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IT Center

Kategorie: ‘IT-Verantwortliche’

Ein wesentlicher Bestandteil der Langzeitarchivierung von Forschungsdaten: Datenspeicherung am Beispiel der RWTH Aachen University

21. November 2017 | von

Die RWTH Aachen und das IT Center beschäftigen sich intensiv mit Fragen der Langzeitarchivierung von Daten. bitstream preservation ist die Grundvoraussetzung der Langzeitarchivierung. Ein Bitstream stellt eine festgelegte Abfolge von Bits dar, die den Wert 0 oder 1 haben und auf Datenträgern digital gespeichert werden. Daten digital zu archivieren bedeutet, einen ersten Schritt dahingehend zu unternehmen, dass die Daten auch zukünftig noch genauso verfügbar sind, wie sie archiviert wurden. Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Langezeitarchivierung ist die Datenspeicherung, die sich von der Langzeitarchivierung durch den vorgegebenen zeitlichen Rahmen der Datenhaltung unterscheidet. Die Maßnahmen zur Sicherung der Daten wird hier nun am Beispiel des an der RWTH eingesetzten Archivsystems von IBM erklärt.

Entsprechen einer weit verbreiteten Art der digitalen Datenspeicherung erfolgt die Archivierung der Daten auf Magnetbändern, auf denen Daten aufgrund der langen Datenhaltung besonders energieeffizient und kostengünstig gespeichert werden können. Die Bandspeichersysteme werden durch eine Software und mithilfe eines insgesamt Petabyte großen Datenbanksystems verwaltet und gesteuert. Um die Performance bei der Ein- und Auslieferung der Daten zu erhöhen, verfügt das System zusätzlich über Festplattenspeichersysteme. So können pro Nacht bis zu 250 Terabyte bewegt und im Regelfall um die 80 TByte pro Nacht Daten verarbeitet werden.

Zur Sicherung der Daten werden zwei Taktiken verfolgt: Die Speicherung redundanter Kopien und die regelmäßige Überprüfung der Daten.

Alle eingelieferten Daten werden redundant auf zwei verschiedenen Bändern gespeichert. Sollten also Teile der Daten auf einem Band verloren gehen, können Sie durch die andere Kopie wiederhergestellt werden. Zudem werden die Daten auch noch zum Forschungszentrum Jülich gespiegelt, so dass für den Katastrophenfall Standortredundanz gesichert ist.

Zum anderen wird die Integrität der Daten durch das Bilden und Vergleichen von Hash-Werten überprüft, wenn eine Operation (Einliefern, Kopieren, Ausliefern) stattfindet. Zusätzlich erfolgt diese Überprüfung ereignisunabhängig in regelmäßigen Abständen. So fallen Defekte an den Daten auf und können dann durch Nutzung anderer Kopien repariert werden. Auch die einzelnen Bänder werden regelmäßig geprüft. Im Falle eines Defektes wird dieser durch IBM analysiert und kann in den meisten Fällen repariert werden.

pSTAIX – Eine prozessorientierte Architektur zur Unterstützung von Prozessen in Forschung und Lehre

17. November 2017 | von

IT-Service Provider an Hochschulen, wie das IT Center, sind mit stetig zunehmenden Anforderungen an neue und bestehende IT-Systeme und Wünschen nach fachspezifische IT-Lösungen zur individuellen Prozessunterstützung konfrontiert. Für das IT Center ist es daher wichtig, Dienste so zur Verfügung zu stellen, dass diese einen direkten Mehrwert für Nutzende liefern, aber auch flexibel genug sind, um zukünftig auf geänderte Anforderungen reagieren zu können.

pSTAIX reagiert auf diese Anforderungen. pSTAIX steht für „Process Oriented Software Tiers for Application Interfaces and EXtensions“ und stellt eine Referenz-SOA (Service Orientierte Architektur) dar, in der system- und technologieabhängige zu prozessorientierten Schnittstellen abstrahiert werden. Verwendet werden dazu „Tiers“ (also Ebenen), um schrittweise technologie- und prozessabhängige Aspekte voneinander zu trennen. Die Organisation der Schnittstellen in diesen Tiers erlaubt es den Betreibenden, die Implementierung einzelner Dienste auszutauschen, ohne alle bestehenden Anwendungen anzupassen.

(verallgemeinerte Modellierung)

Ebenso ist es eine Art Anleitung dafür, wie Softwareentwicklungs- und IT-Betriebs-Teams strukturiert werden können, um die Implementierung und Betrieb eines prozessorientierten Service zu ermöglichen: ein Team ist für die Bereitstellung einer definierten Schnittstellenstruktur verantwortlich und kann sich auf die Entwicklung und Umsetzung in seinem jeweiligen Verantwortungsbereich konzentrieren.

Bereits für die RWTHApp haben Mitarbeitende des IT Centers eine derartige Referenzarchitektur entwickelt. Neben der RWTHApp fand die Referenzarchitektur bei der Entwicklung des Dienstes simpleArchive Verwendung, um Dienste zur Unterstützung von eScience aufzubauen. Hier wurden verschiedene, bereits bestehende IT-Dienste pSTAIX-konform miteinander kombiniert. Die so entstandene Anwendung, aber auch die prozessorientieren Schnittstellen stehen jetzt für Einrichtungen der RWTH Aachen zur Verfügung und können somit in Prozesse und Apps integriert werden.

Das Schwerpunktteam eScience berät Sie gerne dazu, wie Sie die Dienste des IT Centers für Forschungsprozesse in Ihrer Einrichtung nutzen können. Wer neugierig geworden ist und mehr darüber erfahren möchte, kann den ganzen Artikel hier lesen:

Politze, M., Decker, B. & Eifert, T., (2017). pSTAIX – A Process-Aware Architecture to Support Research Processes. In: Eibl, M. & Gaedke, M. (Hrsg.), INFORMATIK 2017. Gesellschaft für Informatik, Bonn. (S. 1369-1380). DOI: 10.18420/in2017_137

Einige Anwendungen des Identity Managements ziehen um

14. November 2017 | von

Einige Anwendungen des Identity Managements der RWTH Aachen University werden am 14.11.2017 und am 16.11.2017 auf einen anderen Server umziehen. Das bedeutet für Sie als Nutzenden, dass der IdM Selfservice, die PasswordReset-Anwendung sowie der RWTH Partner-Manager nicht mehr wie gewohnt über die bekannten Links erreichbar sein werden.

Damit Sie auch bei Änderungen problemlos auf die gewünschten Anwendungen zugreifen können, empfehlen wir Ihnen die Kurzlinks zu diesen Anwendungen zu speichern. Von diesen Links aus werden Sie entsprechend weitergeleitet:

IdM Selfservice: www.rwth-aachen.de/selfservice

PasswordReset-Anwendung: www.rwth-aachen.de/passwordreset

RWTH Partner-Manager: www.rwth-aachen.de/partner-manager

Die neuen Links zu den betroffenen Anwendungen lauten ab dem 14.11.2017 für den IdM Selfservice: https://idm.rwth-aachen.de/selfservice sowie für die PasswordReset-Anwendung: https://idm.rwth-aachen.de/passwordReset. Ab dem 16.11.2017 lautet der Link zum RWTH Partner Manager: https://idm.rwth-aachen.de/partner-manager.

Sollten Sie Fragen oder Anmerkungen haben, kontaktieren Sie bitte das IT-ServiceDesk

Ein IT Center-Dienst geht in die Welt – simpleArchive bald auch an der TU Darmstadt im Einsatz

13. November 2017 | von

Der vom IT Center der RWTH Aachen bereitgestellte Dienst simpleArchive ermöglicht den einfachen Upload von Forschungsdaten sowie deren erneute Bereitstellung. Zu diesem Zweck verbindet simpleArchive bestehende Dienste des IT Centers über eine einfache Oberfläche.

Seit dem 12.09.2017 ist simpleArchive im Regelbetrieb. Ende diesen Jahres wird die Anwendung auch an der TU Darmstadt zum Einsatz kommen. Zugleich wird der von der TU Darmstadt betriebene Research Data Management Organiser (RDMO) in die IT-Infrastruktur der RWTH Aachen integriert. Die Partner des IT Centers auf Darmstädter Seite sind die Universitäts- und Landesbibliothek (ULB) sowie das Hochschulrechenzentrum.

Um simpleArchive an der TU Darmstadt zur Verfügung zu stellen, wird die gesamte, hinter diesem Dienst stehende Aachener IT-Infrastruktur für prozessorientierte Anwendungen an der TU Darmstadt etabliert. Die dortigen lokalen Dienste können in diese Infrastruktur integriert werden. Ein Loadbalancer sichert die Kommunikation zwischen den Prozessen und den Basisanwendungen. Für die Weitergabe von archivierten Daten an andere Forschende wird der GigaMove-Dienst genutzt, den das IT Center für die Deutschen Hochschulen über den DFN zur Verfügung stellt.

Im Laufe der Kooperation wird die genutzte Software so modularisiert, dass nur die relevanten Softwarebestandteile an beiden Standorten betrieben werden.

Das Team des IT Centers installiert die benötigten, in Aachen entwickelten Softwarekomponenten. Das Darmstädter Hochschulrechenzentrum übernimmt den Betrieb der Server und des dort vorhandenen Archivdienstes. Langfristig werden beide Einrichtungen gemeinsam an der Weiterentwicklung des Dienstes arbeiten. Neben der gemeinsamen Nutzung von simpleArchive wird ebenfalls bei der Erarbeitung von Nutzungsbedingungen kooperiert, um die standortspezifischen Nutzungsbedingungen zu erhalten und die Sicherheit der archivierten Daten zu gewährleisten.

Im Zuge der Kooperation wird ebenso der von der Universitäts- und Landesbibliothek der TU Darmstadt (ULB) betriebene Research Data Management Organiser (RDMO) an der RWTH Aachen installiert. Mit RDMO können Institutionen und Forschende das Forschungsdatenmanagement ihrer Projekte strukturiert planen und begleiten. Die Anwendung erlaubt das Erfassen aller relevanten Planungsinformationen in Datenmanagementplänen und die Verwaltung aller Datenmanagementaufgaben über den gesamten Datenlebenszyklus.

Die ULB Darmstadt ist derzeit dabei, RDMO für die Forschenden der TU Darmstadt zur Verfügung zu stellen und den Zugang via Single-Sign-On zu ermöglichen. Die gewonnenen Erfahrungen werden dann genutzt, um die Anwendung auch in Aachen zu installieren und sie den Aachener Forschenden zugänglich zu machen.

Die Kooperation zeigt, dass der Mehrwert der in Aachen entwickelten Anwendung simpleArchive auch von anderen Hochschulen gesehen wird. Sie ermöglicht es darüber hinaus beiden Hochschulen, ihren Forschenden neue IT Services zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig die knappen Ressourcen in der Softwareentwicklung optimal zu nutzen. In Aachen ist man überzeugt, den Herausforderungen im Bereich Forschungsdatenmanagement nur erfolgreich begegnen zu können, wenn auch zukünftig Synergien mit anderen Hochschulen realisiert werden.

Eine einfache Strukturierung von Forschungsdaten? Das Metadatentool und FDM-Team helfen!

07. November 2017 | von

Zur Dokumentation, Verwaltung und Klassifikation digitaler Forschungsdaten sind Metadaten unerlässlich. Metadaten stellen Informationen über Merkmale von Daten, beispielsweise Forschungsdaten, bereit, in dem sie diese strukturiert beschreiben und beispielsweise angeben, von wem, wann und wo die Daten erzeugt und zuletzt bearbeitet wurden, oder wer der/die Autor/in und der Verlag eines Buches sind und wann das Buch unter welcher ISBN erschienen ist.

Um den Austausch und die Wiederverwendbarkeit von Metadaten zu gewährleisten, wird der Einsatz eines einheitlich standardisierten Metadatenschemas empfohlen. Ein Metadatenschema ist die Zusammenstellung zulässiger Datenelemente zur eindeutigen Beschreibung einer Ressource. Jedoch existiert eine Vielzahl von Metadatenschemata für Daten aus unterschiedlichen Fachdisziplinen, sodass eine grundlegende Herausforderung darin besteht, ein Metadatenschema zu erstellen, mittels dessen Forschungsdaten über den Kontext der eigenen Forschung hinaus strukturiert geteilt werden können. Neben der inhaltlichen Eindeutigkeit der Metadaten muss die langfristige Weiterverwendung und Nachnutzung von Metadaten und den annotierten Forschungsdaten beachtet werden. Das Abspeichern von Metadaten in standardkonformen Formaten, wie z. B. das Resource Description Framework (kurz: RDF), ist daher ein Baustein für Nachhaltigkeit.

Das Team des Forschungsdatenmanagements unterstützt bei der Erstellung von Datenmanagementplänen und berät bei deren Realisierung sowie dem organisatorischen Umgang mit Forschungsdaten und deren Dateiformaten. Auf der Webseite der RWTH sind weitere Informationen zu diesem Thema zu finden.

Darüber hinaus bietet das IT Center ein Metadatentool an. Mit diesem Tool können Metadaten entsprechend des vorab angelegten Schemas und eines standardisierten Vokabulars befüllt werden. Die Auswahl vorgegebener gültiger Begriffe vermeidet Tippfehler und die inkonsistente Verwendung von Begriffen zur Beschreibung von Daten. Darüber hinaus können durch das Metadatentool Persistent Identifier erzeugt werden, um Daten mit Metadaten zu verknüpfen und an verschiedenen Orten zu verlinken. Im Dokumentationsportal des IT Centers finden Sie eine Anleitung zur Nutzung des Metadatentools.

Rosetta – eine Kooperation des Hochschulbibliothekszentrums NRW und der RWTH Aachen

03. November 2017 | von

Die Software

Rosetta ist eine Software der Firma ExLibris für die Langzeitarchivierung von Daten. Das bedeutet vor allem, dass sie neben den Standardfunktionen eines Archiv-Systems („bitstream-preservation“, regelmäßige Integritätstests, Reduplizierung, …) eine Format-Validierung bietet. Beim Ingest der Daten wird das Dateiformat genau bestimmt und dokumentiert. Dieses wird dann regelmäßig gegen eine zentral gepflegte Datenbank geprüft, die an die PRONOM-Datenbank angelehnt ist und Informationen über die Gültigkeit eines Formats enthält. Bei Bedarf können fehlende Formate auch lokal in Rosetta ergänzt werden. Wird bekannt oder absehbar, dass ein Dateiformat nicht mehr lesbar ist, warnt Rosetta den Besitzer/die Besitzerin der fraglichen Daten, der/die dann die Transformation in ein anderes Format anstoßen kann.

Das Projekt

Das Hochschulbibliothekszentrum NRW (hbz) mit Sitz in Köln ist ein zentraler Dienstleister für die Universitätsbibliotheken des Landes. Das hbz hat die Software Rosetta für Nordrhein-Westfalen lizensiert und betreibt eine zentrale Instanz.

In der Pilotphase gibt es drei Partner, mit denen unterschiedliche Use Cases getestet werden. Während der Fall der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln (USB) den „klassischen“ Anwendungsfall darstellt, soll in den Use Cases der Universitäten Köln und Aachen die Eignung des Systems für Forschungsdaten getestet werden.

Der Aachener Use Case

Im Aachener Use Case geht es um die Archivierung von großen Daten aus Simulationen zu kleinskaligen Turbulenzen. Auf Aachener Seite arbeiten in diesem Projekt das IT Center, die Universitätsbibliothek und als Datenlieferant das Institut für Technische Verbrennung (Prof. Pitsch) zusammen. Die Simulationen haben die Form von Kuben mit unterschiedlich großer Auflösung. Diese liegen als HDF5-Dateien mit einer Größe von 609 GB bis zu 7 TB vor. Da sie für den Austausch über das Netz und die Nachnutzung außerhalb von HPC-Systemen nicht handhabbar sind, werden die Kuben zusätzlich in Teile zerlegt, die eine minimale Größe von 1 GB haben. Im Nachnutzungsszenario können Forschende dann einen einzelnen Ausschnitt und bestimmte Zeitschritte anfordern.

Die Herausforderungen bestehen zum einen in der Konfiguration der Software für den eigenen Use Case, die die einliefernden Einrichtungen selbst vornehmen. Zum anderen ist das automatische Erstellen von Metadaten für die vielen Teildateien ein interessanter Testfall. Aufgrund der Größe der Daten ist aber auch deren Transfer nicht ganz einfach.

Tests mit einzelnen Dateien auf der Testinstanz des hbz waren bereits erfolgreich. Derzeit wird das Produktivsystem vorbereitet, auf dem dann im nächsten Schritt die automatisierte Verarbeitung von größeren Datenmengen getestet wird.

Das UNEKE-Projekt im Interview

30. Oktober 2017 | von

Frage: Guten Tag Herr Brenger, sie arbeiten für das IT Center der RWTH Aachen University im UNEKE-Projekt zum Forschungsdatenmanagement. Das ist ja zunächst ein recht kryptischer Name, unter dem man sich vielleicht spontan nichts vorstellen kann. Können Sie uns erklären, wie genau die Architektur des Projektes aussieht und, vor allem, womit es sich befasst?

Bela Brenger: Aber natürlich, sehr gern. UNEKE („Vom USB-Stick zur NFDI – Entwicklung eines Kriterien geleiteten Entscheidungsmodells für den Aufbau von Forschungsdateninfrastrukturen“) ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Projekt zum Forschungsdatenmanagement. UNEKE adressiert die für Hochschulen zentrale strategische Fragestellung , ob auf dem Weg zur NFDI für die Speicherung von Forschungsdaten lokale Speicherstrukturen nötig sind oder bestehende externe Angebote genutzt werden können. Hier entwickelt UNEKE einen Kriterienkatalog, der eingebettet in eine Roadmap als Entscheidungsgrundlage für Hochschulen dienen soll.

Das Projekt ist im Juni diesen Jahres in Kooperation mit der Universitätsbibliothek Duisburg-Essen und der Abteilung für Informatik und angewandte Kognitionswissenschaft der Universität Duisburg-Essen gestartet. Universitätsbibliothek und IT Center gelten als die wesentlichen Akteure im Bereich der Verwaltung und Speicherung von Forschungsdaten. Von ihnen werden im Rahmen von UNEKE die Anforderungen an Infrastrukturen zur Speicherung von Forschungsdaten ermittelt und evaluiert.

Frage: Ah, das ist interessant. Gerade dem Forschungsdatenmanagement widmen sich an der RWTH Aachen University ja unterschiedliche Einrichtungen, sodass das ihr Projekt hier sicher gut aufgehoben ist.

Ich habe gelesen, dass seit Oktober bereits Workshops im UNEKE-Projekt stattfinden. Was haben diese Workshops zum Ziel?

Bela Brenger: Grundlegend sollen die Workshops helfen, die Anforderungen verschiedener Forschungsdisziplinen und -kulturen differenziert abbilden zu können. Daher richten sie sich auch explizit an Forschende unterschiedlicher Fachrichtungen, wie die Naturwissenschaften und die Medizin, aber ebenso die Geistes- und Sozialwissenschaften und die Ingenieurwissenschaften.

Frage: Wie muss man sich das vorstellen? Was genau passiert in diesen Workshops?

Bela Brenger: Die Workshops sind in zwei Phasen unterteilt. In der ersten Phase können die Teilnehmenden in einer offenen Form die von ihnen wahrgenommenen Anforderungen und Herausforderungen beim Umgang mit Forschungsdaten artikulieren. Diese Antworten werden zunächst (in einem deskriptiven Sinne) festgehalten.

Ausgehend von diesen Antworten werden in der zweiten Phase mit den Teilnehmenden gezielte, das heißt vorstrukturierte Interviews geführt. Diese Interviews werden nach dem Workshop transkribiert und analysiert. Das heißt, die Antworten werden auf Gemeinsamkeiten und Differenzen und mit Blick auf den Kontext der wissenschaftlichen Disziplinen untersucht, sodass die rein deskriptive Ebene verlassen und die Ebene wissenschaftlicher Forschung betreten wird.

Frage: Das klingt vielversprechend und greift den in der empirischen Sozialforschung etablierten Mixed-Methods-Ansatz auf.

Wie lief es denn bisher?

Bela Brenger: Die ersten Workshops liefen ganz gut. Die Teilnehmenden waren sehr engagiert.

Frage: Die Frage ist vielleicht zu früh, aber dennoch: Lassen sich schon einige Ergebnisse in ihren Konturen am Horizont wahrnehmen?

Bela Brenger: Hmm, die Antwort fällt hier momentan gerade noch schwer. Grundlegend ist die Frage, ob sich Erkenntnis für die eine Fachdisziplin auf die anderen übertragen lassen. Weil sich die Gegenstandsbereiche der jeweiligen Forschung unterscheiden, kristallisiert sich heraus, dass in der einen Wissenschaft eher Anforderungen an die technische Infrastruktur, in der anderen eher Anforderungen an Datenschutz im Fokus der Forschenden stehen. Darauf muss das Forschungsdatenmanagement kontextsensibel reagieren.

Frage: Wie geht es nach den Workshops weiter?

Bela Brenger: Die Workshops stecken zunächst einen qualitativen Rahmen ab, innerhalb dessen es möglich sein wird zu beantworten, auf welche technische Infrastruktur bereits zurückgegriffen werden kann, um Forschungsdaten zu managen. Zugleich sollen aber auch Potentiale eruiert werden. Durch eine größere Umfrage soll dieser Rahmen dann quantitativ gefüllt werden. Es wird sich zeigen, ob die Workshops einen guten Rahmen zur Bedarfserhebung und Analyse eines größeren Kontexts liefern.

Frage: Dann noch viel Erfolg im Projekt und danke für das Interview.

Bela Brenger: Sehr gerne!

 

Das Interview führte Markus Baum.

Wir unterstützen Ihr Forschungsdatenmanagement!

25. Oktober 2017 | von

Eine hochwertige und kundenorientierte Unterstützung des Forschungsdatenmanagements bedarf eines integrierten Supports. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Produkte und Dienstleistungen zum Forschungsdatenmanagement (Webtools oder Fortbildungen und Beratungen) nicht vom IT Center allein, sondern auch in Kooperation mit dem Dezernat 4.2 – Forschungsförderung und der Universitätsbibliothek erbracht werden.

Bereits seit Längerem beschäftigt sich das IT Center mit verteilten Supportstrukturen und einem integrierten Support-Modell. Ein Ergebnis hieraus ist, dass die RWTH ein einheitliches Service-Modell für das Forschungsdatenmanagement etabliert, in dem das IT-ServiceDesk als Single Point of Contact agiert (siehe Abbildung). Das IT-ServiceDesk ist daher ein integraler Bestandteil des Forschungsdatenmanagements.

Alle Anfragen zum Forschungsdatenmanagement werden über die E-Mail-Adresse servicedesk@rwth-aachen.de an das Tickettool helpLine weitergeleitet. Über das Tickettool gehen diese Anfragen zentral im IT-ServiceDesk ein, werden dort mittels des Tickettools klassifiziert und kategorisiert. Als Standard definierte Anfragen werden direkt vom IT-ServiceDesk beantwortet. Weitergehende Anfragen werden an die entsprechenden beteiligten Institutionen (die Universitätsbibliothek, das Dezernat 4.2 – Forschungsförderung oder die Fachabteilung des IT Centers) weitergeleitet, die ebenfalls mit dem Tickettool arbeiten. Dieses Vorgehen bedeutet, dass auf den bestehenden Supportstrukturen des IT-ServiceDesk aufgebaut wird. Der Vorteil ist, dass anfragende Einrichtungen nicht überlegen müssen, an wen sie sich wenden können. Zudem bleibt die Problemhistorie aufgrund des konstanten Mediums für alle Beteiligten nachvollziehbar.

Auf diesem Wege ist es möglich, den Prozess der Einführung von Unterstützungsmaßnahmen zum Forschungsdatenmanagement an der RWTH Aachen mit einem umfassend zielführenden Support zu begleiten.

 

So identifizieren Sie ihre Forschungsergebnisse frühzeitig einfach und dauerhaft.

18. Oktober 2017 | von

Die langfristige und sichere Ablage von Forschungsdaten ist das Ziel einer guten wissenschaftlichen Praxis. Zu diesem Ziel gehört ebenso die Möglichkeit, die Daten dauerhaft nachnutzen und eindeutig referenzieren zu können. Persistent Identifier (kurz: PID) dienen diesem Ziel. In Form eines Codes stellen PIDs Informationen bereit, an welchem Ort (beispielsweise eine URL) die gesicherten Forschungsdaten zu finden sind. Optional kann zudem angegeben werden, zu welcher Forschungseinrichtung die Forschungsdaten gehören und von welchen Forschenden sie generiert wurden. Falls der Speicherort von Daten, z. B. nach der Migration eines Servers, verändert wird, kann der PID flexibel aktualisiert werden.

Um Forschenden die Sicherung und erneute Bereitstellung ihrer Daten zu erleichtern, nutzt die RWTH Aachen den von der Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH Göttingen (GWDG) bereitgestellten PID-Service. Dieser kooperativ erbrachte Service bietet die Möglichkeit, PIDs zu erstellen, sowie eine IT-Infrastruktur, die die dauerhafte Auflösung von PIDs gewährleistet.

Zugleich greift die RWTH Aachen auf bereits bestehende Dienste des IT Centers und der Universitätsbibliothek bei der Unterstützung im Umgang mit PIDs zurück. So können Forschende beispielsweise ihre im Backup-Portal gesicherten Daten mit den entsprechenden Angaben auf dem RWTH Publications-Server verknüpfen. Zudem unterstützt das IT Center in Zusammenarbeit mit der Universitätsbibliothek und dem Dezernat 4.0 „Forschung und Karriere“ Forschende beim Erzeugen und Editieren von PIDs mit einfach zu nutzenden Webanwendungen, die auf bereits vorhandenen Backup- und Archiv-Diensten basieren. Diese Anwendungen fügen sich in die bestehende IT-Infrastruktur des IT Centers und der Universitätsbibliothek ein und ermöglichen, Informationen über Forschungsdaten konsistent zwischen verschiedenen Systemen zu übermitteln. Die beteiligten Einrichtungen helfen zudem dabei, den PID-Service in die Anwendung der Forschenden zu integrieren, um ihren Forschungsdaten frühzeitig einen PID zuzuweisen. Informationen dazu finden Sie im Dokumentationsportal des IT Centers.

Forschungsdatenmanagement geht uns alle an!

17. Oktober 2017 | von

Im Rahmen des BMBF-Projekts UNEKE erarbeiten die RWTH Aachen und die Universität Duisburg-Essen kooperativ einen strategischen Ansatz, der den Bedarf hinsichtlich der Speicherinfrastruktur bei Forschungsdaten eruieren soll. Ausgehend von dem ermittelten Bedarf und den Rahmenbedingungen an den beiden beteiligten Universitäten soll eine allgemeine Entscheidungsgrundlage für Hochschulen entstehen, die sowohl die jeweilige Infrastruktur als auch den fach- und wissenschaftsspezifischen Bedarf berücksichtigt.

Hier sind wir auf IHRE Mithilfe angewiesen! Wir möchten Sie einladen, Ihre Bedarfe, Wünsche, aber auch Vorbehalte gegenüber dem Forschungsdatenmanagement aus ihrer fachwissenschaftlichen Sicht in unsere Workshops einzubringen.

Bitte melden Sie sich hier zu einem der folgenden Termine an, um Ihre Einschätzung zum Thema einzubringen und mehr über die aktuellen Entwicklungen im Forschungsdatenmanagement zu erfahren.

Ein Workshop dauert knapp 3 Stunden. Als Dankeschön werden unter allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein iPad sowie zwei Echo Dots verlost!

Das UNEKE-Projekt wurde von der Arbeitsgruppe Forschung und Entwicklung der Universitätsbibliothek, dem Lehrstuhl für Professionelle Kommunikation in sozialen Medien und dem IT Center der RWTH Aachen initiiert. Weitere Details finden Sie unter www.uneke.de. Für Rückfragen und weitere Informationen steht Ihnen der Projektkoordinator Herr Bela Brenger gerne zur Verfügung.