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Fabian (Beijing)

Ich verstehe hier nur Chinesisch

31. Juli 2014 | von

Am besten kommt man in einem Land zurecht, wenn man auch die Landessprache beherrscht. Diese Weisheit dürfte wohl überall auf der ganzen Welt gültig sein. In Zeiten der Globalisierung dürfte man an vielen Orten mittlerweile auch mit Englisch weiterkommen, aber dennoch kann nichts die Kommunikation in der Muttersprache der jeweiligen Bevölkerung ersetzen.

Um wenigstens etwas vorbereitet zu sein, nahm ich, wie viele andere Teilnehmer des Austauschprogramms mit der Tsinghua Universität auch, an einem Chinesisch Sprachkurs des RWTH Sprachenzentrums teil. Zweimal die Woche 90 Minuten, dazu einiges an Vokabeln und vor allem Schriftzeichen lernen – nach einem Semester fühlte ich mich eigentlich halbwegs gut vorbereitet.

Bei der Ankunft in Peking fiel ich natürlich trotzdem auf die Nase. Selbst wenn extra für die Ausländer langsam gesprochen wurde, nahm ich nur eine wilde Aneinanderreihung von Lauten wahr. Und wenn ich selbst etwas sagen wollte, verstand mich niemand. Die Tücken der chinesischen Aussprache mit den verschiedenen Tönen verhinderten ziemlich erfolgreich jegliche Kommunikation.

Die notwendigen Worte und Redewendungen für die grundlegende Verständigung lernte ich irgendwann von alleine, aber es ist sehr schwierig, seine Sprachkenntnisse nur durch Alltagskommunikation zu verbessern, wenn man fast von Null anfängt. Von Seiten der Uni ist neben dem englischsprachigen Studiengang ein Sprachkurs Pflicht, aber beim Lernen in einer größeren Gruppe bleibt kommt in 12×90 Minuten nicht ganz so viel hängen. Erst recht nicht, wenn man im erst im zweiten Semester einen Platz im Kurs erhält, weil im ersten Halbjahr der Andrang zu groß war.

Die Lösung war daher privater Sprachunterricht. Jede Woche zweimal 90 Minuten Unterricht zu zweit, dazu natürlich Vor- und Nachbereitung sowie Vokabeln lernen. Schließlich will man für das Geld auch möglichst viel Erfolg haben. Der Fokus lag dabei bewusst auf dem Sprechen und Verstehen, da das Lernen von Schriftzeichen sehr zeitaufwendig ist. Neben den Aufgaben des regulären Studiums und sonstigen Verpflichtungen bleibt sonst einfach zu wenig Zeit, um wirklich Fortschritte zu machen.

Und was haben elf Monate in China sprachlich gebracht? Schwierig zu sagen. In der täglichen Verständigung funktionieren die grundlegenden Sachen ganz gut, aber hin und wieder gibt es auch immer wieder Rückschläge, wenn es an ziemlich einfachen Dingen scheitert. Manchmal muss man trotzdem noch auf Pantomime ausweichen, weil einem die Worte fehlen. Es ist eben nicht so leicht, eine Sprache wie Chinesisch „im Vorbeigehen“ neben einem normalen Studium zu lernen, wenn man zwischendrin den Fokus immer auf andere Tätigkeiten lenken muss und das Vokabeln und Grammatik lernen auf der Strecke bleibt.

Trotz allem ist Chinesisch eine echt interessante Sprache, und die kleinen Erfolge bestärken mich, auch in Aachen weiter zu lernen, sofern passende Kurse angeboten werden. Wie heißt es so schön in einem chinesischen Sprichwort: eine Reise von 1000 Meilen beginnt mit einem ersten Schritt.

Wer überlegt, eventuell mal in Aachen ein bisschen Chinesisch zu lernen, findet hier die passenden Informationen.

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