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Max

Schlagwort: ‘Santa Clara’

Santa Clara

02. August 2016 | von

Was bin ich froh, dass ich in Santa Clara war! Santa Clara ist ein tolles kleines Städtchen mit viel, viel Kulturangebot. Rund um den Parque Central sind etliche Museen, ein Theater und zum Beispiel das Mejunje. Nachdem ich eine wunderbare Unterkunft (als Begrüßung durfte ich erst einmal den Chihuaha halten) ausfindig gemacht hatte, traf ich mich dann abends mit Yaima Orozco, Roly Berrio und den Bandmitgliedern der genialen brasilianischen Band Francisco, El Hombre. Zuerst genossen wir argentinisch-mexikanische Musik von Soy Pereyo und einer weiteren Künstlerin im Teatro, um danach im Mejunje die Brasilianer und dann die lokalen Trovadore live spielen zu sehen. Auch tags drauf wurde ich wieder mit Kultur beschmissen. Ich nahm am Videodreh der Band teil und gemeinsam tanzten wir verschiedene brasilianische Volkstänze. So viele nette Menschen, unglaublich! Samstags besuchte ich das Che-Guevara-Monument, sehr interessant. Abends dann traf ich mich mit meinen beiden argentinischen Freunden Gustavo und Romina für einen Theaterbesuch. Das Stück Fantasma regte tatsächlich zum Nachdenken an, aber besonders gefallen hat es mir nicht. Danach gab es – erneut – Live-Musik im Mejunje. Und zwar von DEN kubanischen Trovadoren der 80er Jahre. Gerald Alfonso und seine Band beeindruckten mit wunderbarer Musik. Virtuose Musiker an allen Instrumenten, seien es Bass, Gitarre, Perkussion oder Saxophon… sonntags war nicht besonders ereignisreich, wir waren tagsüber ganz kurz im Mejunje, wo etliche ältere kubanische Pärchen fleißig Salsa tanzten und danach im Museo des Artes am Parque Central für ein Konzert von Roly und seiner Band. Auch die Jungs hatten es mächtig drauf. Ein Besuch ganz im Zeichen der Musik also! Montags wollte ich eigentlich in Richtung Cienfuegos aufbrechen, wurde aber von Fieber und Magenkrämpfen niedergestreckt. Ich tippe auf zu viel billigen Rum! Nach knapp weiteren 24 Stunden im Bett in Santa Clara, bin ich dann aber dienstags morgens gut losgekommen und sitze jetzt am Parque José Marti in Cienfuegos, habe eine Bleibe gefunden und lasse den Abend Revue passieren. Sehr empfehlenswert ist übrigens: Lesen im Park! Für das Abendessen habe ich, nachdem ich nach günstigeren Preisen gefragt habe, eine günstigere Karte bekommen und dann anstatt sieben CUC nur 55 CUP bezahlt.

Ach und noch etwas: Eintrittspreise Im Mejunje lagen zwischen zwei und fünf CUP. 25 CUP sind ca. ein Euro!

 

Alter Mann mit roter Brille als Graffity

Alter Mann mit roter Brille als Graffity

Alter Mann mit roter Brille

Alter Mann mit roter Brille

Schulbus in Niederlande

Schulbus in Niederlande

Unwetter

Unwetter

Caibarién

Meine letzten paar Tage in Trinidad verbrachte ich damit, Ovi Englisch beizubringen, mit Pedro und Roberto zu angeln und Domino zu spielen und Rum zu trinken. Montags machte ich mich dann auf den Weg in Richtung Caibarién, welches mir vom Spanier Diego wärmstens empfohlen worden war. Er erwähnte auch eine Casa mit tollen Besitzern, die ich auf jeden Fall besuchen sollte, sofern ich es nach Caibarién schaffen sollte. Im Gegensatz zum Trip von Havanna nach Trinidad mit einem klimatisierten Reisebus entschied ich mich diesmal für die ein wenig unkomfortablere aber dafür auch deutlich günstigere und vor allem deutlich authentischere Art und Weise, zu reisen: Ich fuhr mit Camiones und Machinas zu meinem Ziel. Schade bloß, dass die geplante Route Trinidad-Sancti Spiritus-Santa Clara-Caibarién daran scheiterte, dass ich in Sancti Spiritus nicht mit dem geplanten Bus weiterfahren durfte, weil ich kein Kubaner bin. Also ging es mit ein wenig Hilfe anderer Kubaner weiter. Im Grunde kommt man hier als zahlender Mitfahrer immer irgendwie weiter. Letztlich sah meine Route wie folgt aus: Trinidad-Sancti Spiritus-Camaguan-Placeta-Santa Clara-Caibarién. Bis Camaguan fuhr ich mit Camiones, also halbwegs ausgebauten LKWs mit. Diese bringen die Mitfahrer für äußerst kleines Geld etliche Kilometer weiter. Nach circa zehn Minuten hat man zwar eine Idee, wie sich Tiere im Viehtransporter fühlen müssen, aber dafür kann man sich fleißig auf Spanisch mit den ungläubig dreinblickenden Kubanern unterhalten. So viele Touristen scheinen diese Methode des Reisens wohl nicht zu nutzen. Ab Camaguan ging es dann mit Machinas weiter. Wie die „Carros Americanos“ in Havanna sind das Oldtimer, nur diesmal reißen sie deutlich weitere Distanzen ab, die dementsprechend auch ein wenig teurer entlohnt werden. Letztlich kostete mich die gesamte Strecke circa sieben Stunden und knapp sechs Euro. Der Machina-Fahrer schmiss mich praktischerweise direkt bei der von Diego empfohlenen Casa hinaus, wo ich auch direkt eine Bleibe finden konnte.
Auch Miguel und Rubia sind wahnsinnig nett und umgänglich. Rubia beschmeißt mich schon fast mit Essen und es ist ein wenig kompliziert, ihr klarzumachen, dass es mir wirklich gut schmeckt, ich aber einfach keine 10 Hähnchenkeulen essen kann (Übertreiben veranschaulicht!). Schon beim ersten Spaziergang bin ich einigen netten Menschen in die Arme gelaufen, die ich daraufhin noch mehrmals während meiner Zeit in Caibarién getroffen habe. Caibarién ist eine Art Kleinstadt, breite Straßen, nicht viel los. Hier habe ich viel Positivität erfahren, die Leute sind redselig und ich durfte mir sogar eine Autowerkstatt von innen näher anschauen. Mein erster Daiquiri in Kuba wurde mir vom Gastwirt ausgegeben, ich habe ein privates Haus aus dem Jahre 1926 besichtigt. Das Interessante ist, dass Kuba aus wahnsinnig viel Altem besteht. Autos, Häuser, Traditionen. Besonders die ersten beiden benötigen dringend Ersatzteile und Restauration, um sie zu erhalten. Und genau daran fehlt es, beziehungsweise ist wahnsinnig teuer. Einen Abend verbrachte ich mit Ingrid (ebenfalls Kubanerin) und ihren Freunden im Park. Rum und Gitarre sorgten für gute Laune, gesungen wurden kubanische Trova ebenso wie die Backstreet Boys und Metallica. Interessanterweise konnten die meisten von ihnen Englisch, wenn es um die Songtexte ging. Ansonsten aber eher weniger.
Ansonsten habe ich noch einen Tagestrip nach Remedios gemacht, einer weiteren wunderschönen Kleinstadt in nur zehn Kilometern / 5 Pesos Abstand von Caibarién. Hier habe ich mal wieder gezeigt, dass ich gut mit Leuten umgehen kann und unzählige Porträts schießen können. Mal sehen, wann und wo ich sie veröffentlichen werde! Zieht euch aber auf jeden Fall einmal den 33-jährigen Kaktus rein! Weiterhin haben sich mir für einige Zeit zwei Hunde angeschlossen. Die sind mir derart gefolgt, dass ich einigen Leuten glaubhaft vermitteln konnte, dass sie tatsächlich meine seien…
So oder so, jetzt bin ich in Santa Clara und treffe mich mit der Sängern Yaima Orozco, um zur allwöchtentlichen Nacht der Trova zu gehen!

33-jähriger Kaktus

33-jähriger Kaktus

Camion

Camion

 Meine beiden Hunde in Remedios


Meine beiden Hunde in Remedios

Mi Casa, su casa

Mi Casa, su casa

Schönheit und Zerfall

Schönheit und Zerfall