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Markus

Nordthailand und der schmerzhafte Weg zur Erleuchtung

10. Januar 2015 | von

Hi,

meine Reise geht weiter und so auch mein aktueller Reiseblog 😉
Nach Bangkok gab es für mich die Frage, wohin geht es jetzt? Grob im Zeitplan hatte ich Kambodscha und Laos eingeplant, allerdings ohne genaueres festzulegen. In Bangkok traf ich einige Backpacker und andere Touristen, die zum großen Teil Richtung Süden reisten oder eine der zahlreichen Inseln ansteuerten, weshalb für mich klar war, es muss nach Norden gehen.

Durch unseren Food Tour Guide wurde mir Chiang Mai empfohlen, also ab in einen Bus und los.
13 anstrengende Stunden in einem alten, verranzten, auseinanderfallenden thailändischen Bus später kam ich früh morgens in Chiang Mai an. Immer noch sehr touristisch, ist diese thailändische Provinzhauptstadt für viele Backpacker ein Sprungbrett weiter in den Norden.

Bei meiner ersten Erkundungstour gab es natürlich wie erwartet eine Menge Tempel zu erkunden und Gebäude, die 20141228_14173320141228_150236zu Ehren Buddhas oder irgendeines Königs erbaut wurden, hier mal eine vergoldete Pagode.
Beim Betreten des Tempels stockte mir dann der Atem, da direkt vier Mönche scheinbar am Meditieren waren und zahlreiche Thais zu ihren Füßen beteten (siehe rechts). Scheinbar standen diese aber still und atmeten nicht einmal. Ca. 10 Minuten später fand ich in meiner Dummheit heraus, dass es sich um lebensechte Wachsfiguren der ehemaligen Abte handelte 😉 Naja, man lernt ja nie aus. 😉

20141228_21143720141230_124731Als nächstes gab es dieses Highlight, ein Mann, der an einen Baum lehnte, direkt am früheren Graben, der den Stadtkern beschützen sollte.
Bei genauerem Hinsehen wird dem geübten Auge ein armbrustähnlicher Gegenstand auffallen. Und ja, der Typ war am Fischen 😉 Ich saß dort etwa 10 Minuten aber leider war er erfolglos. Ob diese Art des Angelns erfolgreicher ist als mit einer Angel kann ich also nicht beurteilen 😉 Abends wurde dann das Nachleben ein bisschen erkundet und ziemlich müde fiel ich in mein knarzendes Bett in einem naja sagen wir mal mittelprächtigen Hostel.

20141229_104745 20141229_111107 Am nächsten Tag ging es dann früh morgens los auf einen Tagestrip. Zuerst zu einer Orchideen- und Schmetterlingsfarm, dann weiter zum Elefantenreiten 😉 (siehe links) Witziger Weise durfte ich auf dem Nacken der Elefantin sitzen und nicht im langweiligen Sitz oben drauf 😉
Sie war auch glücklicher Weise eine sehr liebe Zeitgenossin, nachdem sie eine volle Staude Bananen verdrückt hatte, welche sie mir aus der Hand klaute 😉

Danach etwa ne Stunde wandern durch den Dschungel um diesen schönen Wasserfall zu erreichen, in dem wir schwimmen konnten und anschließend mit einem fruchtigen Mittagesse inklusive Pad Thai (im Bananenblatt unten) belohnt wurden.

20141229_12345720141229_121229Viel Zeit zum ausruhen gab es aber natürlich nicht, es ging weiter, zum Rafting 😉 Davon habe ich natürlich keine Fotos, da ich in Ermangelung einer Badehose mit meinen normalen Klamotten komplett durchtränkt wurde. Scheinbar hatte unser Guide einen Spaß daran dafür zu sorgen, dass niemand auch nur ansatzweise trocken wieder nach Hause kommt.
Die letzten 30 Minuten des Trips stiegen wir dann auf ein Bambusboot um, auf welchem wir dann das schöne Panorama genossen, bevor wir ziemlich nass und kaputt wieder in unserem Hostel abgesetzt wurden. Ziemlicher Spaß, ziemlich aufregend. Kann ich nur empfehlen 😉

Im nächsten Schritt sollte es dann nach Pai gehen, einem ehemaligen Hippie-Dorf hoch in den Bergen Thailands, in welchem heutzutage viele Aussteiger ihr mehr oder weniger ruhiges Leben genießen und sich ihren Alltag mit Tagesjobs verdienen. 20141231_11304820141231_090215
Durch das eindrucksvolle Panorama und die Menschen überzeugt blieb ich noch ne Nacht länger als geplant und verbrauchte auch Silvester mit tausenden Chinesen, mindestens doppelt so vielen Chinesischen Lampions (die auf Grund meiner Handykamera leider nicht wirklich in gut in Bildern festzuhalten waren) und jeder Menge verrückter Backpacker.

Natürlich musste ich auch gleich noch das Rollerfahren20141231_14261020141231_131234
lernen, das beste Transportmittel hier in Thailand.
Ziemlich verrückt, das man für unter 5 Euro einen Roller mieten kann ohne damit jemals gefahren zu sein. Nach kurzer Anleitung ging es los und als ich meine ersten Berührungsängste abgebaut hatte, konnte die Gegend erkundet werden 😉
Neben einem Chinatown (oben rechts), zahlreichen Wasserfällen gab es auch einen Canyon zu entdecken, bei dem man die außerordentliche Landschaft bestaunen durfte 😉

Nun kommen wir zum zweiten Teil des Titels dieses Beitrags.
Der schmerzhafte Weg zur Erleuchtung. 😉
Auf Grund zahlreicher Empfehlungen und einem verrückten20150102_14171820150102_142134
Wunsch es einmal auszuprobieren machte ich meinen Weg zurück Richtung Chiang Mai (über übrigens 720 Kurven, ein Traum für jeden Motorradfahrer) und hin zum Wat Umong.
Dieses buddhistische Kloster liegt außerhalb in einem Waldstück, beherbergt neben einigen vom Wald eroberten Pagoden auch eine Tunnelanlage (rechts) in deren Seitengängen zahlreiche goldene Buddhas versteckt sind und
Fischteich (unten links), in welchem sich gefühlt zehn Millionen Fische tümmeln.
Ein Königreich für eine Angel und die Erlaubnis dort zu fischen 😉 Naja, man kann nicht alles haben ne?:)
Warum schreib ich das denn? Ist ja nur nen Kloster.20150109_074718 - Kopie20150102_143859
Das warum erklärt wohl das Bild rechts unten am besten.
Dies war mein zu Hause für die nächsten 6 Nächte. Ja. Ich blieb dort. Zum Meditieren. Auf dem Weg zur Erleuchtung.
Nach diesen 6 Tagen und 6 Nächten muss ich gestehen, meditieren ist verdammt anstrengend, wenn auch erholsam im Endeffekt. Hunderte Hähne, die den ganzen Tag über krähen, Hunde die bellen, Motorräder und Autos der Touristen und Flugzeuge im Abend bildeten die größten anfänglichen Probleme sich auf seine Nase, bzw. seinen Atem zu konzentrieren.
Zugegeben brauchte ich 3 Tage bis ich Geräusche wirklich ignorieren konnte und erste Fortschritte bei der Meditation bemerkte. Ziemlich eindrucksvolles, aber leider auch nicht gut beschreibbares Gefühl 😉
Die dauerhafte Sitzhaltung mit gekreuzten Beinen und das Schlafen auf dem Boden sorgen dann für ein unvergessliches, aber auch schmerzhaftes Erlebnis, das ich nicht missen möchte und allen empfehlen würde. Klar, morgens um 4.30 Uhr aufzustehen ist anfangs mühsam, 8 Stunden Meditation am Tag eine Tortur und nur zwei Mahlzeiten definitiv gewöhnungsbedürftig, aber in Summe eine gute Erfahrung 😉
Also probiert es aus! 😉

Wieder zurück in der Zivilisation ging es für mich weiter nach Norden, nach Chiang Rai, von wo aus ich morgen dann Richtung laotische Grenze aufbrechen werde.
Den nächsten Eintrag gibt es also wahrscheinlich aus Laos, wobei ich nicht sagen kann, wie oft ich dort Internet und Zeit zum Bloggen habe, also entschuldigt, falls es etwas dauert 😉

Bis dahin alles gute, nen verspätet frohes neues Jahr und bis zum nächsten Mal,

Markus

PS: Noch ein paar Bilder meiner Reise und ein kleiner Tipp. Esst in Thailand niemals gebratenen Tintenfisch mit Soße, das zeug brennt euch jegliche Geschmacksnerven weg 😉
Zuerst ein riesiger Mamorbuddha, der auf einem Berg gelegen erst erklummen werden musste. Dann heiße Quellen in denen die Thais Eier kochen 😉 und der besagte Tintenfisch….


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