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Max

Schlagwort: ‘Trinidad’

Caibarién

Meine letzten paar Tage in Trinidad verbrachte ich damit, Ovi Englisch beizubringen, mit Pedro und Roberto zu angeln und Domino zu spielen und Rum zu trinken. Montags machte ich mich dann auf den Weg in Richtung Caibarién, welches mir vom Spanier Diego wärmstens empfohlen worden war. Er erwähnte auch eine Casa mit tollen Besitzern, die ich auf jeden Fall besuchen sollte, sofern ich es nach Caibarién schaffen sollte. Im Gegensatz zum Trip von Havanna nach Trinidad mit einem klimatisierten Reisebus entschied ich mich diesmal für die ein wenig unkomfortablere aber dafür auch deutlich günstigere und vor allem deutlich authentischere Art und Weise, zu reisen: Ich fuhr mit Camiones und Machinas zu meinem Ziel. Schade bloß, dass die geplante Route Trinidad-Sancti Spiritus-Santa Clara-Caibarién daran scheiterte, dass ich in Sancti Spiritus nicht mit dem geplanten Bus weiterfahren durfte, weil ich kein Kubaner bin. Also ging es mit ein wenig Hilfe anderer Kubaner weiter. Im Grunde kommt man hier als zahlender Mitfahrer immer irgendwie weiter. Letztlich sah meine Route wie folgt aus: Trinidad-Sancti Spiritus-Camaguan-Placeta-Santa Clara-Caibarién. Bis Camaguan fuhr ich mit Camiones, also halbwegs ausgebauten LKWs mit. Diese bringen die Mitfahrer für äußerst kleines Geld etliche Kilometer weiter. Nach circa zehn Minuten hat man zwar eine Idee, wie sich Tiere im Viehtransporter fühlen müssen, aber dafür kann man sich fleißig auf Spanisch mit den ungläubig dreinblickenden Kubanern unterhalten. So viele Touristen scheinen diese Methode des Reisens wohl nicht zu nutzen. Ab Camaguan ging es dann mit Machinas weiter. Wie die „Carros Americanos“ in Havanna sind das Oldtimer, nur diesmal reißen sie deutlich weitere Distanzen ab, die dementsprechend auch ein wenig teurer entlohnt werden. Letztlich kostete mich die gesamte Strecke circa sieben Stunden und knapp sechs Euro. Der Machina-Fahrer schmiss mich praktischerweise direkt bei der von Diego empfohlenen Casa hinaus, wo ich auch direkt eine Bleibe finden konnte.
Auch Miguel und Rubia sind wahnsinnig nett und umgänglich. Rubia beschmeißt mich schon fast mit Essen und es ist ein wenig kompliziert, ihr klarzumachen, dass es mir wirklich gut schmeckt, ich aber einfach keine 10 Hähnchenkeulen essen kann (Übertreiben veranschaulicht!). Schon beim ersten Spaziergang bin ich einigen netten Menschen in die Arme gelaufen, die ich daraufhin noch mehrmals während meiner Zeit in Caibarién getroffen habe. Caibarién ist eine Art Kleinstadt, breite Straßen, nicht viel los. Hier habe ich viel Positivität erfahren, die Leute sind redselig und ich durfte mir sogar eine Autowerkstatt von innen näher anschauen. Mein erster Daiquiri in Kuba wurde mir vom Gastwirt ausgegeben, ich habe ein privates Haus aus dem Jahre 1926 besichtigt. Das Interessante ist, dass Kuba aus wahnsinnig viel Altem besteht. Autos, Häuser, Traditionen. Besonders die ersten beiden benötigen dringend Ersatzteile und Restauration, um sie zu erhalten. Und genau daran fehlt es, beziehungsweise ist wahnsinnig teuer. Einen Abend verbrachte ich mit Ingrid (ebenfalls Kubanerin) und ihren Freunden im Park. Rum und Gitarre sorgten für gute Laune, gesungen wurden kubanische Trova ebenso wie die Backstreet Boys und Metallica. Interessanterweise konnten die meisten von ihnen Englisch, wenn es um die Songtexte ging. Ansonsten aber eher weniger.
Ansonsten habe ich noch einen Tagestrip nach Remedios gemacht, einer weiteren wunderschönen Kleinstadt in nur zehn Kilometern / 5 Pesos Abstand von Caibarién. Hier habe ich mal wieder gezeigt, dass ich gut mit Leuten umgehen kann und unzählige Porträts schießen können. Mal sehen, wann und wo ich sie veröffentlichen werde! Zieht euch aber auf jeden Fall einmal den 33-jährigen Kaktus rein! Weiterhin haben sich mir für einige Zeit zwei Hunde angeschlossen. Die sind mir derart gefolgt, dass ich einigen Leuten glaubhaft vermitteln konnte, dass sie tatsächlich meine seien…
So oder so, jetzt bin ich in Santa Clara und treffe mich mit der Sängern Yaima Orozco, um zur allwöchtentlichen Nacht der Trova zu gehen!

33-jähriger Kaktus

33-jähriger Kaktus

Camion

Camion

 Meine beiden Hunde in Remedios


Meine beiden Hunde in Remedios

Mi Casa, su casa

Mi Casa, su casa

Schönheit und Zerfall

Schönheit und Zerfall

Trinidad

So, endlich gibt es mal wieder ein Update! Trinidad unterscheidet sich sehr von Havanna, während in Havanna in ungefähr jeder Ecke zu jeder Tages- und Nachtszeit etwas los ist (inklusive Licht), so sieht das in Trinidad schon bedeutend anders aus. Meine Casa (Ovidaisi y Roberto, Hostal Muneca) ist in der Nähe der Linea, einer eingleisigen Eisenbahnstrecke, die nur von zwei Zügen befahren wird. Einer für Touristen, einer für Kubaner. Die Züge fahren beide einmal täglich zu einem Dorf und zurück. Wenn man also die Abfahrtszeiten kennt, weiß man auch, dass nach einem passierenden Zug keiner mehr vorbeifahren wird. So brachen wir eines Tages mit der halben Nachbarschaft zu einer Wanderung zu einem Wasserfall auf, winkten den vorbeifahrenden Touristen, und gingen dann entlang der Gleise, über Felder, Weiden und durch ein paar Wälder und landeten letztendlich bei einem wunderbaren Waldsee mit Klippen von denen gesprungen werden wollte, keine Menschenseele weit und breit, außer Diego, einem netten Spanier!
Den haben wir dann auch gleich zum Abendessen mit nach Hause genommen. Die Taiwanerin Lucy, die ich im Bus kennengelernt hatte, hatte ich tags zuvor zufällig auf der Straße getroffen und so waren wir eine nette Runde, die sich an den Pesces Asados gütlich tat. Mit der gleichen Gruppe gingen wir dann auch abends ein wenig in die Casa de la Musica. Sie einmal gesehen zu haben war ganz nett, aber wirklich empfehlenswert scheint mir eher zu sein, vor der Casa de la Musica auf den Treppen zu sitzen. Ist günstiger und es sind mehr Kubaner als hinter der Kasse.
Lucy hatte übrigens erzählt, dass sich der Touristenzug nicht wirklich gelohnt hätte. Stattdessen hatte ich mich an meinem ersten Tag für einen ausgedehnten Spaziergang durch Trinidad entschieden, der direkt von einem vorbeifahrenden Traktor unterbrochen wurde. Ich fragte nämlich den Traktorfahrer an einer Kreuzung, nachdem ich einen freien Sitzplatz erspäht hatte: „Buenas dias, seria possible de sentarme ahi?“ „Si, claro!“ Und schon fuhr ich die letzten paar Meter in Richtung Plaza Mayor, unterhielt mich angeregt mit dem Fahrer, der Agua Potable für Leute lieferte, die gar keinen Wasseranschluss besitzen. Er ließ mich in direkter Nähe zur Plaza Mayor aussteigen, grinste kurz in die Kamera und fuhr weiter. Kurze Zeit später stolperte ich in ein Kulturzentrum hinein, weil ich Musik erlauscht hatte. Eine Band übte ihr Repertoire und zwei Trommeln waren noch frei. Ich platzte kurz in die Probe hinein, jammte ein wenig mit der Gruppe und verließ dann das Zentrum.
Auch schön: die Nachbarn gegenüber haben eine kleine Taubenzucht und Darney zeigte mir stolz seine bunt gemischten Tauben.
Auch war ich mit Roberto und Pedro angeln und Dominospielen, aber das ist eine andere Geschichte!

Blick vom Dach der Casa

Blick vom Dach der Casa

Musikgruppe

Musikgruppe

Radler

Radler

Schachspiel

Schachspiel

Stolzer Taubenzüchter

Stolzer Taubenzüchter

Traktor

Traktor

Wandergruppe

Wandergruppe