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Raphael

Schlagwort: ‘Auslandsstudium’

Mifflin „Festival“ und BBQ!

03. Mai 2016 | von

Nachdem ich letzten Freitag meine Masterarbeit eingereicht habe, war am Wochenende erstmal ausspannen angesagt!

Da wir gehört hatten, dass es auf der Mifflin Street ein „Festival“ gäbe, haben wir uns trotz Regens dorthin aufgemacht. An den vielen rot gekleideten Leuten konnte man auch erahnen, dass dort gut was los ist. Als wir kurz vor erreichen der Straße immer noch keine Livemusik gehört haben, wurden wir etwas stutzig, bis wir gesehen haben, worum es sich bei dem „Festival“ wirklich gehandelt hat 😀 Aber seht selbst:

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Im Endeffekt haben sich alle Studenten der Straße abgesprochen, dass sie alle an dem einen Tag eine Open-door Hausparty schmeißen – ziemlich witzig mit anzusehen, auch wenn wir hinsichtlich der Tragfähigkeit der Balkone etwas besorgt waren. Doch da trinken auf der Straße bzw. Gehweg nicht erlaubt ist, mussten sich halt alle irgendwie auf die Balkone und Frontporches quetschen. Was man auf dem Bild jetzt nicht sieht: Es waren mindestens 20 Polizeiautos und 60 Polizisten in der Straße – mehr als bei jedem Badgersspiel (da kommen ja nur 80,000 Zuschauer ;)).

Und auch eine Nachricht für alle Mütter gab es vorträglich zum Muttertag:
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Danach waren wir dann wieder einmal bei Rogelio zum Kochen eingeladen, nach mexikanisch und deutsch war es dieses Mal Zeit für amerikanisch: Leckeres BBQ! 🙂
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Genau das richtige Wochenende nach vier recht arbeitsintensiven Wochen 🙂

Oh du schönes Madison!

10. April 2016 | von

Da ich aktuell leider sehr eingespannt mit meiner Masterarbeit bin (ich habe nur noch 3 Wochen bis zur Abgabe…), gibt es heute mal wenig Text, aber viele Bilder. Denn ich will mit einem Vorurteil aufräumen, das Wisconsin bzw. Madison langweilig oder nicht schön sein. Sicherlich hat Madison nicht so viele Attraktionen zu bieten wie z.B. Chicago oder New York, aber Madison hat einfach viele schöne Ecken und eine wunderbare Natur. Jeden morgen auf dem Weg zur Uni gehe ich an dem größten der vier Seen, dem Lake Mendota, vorbei, genauer gesagt dem James Madison Park (benannt nach dem 4. Präsidenten und einem der Gründerväter der USA, sowie Namensgeber der Stadt). Und egal ob September, Februar oder April, der Blick auf den See ist jeden morgen etwas besonderes, aber seht selbst. Ich lasse euch mit den Bildern alleine, bis zum nächsten Mal!

September
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Ostern/ Springbreak in der Heimat :)

04. April 2016 | von

Wie sicherlich einige von euch wissen, haben die Amis im März ihre „Osterferien“, sog. Springbreak. Da dies zeitgleich zu Ostern in Deutschland war, habe ich mich nach einigen Überlegungen dazu entschieden, meine Familie zu überraschen (Ostern ist immer ein schönes Familienfest), sowie meine Freundin und meine Freunde wiederzusehen und nach Deutschland zu fliegen. Auch wenn ich im Juni schon wieder ganz in Deutschland bin, dachte ich, dass ein kurzer Heimaturlaub nicht schaden kann!

So bin ich also am 18. März über den kleinen Umweg Istanbul nach Düsseldorf geflogen. Meine Familie wusste von dem ganzen nichts. Da ich erst Sonntagabends spät bei meinen Eltern ankommen sollte und ich sie nicht schon mit dem Klingeln erschrecken wollte (ich meine wer klingelt in einem 2000 Leute Dorf Sonntagabends um 22:00 Uhr?!), musste eine kleine Lüge herhalten: Johanna schrieb meiner Mutter, dass sie aufgrund eines Softballturniers in der Nähe sei, aber aufgrund Verzögerungen erst sehr spät nach Hause käme (meine Eltern wohnen in der Nähe von Hannover) und ob es möglich wäre, dass sie bei meinen Eltern übernachtet. Da dies, wie vermutet, kein Problem war, waren meine Eltern auf Besuch vorbereitet und das Bett schon gemacht 😉

Wie erhofft, war die Freude bei meiner Familie riesig und mir tat es natürlich auch sehr gut, alle einmal wieder zu sehen! Von Hannover ging es dann zunächst nach Aachen, dann zu Johannas Familie nach Köln und dann wieder für Ostern zurück nach Hannover 🙂 Natürlich wurde viel gegessen und auch der erste Schluck Alkohol nach dem Fasten sehr genossen! (da ich auch an Sonntagen gefastet habe war es der erste nach 46 Tagen)

Erster Gin Tonic nach 46 Tagen Fastenzeit!

Erster Gin Tonic nach 46 Tagen Fastenzeit!

Nachdem ich in den knapp 2 Wochen in denen ich da war versucht habe so viele Leute wie möglich wiederzusehen, stand am letzten Tag dann noch eine schöne 90er Party in Köln an. Dabei wurden erst einmal deutsche Freiheiten in Form eines Bieres auf offener Straße genossen (Wegbiere sind in den USA nämlich verboten):

Vortrinken vor der 90er Party!

Vortrinken vor der 90er Party!

Erstes Wegbier nach 7 Monaten!

Erstes Wegbier nach 7 Monaten!

Zum Schluss stand dann der Rückflug über den größten Flughafen der Welt (zumindest bezogen auf die Passagiere pro Jahr) an: Atlanta. Ein riesiges Ding! Mit Curbside-Check-In und „kurzen“ Schlangen vor dem Security Schalter (der ist irgendwo hinter den Treppen auf dem Bild.)

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Fast hätte ich mir in Atlanta sogar noch meinen kompletten Urlaub finanziert bzw. sogar Geld verdient, da nach Passagieren gefragt wurden, die bereit wären, ihren Flug gegen einen 700 Dollar Voucher auf einen späteren Flug umzubuchen. Doch dann habe ich leider noch den letzten Platz in meinem originalen Flug bekommen – immerhin an den Notausgangssitzen mit viel Beinfreiheit und eine tolle Aussicht!

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Die Welt ist klein!

23. März 2016 | von

Heute ist es Zeit für eine Geschichte, die schon etwas her ist, aber immer noch erzählenswert. Sie zeigt, wie klein die Welt doch manchmal sein kann.

In einem Gespräch mit Flo (einem Masteranden aus Erlangen) haben wir uns darüber unterhalten, wie ich eigentlich an das Polymer Engineering Center gekommen bin, da er wusste, dass ich eigentlich Produktionstechnik vertiefe. Dabei ereignete sich folgender Dialog, der zeigt, dass die Welt winzig ist:

Flo: „Wie bist du dann ans PEC gekommen?“
Ich: „Ich habe ein Auslandssemester in Lyon gemacht und dort an der Materialwissenschaftsfakultät studiert. Dadurch hat sich mein Interesse für Kunststoffe geweckt.“
Flo: „Ach cool! Meine Mitbewohnerin von hier kommt auch aus Frankreich, aber ich habe keine Ahnung aus welcher Stadt!“
Ich: „Ich weiß, die Wahrscheinlichkeit, dass wir uns kennen ist gering, aber wie heißt sie denn?“
Flo: „Camille. Aber die studiert auch irgendwas mit Energie!“
Ich: „Ach ok, so heißt da ja eh jede zweite. Aber ich habe in Lyon sogar ein Fach an dem Energietechnikinstitut gehört.“
Flo: „Ja, meine Mitbewohnerin hat so einen italienischen Nachnamen. Vicen… irgendwas!“
Ich: „Ach verarsch mich nicht, aber nicht Vincensini!“
Flo: „Doch, so heißt sie!“
Und tatsächlich, ein kurzer check bei Facebook und seine Mitbewohnerin war tatsächlich meine Sitznachbarin aus Regelungstechnik in Lyon.
Er hat ihr direkt geschrieben, sie ist direkt zur bar gekommen, Beweisselfie gemacht:

Wiedersehen mit Camille!

Wiedersehen mit Camille!

Winzige Welt!

Schnitzelfest!

06. März 2016 | von

Nachdem uns Rogelio, ein Kollege von uns, und seine Frau uns schon des Öfteren zum Essen eingeladen hatten (ob Thanksgiving oder einfach mexikanisch), waren wir jetzt mal dran mit was typisch deutschem: Schnitzel und Spätzle!

12 Leute sollten wir bekochen, sicherheitshalber haben wir mal mit 15 geplant – also ab in den Großmarkt und entsprechend eingekauft. Zur Sicherheit die kalkulierten 7 Pfund Fleisch noch einmal auf 10 aufgerundet und dann am Ende doch 12 gekauft. Wäre ja auch peinlich, wenn es zu wenig Essen geben würde. Es sah schon beim Einkaufen etwas viel aus, aber man weiß ja nie, wie groß der Hunger am Ende ist. Noch fix 36 Eier (für die Panade und die Spätzle gekauft), zwei Packungen Semmelbrösel, Mehl – passt!

Nach einem spannenden Spitzenspiel zwischen Bayern und Dortmund haben wir dann mit dem Schnitzelklopfen begonnen. Als ich dann den Fleischberg gesehen habe, war mir schon klar, dass es minimal zu viel sein könnte:

Fleischberg!

Fleischberg!

Nachdem wir dann die Spätzle gemacht haben und schließlich mit dem Panieren begannen, wurde uns schnell bewusst, dass wir einfach viel zu wenig Eier und Panade gekauft haben – mit anderen Worten: Fleisch für 30 Leute! So holten wir noch fix die gleiche Menge an Eiern und Semmelbröseln nach 😀

Panieraction

Panieraction

Der panierte Fleischberg sah dann am Ende so aus:
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Um es etwas gesund zu halten, gab es auch noch eine Pilz-Sahne-Sauce dazu!

Nachdem wir bei Rogelio angekommen waren und ca. 1 Stunde Schnitzel gebraten haben, war das Ergebnis Folgendes:

Gebratene Schnitzel im Ofen!

Gebratene Schnitzel im Ofen!

Das war ein Teil der Schnitzel, ein Paar hatten wir gar nicht erst in den Ofen gepackt, weil uns klar war, dass wir vermutlich nicht alle essen. Nachdem wir dann noch ca. eine halbe Stunde Spätzle mit einem Messer gekratzt haben (natürlich hatten wir nicht das richtige Equipment) konnten wir endlich essen:

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Immerhin haben wir eine der drei Schalen geschafft, haben uns also nur „leicht“ verkalkuliert. Das Gute ist: Diese Woche müssen wir nicht mehr kochen 😉

#OscarsSoWhite #CongratsLeo

03. März 2016 | von

Gestern war es wieder einmal soweit: einer roter Teppich, viele Stars, viel Show: Die Oscars! Und ich dachte mir, wenn man schon einmal in den USA ist, dann kann man sich die Show auch mal live anschauen.

Was mich besonders freut (und vermutlich auch viele mitbekommen haben): Leo hat ihn endlich. Nach 5 Nominierungen und teilweise genialen Auftritten in „Wolf of Wall Street“, „Inception“, „Django Unchained“, „The Great Gatsby“ und letztendlich eben „The Revenant“ auch wahrlich zu Recht!

Doch das war nicht das, was ich an dem Abend am interessantesten fand. Viel mehr war es die Mischung aus viel Show, Sehen und Gesehen werden, (natürlich) Werbespots, aber auch politischen und gesellschaftsrelevanten Statements. Die große Bühne wurde wahrlich genutzt, um entsprechende Messages zu senden!

Aber von vorne:

Bereits im Voraus der Oscars begann eine Ethikdebatte, da sowohl unter den nominierten für den besten Haupt- und Nebendarsteller, als auch für die beste Haupt- und Nebendarstellerin ausschließlich weiße Schauspieler waren – genau wie im Jahr zuvor. Gerade deswegen waren viele gespannt, wie der dunkelhäutige Comedian und Moderator Chris Rock durch die Oscars führen würde. Es war im Vorfeld gar von einer Absage die Rede. Aber schon als ich das erste Bild sah, habe ich ihn einfach gefeiert: Schwarze Fliege, weißes Hemd, weißes Sakko!

Chris Rock bei den Oscars (Photo by Kevin Winter/Getty Images)

Chris Rock bei den Oscars (Photo by Kevin Winter/Getty Images)

Und dann kam eine Pointe nach der nächsten und wirklich sehr gut verpackte Kritik, sowie der Aufruf zu mehr Diversität. Bereits da war ich zum ersten Mal etwas erstaunt, dachte ich im Vorfeld doch, dass die Show wirklich nur ein oberflächliches Schaulaufen sei.

Doch es sollte noch weitergehen. Mein nächstes persönliches Highlight war die Ansprache von Louis C.K. vor der Verleihung für den besten Kurzdokumentarfilm, in der er auf eine unfassbar witzige Art und Weise deutlich machte, wie wenig wertgeschätzt diese eigentlich so bedeutenden Filme sind. Das ganze aber, ohne dabei die anderen Filme schlecht zu machen. Aber seht selbst:

Das nächste Highlight, und mein persönliches Highlight der Show, war der Auftritt von Lady Gaga, dem die Rede von Joe Biden vorausging. Das Thema, was er ansprach, war die Zunahme von sexueller Nötigung bzw. sexuellen Übergriffen, insbesondere an Colleges. Ein Thema, was auch hier in Madison an der Uni leider sehr präsent ist. Fast jede Woche erhalten wir eine Email mit dem Betreff „Sexual Crime Warning“ – jedes Mal, wenn ein sexueller Übergriff auf eine Studierende und einen Studierenden gemeldet wurde. Und das sind bei weitem nicht alle Fälle! Umso beeindruckender fand ich, das dieses Thema bei der Show seinen Platz gefunden hat. Und dann kam Lady Gaga im weißen Kostüm, an einem weißen Flügel, mit einem Chor aus 40 Opfern eines sexuellen Überfalls. Wahnsinn, welche Emotionen da transportiert wurden:

Natürlich, die Amis wären nicht die Amis wenn zwei Hundertstelsekunden nach dem letzten Ton direkt: „This Performance was sponsered by Chrysler“ eingeblendet würde, aber dennoch: Die Nachricht wurde transportiert und die Bühne gut genutzt!

Und dann kam der Moment von Leo, der, nach den üblichen Danksagungen, auch noch ein Appell hinsichtlich Klimawandel an die Zuschauer richtete!

Man kann von dem Event halten was man will, und es gibt wahrlich bedeutenderes als die Oscars, aber ich fand es schön zu sehen, dass es wahrlich mehr ist als „Sehen und Gesehen werden“.

Ash Wednesday!

19. Februar 2016 | von

Nachdem ich letzte Woche relativ alkohol- und partylastig berichtet habe, möchte ich dieses Mal über ein Erlebnis der komplett anderen Sorte berichten.

Und zwar wie einige sicher wissen, beginnt nach der feucht-fröhlichen Karnevalszeit die triste 40-tägige Fastenzeit. Naja, sagen wir mal, ein kleiner Teil verzichtet, oder probiert auf irgendwas zu verzichten. Manche verzichten auf Lernen, andere auf Süßigkeiten und ich habe mir in diesem Jahr fest vorgenommen, 40 Tage auf Alkohol zu verzichten. Nach einer Woche habe ich mein Fasten auch noch nicht gebrochen. Nach dem ich die letzten 3 Jahre erfolgreich nicht gefastet habe, bzw. nach kurzer Zeit gescheitert bin, bin ich dieses Jahr sehr zuversichtlich.

Wie dem auch sei, dachte ich mir, dass es keinen besseren Start in die Fastenzeit gäbe als den Aschermittwochs-Gottesdienst (Ash-Wednesday). Ich hatte mir ohnehin fest vorgenommen, hier mal die Kirchenkultur zu entdecken (immerhin war ich früher 10 Jahre lang Messdiener), und nach einem halben Jahr hatte ich es tatsächlich geschafft.

Also bin ich Mittwochabend, pünktlich 20:50 Uhr in der Kirche für den Gottesdienst um 21:00 gewesen und zwar in der Studentenkirche der UW. Wie ich es mir schon fast gedacht hatte, war relativ wenig los, vielleicht so 30 Personen. Für 10 Minuten vor Gottesdienstbeginn nicht so viel. Ich fand dann aber doch sehr schnell heraus, dass der Gottesdienst erst um 21:30 los ging.

Und eine halbe Stunde später ein komplett anderes Bild: 600 (in Worten: sechshundert) junge Leute zwischen 18 und 25 waren in der Kirche für den Gottesdienst. So etwas habe ich wirklich vorher noch nie erlebt und fand es einfach unfassbar beindruckend. Auch die Art und Weise wie der Gottesdienst gemacht wurde, gefiel mir sehr: eine Mischung aus Tradition, aber dennoch sehr jung gehalten, insbesondere die sonst eher dröge Predigt, in welcher der Pastor von seinem Fasten berichtete:
„Als er noch Student war, hat er in einem Jahr gemeinsam mit seinem besten Kumpel auf Bier verzichtet. Als die beiden dann drei Tage nach Aschermittwoch zum Feiern raus sind und alle Freunde sich das $1 Bier bestellt haben, mussten der Pastor und sein Kumpel Wohl oder Übel einen Whiskey Sour bestellen. Welche Lehre zog er aus seiner Fastenzeit: „I just found out, how expensive it is if you are not allowed drink beer anymore!“ 😉

Am Ende des Gottesdienstes schüttelte der Pastor jeder Person die Hand, bedankte sich für das Kommen und wünschte eine gute Fastenzeit.

In diesem Sinne wünsche ich allen Fastenden ein gutes Durchhaltevermögen! Bis nächste Woche 😉

Carnival & Super Bowl!

09. Februar 2016 | von

Das letzte Wochenende war relativ hart – erst haben wir bei uns mit 150 Leuten auf drei Etagen „Carnival“ gefeiert, um ein bisschen deutsche Tradition in die USA zu bringen, am Sonntag stand dann der Super Bowl an, also DAS Spektakel in den USA – aber der Reihe nach!

Da es zum guten Ton gehört, mindestens eine große Party im Germanhouse zu machen, haben wir uns dieses Jahr für eine Karnevalsparty entschieden. Ein bisschen deutsche Tradition, auf allen drei Etagen, mit Jane, Musik- und Lichtanlage und vielen Freunden! Zunächst einmal musste ein Kostüm besorgt werden, etwas witziges, aber am besten nicht so teuer. Tobi und ich haben uns dann für einen Klassiker entschieden – Krankenschwestern 😉

Nurses :)

Nurses 🙂

Die ersten Gäste sind da!

Die ersten Gäste sind da!

Die Stimmung war auch schnell gut, und als die Besucherzahl zwischen 10:59 und 11:00 auf einmal gefühlt von 50 auf 150 urplötzlich anstieg, war die Bude rappelvoll. Selbst als zwischenzeitlich die Musik durch das urplötzliche Verschwinden der DJane kurz ausfiel, haben die Südamerikaner einfach 15 Minuten lang selbst Musik gemacht. Ein Blick in die Wohnung und insbesondere den Boden am nächsten Tag, hat noch einmal verdeutlich, wie gut die Party wirklich war! 🙂

Der Boden am Morgen danach...

Der Boden am Morgen danach…

Am Tag danach stand [nach dem Aufräumen, was überraschend schnell ging] der Super Bowl an. Broncos vs. Panthers, bzw. die [vermutlich] letzte Schlacht des alten Mannes. Und wie es sich gehört hatten wir Wings, Chips und auch etwas Bier.
Ich muss ehrlich gesagt gestehen, dass der Hype gar nicht so groß war, wie ich das gedacht hatte, sondern einfach etwas anders. Neben dem Spiel, der Hymne und der Halbzeitshow, war mein persönliches Highlight aber die 15er Wette von Brian. Der hatte nämlich einen Wettschein mit 15 ganz unterschiedlichen Wetten, bei denen er 10 richtig haben musste um seinen Einsatz wieder zu bekommen, und ab jedem richtigen über 10 jeweils 100 Dollar bekommen hat. Die Wetten waren unter anderem:
– Singt Lady Gaga die Hymne länger als 2:20 min (das ist die eigentlich vorgesehene Zeit) – Ja, sie war bei 2:22
– Wer gewinnt den Münzwurf zu beginn des Spiels?
– Kommen die Wörter „Trump, Clinton oder Sanders“ in den Werbespots vor
– Hat das Gatorade, welches am Ende klassisch über den Siegercoach geschüttet wird, eine andere Farbe als weiß oder gelb?

Brian hatte am Ende übrigens 11 richtige – der 11. richtige war die Wette, ob Peyton Manning einmal während der TV-Übertragung weint oder nicht. Hat er nicht!

Und dann gab es natürlich noch die super teuren Werbespots. Mein Highlight war der Dorrito-Werbespot:

Ein sehr geiles Wochenende!

Superstrudel!

08. Februar 2016 | von

Superstrudel, The German Wunderkind, The 7 Foot Schnitzel, Dunking Deutschman, Germanator – Dirk Nowitzki hat viele Spitznamen in den USA! Und wir hatten die Ehre ihn live im United Center gegen die Chicago Bulls zu sehen.

Aber von vorne: Wie bereits öfter erwähnt bin ich riesiger Sportfan und möchte hier in den USA so viele Sportarten wie möglich live sehen. Da wir relativ spontan halbwegs bezahlbare Tickets der Mavs (also Dirk) gegen die Bulls in Chicago ergattern konnten, haben wir uns zu siebt in Richtung United Center aufgemacht. Nachdem wir uns neben vielen anderen Kindern noch unsere Fanpappen beschrieben haben und irgendein Typ seiner Freundin noch den obligatorischen Heiratsantrag gestellt hat (sie hat überraschenderweise „Ja“ gesagt), konnte es losgehen:

Vor Spielbeginn!

Vor Spielbeginn!

Das Spiel war relativ spannend, wenn auch nicht gut und relativ punktearm.

Was ich aber an dem Erlebnis deutlich einprägsamer und erschreckender fand, war die Fankultur der Amerikaner, die mir an dem Abend einmal mehr deutlich geworden ist, gerade, wenn man sie beispielsweise mit Handball in Deutschland vergleicht (YEAH, Europameister, Wolffs Revier!).

Zu Beginn ist noch ein riesiger Bulle per Drohne über die Fans hinweggeflogen, was noch ziemlich cool war. Natürlich hat er Werbegeschenke (wie sollte es auch anders sein) verteilt. (man sieht ihn im Hintergrund unseres Fotos).

Dann ging das Spiel los und das Stadion war wirklich still, wenn nicht gerade irgendjemand einen Korb geworfen hat. Keine Poster, keine Anfeuerungen, Trommeln – nichts! Erst als über die Boxen Musik gespielt wurde oder die Cheerleader irgendwelche Preise für die lautesten Fans verteilt wurden, wurde es etwas lauter.

In jeder Unterbrechung wurde zudem Stimmung über Tanzgruppen erzeugt. Es gab die BreakeBulls, die IncrediBulls, die LuvaBulls und die UnbelievaBulls. Sehr kreative Namen für relativ unspektakuläre Tanzgruppen (muss man leider so sagen). Anders als im Deutschen Sport will das Publikum viel mehr unterhalten werden, Stimmung selber machen – Fehlanzeige!

Doch 1:30 Minuten vor Ende passierte unglaubliches. Das Spiel war super ausgeglichen, die Mavs haben mit einem Punkt geführt, die Bulls waren im Angriff. Das Stadion ist auf einmal richtig laut geworden, die Fans aufgestanden, die Mannschaft angefeuert.
Dann passiert es: Rose verwirft für die Bulls, Nowitzki trifft im Gegenzug und bekommt noch einen Freiwurf. Die Mavs führen mit 5 Punkten 40 Sekunden vor Ende. Und auf einmal verlassen 80 Prozent (!) der Leute das Stadion! Wirklich erschreckend. Klar, das Spiel war nahezu entschieden, aber das war schon wirklich krass.

5 Minuten nach Spielende (Dirk und Co. hatten gewonnen), war im Stadion auch wirklich gar nichts mehr los und die Arena wurde schon wieder aufgeräumt.

Auch wenn es vielleicht nicht so klang, aber das Erlebnis an sich war wirklich cool und ist empfehlenswert! Die Fankultur und Abhängigkeit von der Werbung, von der ich zwar schon im Voraus wusste, ist dennoch sehr erschreckend. Ich hoffe einfach nur, dass sich der deutsche Sport nicht zu schnell (hoffentlich gar nicht) in die selbe Richtung entwickelt!

Glücksspiel kann glücklich machen

31. Januar 2016 | von

„Jungs, was machen wir heute?“ – „Wie wäre es mit Casino?“ – „Hmm, Ende des Monats, so viel Geld ist nicht mehr da, aber ok, klingt nach ’nem Plan!“

Also sind Carsten, Tobi, Christian und ich relativ spontan ins Casino ca. 45 Minuten von Madison entfernt gefahren. Anders als in Deutschland macht man sich hier nicht groß chic, sondern fährt einfach hin, spielt ein bisschen, und fährt wieder weg.

Meine Motivation hielt sich zunächst etwas in Grenzen und ich hatte auch nicht so viel Lust, Geld auf den Kopf zu hauen aber ich dachte mir: „Gut, 20 Dollar maximum. Mehr nicht.“ Wir wollten auch nicht ewig lange dort bleiben.

Wir also hin, und zunächst einmal überrascht, wie riesig der ganze Laden war. Zunächst mussten wir uns durch die geschätzten 2000 Spielautomaten kämpfen, bis wir uns dann an einen Black Jack Tisch gesetzt haben.

Mit meinen 20 Dollar konnte ich mir sage und schreibe 4 Chips kaufen, Mindesteinsatz war 5 Euro pro Spiel. Und nachdem die erste Runde auch direkt verloren ging, habe ich schon geahnt, dass das kein langer Abend würde. Aber auf einmal vielen die Karten: 18, 19, 17, 20, Black Jack und so weiter. Relativ schnell war der Einsatz verdoppelt, ich wurde mutiger und Zack, war ich bei knapp 87,50 Dollar aus meinen 20 eingesetzten (pro Black Jack gab es immer 2,50 oben drauf). Weil ich zum ersten Mal an dem Abend zwei Runden in Folge verlor, ließ ich dann Tobi ran und habe meinen Gewinn erstmal genossen.

Mein Gewinn beim Black Jack :)

Mein Gewinn beim Black Jack 🙂

Nachdem die andern leider nichts beim Black Jack holen konnten, wollten diese noch ein bisschen am Automaten spielen. Hier kann man halt bereits ab 1 Cent pro Spiel spielen. Nachdem ich erst zu Tobi sagte: „Nee, das ist mir irgendwie zu stumpf, das kann ich ja gar nicht selber beeinflussen“, habe ich mich doch dazu hingerissen, 2 Dollar einzusetzen.
Ich habe dann einfach auf viele Linien (höhere Gewinnchance) und einen hohen Gewinn gesetzt (wodurch das Spiel dann 1,25 Dollar gekostet hat), und auf einmal ist der Automat total ausgerastet und fängt an zu blinken ohne Ende. Ich hatte auf einmal die Auswahl zwischen verschiedenen Freispieloptionen, habe irgendwas gedrückt (ich weiß leider echt nicht, was das bedeutet hat) und der Automat hörte gar nicht mehr auf zu blinken. Nach 10 Minuten dauerblinken war mein Credit von 0,75 Cent auf 80,25 Dollar gestiegen. Tobi konnte es gar nicht glauben, ich musste einfach nur lachen 😀
Als ich meinen Schein dann zum Cashier brachte und der nur mit „What the f***“ antwortete, wusste ich auch, dass der Gewinn für einen Automaten wirklich gut war.

Gewinn am Automaten :)

Gewinn am Automaten 🙂

Insgesamt habe ich dann also in knapp 2 Stunden 150 Dollar aus dem Casino mitgenommen – ein guter Stundenlohn! Nach zwei Runden Bier auf meine Kosten ging ein sehr gelungener Abend zu Ende!