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Raphael

Schlagwort: ‘Badgers’

The greatest tradition in College Football!

30. Oktober 2015 | von

Samstag, 6.00 Uhr morgens, der Wecker klingelt. An einem Samstag! Kurz frage ich mich selbst: „Warum das Ganze?“, doch dann fällt mir ein: Football-Heimspieltag! Und das bedeutet Spektakel!

Zweimal „Snoozen“, eine fixe Dusche, einmal Zähneputzen und Haaremachen später streife ich mir mein rot-weißes Badger T-Shirt über und es geht los. Mittlerweile ist es immerhin schon 7 Uhr, noch knappe 4 Stunden bis zum Spiel. T-Shirt bei 8 Grad Celsius ist zwar noch etwas zu kalt, aber das Wetter soll schön sonnig werden. Mit dem ganzen „Germanhouse“ geht es zunächst erst einmal in Richtung Kapitol und Farmers‘ Market. Frühstück ist angesagt. Auf dem Programm steht Spicy Cheesebread, eine Mischung aus Hefeteig mit Käse vermischt und Gewürzen – schmeckt genauso geil wie es sich anhört. Und hat auch nahezu kein Fett! Zufälligerweise haben wir an dem Tag mit Brian, dem Besitzer der Cheesbread-Bäckerei, Bekanntschaft gemacht. Da er Deutschland liebt und auch gleichzeitig noch Bayernfan ist, gab es direkt noch gutes Deutsches Brot und ein Cheesebread für den Weg zum Stadion obendrauf.

Gut gestärkt und mit weiterem Proviant unterm Arm geht es weiter zum Tailgaiting, dem eigentlichen Event bei Heimspielen. Alle Parkplätze in einem Umkreis von ca. 2 km vom Stadion sind ein reines Meer aus rot-weiß gekleideten Menschen, die grillen, das ein oder andere alkoholische Getränk zu sich nehmen, diverse Spiele spielen, sich unterhalten und insbesondere einfach Spaß haben und sich so auf das Spiel einstimmen. Die UW Madison wurde zum wiederholten Male als Uni mit dem besten Tailgaiting gekürt. Obwohl es so früh am morgen ist, ist die ganze Stadt am explodieren und es sind einfach alle gut drauf!

Auch wir stimmen uns hier auf das Spiel ein, bis es schließlich kurz vor 11 ins Stadion geht. Läppische 80.000 Zuschauer passen in das Camp Randell (zum Vergleich: Nur der BVB hat in Deutschland ein größeres Stadion und es handelt sich um ein College Football Stadion), das Stadion ist „natürlich“ restlos ausverkauft, für wohlgemerkt College Football. Also maximal 22-jährige Studenten, die einem Ei hinterherlaufen und dafür noch nicht einmal Geld bekommen (Ich bin mir übrigens jetzt endgültig sicher, dass ich kein Profifußballer mehr werde :(). Du siehst, es ist fast die gleiche Stimmung, als wenn die Allemania im Tivoli gegen den SC Verl spielt!

Der Blick, der sich beim Betreten des Stadions bietet, ist folgender:

Camp Randell 1

Dann geht das Spiel mit dem Kick-Off los. Selbst für Footballunbegeisterte wird eine Menge geboten. So hüpfen während des ganzen Spiels Cheerleader vor den Rängen rum, in der Halbzeitpause spielt die Marchingband und Bucky, das Maskottchen der Badgers, muss nach jedem Punktgewinn so viele Liegestütze machen wie die Badgers Punkte haben (Das Spiel ging übrigens 52:0 aus, das waren bei 7 Touchdowns und einem Kick am Ende des Spiels insgesamt 248 Liegestütze).

Das eigentliche Highlight jedes Heimspiels findet aber zwischen dem dritten und vierten Quarter statt und wird als „Greatest Tradition in College Football“ angekündigt, doch sieh einfach selbst (leider nicht selbst aufgenommen):

Bei entsprechend deutlichem Spielstand verlassen nach dem Jump Around leider schon viele das Stadion, was ich persönlich relativ unsportlich finde, aber muss man so wohl akzeptieren.
Generell ist ein Footballspieler dann gegen 14:00 Uhr, also nach ca. 3 Stunden, vorbei. Nach einem Mittagssnack heißt es dann für mich auch erst einmal: Ausruhen und bis nächste Woche! 🙂

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„Three, Two, One – Thanks!“

24. Oktober 2015 | von

„Three, Two, One – Thanks!“ – das waren die Worte des Fotographen im Department of Motor Vehicles in Madison. Leider hat er bereit zwischen „Two“ und „One“ abgedrückt, der Blitz war „minimal“ zu stark eingestellt und anschauen durfte ich mir das Foto auch nicht noch einmal. Das Ergebnis war, sagen wir mal, nicht optimal und hat sich direkt in meine Historie vorteilhafter Führerscheinfotos eingereiht:
Führerschein Raphael
Doch erst einmal sollte ich erklären, wie es überhaupt zu diesem wunderschönen Foto kam: Im Februar diesen Jahres habe ich die Zusage für ein Studium an der University of Wisconsin-Madison erhalten. 2 Englischtest, viele witzige Visumsfragen und einige weitere Formalitäten später bin ich daher seit Mitte August im schönen Madison in Wisconsin, 2,5 Stunden nordwestlich von Chicago.

Kurz zu mir: Mein Name ist Raphael (oder Raphi, bzw. seit kurzem „Waldo“), ich bin 24 Jahre alt, studiere Wirtschaftsingenieurwesen mit Fachrichtung Maschinenbau in Aachen und nun für ein Jahr Mechanical Engineering an der University of Wisconsin in Madison. Die USA ist bereits der dritte Auslandsaufenthalt in meinem Studium. Nachdem ich bereits ein Semester in Frankreich studiert habe und ein halbes Jahr Praktikum in China gemacht habe, hat mich die Reiselust, obwohl ich echt ungern fliege, einfach gepackt. Ich spiele leidenschaftlich gerne Fußball und schaue, wenn ich die Zeit habe, auch fast jeden Sport der gerade läuft (außer Schach).

Ich freue mich, dass du gerade meinen ersten Blog-Eintrag ließt! Herzlich Willkommen 🙂 In den kommenden Monaten werde ich hier wöchentlich über die Erlebnisse im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ berichten und dabei verschiedenste Themen anschneiden: Ob Uni, Kultur, US-Sport, witzige Erlebnisse oder auch einfach mal Blödsinn wird alles mit dabei sein. Ich verspreche auch, obwohl ich eine Laberbacke bin, mich möglichst kurz zu halten und viele Bilder oder Videos zu posten (das musste ich meiner Freundin versprechen ;)).

Wie eben gesagt, bin ich schon zwei Monate hier, weshalb einige Erlebnisse auch in der Vergangenheit erzählt werden.

Heute möchte ich dir insbesondere noch Madison und die Gruppe kurz vorstellen, mit der ich hier bin. Insgesamt sind wir 6 Leute aus Aachen, neben mir sind dies noch Anja, Claudia, Carsten, Lorenz und Thomas:
Hinten: Carsten, Thomas, Lorenz; Vorne: Anja, Claudia, Raphael

Wir wohnen gemeinsam im „German House“, welches von Jahr zu Jahr immer wieder an die deutschen Austauschstudenten vermietet wird.

Madison wird aufgrund des Lake Mendota, des Lake Monona, des Lake Waubesa und des Lake Kegonsa auch „Stadt der vier Seen genannt“. Wir wohnen genau zwischen dem Lake Mendota und dem Lake Monona und 3 Minuten fußläufig vom James Madison Park entfernt. Einwohnertechnisch ist Madison mit knapp 250.000 Einwohnern ähnlich groß wie Aachen. Das Prunkstück der Stadt stellt aber das Kapitol dar, welches nach dem Kapitol in Washington das zweitgrößte der vereinigten Staaten ist und rund um die Uhr beleuchtet wird. Der größte Stolz der Stadt sind vermutlich die Badgers, das College Football Team der UW-Madison.

Doch darüber werde ich in den nächsten Artikeln berichten. Für heute lasse ich Dich mit ein Paar Eindrücken von der Stadt alleine! Bis nächste Woche 🙂

Madison von Oben

Kapitol

Kapitol bei Nacht

Kapitol bei Nacht

Lake Mendota

Lake Mendota