{"id":1231,"date":"2021-04-12T11:01:11","date_gmt":"2021-04-12T09:01:11","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/dlphil\/?p=1231"},"modified":"2021-04-12T11:01:11","modified_gmt":"2021-04-12T09:01:11","slug":"best-practice-distanzpruefungen-an-der-philosophischen-fakultaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/dlphil\/2021\/04\/12\/best-practice-distanzpruefungen-an-der-philosophischen-fakultaet\/","title":{"rendered":"Best Practice: Distanzpr\u00fcfungen an der Philosophischen Fakult\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>Wir haben Lehrende der Philosophischen Fakult\u00e4t nach ihren Erfahrungen mit unterschiedlichen Formaten von Distanzpr\u00fcfungen gefragt: Mit welchen Settings und Formaten haben Sie zuletzt gearbeitet? Was hat gut geklappt, was war schwierig? Einige kurze Erfahrungsberichte wollen wir hier pr\u00e4sentieren. Gerne nehmen wir auch Ihre Berichte noch entgegen.<\/p>\n<p>Wichtige Informationen und Handreichungen rund um m\u00f6gliche L\u00f6sungen f\u00fcr die Gestaltung und Durchf\u00fchrung von Fernpr\u00fcfungen finden Sie auch auf den <a href=\"https:\/\/video.cls.rwth-aachen.de\/gebrauchsanweisungen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Seiten des CLS<\/a>.<\/p>\n<h4><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1234 alignleft\" src=\"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/dlphil\/files\/2021\/04\/pexels-cottonbro-3205403-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/dlphil\/files\/2021\/04\/pexels-cottonbro-3205403-200x300.jpg 200w, https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/dlphil\/files\/2021\/04\/pexels-cottonbro-3205403-684x1024.jpg 684w, https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/dlphil\/files\/2021\/04\/pexels-cottonbro-3205403-768x1150.jpg 768w, https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/dlphil\/files\/2021\/04\/pexels-cottonbro-3205403-1026x1536.jpg 1026w, https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/dlphil\/files\/2021\/04\/pexels-cottonbro-3205403-1368x2048.jpg 1368w, https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/dlphil\/files\/2021\/04\/pexels-cottonbro-3205403-scaled.jpg 1710w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><a href=\"https:\/\/www.gs.rwth-aachen.de\/cms\/GS\/Das-Lehr-und-Forschungsgebiet\/Team\/Inhaber-der-Professur\/~rgal\/Thomas-Niehr\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Prof. Thomas Niehr<\/a> vom <a href=\"https:\/\/www.gs.rwth-aachen.de\/cms\/~qwfk\/GS\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lehr- und Forschungsgebiet Germanistische Sprachwissenschaft<\/a> \u00fcber seine Erfahrungen mit einer \u201eOpen-book-\u201c (vulgo: \u201eKoffer-)Klausur\u201c:<\/h4>\n<p>Nach dem Wintersemester 20\/2021 waren ungef\u00e4hr 300 Erstsemester der Sprach- und Kommunikationswissenschaft mit einer benoteten Klausur zu \u201eversorgen\u201c. Diese Klausur am Ende des ersten Semesters wird gew\u00f6hnlich als E-Klausur im <a href=\"https:\/\/www.dsme.rwth-aachen.de\/cms\/DSME\/Das-Institut\/Infrastruktur\/~jsmwg\/ZuseLab\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zuse-Lab<\/a> geschrieben. Als Alternative in Zeiten der Pandemie haben wir uns f\u00fcr das besagte Open-book-Format entschieden: die Studierenden durften zuhause \u00fcber <a href=\"https:\/\/dynexite.rwth-aachen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dynexite<\/a> schreiben und dabei sowohl die in Moodle zur Verf\u00fcgung gestellten Lehrmaterialien und Lehrb\u00fccher wie auch die \u00fcblichen Nachschlagewerke (Wikipedia &amp; Co., Fachw\u00f6rterb\u00fccher) verwenden. Sie wurden allerdings dazu angehalten, die verwendeten Quellen in ihren Klausuren kenntlich zu machen. Die Zeit zur Beantwortung der Fragen betrug 90 Minuten und wurde (insbesondere im Falle einer unterbrochenen Internet-Verbindung) von Dynexite \u00fcberwacht. Eine pers\u00f6nliche Online-Aufsicht f\u00fcr eine solch gro\u00dfe Gruppe schien uns wenig praktikabel und wurde deshalb nicht durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Um eine derartige Klausur zu einer sinnvollen Alternative zu herk\u00f6mmlichen Klausuren zu machen, ist die Art der Fragestellung entscheidend: Reine Wissensfragen, die durch Googeln bzw. Nachschlagen beantwortet werden k\u00f6nnen, scheiden hier von vornherein aus. Folglich bedarf es eines Frageformats, das Transfer-Kompetenzen adressiert. Die Studierenden m\u00fcssen also zeigen, dass sie das erworbene (bzw. nachgeschlagene) Wissen nicht nur reproduzieren, sondern auch anwenden k\u00f6nnen. So bietet es sich beispielsweise f\u00fcr die Linguistik an, einen Dialog vorzugeben, anhand dessen die Studierenden das Nichtgesagte (aber Mitgemeinte) identifizieren und in linguistischer Fachterminologie beschreiben sollen. Weiterhin lassen sich Kompetenzen in der Grammatik \u00fcberpr\u00fcfen, indem unterschiedliche Lesarten mehrdeutiger S\u00e4tze (\u201eIch sehe den Mann mit dem Fernrohr\u201c) anhand einer grammatischen Beschreibung verdeutlicht werden. Anhand der Abbildung eines Verkehrszeichens kann eine Klassifizierung verschiedener Zeichentypen gefordert werden. Derartige Aufgaben lassen sich f\u00fcr nahezu alle Teilgebiete der Linguistik in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden formulieren.<\/p>\n<p>Die Erfahrung, die wir mit diesem Versuch gemacht haben, war insgesamt positiv: Es fielen nicht mehr T\u00e4uschungsversuche als bei Pr\u00e4senzklausuren auf. Bei der Korrektur der Klausuren ergab sich hingegen eine interessante Erkenntnis: Es zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen denjenigen, die in der Lage sind, eine (komplexe) Fragestellung ad\u00e4quat zu verstehen und ihre erworbenen Kompetenzen tats\u00e4chlich auf die Fragestellung anzuwenden, und denjenigen, die lediglich zur Reproduktion von Wissen in der Lage sind.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend l\u00e4sst sich feststellen: Die Konzeption einer solchen Klausur stellt die Pr\u00fcfenden vor gr\u00f6\u00dfere Herausforderungen als die Konzeption einer \u201eklassischen\u201c Klausur. Die zus\u00e4tzliche M\u00fche lohnt sich jedoch, da man mit einer derartigen Klausur eine sinnvolle Alternative anbieten kann, die dazu geeignet ist, die f\u00fcr ein erfolgreiches Studium erforderlichen Kompetenzen unter Beweis zu stellen.<\/p>\n<hr \/>\n<h4><a href=\"https:\/\/www.germlit.rwth-aachen.de\/awca\/n.asp?id=pusk\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Prof. Thomas Bein<\/a> \u00fcber die Pr\u00fcfungen in der <a href=\"https:\/\/www.germlit.rwth-aachen.de\/cms\/germlit\/Das-Institut\/~mpma\/Aeltere-deutsche-Literatur\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00c4lteren deutschen Literatur<\/a>:<\/h4>\n<p>Ich habe zwei Formate umgesetzt, beides hat gut funktioniert:<\/p>\n<p>a) &#8218;Home-Klausur&#8216; zu Vorlesungen (unbenotet): Die Studierenden konnten sich in einem zeitlich festgelegten Fenster \u00fcber Moodle eine Aufgabenstellung downloaden. Zur Beantwortung der Fragen und Bearbeitung der Aufgaben hatten sie ca. 1 Stunde Zeit. Dann mussten sie die &#8218;L\u00f6sungen&#8216; wieder hochladen. Die Aufgaben bestanden aus: Multiple Choice, Freitextaufgaben, Einsetz\u00fcbungen, wobei darauf geachtet wurde, dass es Aufgaben waren, die man nicht rasch \u00fcber Wikipedia erledigen konnte.<\/p>\n<p>b) M\u00fcndliche Pr\u00fcfungen \u00fcber Zoom: Diese Pr\u00fcfungen ersetzten in der Regel Klausuren. Technisch gab es keine Probleme, das Format wurde von den Studierenden gerne angenommen. Etwas aufw\u00e4ndiger ist freilich, dass es immer noch eine*n Beisitzer*in geben muss.<\/p>\n<hr \/>\n<div class=\"\">\n<h4><a href=\"https:\/\/www.comm.rwth-aachen.de\/cms\/COMM\/Der-Lehrstuhl\/Team\/~dcrmf\/Dr-Andre-Calero-Valdez\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dr. Andr\u00e9 Calero Valdez<\/a> vom <a href=\"https:\/\/www.comm.rwth-aachen.de\/cms\/~plea\/COMM\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lehrstuhl f\u00fcr Kommunikationswissenschaft<\/a>:<\/h4>\n<p>Wir haben f\u00fcr eine Klausur mit 38 Teilnehmern, einen Moodle-Online eTest durchgef\u00fchrt. Dabei war die h\u00e4lfte des Tests ein Multiple-Choice Teil und die andere H\u00e4lfte Freitextaufgaben. Studierende haben den eTest mit dem <a href=\"https:\/\/safeexambrowser.org\/about_overview_de.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Safe-Exam-Browser<\/a> durchgef\u00fchrt, so dass googeln oder chatten w\u00e4hrend des Tests unm\u00f6glich war. Zus\u00e4tzlich haben wir Studierende darum gebeten, entsprechend der Vorgaben des Dezernats 5.0 in einen Zoom-Raum eingeladen. Diesen haben Studierende mit dem Mobiltelefon genutzt.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"\"><\/div>\n<div class=\"\">F\u00fcr alle Studierende, die kein Zweitger\u00e4t hatten, oder wo der Safe-Exam Browser nicht funktioniert hat, haben wir in dem Zoom-Raum einzelne Break-out-Sessions eingerichtet mit jeweils einem Wissenschaftlichen Mitarbeiter als Betreuer.\u00a0Diese Studierenden haben w\u00e4hrend der Pr\u00fcfung ihren Screen geteilt.\u00a0Alle anderen Studierenden wurden auf 4 R\u00e4ume aufgeteilt mit jeweils einem WiMi-Betreuer. Wenn Fragen auftraten, haben die Betreuer ein drittes Chat-Programm genutzt, um zu kommunizieren, damit alle Studierenden auf dem gleichen Stand sind.<\/div>\n<div><\/div>\n<div class=\"\">Dieser Ansatz hat sehr gut geklappt.<\/div>\n<div class=\"\">Nachteil: Hoher Aufwand in der Erstellung und Betreuung.<\/div>\n<div class=\"\">\n<div>Vorteil: Sehr klausur\u00e4hnliches Pr\u00fcfungsformat, Studierende konnten asynchron mit der Klausur beginnen (kein Zeitdruck).<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Wir haben vorher eine \u00dcbungsklausur mit den Studierenden durchgef\u00fchrt, um die Funktionalit\u00e4t des Safe-Exam-Browsers zu testen.<\/div>\n<div><\/div>\n<\/div>\n<div><\/div>\n<div>\n<hr \/>\n<\/div>\n<div><\/div>\n<div class=\"\">\n<h4><a href=\"https:\/\/www.anglistik.rwth-aachen.de\/cms\/Anglistik\/Anglistik-Amerikanistik\/Anglistische-Sprachwissenschaft\/~dahjh\/Tobias-Becker\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tobias Becker<\/a> zu den Pr\u00fcfungen in der <a href=\"https:\/\/www.anglistik.rwth-aachen.de\/cms\/Anglistik\/Anglistik-Amerikanistik\/~gceu\/Anglistische-Sprachwissenschaft\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Anglistischen Sprachwissenschaft<\/a>:<\/h4>\n<\/div>\n<p>Pr\u00fcfungen wurden als Take-Home Exams mit stark eingeschr\u00e4nkter T\u00e4uschungskontrolle durchgef\u00fchrt (bis zu 25 Studis in Zoom). <em>Positiv zu nennen ist:<\/em> Die Pr\u00fcfungen sind alle ohne Zwischenf\u00e4lle \u00fcber die B\u00fchne gegangen. Keine nennenswerten Internetausf\u00e4lle, einzelne Probleme mit Drucker und Scanner, die aber behoben werden konnten, keine Probleme mit dem Moodle-Upload, keinerlei negative R\u00fcckmeldungen der Studis zum Ablauf. <em>Negativ zu bemerken ist: <\/em>Die Pr\u00fcfungen haben enorm viel Zeit gekostet und den normalen Tagesablauf im Institut zeitweise weitestgehend lahmgelegt. Die Vorbereitung der digitalen Varianten, die Meetings zur Bestimmung und Besprechung der Richtlinien vorab, die Probedurchl\u00e4ufe mit den Studis, die Durchf\u00fchrung mit teilweise knapp 10 Gruppen, jeweils mit \u201eFirst Examiner\u201c und \u201eVirtual Assistant\u201c. In der Planung selbst, die manuelle Erstellung von randomisierten Versionen einer Multiple-Choice Klausur, die sonst \u00fcber <a href=\"https:\/\/dynexite.rwth-aachen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dynexite<\/a> reibungslos abl\u00e4uft (und normalerweise auch korrigiert wird), um T\u00e4uschungsversuche m\u00f6glichst gut zu unterbinden.<\/p>\n<p>Fazit: Es hat alles wunderbar geklappt, hatte jedoch seinen Preis.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir haben Lehrende der Philosophischen Fakult\u00e4t nach ihren Erfahrungen mit unterschiedlichen Formaten von Distanzpr\u00fcfungen gefragt: Mit welchen Settings und Formaten haben Sie zuletzt gearbeitet? 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