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Logbuch Lehre

Mit der ‚Ingenieure-ohne-Grenzen-Challenge‘ nachhaltiges Handeln lehren

08. Juli 2013 | von

IngenieureohneGrenzenChallengeIm Wintersemester 2013/14 wird an der RWTH Aachen ein neues Lehrprojekt für die Ingenieurwissenschaften starten: Die Ingenieure ohne Grenzen Challenge (IoG Challenge) ist ein international bekanntes und genutztes Format, das Studierenden die Möglichkeit bietet, sich im Rahmen ihres Studiums an Projekten zu real existierenden Problemstellungen der  Entwicklungszusammenarbeit zu beteiligen.

Nach einer Pilotstudie an der RWTH Aachen war ein Mitarbeiterteam der Hilfsorganisation Ingenieure ohne Grenzen e.V. im Februar 2013 in Karagwe in Tansania unterwegs, um dort die Problemstellungen für die kommenden Challenge zu identifizieren. Dabei kristallisierte sich Bedarfe bei der Versorgung einer Sekundärschule für Mädchen in Chonyonyo/Tansania heraus: Die Schule soll sich durch den Anbau von Agrarprodukten, eine Biogasanlage und ein autarkes Wassersystem durch Regenwasserzisternen sowie einen Tiefbrunnen weitgehend selbst versorgen können.

Gesucht werden nun Lehrende, die bereit sind die Inhalte der Challenge in ihre Lehrveranstaltung einzubinden. Start der Challenge ist das Wintersemester 2013/14. Ausführliche Informationen zum Konzept und Hintergrund der Ingenieure ohne Grenzen Challenge, ausführliches Arbeitsmaterial und alles weitere erhalten Interessierte bei Katharina Schuster. Das aktuelle Poster finden Sie hier.

Die Ingenieure ohne Grenzen Challenge hat seinen Ursprung in Australien. Dort haben seit 2007 über 18.000 Studierende an 31 Universitäten an dem Wettbewerb teilgenommen. Auch in Neuseeland und Großbritannien wurde das Programm von zahlreichen Universitäten in die Lehrpläne integriert.

Nach einer Pilotstudie an der RWTH Aachen im Wintersemester 2012/13 soll die IoG Challenge ab dem kommenden Wintersemester auch in weitere Kurse an der RWTH Aachen, der Ruhr-Universität Bochum und der TU Dortmund eingebunden werden. Koordiniert wird das Pro­gramm im Rahmen des BMBF geförderten Projektes ELLI (Exzellentes Lehren und Lernen in den Ingenieurwissenschaften) vom IMA/ZLW in enger Kooperation mit Ingenieure Ohne Grenzen e. V.

Durch das aktive Mitwirken im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit kommen Studierende nicht nur in Berührung mit den Kernproblemen des 21. Jahrhunderts: Globalisierung, Klimawandel, mangelnde Nachhaltigkeit und soziale Ungleichheit. Die Teilnahme an der Challenge lehrt Studierende auch ihre Verantwortung als professionelle Ingenieurinnen und Ingenieure sowie ihren späteren Wirkungsraum zu reflektieren. Außerdem lernen sie, bestehende Technologien an die jeweils vorherrschende Situation sowie die kulturellen und sozialen Strukturen anzupassen.

Die Studierenden arbeiten zusammen an realen Problemstellungen, die von lokalen Community-Partnern von Ingenieure ohne Grenzen identifiziert werden. Die Ideen und Konzepte der Studierenden tragen so zur nachhaltigen Entwicklung von benachteiligten Regionen in Entwicklungsländern bei. Während der Bearbeitungszeit werden die Studierenden von Experten der Entwicklungszusammenarbeit unterstützt. Über ein eigens für die Challenge eingerichtetes Forum erhalten die Teammitglieder die Möglichkeit, über die Mitarbeiter von Ingenieure ohne Grenzen direkt Fragen an den Projektpartner vor Ort zu richten.



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