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Raphael

Ash Wednesday!

19. Februar 2016 | von

Nachdem ich letzte Woche relativ alkohol- und partylastig berichtet habe, möchte ich dieses Mal über ein Erlebnis der komplett anderen Sorte berichten.

Und zwar wie einige sicher wissen, beginnt nach der feucht-fröhlichen Karnevalszeit die triste 40-tägige Fastenzeit. Naja, sagen wir mal, ein kleiner Teil verzichtet, oder probiert auf irgendwas zu verzichten. Manche verzichten auf Lernen, andere auf Süßigkeiten und ich habe mir in diesem Jahr fest vorgenommen, 40 Tage auf Alkohol zu verzichten. Nach einer Woche habe ich mein Fasten auch noch nicht gebrochen. Nach dem ich die letzten 3 Jahre erfolgreich nicht gefastet habe, bzw. nach kurzer Zeit gescheitert bin, bin ich dieses Jahr sehr zuversichtlich.

Wie dem auch sei, dachte ich mir, dass es keinen besseren Start in die Fastenzeit gäbe als den Aschermittwochs-Gottesdienst (Ash-Wednesday). Ich hatte mir ohnehin fest vorgenommen, hier mal die Kirchenkultur zu entdecken (immerhin war ich früher 10 Jahre lang Messdiener), und nach einem halben Jahr hatte ich es tatsächlich geschafft.

Also bin ich Mittwochabend, pünktlich 20:50 Uhr in der Kirche für den Gottesdienst um 21:00 gewesen und zwar in der Studentenkirche der UW. Wie ich es mir schon fast gedacht hatte, war relativ wenig los, vielleicht so 30 Personen. Für 10 Minuten vor Gottesdienstbeginn nicht so viel. Ich fand dann aber doch sehr schnell heraus, dass der Gottesdienst erst um 21:30 los ging.

Und eine halbe Stunde später ein komplett anderes Bild: 600 (in Worten: sechshundert) junge Leute zwischen 18 und 25 waren in der Kirche für den Gottesdienst. So etwas habe ich wirklich vorher noch nie erlebt und fand es einfach unfassbar beindruckend. Auch die Art und Weise wie der Gottesdienst gemacht wurde, gefiel mir sehr: eine Mischung aus Tradition, aber dennoch sehr jung gehalten, insbesondere die sonst eher dröge Predigt, in welcher der Pastor von seinem Fasten berichtete:
„Als er noch Student war, hat er in einem Jahr gemeinsam mit seinem besten Kumpel auf Bier verzichtet. Als die beiden dann drei Tage nach Aschermittwoch zum Feiern raus sind und alle Freunde sich das $1 Bier bestellt haben, mussten der Pastor und sein Kumpel Wohl oder Übel einen Whiskey Sour bestellen. Welche Lehre zog er aus seiner Fastenzeit: „I just found out, how expensive it is if you are not allowed drink beer anymore!“ 😉

Am Ende des Gottesdienstes schüttelte der Pastor jeder Person die Hand, bedankte sich für das Kommen und wünschte eine gute Fastenzeit.

In diesem Sinne wünsche ich allen Fastenden ein gutes Durchhaltevermögen! Bis nächste Woche 😉



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