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Logbuch Lehre

Hilfe bei drohendem Studienabbruch

21. November 2017 | von

Die RWTH Aachen ist Partner im EU-geförderten Forschungsprojekt „SUnStAR – Supporting University Students at Risk of Dropping out“. In der Förderlaufzeit von 36 Monaten werden die Partner aus Deutschland, Portugal, Serbien und Griechenland ein niedrigschwelliges Angebot für Studierende entwickeln, die von einem Studienabbruch betroffen sein könnten.

Damit soll die europaweit hohe Abbruchquote reduziert werden. Das Projekt leistet einen Beitrag zum Ziel der EU, mittelfristig 40 Prozent der jüngeren Generation zu einer abgeschlossenen Hochschulbildung zu führen.

Kernstück von SUnStAR ist ein Online Self-Reflection Tool (SRT). Dieses ermöglicht Studierenden, ihre Situation strukturiert zu reflektieren und mögliche Risiken zu identifizieren, die zu einem Studienabbruch führen könnten. Werden Risikobereiche erkannt, soll den Studierenden als erster Schritt eine Online-Trainingsplattform helfen. Informationen zu passenden persönlichen Beratungs- und Unterstützungsangeboten der eigenen Universität runden das Angebot ab. „Hochschulen benötigen einen ganzheitlichen Ansatz, um den unterschiedlichen Bedarfen der vielschichtigen Zielgruppe der Studienzweifler gerecht zu werden“, erklärt Professor Dr. Marold Wosnitza, Leiter des SelfAssessment-Teams der RWTH und Partner im SUnStAR-Projekt. Die meisten Universitäten stellen bereits Beratungs- und Unterstützungsangebote mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Kompetenzen bereit. „SUnStAR will es Universitäten erleichtern, ihre Angebote zu bündeln und auf Basis der Angaben im SRT passgenau zur jeweiligen Problemlage an die Studierenden heranzutragen“, so Wosnitza.

An SUnStAR beteiligt sind neben der RWTH, die Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA), das Instituto Universitário de Ciências Psicológicas, Sociais e da Vida (ISPA) und die Universidade do Minho aus Portugal, die Aristoteles-Universität Thessaloniki aus Griechenland, die Universität Belgrad aus Serbien sowie der deutsche Wirtschaftspartner zab consult.

Eine Antwort auf “Hilfe bei drohendem Studienabbruch”

  1. Andreas Ritter sagt:

    Ich finde es toll, dass sich in dieser Richtung endlich mal was bewegt und vor allem eine solche individuell ausgerichtete Hilfestellung für Studenten (hoffentlich) langfristig etabliert werden kann!

    Allerdings wird einem bei dem Bericht mal wieder bewusst, wie ineffizient eine Hochschule doch sein kann: Ein solches Konzept wurde in meiner früheren Arbeitsgruppe schon vor über ZEHN Jahren entwickelt, nannte sich „Lernsprechstunde“:
    http://www.unigestalten.de/component/unigestalten/item/359.html

    Diese erfolgreich etablierte Maßnahme hatte sogar einen Preis bekommen:
    https://blog.rwth-aachen.de/lehre/2016/01/12/innovationspreis-bildung-konzept-der-lernsprechstunde-ausgezeichnet/

    Obwohl diese individuelle Beratung über einige Jahre erfolgreich durchgeführt werden konnte, ein extrem positives Feedback bekam und die Anfragen (also der Bedarf) sehr viel höher waren, als Beratung geleistet werden konnte, wollte das Projekt keiner mehr finanzieren: Anträge wurden sowohl von RWTH wie auch UKA abgelehnt, so dass diese Lernsprechstunde leider eingestellt werden musste.

    Und plötzlich kommt von ganz anderer Seite ein ähnliches Projekt mit einer Förderung um die Ecke. Die durch eine solche Parallelentwicklung entstehende Ressourcenverschwendung könnte sich keine wirtschaftlich arbeitende Einrichtung leisten. Viel bedenklicher finde ich aber, dass dies nur eines von vielen Beispielen ist, das zeigt, dass es an dieser Hochschule nicht (nur) auf gute Arbeit, sondern fast ausschließlich auf die richtigen politischen Kontakte ankommt.

    Die Mitarbeiter hinter dem hier beschriebenen Projekt können dafür selbstverständlich nichts, umso mehr wünsche ich denen ganz, ganz viel Erfolg! Ich hoffe, dass diese wie ich finde sehr wichtige Arbeit langfristig finanziert und durchgeführt werden kann!



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