{"id":1105,"date":"2020-10-01T14:36:17","date_gmt":"2020-10-01T12:36:17","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/corona\/?p=1105"},"modified":"2020-10-02T10:49:06","modified_gmt":"2020-10-02T08:49:06","slug":"netzwerk-universitaetsmedizin-startet-vertiefte-forschungsarbeit-zu-covid-19","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/corona\/2020\/10\/01\/netzwerk-universitaetsmedizin-startet-vertiefte-forschungsarbeit-zu-covid-19\/","title":{"rendered":"Netzwerk Universit\u00e4tsmedizin startet vertiefte Forschungsarbeit zu Covid-19"},"content":{"rendered":"<p>Mit dem &#8222;Nationalen Netzwerk der Universit\u00e4tsmedizin zu Covid-19&#8220; b\u00fcndelt das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) die Forschungsaktivit\u00e4ten in den deutschen Universit\u00e4tskliniken zur Bew\u00e4ltigung der aktuellen Pandemie. F\u00fcr das Netzwerk Universit\u00e4tsmedizin stellt das BMBF, so wurde heute bekannt gegeben, insgesamt 150 Millionen Euro bereit. Das Netzwerk hat bereits 13 vordringliche Themen festgelegt, zu denen nun, so das BMBF in einer Mitteilung klinik\u00fcbergreifende Forschungsprojekte starten. &#8222;Wir brauchen wirkungsvolle Konzepte, um die Menschen, die an Covid-19 erkranken, bestm\u00f6glich behandeln zu k\u00f6nnen. Und wir m\u00fcssen die besten Strategien finden, um die Ausbreitung der Pandemie einzud\u00e4mmen. Ich bin \u00fcberzeugt davon, dass die heute vom Netzwerk Universit\u00e4tsmedizin vorgestellten Forschungsarbeiten hierzu einen wichtigen Beitrag leisten werden. Ich w\u00fcnsche den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern viel Erfolg bei ihrer Arbeit&#8220;, erkl\u00e4rt <span style=\"display: inline !important; float: none; background-color: #ffffff; color: #333333; cursor: text; font-family: Georgia,'Times New Roman','Bitstream Charter',Times,serif; font-size: 16px; font-style: normal; font-variant: normal; font-weight: 400; letter-spacing: normal; orphans: 2; text-align: left; text-decoration: none; text-indent: 0px; text-transform: none; -webkit-text-stroke-width: 0px; white-space: normal; word-spacing: 0px;\">Bundesforschungsministerin Anja Karliczek<\/span><br \/>\nDas Netzwerk Universit\u00e4tsmedizin sei in dieser Form einmalig: Alle deutschen Universit\u00e4tskliniken sind Teil dieses Netzwerkes. Die Kliniken tauschen ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit der Behandlung von Covid-19-Erkrankten aus und lernen so fortlaufend miteinander und voneinander. Gemeinsam sollen so dr\u00e4ngende Fragen f\u00fcr die Verbesserung der Behandlung und entwickeln Behandlungsstrategien und -Konzepte bearbeitet werden, die eine bestm\u00f6gliche Versorgung der Patientinnen und Patienten sichern.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Folgende 13 Projekte werden vom Netzwerk Universit\u00e4tsmedizin nun gemeinsam in Angriff genommen:<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">AKTIN &#8211; &#8222;Echtzeit-Versorgungsforschung mit dem AKTIN-Notaufnahmeregister (AKTIN-EZV)&#8220;<br \/>\n<\/span><\/strong>Das AKTIN-Notaufnahmeregister wird f\u00fcr die Pandemie-Forschung angepasst und erweitert. Das Register verbessert die notfallmedizinische Versorgungsforschung, weil es Strukturen und Prozesse klinik\u00fcbergreifend einheitlich sichtbar macht. Es soll genutzt werden, um das Versorgungsgeschehen aus der ersten Covid-19-Pandemiewelle zu analysieren und tagesaktuelle Daten aus Notaufnahmen bereitzustellen. Diese k\u00f6nnen f\u00fcr epidemiologische Auswertungen und Covid-19-spezifische Forschungsfragen genutzt werden. Gleichzeitig sind mit dem Register wiederkehrende Epidemiewellen und daraus m\u00f6glicherweise resultierende Versorgungsengp\u00e4sse im Sinne eines Fr\u00fchwarnsystems fr\u00fchzeitig zu erkennen.<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">B-FAST &#8211; &#8222;Bundesweites Forschungsnetz Angewandte Surveillance und Testung&#8220;<br \/>\n<\/span><\/strong>Surveillance umfasst die Beobachtung, Analyse, Interpretation und Berichterstattung von Gesundheitsdaten. Die Corona-Pandemie zeigt, dass unterschiedliche Test- und \u00dcberwachungsstrategien f\u00fcr die Gesamtbev\u00f6lkerung, die Schulen und Kitas, eventuelle Risikobereiche und Kliniken ben\u00f6tigt werden. B-Fast entwickelt eine Plattform, in der solche Strategien erprobt werden k\u00f6nnen. Daf\u00fcr f\u00fchrt es unterschiedliche Analysen und Bewertungen zusammen. So unterst\u00fctzt es Strategien, die nicht nur in der akuten Krise helfen, sondern auch auf k\u00fcnftige Pandemien \u00fcbertragen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">CEO-sys &#8211; &#8222;Aufbau eines Covid-19 Evidenz-\u00d6kosystems zur Verbesserung von Wissensmanagement und Translation&#8220;<br \/>\n<\/span><\/strong>Evidenzbasierte Medizin garantiert die bestm\u00f6gliche Versorgung, da sie auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert. Zahlreiche deutsche Universit\u00e4tsklinika stellen im Verbund mit dem internationalen Netzwerk Cochrane die wissenschaftlichen Grundlagen daf\u00fcr bereit. In CEO-sys wird ein nationales Evidenznetzwerk zu Covid-19 aufgebaut &#8211; unter der Federf\u00fchrung von Cochrane Deutschland. Der sich dynamisch entwickelnde Daten- und Erkenntnisstand zu Covid-19 wird in diesem Evidenznetzwerk fortlaufend aufbereitet, bewertet und zielgruppengerecht vermittelt. Das schafft eine Basis f\u00fcr individuelle Therapieentscheidungen sowie institutionelle und \u00f6ffentliche Versorgungsstrategien.<\/p>\n<p><strong>Compass &#8211; &#8222;Coordination on mobile pandemic apps best practice and solution sharing&#8220;<br \/>\n<\/strong>In dem Projekt wird eine Plattform aufgebaut, die konkrete Methoden und Werkzeuge f\u00fcr Pandemie-Apps koordiniert und bereitstellt. Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft schlie\u00dfen sich bundesweit daf\u00fcr zusammen und verfolgen dabei einen Open Source-Ansatz. Gemeinsam koordinieren und bewerten sie die Pandemie-Apps und erstellen Handlungsempfehlungen. Das schafft auch eine Basis f\u00fcr digitale L\u00f6sungen, um bei k\u00fcnftigen Pandemien besser digital ger\u00fcstet zu sein.<\/p>\n<p><strong>COVIM &#8211; &#8222;Bestimmung und Nutzung von SARS-CoV-2 Immunit\u00e4t&#8220;<br \/>\n<\/strong>Im Projekt kooperieren zahlreiche Universit\u00e4tskliniken, um immunologische Daten aus Bev\u00f6lkerungsstudien und der Untersuchung von Covid-19 Genesenen zusammenzuf\u00fchren und neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Immunit\u00e4t gegen SARS-CoV-2 zu generieren. Zudem soll untersucht werden, wie die Immunit\u00e4t auf andere Personen \u00fcbertragen und f\u00fcr neue Therapieans\u00e4tze genutzt werden kann. COVIM arbeitet eng mit den ebenfalls im Netzwerk Universit\u00e4tsmedizin gef\u00f6rderten Projekten insbesondere mit NAPKON, B-FAST und CEO-sys zusammen.<\/p>\n<p><strong>DEFEAT PANDEMIcs &#8211; &#8222;Deutsches Forschungsnetzwerk Autopsien bei Pandemien&#8220;<br \/>\n<\/strong>Im Projekt wird ein deutschlandweites Obduktionsnetzwerk aufgebaut, in dem Daten, Biomaterialien und Erkenntnisse systematisch und standardisiert erfasst und zusammengef\u00fchrt werden. Diese einzigartige Vernetzung der meisten pathologischen, neuropathologischen und rechtsmedizinischen Institute der deutschen Universit\u00e4tsklinika sowie nicht-universit\u00e4rer Partner erm\u00f6glicht ein tieferes Verst\u00e4ndnis der Erkrankung und hilft, wirkungsvollere Therapieans\u00e4tze zu entwickeln.<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">EViPan &#8211; &#8222;Entwicklung, Testung und Implementierung von regional adaptiven Versorgungsstrukturen und Prozessen f\u00fcr ein evidenzgeleitetes Pandemiemanagement koordiniert durch die Universit\u00e4tsmedizin&#8220;<br \/>\n<\/span><\/strong>Um Covid-19-Patientinnen und Patienten zuk\u00fcnftig noch schneller und besser erkennen und behandeln zu k\u00f6nnen, wird ein nationales Pandemiemanagement ben\u00f6tigt. Es tr\u00e4gt auch dazu bei, Ansteckungen zur vermeiden und auf zuk\u00fcnftige Pandemien vorbereitet zu sein. Die Universit\u00e4tskliniken stehen als international vernetzte Maximalversorger und Forschungseinrichtungen im Zentrum regionaler Gesundheitsnetzwerke. Im Projekt kooperieren sie mit dem Robert Koch-Institut und mit dem \u00f6ffentlichen Gesundheitsdienst und den Landesregierungen zur gemeinsamen Erreichung des Ziels.<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">FoDaPla &#8211; &#8222;Nationale Forschungsdatenplattform&#8220;<br \/>\n<\/span><\/strong>In diesem Projekt wird eine bundesweit einheitliche, datenschutzkonforme Infrastruktur f\u00fcr die Speicherung von Covid-19 Forschungsdatens\u00e4tzen geschaffen. In dieser Forschungsdatenplattform k\u00f6nnen beispielsweise Labordaten pseudonymisiert den Forschenden \u00fcber sichere und transparente Verfahren zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Damit wird die Plattform eine zentrale Informationsquelle f\u00fcr unterschiedliche Forschungsarbeiten, die sich mit der Entwicklung besserer Behandlungsans\u00e4tze f\u00fcr Covid-19 befassen.<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-family: 'Arial',sans-serif;\">MethodCov &#8211; &#8222;Methodennetzwerk zur Unterst\u00fctzung von Covid-19 Forschungsprojekten bei der Messung sozialer und kontextueller Faktoren&#8220;<br \/>\n<\/span><\/strong>Ob ein Mensch an Covid-19 erkrankt und wie die Erkrankung verl\u00e4uft, h\u00e4ngt von sehr unterschiedlichen Faktoren ab. Durch das Projekt MethodCov wird ein Netzwerk von Expertinnen und Experten aufgebaut, die den Einfluss der sozialen Faktoren analysieren. Diese betreffen beispielsweise den Beruf oder das Lebensumfeld. Die Erkenntnisse aus diesem Netzwerk k\u00f6nnen neue Pr\u00e4ventionsans\u00e4tze und klinische Therapiekonzepte f\u00fcr von Bev\u00f6lkerungsgruppen schaffen, die in der Pandemie einen besonderen Schutz bed\u00fcrfen.<\/p>\n<p><strong>NAPKON &#8211; &#8222;Nationales Pandemie Kohorten Netz&#8220;<br \/>\n<\/strong>Das Projekt NAPKON schafft die Grundlage f\u00fcr ein besseres Verst\u00e4ndnis des Krankheitsverlaufs bei Covid-19 und die Erforschung m\u00f6glicher Therapien, indem es in wissenschaftliche Studien klinische Daten, Bioproben und Bildgebungsdaten zusammenf\u00fchrt. NAPKON ist eng verzahnt mit dem Aufbau der Nationalen Forschungsdatenplattform und kooperiert mit dem Projekt COVIM. Die so m\u00f6glich werdenden Studien k\u00f6nnen beispielsweise Auskunft \u00fcber die Langzeitfolgen einer Covid-19-Erkrankung geben, auch wenn die Betroffenen w\u00e4hrend der Behandlung beispielsweise aus der Klinik zum Hausarzt wechseln.<\/p>\n<p><strong>Organo-Strat &#8211; &#8222;Organspezifische Stratifikation bei Covid-19&#8220;<br \/>\n<\/strong>Durch das Projekt Organo-Strat soll ein Netzwerk etabliert werden, das im Labor entwickelte Organmodelle gemeinsam nutzt. Das erm\u00f6glicht, organspezifische Forschungsfragen durch ein abgestimmtes Vorgehen synergistisch zu bearbeiten. Dabei kommt es auf ein enges Zusammenspiel von Universit\u00e4tskliniken und Hochsicherheitslabors an. Gewebe- und Autopsieproben sollen u.a. dazu genutzt werden, aussagekr\u00e4ftigere Studien zu Covid-19 und anderen Erkrankungen durchzuf\u00fchren. Langfristig soll das Therapien erm\u00f6glichen, die individuell auf die Patientinnen und Patienten zugeschnitten sind.<\/p>\n<p><strong>PallPan &#8211; &#8222;Nationale Strategie f\u00fcr Palliativversorgung in Pandemiezeiten&#8220; <\/strong><br \/>\nIn diesem Projekt werden auf wissenschaftlicher Basis Handlungsempfehlungen und Informationsmaterialien erstellt, um schwerkranke und sterbende Menschen auch in Pandemiezeiten bestm\u00f6glich versorgen und ihre Belange &#8211; sowie die Belange ihrer Angeh\u00f6rigen &#8211; ber\u00fccksichtigen zu k\u00f6nnen. Es handelt sich hierbei um den bisher gr\u00f6\u00dften strukturierten Zusammenschluss der Palliativmedizin in einem Forschungsprojekt in Deutschland.<\/p>\n<p><strong>RACOON &#8211; &#8222;Radiological Cooperative Network zur Covid-19 Pandemie&#8220;<\/strong><br \/>\nRACOON ist die erste deutschlandweite Radiologie-Plattform, bei der fast alle Universit\u00e4tskliniken beteiligt sind. Hier werden R\u00f6ntgenaufnahmen von Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf Covid-19 zusammengef\u00fchrt und mit den Krankheitsverl\u00e4ufen in Beziehung gebracht. Die Befunde werden mithilfe K\u00fcnstlicher Intelligenz analysiert. Dadurch wird eine schnellere und pr\u00e4zisere Diagnose der Erkrankung und ihres Verlaufs m\u00f6glich und eine Entscheidungsgrundlage f\u00fcr epidemiologische Studien, Lageeinsch\u00e4tzungen und Fr\u00fchwarnmechanismen geschaffen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem &#8222;Nationalen Netzwerk der Universit\u00e4tsmedizin zu Covid-19&#8220; b\u00fcndelt das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) die Forschungsaktivit\u00e4ten in den deutschen Universit\u00e4tskliniken zur Bew\u00e4ltigung der aktuellen Pandemie. 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