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Vivian

Die Uni hat mich wieder

14. Mai 2016 | von

8 Monate ist es jetzt tatsächlich her, dass ich mich Studentin der RWTH nennen durfte – zumindest, wenn man es ganz genau nimmt. Immatrikuliert war ich zwar, aber in den zweifelhaften Genuss überfüllter Hörsäle und schlecht belüfteter Lernräume bin ich seitdem nicht mehr gekommen.

Und jetzt haben mich die Uni-Hörsäle wieder. Zwar nur für vier Veranstaltungen, aber dafür dürfen sie sich über eine um einiges motiviertere Version meiner Selbst freuen. Ich glaube fast so viel ungenutzte Lernenergie hatte ich nicht mehr seit ich im ersten Semester mit großen Erwartungen auf der Treppe des Audimax saß und auf die erste Mathe-Vorlesung gewartet habe – nur dieses Mal hat die Motivation sogar die erste Veranstaltung überlebt. Man merkt dann doch, dass man so langsam nicht mehr in den unteren Semestern herumdümpelt.

Und was erwartet euch nun hier auf diesem Blog, wenn es, wie schon seit einiger Zeit, nicht mehr um China-Kulturschocks geht und auch mein Praktikum vorbei ist? Von dem ich übrigens sehr viel weniger Erzählen konnte, als eigentlich geplant war. Schweigepflichtsveträge sind da doch sehr beängstigend formuliert.

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Die fränkische Schweiz

06. Mai 2016 | von

Wandern – was in mir als Kind das Blanke entsetzten ausgelöst hat, wenn meine Eltern es auch nur erwähnt haben, habe ich dieses Wochenende tatsächlich freiwillig gemacht. Und ich muss zugeben, so schrecklich wie erwartet ist dieses typisch deutsche Hobby gar nicht – Die Aussicht auf ein Radler auf dem Gipfel in der Sonne macht es natürlich noch mal um einiges schöner, aber auch Landschaftlich hat die fränkische Schweiz einiges zu bieten. Besonders, wenn der Regen und Schnee endlich einmal aufhört. Eingepackt wurden natürlich auch die Brezeln für die obligatorische Brotzeit auf dem höchsten Punkt der Wanderung. Weiterlesen »

Nürnberg – meine Heimat auf Zeit

26. April 2016 | von

So langsam aber sicher neigt sich auch meine Zeit in Nürnberg dem Ende zu und die Heimfahrt nach Aachen zurück an die Uni kommt immer näher. Durch das viele Pendeln an den Wochenenden, um wenigstens hin und wieder ein Seminar in Aachen mitzubekommen kenne ich nun zwar die Zugverbindung Köln – Nürnberg montags um kurz vor 6 in und auswendig und kann bestätigen, dass es eine sehr sehr schöne Strecke ist (man sieht recht viele Weinberge süße Dörfer und viel Wasser), aber auch unglaublich langsam. Ich werde Leute wohl nie verstehen können, die diese Wochenendpendelei jede Woche über mehrere Jahre durchziehen. Für mich reicht es jedenfalls fürs erste, auch wenn ich erstaunlich viele Bücher in der Praktikumszeit von meinem „noch zu lesen“ Stapel abgearbeitet habe. Weiterlesen »

Auslandssemester in China Résumé

20. April 2016 | von

Erst letzte Woche durfte ich endlich voller Stolz meine Leistungsübersicht aus dem Auslandssemester abholen. Zeit ein kleines Fazit über die Erfahrung China/Auslandssemester zu ziehen.

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Um die Sprache zu lernen waren die vier Monate perfekt.

Als erstes sei gesagt, dass die Noten wirklich fernab von allem liegen, was ich an der RWTH jemals erhalten habe. Der Fairness halber hinkt der Vergleich etwas, da ich ja nun mal durch mangelnde Kenntnisse der chinesischen Sprache kein sinnvolles Fach für meinen weiteren Studienverlauf belegen konnte – Vielleicht liegt also meine Stärke gar nicht in den technischen Fächern und ich sollte mich lieber den Sprachen widmen. Oder aber meine plötzliche Mutation zum Sprachtalent liegt in dem Umstand begründet, dass man als Ausländer doch etwas nachsichtiger benotet wird.

Woran es auch immer lag, was hat mir mein Auslandssemester im Nachhinein für mein Studium gebracht, wenn schon keine Creditpoints? (Das persönliche Wachstum an einer solchen Erfahrung lasse ich mal aus. Es ist bestimmt an zahlreichen anderen Stellen in den unendlichen Weiten des Internets hinreichend behandelt worden).

  1. Ich habe als bekennender Sprachlernlegastheniker in gerade einmal vier Monaten Chinesisch so gut gelernt, dass ich in der Lage bin die wichtigsten Überlebensgrundlagen nicht nur mit Händen und Füßen zu artikulieren. Eine Leistung, die außerhalb Chinas undenkbar gewesen wäre, zumindest für mich. Glaubt mir, ich habe das bereits versucht und auch die beste Lehrerin am Sprachenzentrum konnte dieses Wunder nicht vollbringen. Da hat nur die Angst vor dem Verhungern etwas bewirken können.
  2. Interessante Geschichten für Bewerbungsgespräche. Glaubt mir, es war extrem nützlich ein solches Thema zu haben, um die eigene Nervosität in den Griff zu bekommen. Nach den ganzen absurden Geschichten, war ich bei den restlichen Fragen gleich viel entspannter.
  3. Ich habe diesen wundervollen Hiwi-Job bekommen, bei dem ich nun alle mit meinem Geschreibsel Nerven darf. Ohne China wäre mein Studienalltag dann wohl doch zu langweilig gewesen.
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Chinesische Teezeremonie – Leider nicht wirklich studienrelevant.

Und ansonsten?

Ich muss ehrlich gestehen, dass es mir für mein eigentliches Studium weniger gebracht hat, als ursprünglich geplant. Plant ihr also ordentlich CP zu holen, solltet ihr eine Uni nehmen, auf deren Homepage dick und fett steht, dass Kurse in Englisch angeboten werden. Wenn ihr aber die Vorstellung, nach dem Auslandssemester zum Meister im Stundenplan zusammenbasteln werden wollt, kann ich China trotzdem wärmstens empfehlen. Glaubt mir, die Blicke der Leute, wenn ihr wieder zurück seit sind Gold wert. Auch wenn es für mich im Nachhinein gar nicht mehr, als so große Sache erscheint, wird mir in Gesprächen immer wieder klar, wie exotisch es trotzdem noch ist.

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Beim Tanzen mit chinesischen Dorffrauen – Ohne eine leise Ahnung, was ich da überhaupt tue. Wenigstens hatten alle anderen sehr viel Spaß an meinen Versuchen. Zu meinem Leidwesen existiert angeblich auch ein Video.

Ich meine, wer hat schon irgendwo im Nirgendwo inmitten von Bergdörfern in China mit Leuten, die er nicht einmal annähert versteht ein ganzes Lamm gegrillt und dabei munter Baijiu getrunken, obwohl er den total widerlich findet? Eben. Das sollte unbedingt auf eure To Do Liste. Also das Lamm – Den Beijiu könnt ihr gerne weglassen.

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Lagerfeuer und gegrilltes Lamm

Um es nun auch mal auf den Punkt zu bringen: Es war eine wundervolle Erfahrung, wenn auch nicht hilfreich für mein Studienfach, sieht man davon ab, dass sich meine Motivation für das nächste Semester um einiges gesteigert hat.

Budget schonender Urlaub in Irland

10. April 2016 | von

Da nun hoffentlich alle so langsam ihre Klausuren überstanden haben, wollen wir heute mal über das Thema Urlaub reden!

Natürlich will man nach den ganzen Strapazen am liebsten in der Sonne entspannen und nichts tun, ich möchte hier aber einmal eine andere durchaus auch den Geldbeutel schonende Möglichkeit anregen: Irland.

Flüge gibt es recht günstig und wenn man nicht gerade den Dauerregen erwischt, kann das Wetter auch ganz nett sein. Die Landschaft und die Leute entschädigen aber allemal für die etwas geringeren Temperaturen.

Bevor ich euch durch Bilder von Irland als Ziel überzeuge noch der kleine hinweis, dass man sich auch ohne Auto wunderbar von A nach B bewegen kann. Irland hat ein super ausgebautes Bussystem, das man problemlos und spontan vom Hostel aus buchen kann. Die Hostels sind generell sehr zu empfehlen. Weiterlesen »

TK-Studium an der RWTH – Was macht man da eigentlich?

27. März 2016 | von

Diejenigen unter euch, die tatsächlich mal einen Blick in  die Personenbeschreibung der Blogger hier geworfen haben, werden wahrscheinlich gelesen haben, womit ich so meine Unizeit verbringe – und es, nach diesem Blick auf den Namen des Studiengang schnell wieder vergessen haben.

Falls ihr zu der ganz neugierigen Sorte gehört werdet ihr euch wohl bestenfalls gefragt haben, was dieses Technik-Kommunikation wohl sein mag und trotz großer Bemühungen bei der Erklärungsfindung eher semibefriedigende Antworten darauf gefunden haben. Glaubt mir, ich bin bereits geübt darin meinen Studiengang zu erklären, bevor überhaupt diese ratlosen Gesichtsausdrücke entstehen, die mir üblicherweise entgegenschlagen,wenn ich einfach nur den Namen nenne.

Zunächst einmal könnt ihr hier vorbei sehen!

Hier also nun der Bericht aus erster Hand und die Antwort auf die drängendsten Fragen der Familie, wenn ihr eröffnet, dass ihr jetzt TK-Studenten seid:

Was zur Hölle ist dieses Technik-Kommunikation?

Ist man hinterher eigentlich Techniker, oder doch eher Geisteswissenschaftler – oder vielleicht keins von beidem so wirklich?

Wie passt diese Kombination (hier speziell meine) überhaupt zusammen?

Was kann man denn dann überhaupt nach 5 Jahren RWTH?

Und das wichtigste für die familiäre Aufklärung: Was werde ich mal damit?

Und damit der Bericht nicht so textlastig wird und ihr zwischendurch eure Augen mit ein wenig Bildchen ansehen entspannen könnt bekommt ihr auch noch einige Bilder meiner Praktikumsstadt Nürnberg zu sehen.

Nürnberger Burg

Hier seht ihr die Burg in Nürnberg. Das Wetter versucht momentan leider Aachen regentechnisch Konkurrenz zu machen.

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Das Fach

Beginnen wir von ganz vorne. Der Studiengang Technik-Kommunikation ist eine Kombination aus einem geisteswissenschaftlichen Fach (Kommunikationswissenschaften) und einem technischen Fach, bei dem man die Auswahl hat zwischen 4 verschiedenen Fachrichtungen (Maschinenbau, Informatik, Elektrotechnik und Werkstofftechnik). Beide Fächer werden von der Anzahl an CP in gleichem Umfang studiert, auch wenn ich aus Erfahrung sagen kann, dass der technische Teil doch etwas mehr Zeit konsumiert. Vom Prinzip kann man diese Aufteilung in 2 Hauptfächer mit dem Studium des Wirtschaftsingenieurs vergleichen. Nur eben nicht mit BWL als Zweitfach, sondern Kommunikationswissenschaften.

Während nun aber der Zusammenhang zwischen Wirtschaft und Ingenieurwesen für die meisten direkt auf der Hand liegt, höre ich oft die Frage, wie Kommunikation überhaupt zu den technischen Wahlmöglichkeiten passt.DSC03354_lznDSC03352_lzn

Was macht man als Kommunikationswissenschaftler?

Dazu erst einmal die Erklärung, was macht man überhaupt, wenn man Kommunikation studiert? Viel Reden?

Naja, auch im besten Fall – aber eben nicht nur.

Kommunikation an sich ist bereits ein interdisziplinäres Fach und vermittelt neben Sprachwissenschaften, Rhetorische Methoden und  Inhalte aus der Psychologie. Vor allem aber lernt man die Denk- und Herangehensweise der Geisteswissenschaften an eine Fragestellung.

Halten wir also fest: Man lernt Softskills, Methoden und (was ich essentiell finde) man lernt Dinge Zielgruppen gerecht aufzuarbeiten und darzustellen. Sozusagen die Störvariable Mensch in die Gleichung einzubringen.

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Anknüpfungspunkte zwischen Kommunikation und dem technischen Fach

Damit sind wir eigentlich auch schon bei der perfekten Überleitung, warum Kommunikation nicht nur als Kombination mit Informatik Sinn macht, wo es durch Anwendungen wie Webdesign und Gestaltung von Nutzeroberflächen auf der Hand liegt. Ich selber studiere die Kombination mit Werkstofftechnik, was auf den ersten Blick natürlich abwegig aussieht, bei genauem Hinschauen aber gar nicht so abenteuerlich als Kombi ist.

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Warum ich finde, dass es passt:

Zum einen wird jede Technologie in erster Linie für den Endanwender konzipiert und dieser sollte sie nach Möglichkeit direkt verstehen und zwar ohne das technische Fachwissen haben zu müssen. Um eine derartige Anwenderoptimierung umsetzen zu können ist es enorm hilfreich, die Muster der menschlichen Informationsverarbeitung und Herangehensweisen an Probleme (in diesem Fall speziell Anwendung neuer Technologien) verstanden zu haben – oder zumindest im Ansatz verstanden zu haben.

Usability heißt hier das Zauberwort.

Der zweite Punkt ist, das selbst in einer rein technischen Arbeitsgruppe die verständliche Darstellung und Kommunikation von Fachwissen wichtig ist, betrachtet man die zunehmend interdisziplinär arbeitenden Teams. Diesen Punkt merke ich besonders in meinem momentanen Praktikum. Wenn das Team aus Ärzten, Elektrotechnikern, Werkstofflern und Maschinenbauern besteht, wird nicht jeder Sachverhalt des anderen Fachgebiets auf Anhieb verstanden und eine verständliche Aufzeichnung der Ergebnisse erspart viel Zeit.

Kommen wir zur Kommunikation innerhalb eines Unternehmens. Wenn schon in einer Abteilung die Vermittlung zwischen verschiedenen Fachgebieten notwendig wird, wird dies natürlich noch wichtiger, wenn unterschiedliche Abteilungen (z.B. technisch vs. Vertrieb) aufeinander treffen.

Diese Liste kann man natürlich noch weiter führen und alle Aufgaben auflisten, die einerseits technisches Fachwissen verlangen und andererseits eine Darstellungsleistung beinhalten.

Halten wir also fest, man kann als Vermittler fungieren.

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Aber ist man nun Techniker oder Geisteswissenschaftler?

Böse Zungen könnten jetzt behaupten, dass man keines der beiden Fachgebiete zur Gänze beherrscht und in Teilen wird das auch stimmen. Man wird nie auf einen kleinen Teilbereich seines technischen Faches spezialisiert sein. Das Gesamtverständnis des Fachgebiets ist hier wichtiger. Die Vorlesungen und Klausuren aber sind zumindest in meinem Fach die Selben, lediglich einige der Module des reinen Fachs fallen aus dem Studienplan.

[Eine Übersicht der Inhalte findet ihr hier. Und im Vergleich mein technisches Fach und die reine Kommunikationswissenschaften – Ja auch die gibt es seit kurzem wieder an der RWTH]

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So und was kann ich nun nach 5 Jahren RWTH Studium?

Nach 5 Jahren kann ich bestenfalls noch einiges mehr, als ich momentan so vorweisen kann. Nach 2 Jahren ist man jedenfalls fast schon ein Profi im wissenschaftlichen Arbeiten, die Quellenarbeit eingeprügelt durch zahlreiche Hausarbeiten und geübt in empirischen Studien. Auf den technischen Teil bezogen hat man sich nun langsam durch die Basisfächer der Ingenieure durchgequält, (die TK-Informatiker sind hier natürlich ein Sonderfall, über den ich aus Mangel an persönlicher Erfahrung nicht so viel sagen kann), hat die Mathemodule im besten Fall hinter sich gelassen und bekommt (bezogen auf Werkstofftechnik) so langsam eine Ahnung davon, warum man sich im ersten Semester durch die Geometrien von Kristallgittern quälen musste.

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Jetzt die Beruhigung für Familien:

Man kann damit Jobs bekommen, aber wie in jedem Studiengang gibt es natürlich nicht den einen  Job, der am Ende erreicht wird. Ich nenne also nur ein paar der Möglichkeiten.

Arbeit findet man zum Beispiel in folgenden Bereichen:

  • Unternehmenskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
  • Fachjournalismus
  • Marketing
  • Consulting
  • technischer Vertrieb oder auch Einkauf kann ich mir auch sehr gut als Möglichkeit vorstellen.

Falls es euch mehr interessiert und der Bericht eure Neugierde nicht doppelt und dreifach befriedigt hat, schaut gerne bei unserer Fachschaft vorbei!

Hilfe, ich hasse mein Studium – ein paar Gedanken zu Zweifeln am eigenen Studienfach

24. März 2016 | von

[vorab sei gesagt, dass sämtliche credits für die Bilder leider nicht auf mein Konto gehen, sondern aus der Befriedigung meiner Facebookscoll-Sucht entsprungen sind]

2 Stunden. Das ist die Zeit, die ich heute bei meinem Praktikum theoretisch aufgabenlos war – das warten auf Lieferungen kann eine Abteilung sehr effizient lahmlegen. Ich hätte gelangweilt aus dem Fenster sehen können und trauern, dass ich den schönsten Sonnenschein seit Wochen nur durch eine Glasscheibe bewundern kann, oder wie der Werksstudent neben mir meinen nächsten Serienmarathon einfach mal auf die Arbeit verlagern können. Stattdessen habe ich erfolglos nach aktuellen Daten über die Abrecherquote an der RWTH gesucht – Tja, man kann schon hobbylos sein. Oder aber, man ist Blogger beim Bloghaus und möchte euch einen unglaublich fundierten und ordentlich recherchierten Blogeintrag über das Thema Studiengangwechsel liefern. Ihr wisst schon, so richtig mit Quellen und Daten und Fakten, wie es das durch Hausarbeiten geschundene Studentenherz höher schlagen lässt.

#Praktikum

#Praktikum: So sah das dann heute im Büro aus.

Sollte man ja finden, sagen nicht immer alle, wie unglaublich hoch, die Abbruchquoten gerade in den berüchtigten MINT-Fächern sind? An einer technischen Hochschule sollten dieselbigen ja dann auch nicht zu verachten sein. Soviel zum Plan. Gefunden habe ich ein Interview von 2011 (hier war die Abbruchquote, oder wie es hier heißt „Erfolgsquote“… klingt ja so viel schöner… bei 50%) mit unserem Prorektor für Lehre und die genauen Daten über die durchschnittliche Studiendauer aufgelistet nach Fächern. Festhalten nach meinem kurzen Recherche Intermezzos lässt sich, dass wir jetzt einfach mal annehmen, dass unser Alltagswissen, dass die Abbruchquoten zu hoch sind stimmt und, dass die angegebene Regelstudienzeit grober Unfug ist. Der durchschnittliche Student meines Fachs studiert laut RWTH Zahlen von 2014 zwei Semester länger, als die Prüfungsordnung das eigentlich sehen will.

Kein Wunder also, dass viele abbrechen/wechseln, ist Überforderung doch der häufigste Grund das eigene Studienfach in Frage zu stellen. Ist jetzt aber der erste Zweifel an der eigenen Studienwahl aufgekommen, kommen die nächsten nagenden Gedanken, die einem zahlreiche schlaflose Nächte bescheren.

Bekomme ich überhaupt etwas aus meinem Studiengang angerechnet? Was ist, wenn ich keinen Studienplatz bekomme? Was wird mit dem Geld sein? Zerstöre ich mir damit meine Karrierechancen? Und der für mich damals verstörendste Gedanke: Was ist, wenn mir das neue Fach auch nicht gefällt?

Ja, ihr habt richtig gelesen, ich habe selber so einen Wechsel hinter mir und natürlich auch die zahlreichen schlaflosen Nächte, in denen man sich Pro und Contra Listen macht, nur um sie am morgen wieder zu revidieren. An dieser Stelle kommt nun also meine Studiengangwechselgeschichte – nicht einmalig, aber trotzdem oft mit Unverständnis quittiert.

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Kochen für Angeber – Hand pulled Noodles

21. März 2016 | von

Angeblich soll es ja Marco Polo gewesen sein, der im dreizehnten Jahrhundert die Nudel aus China in seine Heimat Italien mitgebracht hat. Auch wenn Historiker heute davon ausgehen, dass die Nudel in Italien wohl schon vor der Rückkehr Marco Polos in Italien bekannt war, kann man wohl nicht leugnen, dass sich die chinesische Herstellungsweise ganz besonders zum angeben eignet – vorausgesetzt natürlich, man beherrscht die Nudelherstellung so gekonnt wie hier zu sehen:

Alle, die sich bei diesem Anblick lieber beschämt in die Ecke setzten möchten, nachdem ihnen so brutal die eigene Unfähigkeit des Studenten liebstes Nahrungsmittel zuzubereiten (lassen wir das Bier hier einmal außen vor), bitte nicht aufhören zu lesen! Auch für euch gibt es noch Hoffnung. Weiterlesen »

5 Dinge, die ich in Franken gelernt habe

11. März 2016 | von

Wir befinden uns in Franken, nicht in Bayern

Der größte Fauxpas ist mir direkt bei der Vorstellungsrunde in meiner WG unterlaufen. Die Aussage meinerseits, dass Bayern ja ganz schön sei, erntete neben irritierten Blicken die empörte Aufklärung darüber, dass wir uns keinesfalls in Bayern, sondern in Franken befänden. Natürlich keinesfalls vergleichbar. Und auch hier sollte man noch mal differenzieren. Die Unterschiede zwischen Ober- Unter- und Mittelfranken sollten auf jeden Fall beachtet werden. Welches dieser Gebiete wo endet kann ich auch nach 5 Wochen zwar immer noch nicht genau sagen, aber zumindest wird mir nicht mehr der grobe Fehler unterlaufen, es in einen Topf zu werfen. An dieser Stelle auch noch mal einen Dank an meine Mitbewohner, dass sie mir armer naiven Zugezogenen nterschlupf gewährt haben. Und auch für die Aufklärungsarbeit. Jetzt weiß ich wenigstens um die Existenz dieser Unterteilung.

 

Ein Auto ist hier Standartausrüstung

Ein Verein etwas außerhalb der Stadt und eine naive Zugezogene aus NRW. Das sind die Zutaten, die es braucht um zu realisieren, dass Autos hier im schönen Frankenland ein wesentlicher Bestandteil der eigenen Mobilität sind.

Die Ausgangssituation war, dass ich zum Training einer meiner Arbeitskolleginnen gehen wollte. Mit einem Auto wären es ungefähr 20 Minuten Fahrzeit – durchaus im Bereich des Möglichen also. Dummerweise nenne ich aber kein Auto mein eigen. Fahre ich halt Bahn – dachte ich –  und sagte das auch so zu eben erwähnter Arbeitskollegin. Und wurde prompt mit ungläubigen Blicken gemustert. Anscheinend ist es recht unmöglich diese Sporthalle einer Realschule abends noch mit dem Bus zu erreichen – von der Bahn wollen wir jetzt mal gar nicht erst anfangen.

Geeinigt haben wir uns also drauf, dass sie mich von der nächst gelegenen Bahnhaltestelle einsammelt und auch nach dem Training dort wieder absetzt. So weit so gut. Der Hinweg lief bis auf die obligatorische Verspätung von 15 Minuten recht reibungslos. Der Rückweg ermöglichte mir die unvergleichliche Möglichkeit, die Pampa, in der sich der Bahnhof befand, ganz genau kennen zu lernen. Man wartet zehn Minuten, man wartet zwanzig Minuten, man wartet 30 Minuten… nach 40 Minuten kommt dann auch endlich mal ein Zug. Man bedenke, dass abends natürlich nur noch alle 2 Stunden etwas hier los fährt. Es hätte also noch sehr viel schlimmer kommen können.

Bilanz der Erfahrung: Man kann durchaus mal zum Training außerhalb gehen, falls man sehr viel Zeit übrig hat – oder man holt sich eben ein Auto, wie es hier alle haben.

Menschen in meinem Alter sprechen von ihrem Mann/Frau

Ich bin es gewohnt, dass mein Freundeskreis zwar in festen Beziehungen ist, aber die Ehe ist doch Thema der Zukunft. Hier antworten mir gefühlt 90 Prozent der Leute auf die Frage nach Ihren Lebensumständen, dass sie mit dem Mann/ der Frau nun ein Haus bauen.

Die Vielfalt der Brezeln

„eine Brezel bitte“… eine gar nicht mal so eindeutige Aussage, bei einem fränkischen Bäcker. Man bekommt sie schließlich mit groben Salz, mit feinem Salz und ganz ohne, wenn man das gesamte Sortiment an belegten Versionen mal außen vor lässt.

Den ungeübten Brezelkonsumenten kann die Masse an Auswahl schon einmal überfordern.

 

Es gibt eine extra Marmelade zum Füllen für Krapfen/Berliner

Ja, ihr habt richtig gelesen. Hier gibt es eine Marmelade, die nur für die Füllungen von Krapfen vorgesehen ist – und die ist erstaunlich gut.

Also unbedingt mal die Krapfen hier testen.

Studentenleben ist…

02. März 2016 | von

Ja wie ist es denn nun das berüchtigte Studentenleben. Man hört ja immer mal wieder, wie es so sein sollte. Laut den allgemein das studentische Dasein glorifizierenden Erzählungen müssten wir alle eigentlich entweder zugedröhnt oder genial sein – wahlweise natürlich auch beides , was sozusagen der ultimativen Erfüllung des Stereotyp „Student“ entspricht. Klingt so weit eigentlich ganz geil.

Wie es ein pflichtbewusster Student so macht, habe ich auch gleich noch Google dazu gefragt – der Dienst übernimmt ja heutzutage zum Glück die Bürde des Teils eines Studentenleben, in dem man durch seinen unerschöpflichen Vorrat an Wissen glänzen muss. Und siehe da, Google sieht das etwas anders (zumindest meine Version der Datensammelmaschine).

2016-02-16Google ist also der Meinung ein/mein Studentenleben ist langweilig. Perfekt, endlich habe ich den Beweis bei der nächsten Familienfeier für die besorgten Großeltern, dass da nicht viel mit Party ist. Wir wissen ja schließlich alle, was Google sagt das wird geglaubt! Steht ja schwarz auf weiß dort. Weiterlesen »