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Markus

Das blaue Haus und weitere Eindrücke aus Seoul

05. Dezember 2014 | von

Hallo zusammen,

Nach den ersten zwei Einführungstagen, in denenDas blaue Haus Koreas wir uns hauptsächlich mit organisatorischem Unfug, wie dem beantragen eines Studentenausweises und der damit verbundenen Kreditkarte (in Korea darf man sogar seine PIN selbst aussuchen) beschäftigt haben, geht es am dritten Tag endlich einmal in die Stadt, um die neue Heimat besser kennenzulernen.
Als erstes Ziel hat sich unser KUBA Team (Korea University Buddy Assistent) das blaue Haus Koreas ausgesucht (rechts).
Klar, warum auch nicht, wenn die USA ein weißes Haus haben, muss Korea natürlich ein schöneres, blaues Haus haben. Der Zweck des Hauses ist natürlich des gleiche, es ist das Arbeits- und Wohnhaus der koreanischen Präsidentin Geun-hye Park. Dabei habe ich direkt mal versucht bei den Koreanern etwas über ihre aktuelle Regierung und Politik zu erfahren und stelle zu meinem erschrecken fest, dass sich scheinbar niemand auch nur grundsätzlich mit dem Thema beschäftigt oder darüber spricht… Naja.. da muss ich wohl nochmal genauer nachhaken…

Königspalast IDer Lusttempel des Königs Weiter geht es in einen der vorhandenen Königspaläste. Links seht ihr eine Pagode eines alten Königs und sein Lusttempel. Lusttempel?
Ja genau… Es gibt sogar einen koreanischen Trink/Lust-Würfel den man hier in Souvenirshops kaufen kann. 16 Seiten hat er und enthält neben alkoholischen Trinkbefehlen auch diverses Unzüchtiges, aber naja, davon erzähl ich später noch einmal mehr.
Leider haben Franzosen und Japaner während ihrer Besatzungszeiten alles daran getan möglichst viel koreanische Kultur zu vernichten und zu zerstören, weshalb der größte Teil der Palastanlage im Herzen Seouls heutzutage nicht mehr das Original sondern einen Wiederaufbau darstellt.
Im Herzen Seouls? Wirklich?Der Palast und die Metropole Thronsaal des Königs
Kann nicht sein. Doch, ich war selbst überrascht. Rechts seht ihr erst den antiken Thronsaal und dann ein für mich damals unglaublich beeindruckendes Bild, das sich hier in Seoul allerdings tagtäglich bietet.
Hier Tempel oder Palast und dort Skyline, Großstadt, Leben, Geschäfte und Großkonzene. Direkt am Königspalast gelegen beginnt zum Beispiel in Richtung der Hochhäuser eines der Skyline-Viertel sowie die Stadtverwaltung Seoul. Für mich einfach beeindruckend, wie antike Kultur und Moderne zusammenpassen und einen tollen Kontrast bilden.

Nach dieser kurzen Besichtigung breitet sich schon wieder gähnende Leere im Magen aus, etwas zu frühstücken habe ich immer noch nicht gefunden… Als ab zur nächsten Station, nach Insadong..

Insadong Shopping StreetKoreanisch auf dem Boden essenWas ist denn Insadong? Sagen wir einmal einer der Dating-/Shopping- und Fressplätze in Seoul. Definitiv westlich angehaucht findet man hier Souvenirs, koreanische Pärchen die sich in verrückten Läden verrückten und unglaublich nutzlosen Tinnef kaufen und schenken, Kunstgalerien und jede Menge Restaurants.
Genau da wollten wir hin. Auf der Hauptstraße kurz abgebogen, ins dritte Untergeschoss und dann Schuhe aus…
Drittes Untergeschoss? Tja, kommt hier recht häufig vor, ein Untergeschoss hat quasi jedes Haus und dort finden sich meist die besten Restaurants, zwei oder drei kommt auch nicht gerade selten vor.
Und Schuhe aus? Jap. 29 Grad Außentemperatur, ein halber Tag durch die Gegend wandern und dann ziehen 70 Ausländer und Koreaner gemeinsam die Schuhe aus und setzen sich zum Essen in den Schneidersitz. Ich brauch es nicht zu beschreiben, aber nach kurzer Zeit macht sich der eklatante Geruch nach Fuß breit.Da auch die Kellner sich diesem Gestank nicht entziehen können werden schnell noch ein paar Räucherstäbchen angezündet und die ersten dampfenden Speisen servier.
Ich bin begeistert, das Essen schmeckt gut und die Tatsache, dass meine Füße nach keinen 3 Minuten eingeschlafen sind, ignoriere ich einmal getrost 😉

Traditioneller koreanischer NachtischKoltaraeNachdem unsere koreanischen Buddys allen beim Aufstehen geholfen hatten und jeder wieder laufen konnte ging es dann gut gesättigt weiter ein bisschen Shoppen und die Gegend erkunden.

Dabei stießen wir auf zwei weitere koreanische Leckereien (rechts).
Einmal in Weiß Kkultarae – sieht recht unscheinbar aus – eine Art Honig-Zucker-Nuss Süßigkeit. Sehr lecker, wird auf der Straße frisch zubereitet und besteht aus tausenden dünnen Zuckerfäden, in die dann eine Nuss oder sonstige Paste eingerollt wird. Zusätzlich noch einen koreanischen Nachtisch (ganz rechts). Diese zugegeben recht komisch aussehende Schüssel ist gefüllt mit gefrorenem Milchschaum, Nüssen und mit einer Riesen Ladung Krokant, Zimt und Mandelmehl überschüttet. Ziemlich lecker, gibt es auch noch in tausend anderen Varianten. 😉

Danach ging’s ab in eine Nanta-Show, eine Art Trommel-Musical und eins der meist exportierten Kulturgüter Korea. In Deutschland zahlt man pro Ticket gut und gerne einmal 200 € und mehr, zum Glück ist es hier deutlich günstiger und mal von dem ohrenbetäubenden Lärm ziemlich interessant und beeindruckend.

Doch nun war’s das erst mal mit Sight-Seeing und Spaß.
Die Uni ging los ;( Leider viel zu schnell. Außerdem standen noch ein paar Behördengänge an, von denen ich euch erzählen möchte…

Im nächsten Beitrag kläre ich daher die Frage, warum es länger dauert eine Prepaid SIM zu kaufen als sich als Ausländer im Ausländeramt zu registrieren. Natürlich auch dabei ein paar Bilder aus Seoul 😉

Beste Grüße

Markus

 

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