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Maike

Money, Money

02. Oktober 2014 | von

Lange angekündigt, endlich da: Nein, nicht das neue I-Phone, sondern mein Blogbeitrag über die Finanzierung von Auslandsaufenthalten. Ein sehr relevantes Thema, wie ich finde – oft genug haben mir Freunde erzählt, dass sie zwar gerne ins Ausland würden, aber es letztlich am Geld scheitert. Gerade wenn es um Auslandsaufenthalte abseits des klassischen Erasmus-Semesters geht, ist eine Finanzierung nur aus eigenen Mitteln für den Durchschnitts-Studenten kaum machbar. Erschwerend kommt hinzu, dass sich Lebenshaltungskosten nur bedingt im voraus ermitteln lassen – es erfordert einiges an googlen, um eine ungefähre Ahnung zu bekommen, wie billig oder teuer das Leben in einem anderen Land nun wirklich ist. Um ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen, möchte ich im Folgenden kurz meine eigene Kosten- und Finanzierungsstruktur (ja, ich studiere auch BWL, sorry 😉 ) erläutern und dann ein paar generelle Hinweise zu möglichen Finanzierungsquellen geben. Ich habe versucht, ziemlich genau aufzuschreiben, was ich wofür ausgebe, die Werte stellen aber teilweise gerundete/Durchschnittswerte dar.

Insgesamt habe ich für meinen Auslandsaufenthalt 5923 Euro ausgegeben. Davon entfielen 1179 Euro auf sunk costs – Flug (696 Euro), Visagebühren (255 Euro), Bahntickets und Hotelübernachtung zum Abholen des Visums (ca.100€), Passfotos, Gastgeschenke, Großeinkauf bei der Apotheke, Reisekrankenversicherung (276 Euro, Hanse-Merkur).

Meine laufenden Kosten pro Monat beliefen sich auf ca. 1186 Euro und strukturierten sich wie folgt:

Kosten USA

 

Miete: Da ich innerhalb der WG mehrfach das Zimmer gewechselt habe, und die Mietpreise sich nach Zimmergröße berechneten, steht da oben so eine krumme Zahl. Ich habe nicht direkt on Campus gewohnt, sondern ca. 20min Fußweg entfernt in Somerville, daher war meine Miete verhältnismäßig günstig. Dass es noch billiger geht, bewiesen zwei Freunde von mir, die sich in einer 6er WG relativ weit außerhalb ein Zimmer geteilt haben – für jeden fielen dementsprechend nur ca. 270 Euro an.

Essen: Darin ist sowohl mein Supermarkteinkauf, als auch mein Essen on Campus (=Mensa) bzw. in Restaurants inbegriffen. Aufgrund der hohen Essenspreise, über die ich in früheren Blogs bereits berichtet habe, war Essen in der Tat ein großer Kostenfaktor. Wer nicht viel selbst kocht, sollte mit deutlich(!) höheren Kosten rechnen, geschätzt ca. 500 Dollar.

Transport: U-Bahn und Bus, abends auch Taxi. In Cambridge kann man sich sehr gut zu Fuß bzw. mit dem Fahrrad bewegen, was ich auch getan habe. Wer häufiger als ich in die Stadt fährt und unterwegs ist, muss sicherlich deutlich mehr kalkulieren. Eine billige Alternative ist uber, das in den USA sehr weit verbreitet ist.

Handy: Ich hatte t-mobile mit Internet und Handyflat, 50 Dollar im Monat plus Grundgebühr, die man einmalig zahlt. Auch das geht billiger, wenn man aufs Internet verzichtet. Wollte ich aber nicht, wegen GPS – und Whatsapp, was fast wieder Kommunikationskosten spart.

Wäsche: Wenn man alle 14 Tage für 1,50 Dollar pro Maschine wäscht und für 0,5 Dollar trocknet…kommt man bei den Preisen aus.

Kopieren: Ein Din A 4 Blatt kostet zwischen 0,5 und 0,1 Dollar, und da ich als Geisteswissenschaftlerin viel ausdrucken musste, war das in der Tat ein hoher Kostenfaktor.

Rest: Wie oben erläutert entfiel dieser Teil auf alles mögliche: Alle Einkäufe außerhalb von reinen Lebensmitteln (Putzsachen, Schreibwaren, Hygieneartikel), Geschenke, Shopping, Ausflüge, Eintritte. In Bezug auf auf Ausflüge, Eintritte und Shopping sollte ich erwähnen, dass ich nicht allzu viel außerhalb von Cambridge unternommen habe…da gingen also teilweise deutlich höhere Kosten.

 

Soweit die Ausgaben – wie finanziert man das nun? Ich selbst hatte das Glück, sowohl von der Studienstiftung des deutschen Volkes als auch vom Undergraduate Researchers Opportunities Programme der RWTH gefördert zu werden. Konkret hieß das, dass ich 4740 Euro nicht selbst finanzieren musste. Für den kleinen Rest war ich arbeiten, so banal das klingen mag. Von zwei Programmen parallel gefördert zu werden ist natürlich Luxus…aber auch schon mit einem Auslandsstipendium können viele Kosten abgedeckt sein. Mögliche Stipendiengeber sind:

Klassisch und nicht nur auf Auslandsaufenthalte begrenzt die dreizehn Begabtenförderungswerke in Deutschland: Die Studienstiftung des deutschen Volkes, die parteinahen Stiftungen (Konrad Adenauer Stiftung, Friedrich Naumann Stiftung, Friedrich Ebert Stiftung, Heinrich Böll Stiftung, Hanns Seidel Stiftung, Rosa Luxemburg Stiftung), die konfessionsgebundenen Stiftungen (Evangelisches Studienwerk Villigst, Cusanuswerk, Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk, Avicenna), und schließlich die Hanns Böckler Stiftung (gewerkschaftsnah), die Stiftung der deutschen Wirtschaft und das Studienförderwerk Klaus Murmann. Ich würde jedem uneingechränkt raten, sich dort zu bewerben und sich ggf. auch die Sonderprogramme dieser Stiftungen anzuschauen, die sich nicht nur an Stipendiat_innen richten.

Ebenso klassisch aber auslandsaufenthaltszentriert ist der DAAD. Auf der überaus übersichtlichen Homepage kann man übrigens gezielt suchen: Nach Fach, Land und Studierendenstatus. Der DAAD bietet übrigens auch Infos zum Thema Auslandsbafög.

Viele Universitäten haben eigene Programme – sowohl für Incomings, als auch für Outgoings. Hier lohnt ein Blick auf die Homepage des International Office der RWTH bzw. ein Besuch dort, aber auch die Kontaktaufnahme mit der Wunschuni im Gastland. Gerade im nordamerikanischen Bereich gibt es viele Unis die Incomings die Studiengebühren erlassen – zumindest der Finanzierungsbatzen entfällt damit.

Erasmus erläutere ich hier jetzt nicht weiter 😉

Ja, und dann gibt es noch eine Unzahl weiterer Programme von kleinen und kleinst-Stiftungen und Unternehmen, die oftmals nur für ein bestimmtes Land oder eine bestimmtew Hochschule fördern. Am einfachsten und übersichtlichsten hilft hier Mystipendium weiter – bietet ganz kostenlos eine unkomplizierte Übersicht über große und kleine Förderprogramme im In- und Ausland.

Ich wünsche euch viel Erfolg!

 

 

 

 

 

 

 

 

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