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neuland: Der Erstsemester-Blog

Das schaue ich mir zuhause nochmal im Internet an!

08. Februar 2014 | von

Habe ich schon oft gesagt. Schlauer hat mich diese Aussage nicht gemacht.
Aber mal im Ernst, das Internet bietet unglaublich viele Möglichkeiten den Unistoff wirklich zu verstehen, denn das ist in der Uni manchmal gar nicht so einfach. Wenn man sich während der Vorlesung YouTube Videos anschaut und versucht durch Spiegel-Online zumindest noch das Nötigste über Ukraine, NSA und natürlich das Dschungelcamp mit zu bekommen, dann ist das Hirn nicht immer zu gleicher Zeit auch empfänglich für Organisationsentwicklung im Unternehmen.
Also ist das Internet jetzt super toll oder totaler Mist, wenn es darum geht für die Uni zu lernen?
Es wird mir schwer fallen, aber ich werde im Folgenden versuchen keine Grundsatzdisskusion aus diesem Eintrag zu zimmern, auch wenn das sehr leicht fallen würde in Anbetracht dessen, dass das Internet für meine Generation so etwas ist, wie die deutsche Demokratie.- Vielleicht etwas zu selbstverständlich.
Also aus der Sicht eines Studenten, der schon irgendwie mit dem Internet aufgewachsen ist:
Es ist schwer das Internet zu beurteilen, denn es hat einfach zu viele positive Effekte auf mein Leben, als dass ich es mir weg wünschen könnte. Aber manchmal habe ich schon das Gefühl von Facebook-Walls eingekreist, in einer glibbrigen Masse aus Information und Werbung völlig aus dieser Welt zu entschwinden. So richtig gutheißen, kann ich es also auch nicht.
An der RWTH ist es eigentlich unmöglich auf das Internet mal einen Tag oder ein Wochenende zu verzichten, denn ohne das Internet, wüsste ich so spontan nicht wie ich an meine neuen Übungsblätter kommen sollte. Was das Bereitstellen von Übungsblättern und Kursbezogenen Informationen angeht, setzt die RWTH auf L²P. Und ich für meinen Teil finde das top. Alles schön übersichtlich und mit dem Programm sync-my-L2P, werden meine Dateien von ganz allein dahin gesaugt, wo sie hingehören. Wie wunderbare wäre es, wenn es sowas fürs Gehirn gäbe!
Naja, aber wo wir gerade bei übersichtlich sind: Eine Menge wichtiger Dinge, wie die Anmeldungen zu Prüfungen sind über das Campus-Office zu tätigen, welches offen gesagt eine mittlere Katastrophe ist. Wäre das nicht eine tolle Praxisarbeit für ein paar Informatiker und Designer?
Naja, darüber hinaus gibt’s die RWTH auch auf Facebook, wo sie sich immer wieder in Sexismus- und Sitzgelegenheitsarchitekturdebatten wieder findet, was immer wieder amüsant ist und mir die Gewissheit gibt, dass diese Studenten die sich über solche Sachen ernsthaft aufregen noch deutlich mehr Zeit unnötig zum Fenster raus, bzw. zum Monitor rein schmeißen, als ich. Denn eigentlich ist der Facebook-Auftritt der RWTH ziemlich gut gemacht und ich kann jedem, der sich für ein Studium in Aachen oder überhaupt ein technisches Studium interessiert und bei Facebook registriert ist, also jedem, wärmstens empfehlen die RWTH zu „liken“.
Und jetzt könnte man fast glauben dieser Beitrag hätte ein Konzept, so flüssig fließt dieser Fluss der Worte und Sätze vom Internetauftritt der RWTH zum Lernfeind Nr. 1: FACEBOOK.
Jeder hat mittlerweile Facebook.* Facebook ist der offensichtlichste Beweis, dass es Zeitmaschinen gibt, denn Facebook saugt all die Zeit, die du zum Lernen eingeplant hattest aus deinem Leben raus und lässt dich mit einem schlechten Gewissen und dem Vorsatz dein Facebook-Profil zu löschen, was übrigens beinahe unmöglich ist, heulend, weil du von dem ganzen auf den Bildschirm starren und dich über andere Menschen aufregen, Migräne bekommen hast, in deinem Zimmer zurück.

Insofern kann man wohl zusammenfassen, dass das Internet jede Menge gute Seiten hat und eng mit dem heutigen Studentenleben verknüpft ist, aber auch ziemlich böse ist. Besonders zu so wehrlosen und schreckhaften Kreaturen wie dem Studenten.
-Ein großes Potenzial mit ehrgeizigem Ziel, ziemlich viel Laberrabarba und 60% Porno. Fast wie die deutsche Politik, nur fehlt der der Porno, deswegen regen sich alle drüber auf.

Tschau dann erstmal,
Euer Philipp

*Sogar die alten Menschen. Ich denke schon lange darüber nach, vielleicht eine Online-Petition zu starten. Nicht, um Wehrlose aus dem Fernsehn, den ich nicht mal besitze, weil ich mittlerweile schon vor der Anschaffung eines solchen Geräts weiß, was da für eine asoziale, schleimige Müllbrühe herausgeschwappt käme**, an den Pranger zu stellen und nachher den Schwanz ein zuziehen, und auch nicht um eine „Spielstraße“ für die übermütig spielenden Studenten vor dem Hauptgebäude durchzusetzen, sondern um eine Altersgrenze für Facebook durchzudrücken. Bzw. eigentlich direkt zwei. Eine obere und eine untere. Kinder unter 16 Jahren sollten nicht via Facebook ein Krabellgruppen-revival-Treffen planen, sondern draußen in der Natur über saftige Wiesen laufen oder zumindest vor dem Kassettenrecorder sitzend Heidi hören und davon träumen. Und genauso gehören Menschen über 30 auf Internetplattformen wie XING oder sonst irgendwelche fachspezifische „Job“-foren. Jedenfalls irgendwohin, wo sie sich gemeinsam über die Jungend von heute aufregen können und sich dabei genauso verhalten, aber zumindest so tun können, als sei das alles rein geschäftlich und Big-Business. Ist ja nicht so, als würde ich die aus dem Internet mobben wollen, ich finds halt nur suboptimal, wenn Mütter ihren Töchtern öffentlich die Bewunderung ihrer Tussi-Fotos ums Honigmaul schmieren. Schlimm genug, dass sie überhaupt stolz auf diese Minirock-im-Kindergarten-Bälger sind.

**das ist übrigens unabhängig von der Größe dieses Geräts, denn „die Supernanny“ und ihre Familien sind auch in High-Definition nicht noch asozialer, das ist nämlich schier unmöglich, und man kann eigentlich nur hoffen und beten, dass die „Schauspieler“ ordentlich high waren, als dieser Rotz gedreht wurde.

PS: An die, die die Online-Petition mit dem Lanz „unterschrieben“ haben: Macht doch einfach den verdammten Fernseher aus, oder schaltet um und gebt euch noch ne Runde Dschungelcamp, das bezahlt ihr nicht mit eurem Geld, sondern eurem Willen, der ist euch ja deutlich weniger wert.

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