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Max

Cienfuegos

18. August 2016 | von

Tja, Cienfuegos erreichte ich nach meinen Bauchschmerzen einen Tag später als gedacht, auch per Camion. Diesmal war es allerdings eine Art Camion-Bus mit wunderbar komfortablen Sitzplätzen, ähnlich eines normalen Reisbusses. Vom Busbahnhof lief ich schwer bepackt bis zum Park José Marti, um eine Casa aufzusuchen, die sich sehr gut angehört hatte. Leider wurde mir vor Ort mitgeteilt, dass diese Casa schon seit einigen Jahren keine Touristen mehr beherbergen kann. Stattdessen ging ich also ein paar Meter weiter und fand eine Bleibe direkt am Park. Die Casa war schön, die Mitarbeiterinnen bis auf eine ein klein bisschen sehr geldgierig und unaufgeschlossen, was meine Denkweise angeht. Der Besitzer war ein junger, goldkettenbepackter Motorradfahrer, netter Typ soweit. Diese Casa war auch die erste, in der ich tatsächlich für das Waschen meiner Kleidung bezahlen musste. Die anderen Casas hatten das gratis für mich übernommen.
Aber mal ehrlich: Direkt am Park in Cienfuegos zu wohnen hat halt trotzdem was. Cienfuegos ist deutlich ruhiger, als die anderen Städte, die ich besucht hatte, Caibarién einmal ausgenommen. Nichtsdestotrotz konnte man wunderbar flanieren, ich lief den Prado entlang bis zur Punta und an die südliche Spitze. Ein schöner Malecon in Cienfuegos! Zurück ging es für mich wegen der Hitze dann mit einem Stadtbus für einen Peso Nacional, nachdem ich noch eine kurze Diskussion mit den Bicitaxi-Fahrern am „Biergarten“ über Sinn und Unsinn hatte. Der eine hatte mir tatsächlich eine Fahrt angeboten, als ich fast den Biergarten betreten hatte… Denken schien nicht seine Stärke.
In eben diesem Biergarten konnte ich übrigens live und in Farbe beobachten wie ein Barkeeper einen deutlich billigeren Rum in die frisch polierte Havana Club Flasche umgefüllt hat. Ein weiterer Grund für mich, Rum ab jetzt nur noch selbstgekauft aus Tienda zu verzehren. Insbesondere nach den schlechten Erfahrungen aus Santa Clara habe ich dazugelernt.
In Cienfuegos hatte ich einige Probleme, meine geliebten Cafeterias mit dem 1 CUP-Kaffee zu finden. Der einen, die ich nach einigem Suchen dann aufgestöbert hatte, bin ich dementsprechend recht treu geblieben und habe dort gefrühstückt und Kaffee getrunken. Ansonsten saß ich viel mit Zigarre und meinem Buch im Park (Die Vermessung der Welt – sehr empfehlenswert!). Auf dem Weg zu meinem Abendessen bei Dona Maria lernte ich einige nette Menschen vor ihrer Casa kennen. Mit Junior, dem Sohn der Familie, und einigen seiner Freunden schaute ich letztlich am Donnerstag das Spiel Deutschland gegen Polen, waschecht mit leichten Farbstich im Fernseher. Hierfür besorgte ich eine Flasche Rum und eine Flasche Cola, das kam natürlich super an. Dass wir nach dem Spiel selbst leicht angetrunken Fußball spielen würden, hatte ich nicht so geplant, aber dank Avocado (lecker!) mit Brot war ich frisch gestärkt und so spielten wir in der Nähe des großen Baseballstadions acht gegen acht. Sieben Kubaner und ein Deutscher gegen acht Kubaner. Das hat erstaunlich viel Spaß gemacht, obwohl ich in Deutschland quasi kaum Fußball spiele. Besonders gut gefallen hat mir, dass eine „Come As You Are“-Mentalität geherrscht hatte. Nicht jeder hatte Fußballschuhe, teilweise wurde barfuß gespielt, Hauptsache man hatte Spaß. Die Jungs spielen tatsächlich jeden Tag, Lunes a Lunes, ab 18 Uhr bis es dunkel wird. Acht gegen acht für zehn Minuten und dann dürfen die Wartenden drauf. Zeit haben die Kubaner tatsächlich. Da ich netterweise auch zum Abendessen eingeladen worden war, verbrachten wir dann auch den Abend zusammen, es gab natürlich Congris (Reis mit Bohnen) und ein interessantes Putenfleisch, dessen Konsistenz und Aussehen ein wenig an Hundefutter erinnerte. Geschmacklich war es allerdings erste Sahne und es war ein sehr schöner Abend, den Junior, Babero (der übrigens auch als Friseur – Barbero arbeitet!) und ich dann mit dem Rest Rum am Mallecon begossen, bevor ich dann schlafen ging, um früh mit dem Camion zurück nach Trinidad zu fahren, wo es jetzt bei meiner Lieblingscasa Langusten zum Abendessen gibt!

Auto und Haus

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Bootsfahrt

Bootsfahrt

Kuba-Style

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Maler

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Bauarbeiter mit Golduhr

Bauarbeiter mit Golduhr



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