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Personalisierte Medizin: Gentests für alle?

08. Juni 2012 | von

Während die einen Gentests für alle propagieren, warnen die anderen vor den Konsequenzen personalisierter Medizin. Wie werden Krankenkassen mit dem genetischen Wissen über Patienten umgehen? Wie sieht es mit dem Recht von Verwandten auf Nichtwissen aus? Dient die personalisierte Medizin vor allem der besseren Preisgestaltung der Pharmaindustrie? Wie stark sind Krankheiten überhaupt genetisch bedingt?

Die Erforschung der Zusammenhänge zwischen genetischen Ausprägungen und Krankheiten steckt noch in den Kinderschuhen. Um zu wichtigen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu gelangen, braucht es nicht nur Gene, sondern auch Krankheiten. Die Basis hierfür ist eine möglichst grosse Anzahl von Gentests.

Die US-Firma PatientsLikeMe hat deshalb eine Art Facebook für Kranke geschaffen. Hier beschreiben Betroffene ihre Leiden tagebuchartig, indem sie ihre aktuelle Befindlichkeit und ihre medizinische Betreuung protokollieren. Die oft unheilbar Erkrankten wollen so neue medizinische Erkenntnisse ermög­lichen. Und sie können sich mit Leidens­genossen austauschen.
Solche Firmen verkaufen ihre Daten dann an Wissenschaftler und Pharmafirmen, die nach neuen Erkenntnissen über Krankheiten suchen oder neue Arzneien entwickeln. Wissenschaftlich und kommerziell interessant wird es aber erst, wenn man Daten von Krankheitsbildern und genetischen Erkenntnissen zusammenführt. PatientsLikeMe und 23andme sind für die Erforschung der Parkinson-Krankheit bereits eine Kooperation eingegangen.

Quelle:
Beobachter, 1.6.2012

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