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Vivian

Schlagwort: ‘art in Beijing’

Chinesische Kunst in Industriekulisse – 798 Artdistrict Beijing

04. November 2015 | von

Bunte Tempel und traditionelle chinesische Architektur sind die ersten Dinge gewesenen, die ich als Neuling in Peking unbedingt sehen wollte. Natürlich wusste ich, dass viele Teile der Stadt mittlerweile ebenso von moderner  Architektur geprägt sind und sich Peking an diesen Stellen mit andern Metropolen der Welt durchaus messen kann. Was mir aber erst hier so richtig bewusst geworden ist, ist, wie wenig ich eigentlich über neuere chinesische Geschichte und Kulturstädten weiß. War mein Interesse doch größtenteils auf das alte China zu Zeiten Marco Polos gerichtet. Der Nachholbedarf an dieser Stelle ist erschreckend groß, wie ich an dieser Stelle nach einem Gespräch mit einer chinesischen Freundin hier erfahren musste.

Es lohnt sich also durchaus neben den traditionellen Sehenswürdigkeiten, wie der verbotenen Stadt und dem Sommerpalast (die auf jeden Fall auch zu jedem Peking Besuch gehören), Städten der neueren Geschichte zu besichtigen. Meine neueste Entdeckung ist der 798 – Artdistrict, der auf einem alten Fabrikgelände entstanden ist – Wahrscheinlich ist diese Entdeckung für die meisten nichts neues, da sicherlich viele Leute bereits davon gehört haben, unbekannt ist er nämlich keinesfalls. Für alle, die aber wie ich, sehr wenig Ahnung von moderner chinesischer Kulturlandschaft haben bekommen nun ein paar visuelle Eindrücke von diesem Viertel (Die eigentlichen Ausstellungen kann ich hier leider nicht veröffentlichen).

Ursprünglich geplant wurde das Gelände und sämtliche Gebäude von Ostdeutschen Ingenieuren vor ca. 50 Jahren. Der Bau beruhte ursprünglich auf einer Kooperation zwischen China und der UDSSR, die zur Planung und Konstruktion allerdings an die DDR verwiesen. Im Nachhinein erntete das deutsche Sicherheitsdenken allerdings einigen Unmut von Seiten der russischen Partner, die die Kosten als zu hoch empfanden – Umgesetzt wurden die deutschen Pläne dank chinesischer Unterstützung allerdings trotzdem.

Die Architektur des Geländes ist größtenteils noch erhalten, es beherbergt aber statt Fertigungsstätten für Elektronik heute zahlreiche Galerien, Cafés und Geschäfte für chinesische Kunstgegenstände.

Es gibt ihn aber doch, den kleinen Haken an diesem Ausflugsziel: die Anfahrt. Beinahe beginnt man sich zu fragen, ob man tatsächlich noch innerhalb Pekings ist, so lange dauert es das Viertel zu erreichen – zumindest wenn man als Startpunkt die Peking Universität hat. Ungeübten Pekingbesucher würde ich raten ein Taxi zu nehmen, da man das Viertel nur über Busse (nicht mit meiner heiß geliebten U-Bahn) erreicht. Bus fahren ist hier definitiv etwas abenteuerlicher, wenn man chinesische Schriftzeichen noch nicht so gut lesen kann. Der positive Nebeneffekt an der Sache ist aber, dass man, wenn man es den beschränkten Sprachkenntnissen – meine befinden sich wahrscheinlich gerade im Bereich eines 3 Jährigen Kindes – dann doch irgendwie schafft sicher am Ziel anzukommen, vor Stolz fast überschwellt. Ein unglaublicher Boost fürs Selbstbewusstsein und endlich mal das Gefühl, dass man tatsächlich was gelernt hat in den ganzen Stunden, in denen man Zeichen um Zeichen aufgemalt hat.

Euch noch eine schöne Restwoche und 再见!