden und erste Besuche zu den zahlreichen Attraktionen von Peking zu starten. Und auch das Abendprogramm in den verschiedensten Clubs im nahen Wudaokou lässt wenig Wünsche offen: freien Eintritt und fünf Freigetränke für alle internationalen Studenten! Wo gibt es das in Deutschland, und vor allem: wie kann sich so etwas für den Veranstalter nur lohnen?!

Nach einigen Tagen kann ich mir auch endlich meinen von den Vorgängern übernommenen Hausrat abholen, neben einer richtigen Matratze kann ich nun den Luxus einen großen Kühlschranks und weiterer mehr oder weniger nützlichen Alltagsgegenständen genießen. Gespickt mit Univeranstaltungen, gemeinsamen Besuchen auf der Großen Mauer, in der Verbotenen Stadt, im Sommerpalast und weiteren Pekinger Sehenswürdigkeiten vergehen die ersten beiden Wochen wie im Flug.

Dann ist es auch schon so weit, das erste Auslandssemester startet ganz offiziell. Es kann losgehen!

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