{"id":393,"date":"2015-07-08T11:42:31","date_gmt":"2015-07-08T09:42:31","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/cammp\/?p=393"},"modified":"2016-09-07T16:03:30","modified_gmt":"2016-09-07T14:03:30","slug":"bericht-ueber-die-cammp-week-2015-powered-by-buergerstiftung-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/cammp\/2015\/07\/08\/bericht-ueber-die-cammp-week-2015-powered-by-buergerstiftung-2\/","title":{"rendered":"Bericht \u00fcber die CAMMP week 2015 powered by B\u00fcrgerstiftung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Sieben Probleme, eine Woche, viele neue Erfahrungen und der Wunsch nach einem anst\u00e4ndigen Bett <\/strong><\/p>\n<p>Gutes Wetter, wenig Schlaf, Mathematik, viel Kaffee und noch mehr Spa\u00df. Was im ersten Moment f\u00fcr die meisten Menschen widerspr\u00fcchlich klingt, beschreibt doch am treffendsten die CAMMP week 2015. CAMMP, das steht f\u00fcr \u201eComputational and Mathematical Modeling Program\u201d und ist eine kleine Erfolgsgeschichte des Lehrstuhls CCES der RWTH-Aachen. So ist diese Woche voller Mathematik dieses Jahr bereits in seine f\u00fcnfte Runde gegangen und wurde f\u00fcr alle Beteiligten ein gelungenes Erlebnis. Ziel ist es den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern zu vermitteln, wie Mathematik in der Wissenschaft genutzt wird und dazu nicht wie im Mathematikunterricht Stift und Papier ausreichen. Dazu standen sieben offene, reelle Probleme zur Verf\u00fcgung, die zu l\u00f6sen waren.<\/p>\n<p>Aber fangen wir vorne an: Bei strahlendem Sonnenschein, der uns f\u00fcr die n\u00e4chsten f\u00fcnf Tage nicht mehr verlassen wollte, trafen Sonntags peu \u00e0 peu Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen, Lehrkr\u00e4fte und das Team der RWTH in der kleinen belgischen Jugendherberge ein. Die insgesamt 42 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler aus 13 Schulen trafen sich abends dann zum ersten Mal zu einer kleinen Einf\u00fchrung in die mathematische Modellierung, gehalten von Prof. Dr. Ahmed E. Ismail. Die Begeisterung der Teilnehmer hielt sich zu diesem Zeitpunkt noch in Grenzen. Jedoch ging es mit der Vorstellung der sieben Probleme, der Gruppeneinteilung und einem ersten kleinen Kennenlernspiel weiter, in dem sich die Gruppendynamik, die sich die n\u00e4chsten Tage entwickeln sollte, bereits ein erstes Mal zeigte.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-175 aligncenter\" src=\"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/cammp\/files\/2016\/04\/AS_Mathecamp-_057-300x224.jpeg\" alt=\"AS_Mathecamp-_057\" width=\"536\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/cammp\/files\/2016\/04\/AS_Mathecamp-_057-300x224.jpeg 300w, https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/cammp\/files\/2016\/04\/AS_Mathecamp-_057.jpeg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 536px) 100vw, 536px\" \/><\/p>\n<p>Nach einer Nacht in belgischen Jugendherbergsbetten starteten wir montags in unseren Gruppen mit der Bearbeitung des gegebenen Problems. Dies mag einfacher klingen, als es tats\u00e4chlich war. Bevor wir \u00fcberhaupt loslegen konnten, mussten wir erst einmal das Problem verstehen und inwiefern dies eigentlich etwas mit Mathematik zu tun hat. Daraus ergaben sich bereits die ersten Fragen, die Grundlage der Modellierung sind: Wie vereinfache ich ein komplexes, reelles Problem so, dass ich es in einem mathematischem Computermodell abbilden kann, das Aussagekraft hat.<\/p>\n<p>Diese erste gro\u00dfe H\u00fcrde konnte bereits Montags bew\u00e4ltigt werden. Die Arbeit an den Computern begann. Die darauf folgenden Tage zeichneten sich durch lebhafte Diskussionen, da jeder Teilnehmer eine eigene Auffassung des Problems hatte, Frustration, wenn der geschriebene Code mal wieder nicht funktionierte, und einen unfassbar hohen Kaffeeverbrauch aus. Die Dynamik und Eigenmotivation, die die Gruppen dabei entwickelten, waren mit nichts zu vergleichen, was man aus der Schule kennt. Hinzu kommt die Selbstst\u00e4ndigkeit, mit der gearbeitet wurde: Die betreuenden Lehrer, die es sonst gewohnt waren das Zepter in der Hand zu halten und die Arbeit zu lenken, fanden sich auf einmal in einer Statistenrolle wieder. Um sich dennoch mit einzubringen beschr\u00e4nkte man sich darauf f\u00fcr das leibliche Wohl der Gruppe zu sorgen indem Obstteller zubereitet oder einfach nur Kaffee geholt wurde. Diese neue und ungewohnte Rolle f\u00fcr die Lehrer war jedoch ein gew\u00fcnschter Nebeneffekt, da das fachliche Wissen diesmal gar nicht in ihren H\u00e4nden lag, sondern bei den wissenschaftlichen Betreuern des CAMMP Teams. Somit war diese Woche nicht nur eine Lernm\u00f6glichkeit f\u00fcr die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, sondern auch f\u00fcr deren Lehrkr\u00e4fte. Dies f\u00fchrte dazu, dass die gewohnte Sch\u00fcler-Lehrer-Hierarchie durchbrochen wurde und man sich sogar auf Augenh\u00f6he begegnete, da die Sch\u00fcler zum Ende der Woche mehr Wissen \u00fcber ihr Problem und deren L\u00f6sung hatten als die Lehrer. Daraus und aus der Anwesenheit von einigen Kindern des Organisationsteams resultierte eine unbefangene, fast famili\u00e4re Stimmung, die diese Veranstaltung noch weiter vom schulischen Alltag abhob. Au\u00dferdem gab es reichlich M\u00f6glichkeiten sich k\u00f6rperlich auszutoben und den Kopf f\u00fcr ein paar Minuten von Mathe, falschen Codes und dem nicht funktionierenden Internet frei zu machen. Immerzu sah man Frisbee, Basketball oder Fu\u00dfball spielende Gr\u00fcppchen. Den H\u00f6hepunkt hatten die sportlichen Aktivit\u00e4ten am Mittwoch, an dem es galt mit seiner Gruppe in einem Sportturnier anzutreten und zu zeigen, was man doch f\u00fcr ein tolles Team war.<br \/>\nNicht verschweigen will ich hier auch eine kleine, stetig wachsende Gruppe von Sch\u00fclerinnen,Sch\u00fclern, Lehrerinnen und Lehrern, die so verr\u00fcckt war, sich jeden morgen eine Stunde vor dem Fr\u00fchst\u00fcck zu treffen, um die M\u00fcdigkeit mit einer oder mehr Runden Liegest\u00fctze, Kniebeugen oder Yoga zu vertreiben.<br \/>\nEinzig am Donnerstag sp\u00fcrte man bei allen Teilnehmern eine unterschwellige Spannung, da die Deadline immer n\u00e4her r\u00fcckte und die L\u00f6sung noch immer nicht vollst\u00e4ndig oder \u00fcberhaupt in Sichtweite war. Allen war klar, dass diese Nacht wohl nicht so erholsam werden w\u00fcrde, wie die vorherigen und das der Kaffeekonsum nochmal gesteigert werden musste. Als dann auch noch bei den Probepr\u00e4sentationen auffiel, dass manches was man erarbeitet hatte, gar keinen Sinn ergab, war die Motivation erst einmal im Keller. Hier konnten jedoch die Lehrer einen wichtigen Beitrag leisten und die Gruppen wieder anregen, die letzten Stunden zu investieren, um ein gutes Ergebnis abzuliefern. Als die letzten Gruppen dann um halb 5 ins Bett fielen und sich auf ganze 3,5 Stunden Schlaf freuen konnten, kam noch nicht der berechtige Stolz auf das Erreichte auf, aber das sollte sich am n\u00e4chsten noch Tag \u00e4ndern.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-176 alignleft\" src=\"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/cammp\/files\/2016\/04\/IMG_4923-300x200.jpg\" alt=\"IMG_4923\" width=\"406\" height=\"271\" srcset=\"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/cammp\/files\/2016\/04\/IMG_4923-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/cammp\/files\/2016\/04\/IMG_4923-768x512.jpg 768w, https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/cammp\/files\/2016\/04\/IMG_4923-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 406px) 100vw, 406px\" \/>Das letzte Fr\u00fchst\u00fcck wurde nach einer kr\u00e4ftezehrenden Nacht dann auch gr\u00f6\u00dftenteils schweigend und in einer deutlich kleineren Runde, als an den anderen Tagen aufgenommen. Jeder war froh ein gutes Ergebnis erzielt zu haben, doch stand noch als letztes gro\u00dfes Event die Abschlusspr\u00e4sentation vor Vertretern der RWTH und Wirtschaftsunternehmen im SuperC an. Am hei\u00dfesten Tag der Woche fuhren wir zur\u00fcck nach Aachen und bei allen machte sich ein Kribbeln breit, das sowohl aus Vorfreude und Lampenfieber, als auch ein wenig Entt\u00e4uschung bestand, dass nun alles so gut wie vorbei war. Als die Gruppen schlussendlich auf dem Podium standen und vor den geladenen G\u00e4sten, Lehrern, Eltern und Geschwistern ihre Ergebnisse pr\u00e4sentierten wurde sich jeder bewusst, welche grandiose Arbeit sie alle bew\u00e4ltigt hatten und das sich s\u00e4mtliche M\u00fchen gelohnt hatten. Der Stolz kam so richtig auf, als man sich nach der Pr\u00e4sentation mit den Vertretern der Problemsteller traf, die alle vollauf begeistert waren, und sowohl Lob als auch kleine Pr\u00e4sente entgegennehmen durfte.<br \/>\nNun zeigte sich aber letzten Endes der Schlafmangel und blickte man im Saal um sich, sah man nicht wenige, denen es schwer fiel die Augen offen zu halten. Die Sehnsucht nach dem eigenen Bett stieg an. Das merkte man auch nachdem alle Gruppen fertig waren und man sich endlich mit den Eltern treffen konnte. Es wurde noch fl\u00fcchtig einige Telefonnummern ausgetauscht und ausgemacht, dass man sich wiedersehen m\u00fcsste, doch eigentlich wollte jeder nur noch nach Hause und sich hinlegen. So kam es auch, dass diese letzte Runde recht schnell ihr Ende fand und man an einigen Erfahrungen reicher, gro\u00dfer Zufriedenheit und mit viel Freude den Nachhauseweg antrat.<\/p>\n<p>Text: Cornelius Hesse-Edenfeld (teilnehmender Student an der CAMMP week 2015 powered by B\u00fcrgerstiftung)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sieben Probleme, eine Woche, viele neue Erfahrungen und der Wunsch nach einem anst\u00e4ndigen Bett Gutes Wetter, wenig Schlaf, Mathematik, viel Kaffee und noch mehr Spa\u00df. 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