{"id":8328,"date":"2021-01-08T13:00:30","date_gmt":"2021-01-08T12:00:30","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/itc\/?p=8328"},"modified":"2023-05-17T12:50:35","modified_gmt":"2023-05-17T10:50:35","slug":"redewendungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/itc\/2021\/01\/08\/redewendungen\/","title":{"rendered":"2021 ist das Gelbe vom Ei, oder doch nicht?"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_8328 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_8328')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_8328').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Doch leider breitet sich das Virus, und v.a. die britische Mutation, zunehmend wie ein Lauffeuer aus. Und obwohl uns der erneute Lockdown auf den Senkel geht, so werden wir sicher nicht den Kopf in den Sand stecken oder gar die Flinte ins Korn werfen. Im Gegenteil, wir werden uns am Riemen rei\u00dfen und am gleichen Strang ziehen. Auch wenn das f\u00fcr uns Abwarten und Tee trinken bedeutet. Denn uns ist allen klar, dass es eine Reihe von Menschen gibt, die sich t\u00fcchtig ins Zeug legen, damit wir nicht in Teufels K\u00fcche kommen. Und auch die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden nichts \u00fcbers Knie brechen, sondern auf L\u00f6sungen mit Hand und Fu\u00df sinnen. Dennoch: Es ist nicht aller Tage Abend, wir werden dem Virus die Z\u00e4hne zeigen und wie Ph\u00f6nix aus der Asche auferstehen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ihr habt es sicher gemerkt: Der Text besteht \u00fcberwiegend aus Redewendungen der deutschen Sprache. Was sie bedeuten ist vielen gel\u00e4ufig, ihre Herkunft hingegen eher selten bekannt. Daher haben wir hier mal einige zusammengestellt.<\/p>\n<p><strong>0. Das Gelbe vom Ei<\/strong><br \/>\nDiese Redewendung hat einen ganz einfachen Ursprung: Ob Spiegelei oder gekochtes Fr\u00fchst\u00fccksei &#8211; der Eidotter, also &#8222;das Gelbe vom Ei&#8220;, ist einfach der leckerste, der beste Teil davon.<\/p>\n<p><strong>1. Sich freuen wie ein Schneek\u00f6nig<\/strong><br \/>\nDer Zaunk\u00f6nig zieht im Winter nicht, wie viele seiner Kolleginnen und Kollegen, in den S\u00fcden und so wird er auch schon mal als Schneek\u00f6nig bezeichnet. Da er trotz K\u00e4lte und Schnee durch die Lande fliegt, h\u00fcpft und dabei lustig vor sich her singt, kann man meinen, dass er sich freut \u2013 eben wie ein Schneek\u00f6nig.<\/p>\n<p><strong>2. Sich ausbreiten wie ein Lauffeuer<\/strong><br \/>\nDiese Redewendung stammt aus dem 17. Jahrhundert: Damals nannte man eine Spur aus Schwarz- oder Schie\u00dfpulver, die zur Fernz\u00fcndung einer Sprengladung angez\u00fcndet wurde, Lauffeuer. Nach dem Z\u00fcnden verbrannte diese Pulverspur rasend schnell, genau wie sich heutzutage manche Dinge\/Ger\u00fcchte \u00e4u\u00dferst schnell herumsprechen.<\/p>\n<p><strong>3. Etwas\/jemand auf den Senkel gehen<\/strong><br \/>\nDieser Ausdruck f\u00fcr einen l\u00e4stigen, st\u00f6renden Tatbestand oder eine nervende Person, ist auf die Wortbedeutung des Senkels als Schn\u00fcrriemen zur\u00fcckzuf\u00fchren. In alten umgangssprachlichen Wendungen wurde der heutige G\u00fcrtel \u00f6fters als Senkel bezeichnet. So sagte man \u201eauf den Senkel hauen\u201c, was so viel wie angeberisch hie\u00df. Dabei schlug man sich zur Bekr\u00e4ftigung \u00fcblicherweise auf die G\u00fcrtelschnalle. Wenn einem etwas auf den Senkel geht, belastet es also die ganze vom G\u00fcrtel umschlungene Gestalt \u2026 und das nervt und st\u00f6rt sehr.<\/p>\n<p><strong>4. Den Kopf in den Sand stecken<\/strong><br \/>\nVermeintlich stammt die Bezeichnung f\u00fcr das Ignorieren von Problemen und Verschlie\u00dfen der Augen von unangenehmen Situationen aus der Kolonialzeit. Europ\u00e4erinnen und Europ\u00e4er haben in Afrika zum ersten Mal Strau\u00dfe beobachtet, wie sie bei Gefahr ihre K\u00f6pfe sehr nah \u00fcber den Boden senken. F\u00fcr die Beobachtenden sah es so aus, als w\u00fcrden sie den Kopf in den Sand stecken nach dem Motto: \u201cIch sehe die Gefahr nicht, also ist sie auch nicht da\u201c.<\/p>\n<p><strong>5. Die Flinte ins Korn werfen<\/strong><br \/>\nDie Redewendung bedeutet so viel wie aufgeben und den Mut verlieren. Sie bezieht sich urspr\u00fcnglich auf die Zeit der S\u00f6ldner. M\u00e4nner, die f\u00fcr Geld k\u00e4mpften, obwohl sie nicht unbedingt von der Sache an sich \u00fcberzeugt waren und daher nicht bereit waren, bis zuletzt zu k\u00e4mpfen oder gar zu sterben. Also kapitulierten sie in einem aussichtslosen Kampf und warfen wortw\u00f6rtlich ihre Waffen ins Feld (ins Korn).<\/p>\n<p><strong>6. Sich am Riemen rei\u00dfen<\/strong><br \/>\nWir rei\u00dfen uns am Riemen, nehmen uns also zusammen und geben uns M\u00fche diszipliniert zu sein. Wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts beim Milit\u00e4r. Beim morgendlichen Appell hatte das Koppel (der Riemen) am G\u00fcrtel beim \u201cHaltung annehmen\u201d mittig ausgerichtet zu sein. Wenn das nicht so war, musste sich der Soldat \u201cam Riemen rei\u00dfen\u201d, um ihn in die korrekte, mittige Position zu bringen.<\/p>\n<p><strong>7. Am gleichen Strang ziehen<\/strong><br \/>\nDie Redensart hat ihren Ursprung bei den Zugstr\u00e4ngen, mit denen Pferde an einen Wagen geschnallt werden. So lange alle Pferde gleichm\u00e4\u00dfig an diesem Strang ziehen, f\u00e4hrt der Wagen gut, schlagen sie, etwa mit den Hufen, \u00fcber die Str\u00e4nge, sind sie aufgeregt und verfangen sich ggf. im Geschirr. Wenn die Str\u00e4nge dann auch noch rei\u00dfen, sind diese Pferde auf und davon.<\/p>\n<p><strong>8. Abwarten und Tee trinken<\/strong><br \/>\nDer Ausspruch ist seit dem 19. Jahrhundert bekannt und geht vermutlich auf die Ermahnung von Kranken zur\u00fcck, Geduld zu haben und abzuwarten, bis eine Krankheit ausgestanden ist. Neben der Bettruhe hilft dabei Tee trinken und eben abwarten. Ein damals bekannter Schafhirte und Kr\u00e4uterheilkundiger mit dem Namen Heinrich Ast soll dies seinen ungeduldigen Patienten mit auf den Weg gegeben haben.<\/p>\n<p><strong>9. Sich ins Zeug legen<\/strong><br \/>\nAuch diese Redewendung kommt aus dem Bereich der Zugpferde bzw. -ochsen. Als Zeug bezeichnet man das Geschirr von Zugtieren, die einen Pflug oder Wagen hinter sich herziehen. Bei dieser Anstrengung m\u00fcssen sie sich mit ihrem ganzen Gewicht in das Geschirr, also \u201cins Zeug\u201d legen.<\/p>\n<p><strong>10. In Teufels K\u00fcche kommen<\/strong><br \/>\nIm Mittelalter stellten sich die Menschen die H\u00f6lle als eine Art K\u00fcche vor, eben als die K\u00fcche des Teufels. Zudem glaubten sie, dass Menschen, die eine S\u00fcnde begehen, zur Strafe in diese teuflische K\u00fcche kommen und dort \u00fcber dem Feuer gebraten werden. Der Ausspruch bedeutet also eigentlich &#8222;in die H\u00f6lle kommen&#8220;.<\/p>\n<p><strong>11. Etwas (nicht) \u00fcbers Knie brechen<\/strong><br \/>\nNachgewiesener Ma\u00dfen ist diese Redensart seit dem 17. Jahrhundert gebr\u00e4uchlich. Sie beschreibt das Zerbrechen d\u00fcnner Bretter oder \u00c4ste \u00fcber dem Knie. Dabei entsteht allerdings kein sauberer Schnitt, sondern eine unregelm\u00e4\u00dfige Bruchstelle. Bevor man also etwas \u00fcbers Knie bricht, sollte man in Ruhe vorher \u00fcberlegen und nicht \u00fcbereilt reagieren, um dabei keine Fehler zu machen oder eine Entscheidung im Nachhinein zu bereuen.<\/p>\n<p><strong>12. Hand und Fu\u00df haben<\/strong><br \/>\nIm Mittelalter galt das Abhacken von Gliedma\u00dfen wie Hand oder Fu\u00df als schwerwiegendere Strafe als beispielsweise die Todesstrafe, da die entstehenden Einschr\u00e4nkungen die komplette Hilflosigkeit bedeuteten. Das Besteigen eines Pferdes oder auch das Halten eines Schwertes wurden unm\u00f6glich. Doch schon seit dem 16. Jahrhundert setzte sich die Redensart im Sinne der Tauglichkeit eines Unternehmens oder eines Vorhabens durch.<\/p>\n<p><strong>13. Noch ist nicht aller Tage Abend<\/strong><br \/>\nNoch ist nicht aller Tage Abend,\u00a0also ist auch noch nichts entschieden, der Ausgang ist noch ungewiss, eine Entscheidung steht noch aus. Die Redensart taucht erstmals im Werk \u00bbAb urbe condita\u00ab des r\u00f6mischen Schriftstellers Titus Livius auf (59 v. Chr. \u2013 17 n. Chr.) auf. Die dortige lateinische Entsprechung lautet: \u00bbNondum omnium dierum solem occidisse.\u00ab Seitdem wurde die Redensart oft verwendet und findet sich unter anderem in den Schriften des Reformators Martin Luther (1483 \u2013 1546).<\/p>\n<p><strong>14. Jemandem die Z\u00e4hne zeigen<\/strong><br \/>\nErwartungsgem\u00e4\u00df kommt diese Redewendung von den Drohgeb\u00e4rden der Raubtiere. W\u00f6lfe zum Beispiel fletschen die Z\u00e4hne, wenn sie angriffslustig sind. Dadurch wirken sie bedrohlich und zeigen, dass sie jeden Moment zubei\u00dfen k\u00f6nnten. Darum sagt man auch \u00fcber Menschen, die bereit sind, starken Widerstand zu leisten, dass sie &#8222;die Z\u00e4hne zeigen&#8220;, sich also nicht unterkriegen lassen.<\/p>\n<p><strong>15. Wie ein Ph\u00f6nix aus der Asche<\/strong><br \/>\nDiese Redewendung stammt urspr\u00fcnglich aus der \u00e4gyptischen Mythologie, die sich um einen Vogel, zun\u00e4chst in Form eines Reihers, rankt. Alle paar hundert Jahre erscheine das Fabelwesen und verbrennt bereits in den ersten Sonnenstrahlen des Morgens, um dann verj\u00fcngt aus seiner Asche wieder aufzuerstehen. Griechische und r\u00f6mische Autoren verbreiteten in der folgenden Zeit die Sage um den Ph\u00f6nix. Zum endg\u00fcltigen Symbol der Unsterblichkeit wurde der Ph\u00f6nix dann in der Sp\u00e4tantike. Bei den Christen wurde er zum Sinnbild der Auferstehung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Verantwortlich f\u00fcr die Inhalte dieses Beitrags ist <a href=\"https:\/\/www.itc.rwth-aachen.de\/cms\/IT-Center\/IT-Center\/Team\/~epvp\/Mitarbeiter-CAMPUS-\/?gguid=0x8E24251FDF27C24EA18FF2B7612DC062&amp;allou=1\">Tanja Wittpoth-Richter<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Ausflug in die deutsche Sprache Wir alle haben uns wie ein Schneek\u00f6nig auf das neue Jahr 2021 gefreut. 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