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Raphael

Schlagwort: ‘Amerika’

Road Trip nach Kanada – Teil 1: Niagara Fälle!

26. Mai 2016 | von

Nach der Graduation und einem feucht fröhlichen Tag sind Johanna und ich am nächsten Tag abends in Richtung Kanada. Um den Chicago-Stau zu umgehen, wollten wir abends schon die ersten 3 Stunden „schaffen“. Dafür haben wir die Sitze unseres Chryslers in den Boden geklappt und eine Matratze in den Rückraum getan. Das sah dann so aus:

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Graduation :)

16. Mai 2016 | von

Wie bereits in meinem letzen Blog angekündigt, stand nach meinem erfolgreichen Musterabschluss noch die letzte Etappe an: Die Graduation Ceremony im 80.000 Menschen fassenden Camp Randall Stadion!

Repräsentativ für meine Familie ist Johanna zu Besuch gekommen, um mit mir diesen Tag zu feiern. Und obwohl die Amis selbst zu so einem Tag mit Jogginghose und Sportschuhen gehen, haben wir beide uns chic gemacht 🙂

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Done! Done! Done!

12. Mai 2016 | von

Letzte Woche hatte ich bereits berichtet, dass ich meine Masterarbeit abgegeben habe. Um nun aber tatsächlich Master of Science in Mechanical Engineering der UW Madison zu werden, fehlten noch 2 Schritte:
1. Arbeit verteidigen
2. Arbeit archivieren

Am 06.05. stand zunächst meine Defense an, bestehend aus einer 30 minütigen Präsentation und einer 30 minütigen Fragestunde. Die Verteidigung findet dabei vor einem „Comittee“ bestehend aus 3 Professoren statt. Das Institut ist natürlich eingeladen. Gemeinsam mit Tom und Lorenz habe ich also am letzen Freitag (05/06) meine Arbeit verteidigt. Um alle positiv zu stimmen, haben wir natürlich mit dem Essen nicht gegeizt 😉 Weiterlesen »

Mifflin „Festival“ und BBQ!

03. Mai 2016 | von

Nachdem ich letzten Freitag meine Masterarbeit eingereicht habe, war am Wochenende erstmal ausspannen angesagt!

Da wir gehört hatten, dass es auf der Mifflin Street ein „Festival“ gäbe, haben wir uns trotz Regens dorthin aufgemacht. An den vielen rot gekleideten Leuten konnte man auch erahnen, dass dort gut was los ist. Als wir kurz vor erreichen der Straße immer noch keine Livemusik gehört haben, wurden wir etwas stutzig, bis wir gesehen haben, worum es sich bei dem „Festival“ wirklich gehandelt hat 😀 Aber seht selbst:

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Im Endeffekt haben sich alle Studenten der Straße abgesprochen, dass sie alle an dem einen Tag eine Open-door Hausparty schmeißen – ziemlich witzig mit anzusehen, auch wenn wir hinsichtlich der Tragfähigkeit der Balkone etwas besorgt waren. Doch da trinken auf der Straße bzw. Gehweg nicht erlaubt ist, mussten sich halt alle irgendwie auf die Balkone und Frontporches quetschen. Was man auf dem Bild jetzt nicht sieht: Es waren mindestens 20 Polizeiautos und 60 Polizisten in der Straße – mehr als bei jedem Badgersspiel (da kommen ja nur 80,000 Zuschauer ;)).

Und auch eine Nachricht für alle Mütter gab es vorträglich zum Muttertag:
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Danach waren wir dann wieder einmal bei Rogelio zum Kochen eingeladen, nach mexikanisch und deutsch war es dieses Mal Zeit für amerikanisch: Leckeres BBQ! 🙂
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Genau das richtige Wochenende nach vier recht arbeitsintensiven Wochen 🙂

Oh du schönes Madison!

10. April 2016 | von

Da ich aktuell leider sehr eingespannt mit meiner Masterarbeit bin (ich habe nur noch 3 Wochen bis zur Abgabe…), gibt es heute mal wenig Text, aber viele Bilder. Denn ich will mit einem Vorurteil aufräumen, das Wisconsin bzw. Madison langweilig oder nicht schön sein. Sicherlich hat Madison nicht so viele Attraktionen zu bieten wie z.B. Chicago oder New York, aber Madison hat einfach viele schöne Ecken und eine wunderbare Natur. Jeden morgen auf dem Weg zur Uni gehe ich an dem größten der vier Seen, dem Lake Mendota, vorbei, genauer gesagt dem James Madison Park (benannt nach dem 4. Präsidenten und einem der Gründerväter der USA, sowie Namensgeber der Stadt). Und egal ob September, Februar oder April, der Blick auf den See ist jeden morgen etwas besonderes, aber seht selbst. Ich lasse euch mit den Bildern alleine, bis zum nächsten Mal!

September
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Ostern/ Springbreak in der Heimat :)

04. April 2016 | von

Wie sicherlich einige von euch wissen, haben die Amis im März ihre „Osterferien“, sog. Springbreak. Da dies zeitgleich zu Ostern in Deutschland war, habe ich mich nach einigen Überlegungen dazu entschieden, meine Familie zu überraschen (Ostern ist immer ein schönes Familienfest), sowie meine Freundin und meine Freunde wiederzusehen und nach Deutschland zu fliegen. Auch wenn ich im Juni schon wieder ganz in Deutschland bin, dachte ich, dass ein kurzer Heimaturlaub nicht schaden kann!

So bin ich also am 18. März über den kleinen Umweg Istanbul nach Düsseldorf geflogen. Meine Familie wusste von dem ganzen nichts. Da ich erst Sonntagabends spät bei meinen Eltern ankommen sollte und ich sie nicht schon mit dem Klingeln erschrecken wollte (ich meine wer klingelt in einem 2000 Leute Dorf Sonntagabends um 22:00 Uhr?!), musste eine kleine Lüge herhalten: Johanna schrieb meiner Mutter, dass sie aufgrund eines Softballturniers in der Nähe sei, aber aufgrund Verzögerungen erst sehr spät nach Hause käme (meine Eltern wohnen in der Nähe von Hannover) und ob es möglich wäre, dass sie bei meinen Eltern übernachtet. Da dies, wie vermutet, kein Problem war, waren meine Eltern auf Besuch vorbereitet und das Bett schon gemacht 😉

Wie erhofft, war die Freude bei meiner Familie riesig und mir tat es natürlich auch sehr gut, alle einmal wieder zu sehen! Von Hannover ging es dann zunächst nach Aachen, dann zu Johannas Familie nach Köln und dann wieder für Ostern zurück nach Hannover 🙂 Natürlich wurde viel gegessen und auch der erste Schluck Alkohol nach dem Fasten sehr genossen! (da ich auch an Sonntagen gefastet habe war es der erste nach 46 Tagen)

Erster Gin Tonic nach 46 Tagen Fastenzeit!

Erster Gin Tonic nach 46 Tagen Fastenzeit!

Nachdem ich in den knapp 2 Wochen in denen ich da war versucht habe so viele Leute wie möglich wiederzusehen, stand am letzten Tag dann noch eine schöne 90er Party in Köln an. Dabei wurden erst einmal deutsche Freiheiten in Form eines Bieres auf offener Straße genossen (Wegbiere sind in den USA nämlich verboten):

Vortrinken vor der 90er Party!

Vortrinken vor der 90er Party!

Erstes Wegbier nach 7 Monaten!

Erstes Wegbier nach 7 Monaten!

Zum Schluss stand dann der Rückflug über den größten Flughafen der Welt (zumindest bezogen auf die Passagiere pro Jahr) an: Atlanta. Ein riesiges Ding! Mit Curbside-Check-In und „kurzen“ Schlangen vor dem Security Schalter (der ist irgendwo hinter den Treppen auf dem Bild.)

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Fast hätte ich mir in Atlanta sogar noch meinen kompletten Urlaub finanziert bzw. sogar Geld verdient, da nach Passagieren gefragt wurden, die bereit wären, ihren Flug gegen einen 700 Dollar Voucher auf einen späteren Flug umzubuchen. Doch dann habe ich leider noch den letzten Platz in meinem originalen Flug bekommen – immerhin an den Notausgangssitzen mit viel Beinfreiheit und eine tolle Aussicht!

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Die Welt ist klein!

23. März 2016 | von

Heute ist es Zeit für eine Geschichte, die schon etwas her ist, aber immer noch erzählenswert. Sie zeigt, wie klein die Welt doch manchmal sein kann.

In einem Gespräch mit Flo (einem Masteranden aus Erlangen) haben wir uns darüber unterhalten, wie ich eigentlich an das Polymer Engineering Center gekommen bin, da er wusste, dass ich eigentlich Produktionstechnik vertiefe. Dabei ereignete sich folgender Dialog, der zeigt, dass die Welt winzig ist:

Flo: „Wie bist du dann ans PEC gekommen?“
Ich: „Ich habe ein Auslandssemester in Lyon gemacht und dort an der Materialwissenschaftsfakultät studiert. Dadurch hat sich mein Interesse für Kunststoffe geweckt.“
Flo: „Ach cool! Meine Mitbewohnerin von hier kommt auch aus Frankreich, aber ich habe keine Ahnung aus welcher Stadt!“
Ich: „Ich weiß, die Wahrscheinlichkeit, dass wir uns kennen ist gering, aber wie heißt sie denn?“
Flo: „Camille. Aber die studiert auch irgendwas mit Energie!“
Ich: „Ach ok, so heißt da ja eh jede zweite. Aber ich habe in Lyon sogar ein Fach an dem Energietechnikinstitut gehört.“
Flo: „Ja, meine Mitbewohnerin hat so einen italienischen Nachnamen. Vicen… irgendwas!“
Ich: „Ach verarsch mich nicht, aber nicht Vincensini!“
Flo: „Doch, so heißt sie!“
Und tatsächlich, ein kurzer check bei Facebook und seine Mitbewohnerin war tatsächlich meine Sitznachbarin aus Regelungstechnik in Lyon.
Er hat ihr direkt geschrieben, sie ist direkt zur bar gekommen, Beweisselfie gemacht:

Wiedersehen mit Camille!

Wiedersehen mit Camille!

Winzige Welt!

Schnitzelfest!

06. März 2016 | von

Nachdem uns Rogelio, ein Kollege von uns, und seine Frau uns schon des Öfteren zum Essen eingeladen hatten (ob Thanksgiving oder einfach mexikanisch), waren wir jetzt mal dran mit was typisch deutschem: Schnitzel und Spätzle!

12 Leute sollten wir bekochen, sicherheitshalber haben wir mal mit 15 geplant – also ab in den Großmarkt und entsprechend eingekauft. Zur Sicherheit die kalkulierten 7 Pfund Fleisch noch einmal auf 10 aufgerundet und dann am Ende doch 12 gekauft. Wäre ja auch peinlich, wenn es zu wenig Essen geben würde. Es sah schon beim Einkaufen etwas viel aus, aber man weiß ja nie, wie groß der Hunger am Ende ist. Noch fix 36 Eier (für die Panade und die Spätzle gekauft), zwei Packungen Semmelbrösel, Mehl – passt!

Nach einem spannenden Spitzenspiel zwischen Bayern und Dortmund haben wir dann mit dem Schnitzelklopfen begonnen. Als ich dann den Fleischberg gesehen habe, war mir schon klar, dass es minimal zu viel sein könnte:

Fleischberg!

Fleischberg!

Nachdem wir dann die Spätzle gemacht haben und schließlich mit dem Panieren begannen, wurde uns schnell bewusst, dass wir einfach viel zu wenig Eier und Panade gekauft haben – mit anderen Worten: Fleisch für 30 Leute! So holten wir noch fix die gleiche Menge an Eiern und Semmelbröseln nach 😀

Panieraction

Panieraction

Der panierte Fleischberg sah dann am Ende so aus:
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Um es etwas gesund zu halten, gab es auch noch eine Pilz-Sahne-Sauce dazu!

Nachdem wir bei Rogelio angekommen waren und ca. 1 Stunde Schnitzel gebraten haben, war das Ergebnis Folgendes:

Gebratene Schnitzel im Ofen!

Gebratene Schnitzel im Ofen!

Das war ein Teil der Schnitzel, ein Paar hatten wir gar nicht erst in den Ofen gepackt, weil uns klar war, dass wir vermutlich nicht alle essen. Nachdem wir dann noch ca. eine halbe Stunde Spätzle mit einem Messer gekratzt haben (natürlich hatten wir nicht das richtige Equipment) konnten wir endlich essen:

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Immerhin haben wir eine der drei Schalen geschafft, haben uns also nur „leicht“ verkalkuliert. Das Gute ist: Diese Woche müssen wir nicht mehr kochen 😉

#OscarsSoWhite #CongratsLeo

03. März 2016 | von

Gestern war es wieder einmal soweit: einer roter Teppich, viele Stars, viel Show: Die Oscars! Und ich dachte mir, wenn man schon einmal in den USA ist, dann kann man sich die Show auch mal live anschauen.

Was mich besonders freut (und vermutlich auch viele mitbekommen haben): Leo hat ihn endlich. Nach 5 Nominierungen und teilweise genialen Auftritten in „Wolf of Wall Street“, „Inception“, „Django Unchained“, „The Great Gatsby“ und letztendlich eben „The Revenant“ auch wahrlich zu Recht!

Doch das war nicht das, was ich an dem Abend am interessantesten fand. Viel mehr war es die Mischung aus viel Show, Sehen und Gesehen werden, (natürlich) Werbespots, aber auch politischen und gesellschaftsrelevanten Statements. Die große Bühne wurde wahrlich genutzt, um entsprechende Messages zu senden!

Aber von vorne:

Bereits im Voraus der Oscars begann eine Ethikdebatte, da sowohl unter den nominierten für den besten Haupt- und Nebendarsteller, als auch für die beste Haupt- und Nebendarstellerin ausschließlich weiße Schauspieler waren – genau wie im Jahr zuvor. Gerade deswegen waren viele gespannt, wie der dunkelhäutige Comedian und Moderator Chris Rock durch die Oscars führen würde. Es war im Vorfeld gar von einer Absage die Rede. Aber schon als ich das erste Bild sah, habe ich ihn einfach gefeiert: Schwarze Fliege, weißes Hemd, weißes Sakko!

Chris Rock bei den Oscars (Photo by Kevin Winter/Getty Images)

Chris Rock bei den Oscars (Photo by Kevin Winter/Getty Images)

Und dann kam eine Pointe nach der nächsten und wirklich sehr gut verpackte Kritik, sowie der Aufruf zu mehr Diversität. Bereits da war ich zum ersten Mal etwas erstaunt, dachte ich im Vorfeld doch, dass die Show wirklich nur ein oberflächliches Schaulaufen sei.

Doch es sollte noch weitergehen. Mein nächstes persönliches Highlight war die Ansprache von Louis C.K. vor der Verleihung für den besten Kurzdokumentarfilm, in der er auf eine unfassbar witzige Art und Weise deutlich machte, wie wenig wertgeschätzt diese eigentlich so bedeutenden Filme sind. Das ganze aber, ohne dabei die anderen Filme schlecht zu machen. Aber seht selbst:

Das nächste Highlight, und mein persönliches Highlight der Show, war der Auftritt von Lady Gaga, dem die Rede von Joe Biden vorausging. Das Thema, was er ansprach, war die Zunahme von sexueller Nötigung bzw. sexuellen Übergriffen, insbesondere an Colleges. Ein Thema, was auch hier in Madison an der Uni leider sehr präsent ist. Fast jede Woche erhalten wir eine Email mit dem Betreff „Sexual Crime Warning“ – jedes Mal, wenn ein sexueller Übergriff auf eine Studierende und einen Studierenden gemeldet wurde. Und das sind bei weitem nicht alle Fälle! Umso beeindruckender fand ich, das dieses Thema bei der Show seinen Platz gefunden hat. Und dann kam Lady Gaga im weißen Kostüm, an einem weißen Flügel, mit einem Chor aus 40 Opfern eines sexuellen Überfalls. Wahnsinn, welche Emotionen da transportiert wurden:

Natürlich, die Amis wären nicht die Amis wenn zwei Hundertstelsekunden nach dem letzten Ton direkt: „This Performance was sponsered by Chrysler“ eingeblendet würde, aber dennoch: Die Nachricht wurde transportiert und die Bühne gut genutzt!

Und dann kam der Moment von Leo, der, nach den üblichen Danksagungen, auch noch ein Appell hinsichtlich Klimawandel an die Zuschauer richtete!

Man kann von dem Event halten was man will, und es gibt wahrlich bedeutenderes als die Oscars, aber ich fand es schön zu sehen, dass es wahrlich mehr ist als „Sehen und Gesehen werden“.