Kategorien
Seiten
-

Raphael

Superstrudel!

08. Februar 2016 | von

Superstrudel, The German Wunderkind, The 7 Foot Schnitzel, Dunking Deutschman, Germanator – Dirk Nowitzki hat viele Spitznamen in den USA! Und wir hatten die Ehre ihn live im United Center gegen die Chicago Bulls zu sehen.

Aber von vorne: Wie bereits öfter erwähnt bin ich riesiger Sportfan und möchte hier in den USA so viele Sportarten wie möglich live sehen. Da wir relativ spontan halbwegs bezahlbare Tickets der Mavs (also Dirk) gegen die Bulls in Chicago ergattern konnten, haben wir uns zu siebt in Richtung United Center aufgemacht. Nachdem wir uns neben vielen anderen Kindern noch unsere Fanpappen beschrieben haben und irgendein Typ seiner Freundin noch den obligatorischen Heiratsantrag gestellt hat (sie hat überraschenderweise „Ja“ gesagt), konnte es losgehen:

Vor Spielbeginn!

Vor Spielbeginn!

Das Spiel war relativ spannend, wenn auch nicht gut und relativ punktearm.

Was ich aber an dem Erlebnis deutlich einprägsamer und erschreckender fand, war die Fankultur der Amerikaner, die mir an dem Abend einmal mehr deutlich geworden ist, gerade, wenn man sie beispielsweise mit Handball in Deutschland vergleicht (YEAH, Europameister, Wolffs Revier!).

Zu Beginn ist noch ein riesiger Bulle per Drohne über die Fans hinweggeflogen, was noch ziemlich cool war. Natürlich hat er Werbegeschenke (wie sollte es auch anders sein) verteilt. (man sieht ihn im Hintergrund unseres Fotos).

Dann ging das Spiel los und das Stadion war wirklich still, wenn nicht gerade irgendjemand einen Korb geworfen hat. Keine Poster, keine Anfeuerungen, Trommeln – nichts! Erst als über die Boxen Musik gespielt wurde oder die Cheerleader irgendwelche Preise für die lautesten Fans verteilt wurden, wurde es etwas lauter.

In jeder Unterbrechung wurde zudem Stimmung über Tanzgruppen erzeugt. Es gab die BreakeBulls, die IncrediBulls, die LuvaBulls und die UnbelievaBulls. Sehr kreative Namen für relativ unspektakuläre Tanzgruppen (muss man leider so sagen). Anders als im Deutschen Sport will das Publikum viel mehr unterhalten werden, Stimmung selber machen – Fehlanzeige!

Doch 1:30 Minuten vor Ende passierte unglaubliches. Das Spiel war super ausgeglichen, die Mavs haben mit einem Punkt geführt, die Bulls waren im Angriff. Das Stadion ist auf einmal richtig laut geworden, die Fans aufgestanden, die Mannschaft angefeuert.
Dann passiert es: Rose verwirft für die Bulls, Nowitzki trifft im Gegenzug und bekommt noch einen Freiwurf. Die Mavs führen mit 5 Punkten 40 Sekunden vor Ende. Und auf einmal verlassen 80 Prozent (!) der Leute das Stadion! Wirklich erschreckend. Klar, das Spiel war nahezu entschieden, aber das war schon wirklich krass.

5 Minuten nach Spielende (Dirk und Co. hatten gewonnen), war im Stadion auch wirklich gar nichts mehr los und die Arena wurde schon wieder aufgeräumt.

Auch wenn es vielleicht nicht so klang, aber das Erlebnis an sich war wirklich cool und ist empfehlenswert! Die Fankultur und Abhängigkeit von der Werbung, von der ich zwar schon im Voraus wusste, ist dennoch sehr erschreckend. Ich hoffe einfach nur, dass sich der deutsche Sport nicht zu schnell (hoffentlich gar nicht) in die selbe Richtung entwickelt!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.