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Raphael

#OscarsSoWhite #CongratsLeo

03. März 2016 | von

Gestern war es wieder einmal soweit: einer roter Teppich, viele Stars, viel Show: Die Oscars! Und ich dachte mir, wenn man schon einmal in den USA ist, dann kann man sich die Show auch mal live anschauen.

Was mich besonders freut (und vermutlich auch viele mitbekommen haben): Leo hat ihn endlich. Nach 5 Nominierungen und teilweise genialen Auftritten in „Wolf of Wall Street“, „Inception“, „Django Unchained“, „The Great Gatsby“ und letztendlich eben „The Revenant“ auch wahrlich zu Recht!

Doch das war nicht das, was ich an dem Abend am interessantesten fand. Viel mehr war es die Mischung aus viel Show, Sehen und Gesehen werden, (natürlich) Werbespots, aber auch politischen und gesellschaftsrelevanten Statements. Die große Bühne wurde wahrlich genutzt, um entsprechende Messages zu senden!

Aber von vorne:

Bereits im Voraus der Oscars begann eine Ethikdebatte, da sowohl unter den nominierten für den besten Haupt- und Nebendarsteller, als auch für die beste Haupt- und Nebendarstellerin ausschließlich weiße Schauspieler waren – genau wie im Jahr zuvor. Gerade deswegen waren viele gespannt, wie der dunkelhäutige Comedian und Moderator Chris Rock durch die Oscars führen würde. Es war im Vorfeld gar von einer Absage die Rede. Aber schon als ich das erste Bild sah, habe ich ihn einfach gefeiert: Schwarze Fliege, weißes Hemd, weißes Sakko!

Chris Rock bei den Oscars (Photo by Kevin Winter/Getty Images)

Chris Rock bei den Oscars (Photo by Kevin Winter/Getty Images)

Und dann kam eine Pointe nach der nächsten und wirklich sehr gut verpackte Kritik, sowie der Aufruf zu mehr Diversität. Bereits da war ich zum ersten Mal etwas erstaunt, dachte ich im Vorfeld doch, dass die Show wirklich nur ein oberflächliches Schaulaufen sei.

Doch es sollte noch weitergehen. Mein nächstes persönliches Highlight war die Ansprache von Louis C.K. vor der Verleihung für den besten Kurzdokumentarfilm, in der er auf eine unfassbar witzige Art und Weise deutlich machte, wie wenig wertgeschätzt diese eigentlich so bedeutenden Filme sind. Das ganze aber, ohne dabei die anderen Filme schlecht zu machen. Aber seht selbst:

Das nächste Highlight, und mein persönliches Highlight der Show, war der Auftritt von Lady Gaga, dem die Rede von Joe Biden vorausging. Das Thema, was er ansprach, war die Zunahme von sexueller Nötigung bzw. sexuellen Übergriffen, insbesondere an Colleges. Ein Thema, was auch hier in Madison an der Uni leider sehr präsent ist. Fast jede Woche erhalten wir eine Email mit dem Betreff „Sexual Crime Warning“ – jedes Mal, wenn ein sexueller Übergriff auf eine Studierende und einen Studierenden gemeldet wurde. Und das sind bei weitem nicht alle Fälle! Umso beeindruckender fand ich, das dieses Thema bei der Show seinen Platz gefunden hat. Und dann kam Lady Gaga im weißen Kostüm, an einem weißen Flügel, mit einem Chor aus 40 Opfern eines sexuellen Überfalls. Wahnsinn, welche Emotionen da transportiert wurden:

Natürlich, die Amis wären nicht die Amis wenn zwei Hundertstelsekunden nach dem letzten Ton direkt: „This Performance was sponsered by Chrysler“ eingeblendet würde, aber dennoch: Die Nachricht wurde transportiert und die Bühne gut genutzt!

Und dann kam der Moment von Leo, der, nach den üblichen Danksagungen, auch noch ein Appell hinsichtlich Klimawandel an die Zuschauer richtete!

Man kann von dem Event halten was man will, und es gibt wahrlich bedeutenderes als die Oscars, aber ich fand es schön zu sehen, dass es wahrlich mehr ist als „Sehen und Gesehen werden“.



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