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Raphael

Ein bisschen wie Schule!

19. November 2015 | von

Bisher hat man bei meinen Einträgen vermutlich das Gefühl bekommen, dass ich hier aktuell einfach nur versuche, so viele Traditionen wie möglich mitzunehmen und ständig unterwegs bin. Das ist auch durchaus nicht ganz falsch! 😉

Allerdings nimmt der zweite Teil des Wortes Auslandsstudium, also Studium, einen relativ großen Teil des Alltagslebens ein. Denn obwohl viele das Auslandsstudium fast nur mit Spaß und nicht wirklich mit Studium verbinden, so studiere ich hier tatsächlich, um im Mai hoffentlich meinen amerikanischen Master zu erlangen. Da das amerikanische System in meinen Augen sehr interessant und beeindruckend ist, werde ich in dem Artikel ein wenig darüber berichten.

Ich bin hier als „Research Assistant“ an der Uni angestellt, wodurch ich zum Glück keine Studiengebühren zahlen muss (was einfach abartig viel wäre). Im ersten Semester belege ich dabei viele Kurse, das zweite Semester ist fast ausschließlich für meine Forschungsarbeit eingeplant. Ich habe sogar meinen eigenen Schreibtisch 🙂

Arbeitsplatz

Was auf den ersten Blick auffällt, wenn man über den Campus läuft, ist, dass einfach deutlich mehr Geld aus diversen Quellen zur Verfügung steht, als es bei uns der Fall ist. So wurde uns zu Beginn beispielsweise von einer Mitarbeiterin mitgeteilt, dass es in diesem Jahr Personaleinsparungen gäbe, da der Uni 350 Millionen Dollar pro Jahr weniger zur Verfügung stehen würden. Das ist, zum Vergleich, ungefähr der gleiche Betrag, den die RWTH jährlich an Drittmitteln bekommt.

Faszinierend ist auch, was es für Sportmöglichkeiten gibt! So stehen den Studierenden beispielsweise 4 Fitnessstudios zur kostenlosen Nutzung zur Verfügung, eines davon ist fünfstöckig und hat unter anderem Squashfelder, Futsalplätze, einen Kraftbereich (jeder der mein breites Kreuz kennt weiß, dass das mein zweites zu Hause ist), einen Swimmingpool und eine Laufbahn (im 5. Stock) über Basketballplätzen:
Fitnessstudio - SERF

Und dann ist da ja noch die Uni und die Kurse selbst. Die Kurse sind sehr viel kleiner, das Betreuungsverhältnis deutlich besser, und man ist mit den Professoren per du (und nein, ich meine nicht das „you“, sondern dass man sich beim Vornamen anspricht).
Ein bisschen geschockt wurde ich dann in meiner zweiten Woche, als auf einmal das Wort „Homework“ fiel. Ja, wir müssen hier tatsächlich Hausaufgaben machen und die werden auch noch benotet und machen teilweise bis zu 30% der Endnote aus. Da habe ich mich ein bisschen gefühlt wie in der Grundschule und musste an die Worte meiner Mama denken: „Raphi, es wird erst gespielt, wenn die Hausaufgaben fertig sind!“ Generell enthält fast jeder Kurs noch ein kleines Projekt, der Aufwand im Semester ist also deutlich höher. Der Aufwand für die Klausuren ist dafür entsprechend geringer und die Klausuren zählen auch deutlich weniger. Du siehst, das System ist also ganz anders…auch wenn die Hausaufgaben ehrlicherweise gar nicht so unhilfreich sind, was den Lerneffekt angeht 😉

Und zu guter Letzt lässt sich die Uni auch bei den Gebäuden und Einrichtungen nicht lumpen: Ob Kamine, Bäume im Gebäude oder Mac-Desktop-PCs an jeder Ecke (auch im Fitnessstudio), es ist zwar an einigen Stellen etwas übertrieben, aber an noch mehr Stellen einfach nur beeindruckend!

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Kamin Union South



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