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RWTH-Schreibzentrum

Kategorie: ‘Poesie’

4 mal x

19. Juli 2019 | von

von Leonie Schmidt

Entstanden ist das Gedicht im Sommersemester 2019 in unserem Oberseminar „Texte in Arbeit“.


4 mal x

Ich rolle mit 4 freien Plätzen
in meinen 4 Wänden
auf meinen 4 Reifen
um 8 Uhr Richtung Arbeit

in 8 Stunden

rolle ich auf meinen 4 Reifen
in meinen 4 Wänden
mit 4 freien Plätzen
um 16 Uhr Richtung zu Hause.

Rolladen runter

12. Juli 2019 | von

von Loana Epping

Entstanden ist das Gedicht im Sommersemester 2019 in unserem Oberseminar „Texte in Arbeit“.


Rolladen runter

Bewegungslos
In einem Bett ohne Wärme
Dein lebloser Körper
Kein Wort dich zu wecken

Der Staub liegt hier schon
Lange und von flackernden Bildern
Angestrahlte Kinderaugen
Glänzen

Bei der nächsten Begegnung
Dein lebloser Körper
Besprenkelt von schillerndem Metall
Und dein Lächeln
Dein Angesicht des Todes

Am letzten Tag
Rührt sich dein Finger
Für eine Erinnerung
An das Gefühl
Zu fliegen

Was geht?

05. Juli 2019 | von

von Leonie Schmidt

Entstanden ist das Gedicht im Sommersemester 2019 in unserem Oberseminar „Texte in Arbeit“.


Was geht?

Ich wohne
In einem großen Haus
Sogar mit Garten.

Ich wohne
In einem großen Haus
Sogar mit Garage.

Ich wohne
Nicht in einer reichen Familie
Sondern in einem Studierendenwohnheim

Und was ich noch verschwiegen habe:

Wir haben einen Waschraum.
Denn wir wohnen mit 7 Waschmaschinen
Und 299 Personen!

Ich wohne
In einem Zimmer mit 15m im Karree
Mit drei anderen in einer Vierer-WG

Und wenn meine Wäschetonne voll ist:

Gehe ich zu unserem Waschraum
Denn wir wohnen mit 7 Waschmaschinen
Und fast 300 Leuten!

Krass, das geht?
299 Personen auf 7 Waschmaschinen?
Man könnte denken, alle seien stetig besetzt
doch dabei hat man sich verschätzt.

Wohnten wir in einem anderen Haus,
hätte wohl jeder und jede

seine und ihre
eigene
Waschmaschine.

Und gebraucht würde sie
pro Woche

für
eine
Stunde.

Carsharing ist schon bekannt
Waschmaschinensharing noch nicht so sehr
aber auch das geht erstaunlich charmant.

Versteckt auf weitem Feld

28. Juni 2019 | von

von Loana Epping

Entstanden ist das Gedicht im Sommersemester 2019 in unserem Oberseminar „Texte in Arbeit“.


Versteckt auf weitem Feld

Geh an den Ort, an dem du sicher bist
Ein großer Karton auf Kunstrasen
In einer Welt ohne Eltern
In einer Zeit
Bei der das Surren der Kühltruhe –
Wie das Schnurren der Katze –
Den wortlosen Raum erfüllt
Zähl bis zehn, nachdem du gegessen hast

Geh an den Ort, an dem du deine Erinnerungen versteckt hast
Mit Kirschkernen vergraben
Wo tröstliche Bilder
Von offenen Särgen
Den unbemerkten Pfad entlang sprießen
Bleib dort
Bis der nächste Tag sich zeigt
Zwischen den Fäden des Fliegengitters