Kategorien
Seiten
-

Lien

Le rap de Manon

19. Juni 2014 | von

Wer kennt es noch: „Le rap de Manon“ aus dem Französischunterricht. Damals, pubertierend – wie albern man sich vorkam – widerwillig, aber mit vollem Halse den Songtext mitsang und dabei feixend die Lehrerin vor der Tafel angrinste.
Genau dieses Lied schwirrte mir in Gedanken, als wir auf der Autobahn Richtung Frankreich preschten.

Bonjour les enfants
Bienvenue à Lyon.
Répétez le rap de Manon
Comment, comment?
Pardon, pardon?

 

Anders als im Lied, war unser Ziel nicht Lyon, sondern Paris.
Ja, wie oft bekam ich bei dieser Neuigkeit: „Oh wie wundervoll, die Stadt ist so wunderschön – euch viel Spaß!“ zu hören. Von wegen „Stadt der Liebe“, „Megametropole“ und so. Wird die Stadt zu sehr gehyped? Habe ich durch die Massenmedien ein überhaupt noch realistisches Bild von der Stadt; sind meine Erwartungen vielleicht überzogen? Denn es ist schließlich mein erstes mal.

Ankunft in Porte de la chapelle

Stirnrunzeln und Zweifel von Oskar, ob ich denn wirklich den Durchblick habe.

Jean – unser deutsch-französischer hauptberuflicher Fahrer aus Dortmund – lässt uns im 18. Arrondissement, im Buttes Montmartre einem nördlichen Banlieu an der Pariser Metrostation „Porte de la chapelle“, einer inoffiziellen Haltestelle für Mitfahrgelegenheiten, raus. Vom Wetter gesegnet laufen wir besonnen zum nächsten Busplan, um unseren bis dahin noch unbekannten Standort zu lokalisieren. Nach anfänglichem Gezeter in welche Richtung – ob links oder rechts – es ins Zentrum geht, kommt unser Koffer letztendlich doch ins rollen und wir spazieren auf dem engen Bürgersteig, unwissend – an die Metro denkt in dem Moment ja keiner, dass es zum Seine-Ufer 6km Fußweg  sind.
Unweigerlich erinnern mich die Straßen der Randbezirke an Szeneviertel Berlins, wie Neuköln oder Kreuzberg, wo sich das multikulturelle Leben der Menschen auf den Straßen abzuspielen scheint.  Wir streifen unzählige Bistros im familienbetrieblichen Besitz – Kinder die von deren Eltern sanft hinausgeschickt werden, um sie bei ihrer Arbeit nicht zu behindern, Lebensmittelläden, die mit erfrischendem Obst Kunden anzulocken versuchen, der Besitzer selbst vor dem Laden mit Bekannten plaudert. Eine Gruppe lachender Hausfrauen mit Kinderwägen schiebt sich an uns vorbei, vorbeilaufende Mädchen kichern in das Handy, händchenhaltende Paare, hier und da erhaschen wir sogar einzelne deutsche Wortfetzen. Je tiefer wir ins Zentrum vordringen, desto breiter werden die Straßen, die vermehrt von Boulevards und High-End Restaurants abgelöst werden.

 

Promenade an der SeineKurz vor dem Ziel – wie Karma es mal wieder will – reißt ein Riemchen meiner Sandale und ich humpele wie ein Invalide auf einem Bein. Glücklicherweise findet sich ein aus China importierender Schuhladen und ein Paar neuer Ballerinas tun ihren Dienst.

Louvre
Nach einem gediegenen Spaziergang an der Fluss-Promenade fanden wir zufällig bei der Suche nach einer Metrostation den Louvre und schossen ein obligatorisches Selfie!

Le Tour Eiffel

Jeder Versuch von uns ein SERIÖSES (romantisch/kitschiges) Bild zu schießen, scheitert! Stattdessen zieren Duckface und Doppelkinn unsere Fotos. 

Das machen meine überteuert gekauften Eifeltürme auch nicht wett – dabei war ich sicher, dass mir sowas nicht passieren würde!

Dancing in the rain
10 m vor dem Hotel fällt Oskar ein: „Hast du einen Regenschirm mitgenommen? Ich nämlich nicht.“ – „Ach, es regnet eh nicht.“ – entgegnete ich ihm zuversichtlich.
Nachdem wir ins Zentrum gefahren sind, erblicken wir eine Menschenmasse, die vor dem Unwetter unter der Erde im modrigen Metroschacht Schutz suchen.
Ein kleiner Krims-Krams Laden soll Hilfe versprechen: Regenschirme 8 Euro. Davon können wir uns im Drogeriemarkt vier kaufen. Um nicht noch mehr Zeit zu verlieren, schnappen wir uns sexy blaue Regenmäntel mit ultimativen Eifel-Turm Aufdruck.
Ironischerweise hatte es bis dahin aufgehört zu regnen und kein Tropfen fiel an dem Tag mehr vom Himmel.
Disney Store
Nachdem ich einem Kumpel dieses Bild schickte, antwortete er mir: „Nice! Wie war es im Disneyland?“
Dabei wurde dieses Bild auf der Avenues des Champs-Élysées, auf der Shopping-Straße, die in den L’Arc de Triomphe mündet, im kleinen bescheidenen Disney Store geschossen.
Montmartre
Durch Jean-Pierre Jeunet’s Verfilmung der „Amélie“ ist diese Wohlfahrtskirche „Sacre-Coeur“ am Hügel von Montmarte ein weiteres Wahrzeichen Paris.
Lasst euch bloß nicht von Malern breitschlagen und ehrlich, müsst ihr keine Crêpes an den überteuerten Touristenständen essen. Zum Essen lieber in die abgelegenen Bezirke fahren, ihr esst in Aachen ja auch nicht am Dom.
Folge mir
Na, ich glaube, die Frage – wie mir Paris gefallen hat, könnt ihr euch nun selber beantworten.
Für mich war es eine unglaubliche Zeit!♥
Nach drei (strenggenommen zwei Tagen) haben wir zwar nicht alles besuchen können, doch guten Mutes freue ich mich schon auf die nächste Paris Tour und vielleicht hat dann der Oskar auch wieder Lust mitzukommen? 😉


Hinterlasse eine Antwort