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Forschungsdaten – Aktuelles und Wissenswertes

FDM Use Case II – Lehrstuhl für Technische Thermodynamik (LTT)

01. Oktober 2019 | von

Mit der Mini-Serie „FDM Use Case“ stellen wir Ihnen drei Beispiele zur Einführung von organisiertem Forschungsdatenmanagement (FDM) an der RWTH Aachen vor, die im Rahmen des Projekts FDM durchgeführt worden sind.

Der zweite Beitrag handelt vom Lehrstuhl für technische Thermodynamik (LTT), geleitet von Professor André Bardow. Gemeinsam mit zwei Mitarbeitenden des Lehrstuhls hat das FDM-Team zunächst eine Status-Quo-Analyse durchgeführt, um FDM in die bestehenden Strukturen zu integrieren und vorhandene Strukturen auszubauen.

Um FDM und die einhergehenden Änderungen und Anpassungen zu etablieren, wurde auf die bestehenden Kommunikationsstrukturen innerhalb des LTT geachtet:

  • Wie wird FDM weitergegeben?
  • Wie werden die Resultate der Arbeitsgruppe verbreitet und Awareness geschaffen?

Ziele und Herausforderungen

Am LTT bestand das Ziel der Arbeitsgruppe darin, Werkzeuge des FDMs in den täglichen Forschungsprozess zu integrieren, um diesen nachhaltig zu sichern und nachnutzbar zu gestalten.

Drei Herausforderungen wurden identifiziert:

  • Stark unterschiedlich ausgeprägte institutsinterne Nachnutzung von Daten
  • Geringe freie Speicherkapazitäten auf dem Institutsserver aufgrund großer Datenmengen
  • Schwierige Nachnutzbarkeit älterer Daten wegen fehlender Metadaten

Lehrstuhl für Technische Thermodynamik

Der LTT beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Entwicklung systemanalytischer Methoden und technischer Komponenten für Energiesysteme sowie der theoretischen und experimentellen Erforschung fluider Stoffsysteme. Die Arbeiten sind inhaltlich in verschiedene Projektgruppen aufgeteilt.

Der LTT gliedert sich in vier Untergruppen:

  • Molekulare Thermodynamik (MolThermo)
  • Messsystemtechnik (MST)
  • Sorptionstechnologie (SORP)
  • Energiesystemtechnik (EST)

Die Forschung erstreckt sich damit vom Molekül über das Material und die Apparate bis hin zum Prozess.

Metadatenmanagement

Die FDM Projektgruppe entwickelte und implementierte zunächst einen Prozess zur Archivierung der am Institut anfallenden Daten. Hierfür wurde der MetadatenManager der RWTH Aachen integriert, in dem ein für den LTT erstelltes Metadatenschema eingepflegt wurde.

In dem durch die wissenschaftlichen Mitarbeitenden erstellten Metadatenschema werden Relationen wie Schwesterprojekte oder Child-Adult-Beziehungen abgebildet, sodass der Weg der anfallenden Forschungsdaten nachvollzogen werden kann.

Eine Vergleichbarkeit und Interoperabilität der Daten wird durch eine größtmögliche Standardisierung der einzelnen Felder ermöglicht wie z.B. durch die Eingabe der chemischen Summenformel, des Datums nach ISO und der persistenten Identifikatoren. Dieses erleichtert die Suche über den MetadatenManager.

Archivierung und Persistent Identifier

Um die geringen freien Speicherkapazitäten auf dem Institutsserver zu berücksichtigen, wurde je ein Archivknoten pro Arbeitsgruppe (EST, MST, MolThermo, SORP) für „alte“ Projekte angelegt und befüllt. Nach dem Cut wird pro Projekt ein Archivknoten angelegt und die Daten vom Institutsserver archiviert. Durch diese Maßnahmen wird der Institutsserver entlastet und es steht mehr freier Speicherplatz zur Verfügung. Dieser Prozess ist nun im zweiten Jahr in der Erprobung.

Bei der Eröffnung eines Archivknotens im Archiv der RWTH Aachen wird jeweils ein Persistent Identifier (european Persistent Identifier Consortium, ePIC) vergeben, um so eine eindeutige Zuordnung zu gewährleisten. Der Einsatz von Persistent Identifiern ist sehr flexibel. So wurde am LTT überlegt, die ePIC ebenso beim Aufbau einer Gerätedatenbank einzusetzen, sodass jedes Gerät eindeutig zugeordnet werden kann.

Kommunikation am LTT

Die Weitergabe und das Nachnutzen von Daten ist nicht nur durch die Veröffentlichung der Daten gewährleistet, sondern geschieht viel häufiger im geschlossenen Kreis innerhalb einer Arbeitsgruppe oder eines Instituts. Für ein erfolgreiches Nachnutzen von Daten spielt zur Zeit die Kommunikation eine entscheidende Rolle.

Am LTT erhält jede Doktorandin und jeder Doktorand bei ihrem/ seinem Beginn die wichtigsten Grundsätze des LTTs und des wissenschaftlichen Arbeitens in einem persönlichen „Welcome“-Gespräch von Professor Bardow. Teil dieses Gesprächs ist die theoretische Vorstellung der Institutspolicy.

Darüber hinaus werden neue Promovierende in ihrem ersten Jahr jeweils erfahrenen Promovierenden zu Seite gestellt (Buddy-System). Über dieses Buddy-System wird die Policy auch praktisch weitergegeben und gelebt. In dem LTT eigenen Wiki findet neben den wichtigsten Regelungen, Informationen und Ansprechpartnern auch das FDM seinen Platz.

Durch Welcome-Präsentationen besteht am Institut bereits eine Institutspolicy. Durch eine klar geregelte Kommunikation über das LTT eigene Wiki und ein Buddy-System wird diese unterstützt. Es wurde erkannt, dass ein Zusammenspiel zwischen Policy, der Kommunikation und des Datenmanagementplans (DMP) von Bedeutung ist. Hierdurch sollen Redundanzen vermieden und der initiale Mehraufwand abgebaut werden.

In den Weiterbildungen „Überblick Forschungsdatenmanagement“ und „Archivierung und Datenorganisation am LTT“ wurden die erarbeiteten Prozesse im Institut vorgestellt. Durch die Mitarbeit der beiden wissenschaftlichen Mitarbeitenden war die Akzeptanz der Prozesse sehr hoch.

Mehr erfahren

Bei Fragen zu dem Use Case am LTT, zu Datenmanagementplänen, Metadatenschemata oder FDM im Allgemeinen, wenden Sie sich einfach an das ServiceDesk. Das FDM-Team freut sich auf Ihre Nachricht.

Auf den Webseiten der RWTH zum Thema FDM finden Sie zudem viele weitere nützliche Informationen.


Inhaltlich verantwortlich für den Beitrag: Daniela Hausen und Sascha Lankers

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