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RWTH-Schreibzentrum

Schlagwort: ‘Texten’

Die Fahrt ans Ende der Welt

31. Mai 2016 | von

ZKS - Story (logo)

„Sie wollten nicht länger nur träumen – sie wollten leben.“ Vom Traum ins echte Leben und aus dem Kurs auf unseren Blog. Wir bedanken uns bei Katharina Schäfer aus dem Oberseminar: Texte in Arbeit für eine weitere schöne Kurzgeschichte!

 

Sie waren jung und verrückt nach Leben. Was sie wollten: die Welt hinter sich lassen und ein neues Leben in ihrem kleinen roten Auto beginnen. Sie brauchten kein Haus, kein Geld und auch keinen Plan; nur die vage Idee von Sand und Meer führte sie. Alle vier liebten das Meer, und alle vier sehnten sich nach dem salzigen Geruch, der erbarmungslosen Hitze und den wilden Pflanzen.

Keiner von ihnen unterschied sich von anderen Menschen in kleinen und großen Städten. Damals träumten sie unerfüllbare Träume, dachten an unvorstellbare Dinge, waren mit kleinsten Taten überfordert und sahen nicht den Überfluss um sich herum. Eventuell würde das wiederkommen, aber nicht zwangsweise. Im Moment waren sie zusammen und jeder von ihnen glaubte daran, dass sie nicht wieder in diesen Strudel gezogen würden. Sie würden sich gegenseitig erinnern, trösten und, wenn es sein musste, auch zwingen.

Langsam fuhren sie über heiße Landstraßen, während sie sich stetig ihrem Ziel näherten. Es war Hochsommer, und die Fahrt über die Autobahn wäre deutlich bequemer und schneller gewesen, aber keiner hatte es eilig. Wichtiger war, die prächtige Landschaft in sich einzusaugen, jeden Olivenbaum, jede Kaktee und jede Palme im Kopf nachzuzeichnen. Sich vorzustellen, wie es wäre, in den kleinen, verlassenen und teilweise abgebrannten Hütten zu leben und nie wieder in die Stadt zurückkehren zu müssen. Leise, ohne große Ankündigung, waren sie aus diesem Traum, den sie mit Tausenden teilten, geflohen. Sie wollten nicht länger nur träumen – sie wollten leben.

An einer Raststätte machten sie halt, aßen etwas, vertraten sich die Beine. „Morgen müssten wir das Meer erreichen“, sagte einer von ihnen und zeigte in die Richtung, in die sie mussten. Freude. Jubel. Einigkeit. Man entschloss sich, die Nacht durchzufahren, um schon am kommenden Mittag im Meer baden zu können. Während der Weiterfahrt lief Musik, es wurde gelacht und von der anstehenden besseren Zeit geschwärmt.

Irgendwo auf der Welt mochte Krieg sein, ihr Heimatland mochte kalt und traurig sein. Vielleicht waren alle Menschen auf der Welt, sie eingeschlossen, ersetzbar. Im Leben war nichts perfekt, doch nicht immer spielte das eine Rolle. Für sie in diesem Moment auf jeden Fall nicht. In dieser Nacht bekamen die Eingeschlafenen auf der Rückbank die wärmste Decke, wurde das letzte Kleingeld zusammengekratzt, um Kaffee für den Fahrer zu kaufen, hörte man zum hundertsten Mal zu, wenn es wieder um das leidige Thema Liebe ging. Man lebte nur in dieser Nacht.

Sie hatten nichts und waren glücklich. Sie waren Liebende, verbunden in ihrer tiefen Freundschaft, Seelenverwandte, ohne die Bedeutung der Seele zu kennen, Brüder und Schwestern, nur weil sie am Leben waren. Während es langsam dämmerte, konnten sie bereits das Rauschen des Meeres hören. Niemand konnte ihnen noch etwas anhaben.

Prokrastinierst du noch oder schreibst du schon?

20. August 2013 | von

Vorlesungsfreie Zeit – das ist die Phase, in der viele Studierende längst fällige und ewig aufgeschobene Haus- und Abschlussarbeiten, Essays, Exposés und Term Paper endlich anpacken wollen. Eigentlich. Denn angesichts eines anstehenden Schreibprozesses entwickeln sie die ungewöhnlichsten Ablenkungsmanöver: Sie putzen, trainieren hart, telefonieren, brauchen unbedingt ein neues Kleidungsstück, planen lieber schon einmal den Urlaub nach der Abgabe, widmen ihre ganze Aufmerksamkeit einer neuen Fernsehsendung, rufen alle zwei Minuten ihr E-Mail-Postfach ab und verlieren sich im Internet, das ja bekanntlich der beste Freund aller Prokrastinierenden ist.

Fällt es auch dir schwer, dich zum Schreiben zu motivieren, weil du keine Lust hast, isoliert in deinen vier Wänden wochenlang über ein paar Textzeilen zu brüten? Fehlt dir die nötige Disziplin?

„Lern doch in der Bibliothek!“ – das ist der Klassiker unter den gut gemeinten Ratschlägen. Tisch, Bücher, fleißige Menschen und ein Kaffeeautomat, was will man mehr? Zugegeben, es ist nicht jedermanns Sache, sich mit Laptop und Literatur bewaffnet einen Platz in der Masse zu erkämpfen. Und abschweifen kann man auch hier, dafür reicht schließlich ein Internetzugang. Dennoch kann die ruhige Lernatmosphäre dafür sorgen, dass man sich besser konzentrieren kann. Zumindest steigt hier das eigene schlechte Gewissen exponentiell zur Anzahl der anwesenden Mitstudierenden.

Wer lieber von zu Hause arbeitet, dem bietet das innovative Programm StartWork das Gefühl von Gesellschaft und Verbindlichkeit. Die Internet-Plattform wurde von einem Mediziner entwickelt, der über das Thema Prokrastination promoviert hat. Der Experte für Aufschiebeverhalten vertraut mit seinem Programm auf eine positive Gruppendynamik bei Lernprozessen. Das heißt konkret: Man meldet sich über Facebook an und verabredet feste Lernzeiten mit Freunden, die dann – während man arbeitet – per Webcam zugeschaltet sind. Jede Worksession besteht aus einer 50-minütigen Arbeitsphase und 10 Minuten Pause, in denen man sich austauschen kann. Mit einem Wochenkalender können die gemeinsamen Arbeitszeiten verbindlich festgehalten werden.

Startwork

Ganz egal, welche Strategie du entwickelst, eine gesunde Selbstbeobachtung hilft im Kampf gegen das weiße Blatt. Stell dir die Frage: Womit prokrastiniere ich warum und wie kann ich mich davon fern halten? Jeden Tag klare Ziele festlegen, To-do-Listen oder Zeitpläne entwerfen (sich dabei aber nicht überfordern) und bewusste Fleiß- und Freizeitphasen einrichten, das hilft, um bei der Sache zu bleiben. Wenn kein festes Abgabedatum vereinbart ist, dieses unbedingt gemeinsam mit dem Dozenten festlegen. Wir wünschen viel Erfolg beim Texten!

 

…und jetzt schreiben Sie wirklich!

07. Mai 2013 | von

Nach der Podiumsdiskussion im Rahmen der Veranstaltungsreihe  „Berufsfelder“ am 23.4. folgt nun der Sprung in die Praxis:

Im Seminar „Architekten schreiben.“ werden die Studierenden Artikel zur Veranstaltung verfassen und mit der Unterstützung von Christoph Leuchter daran feilen. Die Arbeit soll sich schließlich auch lohnen: Am Ende werden die Beiträge in einer Planer- oder Architekturzeitschrift veröffentlicht.

Damit die Texte druckreif werden, gibt es nach der heutigen Auftaktveranstaltung noch zwei individuelle Termine für die Autoren. Abschließend werden alle Artikel in einem Kolloquium vorgestellt.

Wir bedanken uns schon einmal herzlich für die fruchtbare Kooperation mit der Fakultät für Architektur und freuen uns auf fachlich spannende und kreativ umgesetzte Ergebnisse.

Herzlich Willkommen beim Zentrum für Kreatives Schreiben.

20. Dezember 2012 | von

An dieser Stelle berichten wir in Zukunft über Neuigkeiten aus dem Zentrum für Kreatives Schreiben, über den kreativen Umgang mit Texten überall auf der Welt, über Textproduktionen in unseren Seminaren an der RWTH und aktuelle Presseartikel zum Thema. Wir freuen uns über Kommentare und Tipps und wünschen viel Freude beim Lesen.

Aber zuersteinmal: Fröhliche Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr!

Quelle: http://elearning.fb7.rwth-aachen.de/