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neuland: Der Erstsemester-Blog

Unter Feinden

02. Dezember 2013 | von

1385824795907Langsam linse ich aus dem Fenster des Zuges und beobachte meine Umgebung. Scanne jede einzelne Person in meinem Umfeld um festzustellen, ob sie eine potenzielle Bedrohung für mich ist. Vorsichtig wage ich mich aus meinem Schutz heraus in die Wildnis. Ein Blick auf die Uhr sagt mir, dass es halb Sieben ist – morgens. Die Zeit ist auf meiner Seite, Samstags um diese Uhrzeit trifft man sie nur selten. Doch jetzt bin ich hier und es gibt kein Zurück mehr. Umgeben von Feinden und mir bleibt nur die Hoffnung nicht besonders aufzufallen. KARLSRUHE!

Jeder von euch wird sich jetzt zurecht fragen: „Was? Warum geht er ein solches Risiko ein? Man kann sein Studentendasein auch einfacher aufs Spiel setzen.“ Ja kann man, aber was soll man tun, wenn der Feind von den besten Freunden Besitz ergreift? Es ist wie Tom und Jerry, Cap und Capper oder Darth Vader und Luke Skywalker. Aber für gute Freunde geht man durch den Tod. Vielleicht besteht ja auch noch Hoffnung, sie wieder zurück ins Licht zu ziehen.

1385725577497Ich bin jedenfalls nicht nur dieses Risiko eingegangen, sondern habe auch noch den überaus langen und anstrengenden Weg von Aachen auf mich genommen. Am Freitag ging es bereits im Morgengrauen los zum Bahnhof. Mein Zug in Richtung Köln fuhr um 11:18 und hatte auch noch Verspätung. Zum Glück ist Verlass auf die Verspätungen aller möglichen öffentlichen Verkehrsmittel und somit hatte ich in Köln noch etwa 40 Minuten Zeit den Dom vom Bushof aus zu bewundern bis dann endlich mein Bus kam, der mich nach Heidelberg bringen sollte und es auch geschafft hat.

Das Reisen mit Fernbussen kann ich jedem empfehlen, dem die Deutsche Bahn zu teuer und zu unzuverlässig ist. Die Fahrt war schnell und angenehm. Da ich mich nicht nüchtern nach Karlsruhe gewagt habe, haben wir uns dann erst zu fünft in Heidelberg getroffen und dort den Weihnachtsmarkt und einige Bars besucht. Geplant war den Zug um 4 Uhr nach Karlsruhe zu nehmen und dann noch ein paar Stunden zu schlafen. Natürlich fährt der Zug an jedem Tag in der Woche – außer an Samstagen. Also hatten wir das Glück, noch 1 ½ Stunden am Heidelberger Bahnhof (ohne Mcces und Burger King) frieren zu dürfen. Wir wurden Zeuge einer schauspielerischen Darbietung und durften uns anschließend mit den ortsansässigen und volltrunkenen Akteuren darüber auseinandersetzen.

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Dann waren wir endlich da: in Karlsruhe; steigen aus dem Zug in die erste Straßenbahn die kommt. Wir müssen etwa vier Haltestellen fahren, da kommt die Durchsage:

Fahrscheinkontrolle“

WTF ?!? Halb Sieben Uhr morgens und die wollen meinen Fahrschein sehen? In einer Straßenbahn? Gerade mal 10 Minuten hier? Ist das deren Ernst? Wie lange bin ich jetzt in Aachen? 4 Monate? Und noch nie wollte jemand meinen Fahrschein sehen. Na ja, ich habe ja den Fahrschein von der Zugfahrt nach Karlsruhe und bei mir zu Hause kann man mit denen auch immer mit dem Stadtverkehr fahren. In Karlsruhe? NATÜRLICH NICHT! Yeah! Aber der Schaffner hat uns das total freundlich erklärt. Jetzt meldet sich vermutlich irgendwann die Bahn beim mir und dann sehen wir weiter. War mir auch egal, Hauptsache ich hatte dann ein Bett. Mal sehen was heute so geht, und dann melde ich mich hoffentlich wieder nächste Woche. Es sei denn, die lassen mich hier nie wieder weg :O

Bis später 😉
Lukas

11 Antworten zu “Unter Feinden”

  1. Seifi sagt:

    Das nächste mal lassen wir dich nicht einfach wieder gehen 😉
    Irgendwann wird es jeden vernünftigen Aachener auf die Seite der Karlsruher schlagen…

  2. Franz sagt:

    Ich denke nicht das WTF ein teile seriöser Berichterstatung ist. Außerdem würde ich nicht davon ausgehen, das ein Aachener freiwillig länger als eine Woche in Karlsruhe bleibt, solange er noch über seine volle Gehirnfunktionalität verfügt!;)

    • Hans Lukas Dörrie sagt:

      Lieber Daniel, unser Blog ist ja auch keine so ganz seriöse Berichterstattung, falls du das noch nicht gemerkt hast 😉 So schlimm war es auch gar nicht in Karlsruhe, aber ich hab ja auch nur 2 Nächte ausgehalten 😛

  3. Laura sagt:

    Von wegen unter feinden 😀 kommt mich hier auf der Insel mal besuchen, da werdet ihr bestimmt nicht mehr weg gelassen.
    Die lassen mich bestimmt nicht raus am 23.12 😀

  4. Aldi sagt:

    Hm. So ganz ist mir das noch nicht schlüssig. Wer waren denn nun die Feinde. Die von der Bahn oder die Karlsruher oder noch ganz jemand anderer. Egal. Ich kann mir es bildlich vorstellen, wie ihr morgens auf dem Bahnhof gewartet habt. Hattest du deine Posaune nicht dabei? Ein bisschen Musik am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen. … und die Aufmerksamkeit, nicht nur von Seiten der Bahn wäre euch sicher gewesen. Also bis demnächst dann. 🙂

    • Hans Lukas Dörrie sagt:

      Nein die Posaune hatte ich nicht dabei; zum Glück, sonst hätte ich ja noch mehr zum rumschleppen gehabt. Zu den Feinden, Karlsruhe hat auch eine Technische Uni, die so ein bisschen mit unserer konkurriert (jedenfalls kursiert das Gerücht). Ich wurde aber ganz freundlich aufgenommen.

  5. Peter sagt:

    Sehr schön zu lesen, bin mal gespannt wie es bei mir so mit dem Studium losgehen wird 🙂

  6. Tatjana sagt:

    Ja so ist das mit dem Zug fahren… 😉
    Aber ich hoffe der Rest des Tages hat sich trozdem gelohnt 😉

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