Kategorien
Seiten
-

Max

Kategorie: ‘Allgemein’

Puebla und Mexiko-Stadt

21. September 2016 | von

Von Cordoba aus ging es dann endlich ins „sagenumwobene“ Puebla. Puebla gilt als die Stadt, in der das traditionelle Mexiko und das weltoffene, global geprägte (Neu-)Mexiko aufeinandertreffen und eine interessante Mischung bilden.
Puebla (de Zaragoza) ist beispielsweise Standort von Volkswagen, hier wurde der schöne, alte Käfer noch viel länger produziert als es bei uns zu hause in Deutschland der Fall war. Kein Wunder also, dass in Mexiko noch so schön viele „alte“ Käfer durch die Gegend fahren, oftmals in famosem Zustand, weil sie eben noch nicht alle etliche Jahrzehnte alt sind.
Puebla ist außerdem Universitätsstadt und Sitz anderer internationaler Firmen. Sehr bunt gemischt also.

Auch die berühmten Ruinen von Cholula liegen neben der Stadt, denen ich selbstverständlich einen Besuch abstattete.
Architektonisch ist Puebla eine ganz typische (wenn auch besonders schöne) Kolonialstadt mit Kirchen, soweit das Auge reicht, und wunderbaren Straßen, die man entlang wunderschöner Gebäude spaziert.

Der beste Kauf in Puebla war definitiv ein ganz toller Poncho(-Pulli), den ich am Touristenmarkt deutlich unter dem Durchschnittspreis erstehen konnte. Sau bequem und cool, das Teil. Mit eine der besten Erinnerungen von dieser Reise für mich.

In Mexiko-Stadt muss man ja ein bisschen auf sich aufpassen, was man so in den Nachrichten und auf der Website des Auswärtigen Amtes liest. Als Fortbewegungsmittel kann ich im Nachhinein Uber (so praktisch) und Metrobus/Metro empfehlen. Sicherer wird es jedenfalls nicht mehr, die Innenstadt ist verhältnismäßig überlaufen, es gibt viele Skater, Straßenkünstler und -Verkäufer. Ich habe mich aber vor allem im Bereich Roma Norte aufgehalten, einem Distrikt, den man auch als offensichtlicher Ausländer zu Fuß erkunden kann, ohne ein dauerhaft ungutes Gefühl im Bauch zu ignorieren. Hier gibt es viele Cafés, Konzeptläden und … Hipster! Ist aber auch gar kein Problem, man kann einfach die Seele baumeln lassen, was in so einem Moloch auch sehr gut tut.

Zuletzt muss ich noch die beiden Museen erwähnen, die ich besucht habe: Das Frida Kahlo Museum, welches in ihrer genialen blauen Villa ausgestellt ist und das Museum für Anthropologie, welches ein absoluter Koloss von Museum ist. Allein der Blick von außen lohnt sich schon. Hätte ich dieses nicht besucht, hätte mich meine Mutter einfach enterbt, so waren ihre Worte.

Wer es mal nach Mexiko-Stadt schafft, sollte mal nach Sol Pereyra googlen. Sie ist eine tolle Musikerin, die ich mittlerweile zu meinen Freunden zählen darf. Und sie spielt regelmäßig in ihrem aktuellen Heimathafen Mexiko-Stadt / DF.

Coca-Cola

Coca-Cola

Eichhörnchen

Eichhörnchen

Iron Man

Iron Man

Ladenschluss

Ladenschluss

Puebla

Puebla

Von Campeche über Villahermosa nach Cordoba

14. September 2016 | von

Nach Campeche ging es dann irgendwann auch wieder weiter. Und zwar nach Villahermosa im Bundesstaat Tabasco.
Eigentlich sollte die Reise von dort aus in Richtung des als besonders interessant geltenden Bundesstaates Chiapas weitergehen, aber leider machten die immer wieder aufkommenden Blockaden auf Straßen und die Lehrerproteste einen Strich durch diese Rechnung. Die Busgesellschaften fuhren diese Strecke bis auf Weiteres nicht mehr und bei den Aufständen sollen sogar Leute ums Leben gekommen sein.

Somit machte ich mich nach ein paar Tagen Erkundung von Villahermosa – ich war seit Ewigkeiten mal wieder in einem Zoo – auf in Richtung Cordoba, der Kaffehauptstadt Mexicos. Der Kaffee dort war tatsächlich super lecker und das Kaffeemuseum mit eines der besten Museen, die ich in meinem ganzen Leben bisher gesehen habe.

Es gibt so viele Möglichkeiten Kaffee zuzubereiten. Kennt ihr einen japanischen Siphon? Wahnsinnsteil!

Wie die anderen Städte hatte auch Cordoba einen wunderbaren Hauptplatz, an dem man lauschige Abende verbringen konnte.

Die Berge um Cordoba

Die Berge um Cordoba

Leopard

Leopard

Nasenbär

Nasenbär

Spiderman Bus

Spiderman Bus

Stadtverwaltung Cordoba

Stadtverwaltung Cordoba

Campeche

07. September 2016 | von

Besonders gut gefallen hatte mir Campeche. Die Stadt wurde früher viel von Piraten belagert, weshalb sie noch heute von einer beeindruckenden Stadtmauer umgeben ist! Hier kann man auf dem lauschigen Platz abhängen, die Mauer ablaufen oder sich ans Meer setzen, ein Malecón, so ähnlich wie ich es schon aus Kuba kannte. Das Essen war wieder dermaßen genial, dass man nach jeder Mahlzeit nahezu platzte. Ich habe mich dann auch direkt in die Panuchos verliebt, mit Relleno Negro, ein besonders zubereitetes zartes Schweinefleisch. Es gilt als traditionelles yucatecanisches Gericht und war mit eines meiner Lieblingsgerichte in Mexiko. Abgefahren war, dass an einem Tag plötzlich total viele Clowns durch Campeche liefen. Das fiel irgendwann auf, nachdem man sich über den zweiten schon gewundert hatte. Siehe da:

In Mexiko gibt es eine Art Vereinigung der Clowns und jedes Jahr treffen sie sich in einer anderen Stadt zum jährlichen Clown-Convent. Das mitzuerleben war schon irgendetwas zwischen skurril und cool, gut drauf waren sie allemal und es hat mir auch gefallen, obwohl ich kein großer Fan von Clowns bin.

Playa Bonita in der nähe von Campeche ist übrigens nicht empfehlenswert: Es ist halt einfach nicht schön, also nicht „bonita“ dort. Warum heißt der Strand dann so… tjaja, gute Frage.

In diesem Sinne, es ist nicht immer das drin, was außen drauf steht!

Campeche mit VW

Campeche mit VW

Campeche

Campeche

Clowns

Clowns

Ein Sturm zieht auf

Ein Sturm zieht auf

Von Kuba nach Mexiko

01. September 2016 | von

Wie ging es dann weiter? Ich flog also mit Interjet von Havanna nach Cancún. Diese Airline möchte ich sehr empfehlen, so viel Beinfreiheit und Service hatte ich für einen vergleichsweise günstigen Flugpreis noch nie!

Um dann vom Flughafen Cancún in die Stadt zu fahren, nutzte ich einen Bus der ADO-Gruppe. Der Kulturschock war auf ähnlichem Niveau wie nach der Ankunft in Kuba. Cancún gilt ja als Mallorca der Amerikaner… und so sah ich allein auf der halbstündigen Fahrt ins Zentrum unzählige Fastfood-Ketten und Konsumtempel. Tjaja, in Kuba gibt es fast nur Einzelhandel hier fast nur Ketten…

In Cancún stolperte ich dann die paar Hundert Meter zum Hostel, immer in Vorsicht, weil man ja immer wieder so Sachen vom gefährlichen Mexiko liest. Am Flughafen hatte ich zwei coole Mädels kennengelernt, mit denen ich dann abends zum Essen verabredet war. Und Leute, eins sag ich euch, Quesadillas sind der absolute SHIT!

So lecker! Unglaublich. An die kubanische Küche nach vier Wochen gewohnt, freute ich mich dann doch sehr über neue Geschmackserlebnisse zu fairen Preisen. In Mexiko gibt es auch nur eine Währung, was die Preisverhandlungen dann doch auch recht angenehm gestaltet.

Nach Cancun ging es dann recht flott in Richtung Tulum, Valladolid und Chichen Itza. Diese alten Ruinen waren beeindruckend zu begehen. Wenn man zu früh genug hingeht, ist auch noch kein unerträgliches Gewimmel an Touristen vor Ort. Und außerdem entgeht man der Mittagshitze.

Geht mal hin!

Tulum

Tulum

Little Guy

Little Guy

Vogel

Vogel

Chitchen Itza

Chitchen Itza

Die Kubareise geht zu Ende

22. August 2016 | von

Die Kubareise war nach Cienfuegos und Trinidad dann auch schon Beinahe zu ende.
Ich blieb bis Sonntag in Trinidad, kostete die Gastfreundschaft von Roberto und Ovi aus. Da gehörte natürlich auch das allabendliche Domino mit Pedro dazu. Einfach wunderbar! Zurück nach Havanna ging es dann schließlich doch wieder auf teurere Art und Weise. Ich fuhr für 25 CUC mit drei norwegischen Mädels in einem modernen Wagen. Der Fahrer war gut drauf und während die Norwegerinnen auf der Rückbank ein Nickerchen hielten, unterhielten wir uns lange, tauschten Musik von seinen USB-Sticks und meinem Laptop. Das machte ihn ganz besonders glücklich, hörte er doch jeden Tag dieselbe Musik auf seinen Autofahrten! Achja, der Fahrer hatte übrigens vorher mit den Norwegerinnen ausgemacht, dass er im Falle einer Polizeikontrolle für Nachfragen der feste Freund einer der Norwegerinnen sein müsste. Die Situation zwischen Kubanern und Ausländern ist rechtlich ein bisschen kompliziert gelöst, weshalb man dann zum Beispiel im Bereich Personentransport zu solchen Mitteln greifen muss, um nicht mit einem Fuß im Knast zu stehen.

Für Havanna hatte ich mir eine Casa vorreserviert, diesmal wollte ich in Centro Habana wohnen, um von einer anderen Perspektive die Stadt zu entdecken. Die nächsten Paar Tage schlenderte ich durch altbekannte Gassen, ging zu denselben Kaffeebüdchen wie knapp vier Wochen zuvor, grüßte, erzählte von meiner Reise, besuchte die Casafamilie vom letzten Besuch und und und. Besonders die Familie war total aus dem Häuschen, als sie mein Spanisch hörte. Die Kubareise hatte mir viel Möglichkeiten gegeben, zu üben und das merkten sie direkt! Vom Stotterer zum Flüssigen, quasi.

In Centro Habana sieht man dann auch schon einmal ein paar andere abgefahrene Sachen, gehen doch viele Touristen eher in Habana Vieja ein und aus. Da kann es auch einmal vorkommen, dass man an einem Auto vorbeiläuft, wo gerade gefesselte Tiere aus oder eingeladen werden. Tieropfer für religiöse Rituale.

Zum Flughafen schließlich fuhr ich mit dem Bus für 1 CUP anstatt eines Taxis für 20 CUC (500 CUP). Das war eine weitere abenteuerliche Fahrt. Die anderen Busreisenden waren zuerst verwundert, dann aber voller Freude, als sie merkten, dass der einzige Tourist im Bus auch noch Spanisch sprach. Sie wollten wissen, warum ich nicht Taxi fuhr und ich begründete vor allem mit dem Preis und, dass ich gern das richtige Kuba kennenlernen wollte, mit richtigen Kubanern, die nun mal vor allem Bus fahren. „¡Que inteligente!“ bekam ich zu hören. Ich erzählte von meinem Studium, sodass wir uns dann über die Bildungssysteme unterhielten. Die Leute waren sehr stolz auf ihr kostenloses Bildungssystem. Eigentlich hatte ich geplant mit dem Rutero bis zur Endstation „Boyero“ zu fahren, um von dort dann die Linie „La Conexión“ zu Terminal 3 zu nehmen.
Der Plan wurde dann von den Mitreisenden leicht abgeändert. Plötzlich sah ich ein Flugzeug, wir schienen also nah am Flughafen zu sein. Der Bus stoppte im Kreisverkehr und die Reisenden wurden laut und machten mir klar, dass ich hier aussteigen müsste.

Ich stieg dementsprechend perplex aus und stand dann im Kreisverkehr am Flughafen. Ja, schade, dachte ich. Jetzt muss ich wohl doch laufen. Ich hatte vor, den Straßenschildern zu folgen, fragte kurz nach einer weiteren Bushaltestelle, als dann auf der Straße ein Oldtimer anhielt. Der Fahrer teilte mit, dass er mich mit zum Flughafen nehmen würde. Ich, nach vier Wochen Kuba dann doch etwas skeptisch, fragte „¿Cuanto vale?“ „¡Gratis!“ Okay, dachte ich mir, das wird schon schiefgehen. Auf dem Rücksitz saßen zwei Kinder, das schafft Vertrauen. Ich stieg also dazu, wir unterhielten uns kurz, ich gab den Kids meine letzten beiden Kugelschreiber. Der Junge und das Mädchen waren ganz begeistert, dass sie endlich ihre paar Brocken Englisch mit einem waschechten Ausländer üben konnten. Und Schwupps waren wir am Terminal 3, ich bedankte mich und schaute auf die Uhr. Vier Stunden bis Abflug, das ist definitiv genug Zeit, um sie totzuschlagen. Wegen der Busreise hatte ich einen Extrapuffer eingeplant. Tja, immerhin hatte ich nette Gesprächspartner auf der Bank vor dem Terminal. Dazu noch eine Zigarre…

Alte Kamera

Alte Kamera

Roter Peugeot

Roter Peugeot

Gym

Gym

Opfertiere

Opfertiere

Rotes Auto

Rotes Auto

Säuglinge

Säuglinge

Cienfuegos

18. August 2016 | von

Tja, Cienfuegos erreichte ich nach meinen Bauchschmerzen einen Tag später als gedacht, auch per Camion. Diesmal war es allerdings eine Art Camion-Bus mit wunderbar komfortablen Sitzplätzen, ähnlich eines normalen Reisbusses. Vom Busbahnhof lief ich schwer bepackt bis zum Park José Marti, um eine Casa aufzusuchen, die sich sehr gut angehört hatte. Leider wurde mir vor Ort mitgeteilt, dass diese Casa schon seit einigen Jahren keine Touristen mehr beherbergen kann. Stattdessen ging ich also ein paar Meter weiter und fand eine Bleibe direkt am Park. Die Casa war schön, die Mitarbeiterinnen bis auf eine ein klein bisschen sehr geldgierig und unaufgeschlossen, was meine Denkweise angeht. Der Besitzer war ein junger, goldkettenbepackter Motorradfahrer, netter Typ soweit. Diese Casa war auch die erste, in der ich tatsächlich für das Waschen meiner Kleidung bezahlen musste. Die anderen Casas hatten das gratis für mich übernommen.
Aber mal ehrlich: Direkt am Park in Cienfuegos zu wohnen hat halt trotzdem was. Cienfuegos ist deutlich ruhiger, als die anderen Städte, die ich besucht hatte, Caibarién einmal ausgenommen. Nichtsdestotrotz konnte man wunderbar flanieren, ich lief den Prado entlang bis zur Punta und an die südliche Spitze. Ein schöner Malecon in Cienfuegos! Zurück ging es für mich wegen der Hitze dann mit einem Stadtbus für einen Peso Nacional, nachdem ich noch eine kurze Diskussion mit den Bicitaxi-Fahrern am „Biergarten“ über Sinn und Unsinn hatte. Der eine hatte mir tatsächlich eine Fahrt angeboten, als ich fast den Biergarten betreten hatte… Denken schien nicht seine Stärke.
In eben diesem Biergarten konnte ich übrigens live und in Farbe beobachten wie ein Barkeeper einen deutlich billigeren Rum in die frisch polierte Havana Club Flasche umgefüllt hat. Ein weiterer Grund für mich, Rum ab jetzt nur noch selbstgekauft aus Tienda zu verzehren. Insbesondere nach den schlechten Erfahrungen aus Santa Clara habe ich dazugelernt.
In Cienfuegos hatte ich einige Probleme, meine geliebten Cafeterias mit dem 1 CUP-Kaffee zu finden. Der einen, die ich nach einigem Suchen dann aufgestöbert hatte, bin ich dementsprechend recht treu geblieben und habe dort gefrühstückt und Kaffee getrunken. Ansonsten saß ich viel mit Zigarre und meinem Buch im Park (Die Vermessung der Welt – sehr empfehlenswert!). Auf dem Weg zu meinem Abendessen bei Dona Maria lernte ich einige nette Menschen vor ihrer Casa kennen. Mit Junior, dem Sohn der Familie, und einigen seiner Freunden schaute ich letztlich am Donnerstag das Spiel Deutschland gegen Polen, waschecht mit leichten Farbstich im Fernseher. Hierfür besorgte ich eine Flasche Rum und eine Flasche Cola, das kam natürlich super an. Dass wir nach dem Spiel selbst leicht angetrunken Fußball spielen würden, hatte ich nicht so geplant, aber dank Avocado (lecker!) mit Brot war ich frisch gestärkt und so spielten wir in der Nähe des großen Baseballstadions acht gegen acht. Sieben Kubaner und ein Deutscher gegen acht Kubaner. Das hat erstaunlich viel Spaß gemacht, obwohl ich in Deutschland quasi kaum Fußball spiele. Besonders gut gefallen hat mir, dass eine „Come As You Are“-Mentalität geherrscht hatte. Nicht jeder hatte Fußballschuhe, teilweise wurde barfuß gespielt, Hauptsache man hatte Spaß. Die Jungs spielen tatsächlich jeden Tag, Lunes a Lunes, ab 18 Uhr bis es dunkel wird. Acht gegen acht für zehn Minuten und dann dürfen die Wartenden drauf. Zeit haben die Kubaner tatsächlich. Da ich netterweise auch zum Abendessen eingeladen worden war, verbrachten wir dann auch den Abend zusammen, es gab natürlich Congris (Reis mit Bohnen) und ein interessantes Putenfleisch, dessen Konsistenz und Aussehen ein wenig an Hundefutter erinnerte. Geschmacklich war es allerdings erste Sahne und es war ein sehr schöner Abend, den Junior, Babero (der übrigens auch als Friseur – Barbero arbeitet!) und ich dann mit dem Rest Rum am Mallecon begossen, bevor ich dann schlafen ging, um früh mit dem Camion zurück nach Trinidad zu fahren, wo es jetzt bei meiner Lieblingscasa Langusten zum Abendessen gibt!

Auto und Haus

Auto und Haus

Bootsfahrt

Bootsfahrt

Kuba-Style

Kuba-Style

Maler

Maler

Bauarbeiter mit Golduhr

Bauarbeiter mit Golduhr

Santa Clara

02. August 2016 | von

Was bin ich froh, dass ich in Santa Clara war! Santa Clara ist ein tolles kleines Städtchen mit viel, viel Kulturangebot. Rund um den Parque Central sind etliche Museen, ein Theater und zum Beispiel das Mejunje. Nachdem ich eine wunderbare Unterkunft (als Begrüßung durfte ich erst einmal den Chihuaha halten) ausfindig gemacht hatte, traf ich mich dann abends mit Yaima Orozco, Roly Berrio und den Bandmitgliedern der genialen brasilianischen Band Francisco, El Hombre. Zuerst genossen wir argentinisch-mexikanische Musik von Soy Pereyo und einer weiteren Künstlerin im Teatro, um danach im Mejunje die Brasilianer und dann die lokalen Trovadore live spielen zu sehen. Auch tags drauf wurde ich wieder mit Kultur beschmissen. Ich nahm am Videodreh der Band teil und gemeinsam tanzten wir verschiedene brasilianische Volkstänze. So viele nette Menschen, unglaublich! Samstags besuchte ich das Che-Guevara-Monument, sehr interessant. Abends dann traf ich mich mit meinen beiden argentinischen Freunden Gustavo und Romina für einen Theaterbesuch. Das Stück Fantasma regte tatsächlich zum Nachdenken an, aber besonders gefallen hat es mir nicht. Danach gab es – erneut – Live-Musik im Mejunje. Und zwar von DEN kubanischen Trovadoren der 80er Jahre. Gerald Alfonso und seine Band beeindruckten mit wunderbarer Musik. Virtuose Musiker an allen Instrumenten, seien es Bass, Gitarre, Perkussion oder Saxophon… sonntags war nicht besonders ereignisreich, wir waren tagsüber ganz kurz im Mejunje, wo etliche ältere kubanische Pärchen fleißig Salsa tanzten und danach im Museo des Artes am Parque Central für ein Konzert von Roly und seiner Band. Auch die Jungs hatten es mächtig drauf. Ein Besuch ganz im Zeichen der Musik also! Montags wollte ich eigentlich in Richtung Cienfuegos aufbrechen, wurde aber von Fieber und Magenkrämpfen niedergestreckt. Ich tippe auf zu viel billigen Rum! Nach knapp weiteren 24 Stunden im Bett in Santa Clara, bin ich dann aber dienstags morgens gut losgekommen und sitze jetzt am Parque José Marti in Cienfuegos, habe eine Bleibe gefunden und lasse den Abend Revue passieren. Sehr empfehlenswert ist übrigens: Lesen im Park! Für das Abendessen habe ich, nachdem ich nach günstigeren Preisen gefragt habe, eine günstigere Karte bekommen und dann anstatt sieben CUC nur 55 CUP bezahlt.

Ach und noch etwas: Eintrittspreise Im Mejunje lagen zwischen zwei und fünf CUP. 25 CUP sind ca. ein Euro!

 

Alter Mann mit roter Brille als Graffity

Alter Mann mit roter Brille als Graffity

Alter Mann mit roter Brille

Alter Mann mit roter Brille

Schulbus in Niederlande

Schulbus in Niederlande

Unwetter

Unwetter

Caibarién

Meine letzten paar Tage in Trinidad verbrachte ich damit, Ovi Englisch beizubringen, mit Pedro und Roberto zu angeln und Domino zu spielen und Rum zu trinken. Montags machte ich mich dann auf den Weg in Richtung Caibarién, welches mir vom Spanier Diego wärmstens empfohlen worden war. Er erwähnte auch eine Casa mit tollen Besitzern, die ich auf jeden Fall besuchen sollte, sofern ich es nach Caibarién schaffen sollte. Im Gegensatz zum Trip von Havanna nach Trinidad mit einem klimatisierten Reisebus entschied ich mich diesmal für die ein wenig unkomfortablere aber dafür auch deutlich günstigere und vor allem deutlich authentischere Art und Weise, zu reisen: Ich fuhr mit Camiones und Machinas zu meinem Ziel. Schade bloß, dass die geplante Route Trinidad-Sancti Spiritus-Santa Clara-Caibarién daran scheiterte, dass ich in Sancti Spiritus nicht mit dem geplanten Bus weiterfahren durfte, weil ich kein Kubaner bin. Also ging es mit ein wenig Hilfe anderer Kubaner weiter. Im Grunde kommt man hier als zahlender Mitfahrer immer irgendwie weiter. Letztlich sah meine Route wie folgt aus: Trinidad-Sancti Spiritus-Camaguan-Placeta-Santa Clara-Caibarién. Bis Camaguan fuhr ich mit Camiones, also halbwegs ausgebauten LKWs mit. Diese bringen die Mitfahrer für äußerst kleines Geld etliche Kilometer weiter. Nach circa zehn Minuten hat man zwar eine Idee, wie sich Tiere im Viehtransporter fühlen müssen, aber dafür kann man sich fleißig auf Spanisch mit den ungläubig dreinblickenden Kubanern unterhalten. So viele Touristen scheinen diese Methode des Reisens wohl nicht zu nutzen. Ab Camaguan ging es dann mit Machinas weiter. Wie die „Carros Americanos“ in Havanna sind das Oldtimer, nur diesmal reißen sie deutlich weitere Distanzen ab, die dementsprechend auch ein wenig teurer entlohnt werden. Letztlich kostete mich die gesamte Strecke circa sieben Stunden und knapp sechs Euro. Der Machina-Fahrer schmiss mich praktischerweise direkt bei der von Diego empfohlenen Casa hinaus, wo ich auch direkt eine Bleibe finden konnte.
Auch Miguel und Rubia sind wahnsinnig nett und umgänglich. Rubia beschmeißt mich schon fast mit Essen und es ist ein wenig kompliziert, ihr klarzumachen, dass es mir wirklich gut schmeckt, ich aber einfach keine 10 Hähnchenkeulen essen kann (Übertreiben veranschaulicht!). Schon beim ersten Spaziergang bin ich einigen netten Menschen in die Arme gelaufen, die ich daraufhin noch mehrmals während meiner Zeit in Caibarién getroffen habe. Caibarién ist eine Art Kleinstadt, breite Straßen, nicht viel los. Hier habe ich viel Positivität erfahren, die Leute sind redselig und ich durfte mir sogar eine Autowerkstatt von innen näher anschauen. Mein erster Daiquiri in Kuba wurde mir vom Gastwirt ausgegeben, ich habe ein privates Haus aus dem Jahre 1926 besichtigt. Das Interessante ist, dass Kuba aus wahnsinnig viel Altem besteht. Autos, Häuser, Traditionen. Besonders die ersten beiden benötigen dringend Ersatzteile und Restauration, um sie zu erhalten. Und genau daran fehlt es, beziehungsweise ist wahnsinnig teuer. Einen Abend verbrachte ich mit Ingrid (ebenfalls Kubanerin) und ihren Freunden im Park. Rum und Gitarre sorgten für gute Laune, gesungen wurden kubanische Trova ebenso wie die Backstreet Boys und Metallica. Interessanterweise konnten die meisten von ihnen Englisch, wenn es um die Songtexte ging. Ansonsten aber eher weniger.
Ansonsten habe ich noch einen Tagestrip nach Remedios gemacht, einer weiteren wunderschönen Kleinstadt in nur zehn Kilometern / 5 Pesos Abstand von Caibarién. Hier habe ich mal wieder gezeigt, dass ich gut mit Leuten umgehen kann und unzählige Porträts schießen können. Mal sehen, wann und wo ich sie veröffentlichen werde! Zieht euch aber auf jeden Fall einmal den 33-jährigen Kaktus rein! Weiterhin haben sich mir für einige Zeit zwei Hunde angeschlossen. Die sind mir derart gefolgt, dass ich einigen Leuten glaubhaft vermitteln konnte, dass sie tatsächlich meine seien…
So oder so, jetzt bin ich in Santa Clara und treffe mich mit der Sängern Yaima Orozco, um zur allwöchtentlichen Nacht der Trova zu gehen!

33-jähriger Kaktus

33-jähriger Kaktus

Camion

Camion

 Meine beiden Hunde in Remedios


Meine beiden Hunde in Remedios

Mi Casa, su casa

Mi Casa, su casa

Schönheit und Zerfall

Schönheit und Zerfall

Trinidad

So, endlich gibt es mal wieder ein Update! Trinidad unterscheidet sich sehr von Havanna, während in Havanna in ungefähr jeder Ecke zu jeder Tages- und Nachtszeit etwas los ist (inklusive Licht), so sieht das in Trinidad schon bedeutend anders aus. Meine Casa (Ovidaisi y Roberto, Hostal Muneca) ist in der Nähe der Linea, einer eingleisigen Eisenbahnstrecke, die nur von zwei Zügen befahren wird. Einer für Touristen, einer für Kubaner. Die Züge fahren beide einmal täglich zu einem Dorf und zurück. Wenn man also die Abfahrtszeiten kennt, weiß man auch, dass nach einem passierenden Zug keiner mehr vorbeifahren wird. So brachen wir eines Tages mit der halben Nachbarschaft zu einer Wanderung zu einem Wasserfall auf, winkten den vorbeifahrenden Touristen, und gingen dann entlang der Gleise, über Felder, Weiden und durch ein paar Wälder und landeten letztendlich bei einem wunderbaren Waldsee mit Klippen von denen gesprungen werden wollte, keine Menschenseele weit und breit, außer Diego, einem netten Spanier!
Den haben wir dann auch gleich zum Abendessen mit nach Hause genommen. Die Taiwanerin Lucy, die ich im Bus kennengelernt hatte, hatte ich tags zuvor zufällig auf der Straße getroffen und so waren wir eine nette Runde, die sich an den Pesces Asados gütlich tat. Mit der gleichen Gruppe gingen wir dann auch abends ein wenig in die Casa de la Musica. Sie einmal gesehen zu haben war ganz nett, aber wirklich empfehlenswert scheint mir eher zu sein, vor der Casa de la Musica auf den Treppen zu sitzen. Ist günstiger und es sind mehr Kubaner als hinter der Kasse.
Lucy hatte übrigens erzählt, dass sich der Touristenzug nicht wirklich gelohnt hätte. Stattdessen hatte ich mich an meinem ersten Tag für einen ausgedehnten Spaziergang durch Trinidad entschieden, der direkt von einem vorbeifahrenden Traktor unterbrochen wurde. Ich fragte nämlich den Traktorfahrer an einer Kreuzung, nachdem ich einen freien Sitzplatz erspäht hatte: „Buenas dias, seria possible de sentarme ahi?“ „Si, claro!“ Und schon fuhr ich die letzten paar Meter in Richtung Plaza Mayor, unterhielt mich angeregt mit dem Fahrer, der Agua Potable für Leute lieferte, die gar keinen Wasseranschluss besitzen. Er ließ mich in direkter Nähe zur Plaza Mayor aussteigen, grinste kurz in die Kamera und fuhr weiter. Kurze Zeit später stolperte ich in ein Kulturzentrum hinein, weil ich Musik erlauscht hatte. Eine Band übte ihr Repertoire und zwei Trommeln waren noch frei. Ich platzte kurz in die Probe hinein, jammte ein wenig mit der Gruppe und verließ dann das Zentrum.
Auch schön: die Nachbarn gegenüber haben eine kleine Taubenzucht und Darney zeigte mir stolz seine bunt gemischten Tauben.
Auch war ich mit Roberto und Pedro angeln und Dominospielen, aber das ist eine andere Geschichte!

Blick vom Dach der Casa

Blick vom Dach der Casa

Musikgruppe

Musikgruppe

Radler

Radler

Schachspiel

Schachspiel

Stolzer Taubenzüchter

Stolzer Taubenzüchter

Traktor

Traktor

Wandergruppe

Wandergruppe

Weiter geht die Reise

Liebe Leute, es ist gar nicht möglich, alles in Worte zu fassen, was ich schon wieder erlebt habe. Jetzt bin ich in Trinidad und schon die letzten paar Tage in Havanna waren total eindrucksvoll und aufregend. In Vedado wollte ich mir erst einmal ein Eis bei der größten Eiskette „Coppelia“ kaufen. Das stellte sich aber als ein wenig komplizierter heraus, als ich gedacht hatte. Aus unerfindlichen Gründen wurden Extranjeros von den Kubanern getrennt, die Touristen sollten offenbar Touristenpreise zahlen. Da ich aber nicht brennend daran interessiert war, alleine Eis zu essen, während ich 10 Meter in der anderen Richtung Hunderte Kubaner hören, aber nicht sehen konnte, lehnte ich dankend ab, verwies auf die andere Richtung und versuchte mein Glück, dorthin zu gelangen. Einmal angekommen setzte ich mich unten auf einen der vielen freien Plätze an einer Art Bartheke, fragte meine Sitznachbarin nach der besten Sorte und wollte gerade bestellen, als eine Art Sicherheitskraft auftauchte und mir mitteilte, dass ich hier nicht sein könnte. Ich habe erst einmal gar nichts verstanden, verwies auf die vielen freien Plätze. Anscheinend standen etliche hunderte Kubaner draußen Schlange, um sich an diesem heißen Sonntag ein Eis zu gönnen und ich hatte irgendwie die Schlange umgangen. Er bat mich also, Extranjero-Eis zu kaufen oder mich in die Schlange zu stellen, ich war gerade am Gehen, als mich zwei junge Kubaner in einer Art Mikroschlange zwischen Eisausgabe und der großen Schlange draußen auf sich aufmerksam machten. „Podemos entrar juntos“ sagten sie. Ich ließ mir die Chance natürlich nicht entgehen und stellte mich dummdreist dazu. Eine geniale Idee, sehr nette Jungs. Letztendlich konnten wir tatsächlich zusammen eintreten und die Jungs beschwerten sich direkt über das System, über die künstlich lange Schlange draußen. Auch im oberen Restaurant waren viele Tische komplett leer, seltsam… Letztlich bedankte ich mich bei den beiden und dem ihnen fremden Mann für die Hilfe und bezahlte für den ganzen Tisch. Eine Portion Eis (= 4/5 Kugeln) kosteten 5 CUP. Die anderen drei aßen jeder 2 Portionen, für mich reichte eine. Umgerechnet zahlte ich also circa 1,50€ für schiere Unmengen an echt leckerem Eis…
Ansonsten lief ich dann mit den beiden noch zusammen die Calle 23 entlang, kubanisches Bier in der Hand, lernte die Mutter von Harold kennen und düste dann zusammen mit ihm in einer Carro Americano in Richtung Habana Vieja. Nachdem ich mich dann ein wenig in meiner Casa ausgeruht hatte, ging es erneut mit einer Carro zu David, um endlich den Besuch der Fábrica des Artes hinzubekommen. Dort war es super interessant, eine große Fabrik mit verschiedenen Bars, Außenbereichen, Foto-, Kunst- und Skulpturausstellungen, einer großen, einer kleinen Bühne für Live-Musik und einer Theaterbühne. Preislich war es auf jeden Fall im Rahmen und einen Besuch ist es auf jeden Fall wert! Meinen letzten Abend verbrachte ich mit meinem Casa-Hermano Raudelito auf der Couch und verlor einige Male in Fifa gegen ihn; er hat sich damit wohl in letzter Zeit mehr auseinandergesetzt, als ich.
Jetzt bin ich jedenfalls in Trinidad, nicht in Santa Clara, weil die Verbindung dorthin besser funktioniert hat. Die Busfahrt habe ich mit einer Taiwanerin (Lucy) und einem Irländer (Owen) verbracht, wir haben uns gegenseitig ausgetauscht und nachdem Owen in Cienfuegos ausgestiegen war, übten Lucy und ich zusammen noch ein wenig Mandarin. Meine Casa-Familie, die ich im Vorhinein schon telefonisch festgemacht hatte, holte mich netterweise vom Bus ab und bis jetzt ist auch hier in Trinidad alles cremig mit Sonnenschein!

Carro Americano

Carro Americano

Fahrrad gefällig.

Fahrrad gefällig.

Katze

Katze

 Los Vesinos

Los Vesinos

Nachrichten für den ersten Stock

Nachrichten für den ersten Stock

Vedado Motorbike

Vedado Motorbike