{"id":128,"date":"2025-07-30T16:20:16","date_gmt":"2025-07-30T14:20:16","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/humeus\/?page_id=128"},"modified":"2025-07-30T16:26:00","modified_gmt":"2025-07-30T14:26:00","slug":"projektzusammenfassung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/humeus\/projektzusammenfassung\/","title":{"rendered":"Zusammenfassung"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: left;\">HUMEUS<\/h1>\n<h2 style=\"text-align: left;\">Menschzentrierte Entscheidungsunterst\u00fctzung<\/h2>\n<h2 style=\"text-align: left;\">auf dem Shopfloor<\/h2>\n<p>Das Projekt HUMEUS hatte zum Ziel, ein humanzentriertes Unterst\u00fctzungssystem zu entwickeln, das Mitarbeitende in der Produktion bei der Bearbeitung von St\u00f6r- und Fehlersituationen unterst\u00fctzt. Im Fokus standen dabei die bessere Nutzung existierender Datenquellen, die sinnvolle Integration in bestehende Abl\u00e4ufe und die nutzerzentrierte Gestaltung der Mensch-Maschine-Schnittstelle. Technologische Entwicklungen sollten nicht isoliert in einem Top-Down Ansatz, sondern in enger Abstimmung mit den tats\u00e4chlichen Anforderungen der MitarbeiterInnen aus der Praxis erfolgen.<\/p>\n<h2>Beobachtung und Analyse im Betrieb<\/h2>\n<p>Um eine optimale Anpassung des Systems an die Bed\u00fcrfnisse der Shopfloor MitarbeiterInnen zu gew\u00e4hrleisten, war der Projektstart von einer umfangreichen Analyse der betrieblichen Realit\u00e4t gepr\u00e4gt. In den Anwenderunternehmen wurden Interviews gef\u00fchrt, Abl\u00e4ufe und Prozesse dokumentiert und die MitarbeiterInnen in ihrem Arbeitsalltag begleitet. Dabei ging es insbesondere darum, wie auf unerwartete Ereignisse im Produktionsverlauf reagiert wird und welche Informationsquellen dabei genutzt werden.<\/p>\n<p>Im Anschluss wurden die gewonnenen Erkenntnisse gemeinsam mit den MitarbeiterInnen in Anforderungen \u00fcbersetzt. Anhand typischer Nutzungsszenarien und fiktiver Personas wurde herausgearbeitet, wie ein technisches System aussehen m\u00fcsste, das gut in den Arbeitsalltag integriert werden kann. Aus den Anforderungen konnten dabei drei Anwendungsf\u00e4lle abgeleitet werden:<\/p>\n<ol>\n<li>Geplante St\u00f6rungen (z.B. Wartungsarbeiten an den Maschinen)<\/li>\n<li>Ungeplante St\u00f6rungen (z.B. spontane Maschinenausf\u00e4lle)<\/li>\n<li>Eine allgemein bessere \u00dcbersicht \u00fcber den Maschinenpark<\/li>\n<\/ol>\n<h2>Technische Prototypisierung<\/h2>\n<p>Nach der Analyse der Ist-Situation und der Anforderungen folgte die technische Umsetzung eines Prototyps des Systems. Ziel war es, eine anwendungsnahe und flexibel integrierbare L\u00f6sung zu entwickeln, die den betrieblichen Rahmenbedingungen gerecht wird.<\/p>\n<p>Ein zentrales Element war die Entwicklung eines digitalen Zwillings, der beispielhafte Maschinendaten erzeugt. Mit dieser simulierten Umgebung konnten typische Szenarien wie Werkzeugwechsel oder St\u00f6rungen realit\u00e4tsnah abgebildet werden. Gleichzeitig bot der digitale Zwilling die M\u00f6glichkeit, das System unabh\u00e4ngig von konkreten Unternehmensinfrastrukturen zu entwickeln und bei Bedarf schnell an neue Rahmenbedingungen anzupassen.<\/p>\n<div id=\"attachment_137\" style=\"width: 770px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-137\" class=\"wp-image-137\" src=\"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/humeus\/files\/2025\/07\/Abb1-300x135.png\" alt=\"\" width=\"760\" height=\"342\" srcset=\"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/humeus\/files\/2025\/07\/Abb1-300x135.png 300w, https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/humeus\/files\/2025\/07\/Abb1-768x346.png 768w, https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/humeus\/files\/2025\/07\/Abb1.png 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 760px) 100vw, 760px\" \/><p id=\"caption-attachment-137\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 1: Konzeption des EUS<\/p><\/div>\n<p>Darauf aufbauend wurde ein modularer Prototyp des Entscheidungsunterst\u00fctzungssystems umgesetzt. Die Architektur bestand aus einer Analyse- und Planungsebene sowie einer benutzerorientierten Oberfl\u00e4che. Die containerbasierte Umsetzung erleichtert die Anpassung einzelner Komponenten und erm\u00f6glicht eine schrittweise Integration in bestehende Systeme.<\/p>\n<h2>Erprobung in der Modellfabrik<\/h2>\n<div id=\"attachment_138\" style=\"width: 454px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-138\" class=\"wp-image-138\" src=\"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/humeus\/files\/2025\/07\/Abb2-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"444\" height=\"333\" srcset=\"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/humeus\/files\/2025\/07\/Abb2-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/humeus\/files\/2025\/07\/Abb2-768x576.jpg 768w, https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/humeus\/files\/2025\/07\/Abb2.jpg 892w\" sizes=\"auto, (max-width: 444px) 100vw, 444px\" \/><p id=\"caption-attachment-138\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 2: Impression des Planspiel-Aufbaus<\/p><\/div>\n<p>Ein zentrales Element im Projekt war die praktische Erprobung des Systems in Form eines Planspiels in der Modellfabrik Koblenz. In einem realit\u00e4tsnahen Szenario wurde eine Montagelinie simuliert, bei der verschiedene Aufgaben zu koordinieren waren.<\/p>\n<p>Das System stellte den Teilnehmenden Informationen bereit, etwa zu aufgetretenen Ereignissen (Maschinenstillst\u00e4nden) oder empfohlenen Ma\u00dfnahmen (leeren Bauteillagern). Ziel war es, herauszufinden, wie das System in einer praxisnahen Umgebung genutzt wird und wie es die Koordination und Bearbeitung von Aufgaben unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse zeigten, dass die Systemnutzung zu strukturierten Abl\u00e4ufen beitr\u00e4gt und gerade sehr stressige Situationen besser bew\u00e4ltigt werden konnten. Verbesserungspotenzial bestand insbesondere in der Anpassung der Benutzeroberfl\u00e4che an unterschiedliche Belastungssituationen sowie in der weiteren Vereinfachung der Interaktion, um die Bedienbarkeit auch unter Zeitdruck zu erleichtern. Erkenntnisse aus dieser Phase wurden genutzt, um die Benutzeroberfl\u00e4che weiter anzupassen und das System zu optimieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Weiterentwicklung und Integration<\/h2>\n<p>In der anschlie\u00dfenden Phase wurde das System auf Basis der Tests weiterentwickelt. Die Architektur zwischen digitalem Zwilling und Entscheidungsunterst\u00fctzungssystem wurde separiert. Ein vermittelnder Datenbroker sorgt daf\u00fcr, dass das System auch dann eingesetzt werden kann, wenn unterschiedliche Datenquellen oder Schnittstellen genutzt werden. Dadurch sollte eine flexible Anbindung im Anwenderunternehmen gew\u00e4hrleistet werden.<\/p>\n<div id=\"attachment_139\" style=\"width: 872px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-139\" class=\"wp-image-139 \" src=\"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/humeus\/files\/2025\/07\/Abb3-300x127.png\" alt=\"\" width=\"862\" height=\"365\" srcset=\"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/humeus\/files\/2025\/07\/Abb3-300x127.png 300w, https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/humeus\/files\/2025\/07\/Abb3-768x325.png 768w, https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/humeus\/files\/2025\/07\/Abb3.png 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 862px) 100vw, 862px\" \/><p id=\"caption-attachment-139\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 3: \u00dcberarbeitetes Konzept von Digitalem Zwilling und EUS<\/p><\/div>\n<p>Zus\u00e4tzlich wurde das System an die reale Datengrundlage eines Partnerunternehmens angepasst. Dabei kamen auch historische Daten zum Einsatz, um Zustandsver\u00e4nderungen an Maschinen zu erkennen und vorausschauende Hinweise zu geben. Um eine enge Anpassung an die Bed\u00fcrfnisse der MitarbeiterInnen vorzunehmen, wurden diese aktiv in den Gestaltungsprozess der Mensch-System-Schnittstelle involviert. In einem Workshopformat durften die MitarbeiterInnen dabei selbst ihr Wunschsystem gestalten, wobei der finale Entwurf sp\u00e4ter aus den einzelnen Entw\u00fcrfen zusammengesetzt wurde. Im Anschluss wurde der Entwurf umgesetzt und an das restliche System angebunden.<\/p>\n<p>Das finale System wurde bei einem Anwendungspartner implementiert. Auf einer virtuellen Maschine im unternehmenseigenen Server konnte so sichergestellt werden, dass die Echtzeitfunktionen des Systems den Anforderungen der realen Produktionsumgebung standhalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>Perspektive: Ein flexibler Baustein f\u00fcr die Produktion<\/h2>\n<p>Mit dem Projekt HUMEUS wurde ein modulares Systemkonzept entwickelt, das sich an unterschiedliche betriebliche Gegebenheiten anpassen l\u00e4sst. Die Trennung von Entscheidungslogik, Datenanbindung und Nutzeroberfl\u00e4che erm\u00f6glicht eine flexible Nutzung \u2013 auch \u00fcber die urspr\u00fcnglich untersuchten Anwendungsf\u00e4lle hinaus.<\/p>\n<p>Besonders hervorzuheben ist der gestaltungsorientierte Entwicklungsprozess: Durch die kontinuierliche Einbindung der MitarbeiterInnen konnten Anforderungen fr\u00fchzeitig aufgenommen und im System ber\u00fccksichtigt werden. Das Ergebnis zeigt, dass ein nutzerzentriertes und modular aufgebautes System die Entscheidungsfindung auf dem Shopfloor sp\u00fcrbar unterst\u00fctzen kann und sich durch den Einsatz eines digitalen Zwillings flexibel an unterschiedliche Datenlagen und Unternehmensumgebungen anpassen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Der vollst\u00e4ndige Schlussbericht zum Forschungsprojekt kann in K\u00fcrze \u00fcber die Forschungseinrichtung oder die FQS \u2013 Forschungsgemeinschaft Qualit\u00e4t bezogen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>HUMEUS Menschzentrierte Entscheidungsunterst\u00fctzung auf dem Shopfloor Das Projekt HUMEUS hatte zum Ziel, ein humanzentriertes Unterst\u00fctzungssystem zu entwickeln, das Mitarbeitende in der Produktion bei der Bearbeitung von St\u00f6r- und Fehlersituationen unterst\u00fctzt. 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