{"id":14,"date":"2015-06-15T06:49:02","date_gmt":"2015-06-15T04:49:02","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kilian\/?p=14"},"modified":"2015-06-13T04:17:16","modified_gmt":"2015-06-13T02:17:16","slug":"wohnungssuche-in-einer-45-millionenstadt-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kilian\/2015\/06\/15\/wohnungssuche-in-einer-45-millionenstadt-2\/","title":{"rendered":"Wohnungssuche in einer 4,5-Millionenstadt"},"content":{"rendered":"<p>Wie bereits in meinem ersten Blog geschrieben, bin ich ohne vorher ein Zimmer gebucht zu haben nach Sydney geflogen. Ein Dach \u00fcber dem Kopf zu finden war also zun\u00e4chst Priorit\u00e4t Nummer eins. Relativ spontan hatte ich mir in Dublin, von wo aus ich nach Sydney geflogen bin, noch eben ein Hostel am Hauptbahnhof f\u00fcr 2 N\u00e4chte gebucht. (Was sich als absolute Katastrophe herausstellte&#8230;)<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst hatte ich mir ein paar Eckdaten gesetzt:<\/p>\n<ol>\n<li>Ich h\u00e4tte gern mein eigenes Zimmer!<\/li>\n<\/ol>\n<p>Mit das erste, was ich hier festgestellt habe, ist, dass es unter Studenten nicht un\u00fcblich ist, sich ein Zimmer zu teilen. Meister dieser Disziplin sind die asiatischen Studenten, die auch gerne mal ein Zimmer zu viert bis sechst belegen. Da dann leider nicht so viele Schl\u00fcssel zum Appartement verf\u00fcgbar sind, kostet <em>own key <\/em>extra. Da mein Praktikantengehalt zum Gl\u00fcck relativ solide ausf\u00e4llt, kann ich diese Bedingung schon mal umsetzen. Gewinner dieser Geschichte ist meist der Vermieter, der nat\u00fcrlich nicht in der Wohnung wohnt, sondern f\u00fcr ein Zimmer mit vier Stockbetten mal eben A$ 600 in der Woche einnimmt. Bezahlt von Studenten, die es sich eigentlich nicht leisten k\u00f6nnen in Sydney zu leben. Ja, richtig gelesen, Bett im 4er Zimmer, keine Privatsph\u00e4re, kein eigener Schl\u00fcssel f\u00fcr die Wohnung macht dann so um die A$ 120-150 <strong>in der Woche.<\/strong><\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>Ich w\u00fcrde mir mein Badezimmer gerne mit weniger als vier Leuten teilen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Da ich gerne morgens vor der Arbeit duschen will, habe ich kein Bock eine Nummer daf\u00fcr zu ziehen&#8230; Die n\u00e4chste Bedingung hat das Feld schon wieder weiter eingegrenzt und unter A$ 200 pro Woche war eigentlich schon nichts mehr zu holen.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li>Mein Arbeitsweg sollte m\u00f6glichst nicht l\u00e4nger als 45 Minuten dauern und die Innenstadt auch nicht au\u00dfer Reichweite liegen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Wie man das aus Europa kennt, hatte ich mir schon aus Deutschland die \u00fcblichen Webseiten organisiert. Ich hatte auch schon ein paar E-Mails mit ein paar Zeilen \u00fcber mich selbst geschickt. Diesen Aufwand h\u00e4tte ich mir mal gekonnt sparen k\u00f6nnen, es kam original keine einzige Antwort zur\u00fcck. Das hat dann schon zu einem leicht mulmigen Gef\u00fchl gef\u00fchrt, aber muss man eben nehmen, wie es kommt. (Eins meiner Lebensmottos). Nachdem die Email-Taktik grandios gescheitert war, habe ich mir als erste Amtshandlung noch am Flughafen eine australische SIM-Karte besorgt und los gings.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Besichtigung 1:<\/p>\n<p>Ich treffe mich in einer f\u00fcr mich top gelegenen Stra\u00dfe in Surry Hills, einem offenen, mit Bars und Kultur gespickten Viertel in der N\u00e4he des Hauptbahnhofs. Nur circa 5 Minuten zu sp\u00e4t biegt James um die Ecke. James ist ein Asiate so um die 50. Auf Nachfrage schmunzelt er kurz, er wohne nat\u00fcrlich nicht in der Wohnung, sondern f\u00fcnf internationale gemischte Studenten\/<em>Young Professionals<\/em>. Wir gehen also zusammen rein, alles super eng. Ich bin jetzt nicht unbedingt pingelig was Sauberkeit betrifft, aber als James eine ca. 5cm gro\u00dfe Kakerlake aus dem Weg gekickt hat, wusste ich, dass das hier eher nicht meine Bude wird. Als James dann auch noch freiz\u00fcgig in das abgeschlossene Zimmer von dem Kollegen, der das Gl\u00fcck hatte da raus zu d\u00fcrfen, ging, habe ich mich relativ easy verabschiedet. Der erste Eindruck war also schon mal grandios. A$ 245\/Woche, danke f\u00fcr alles James.<\/p>\n<p>Besichtigung 2:<\/p>\n<p>Ich treffe mich so ca. 1km weiter mit Danielle, einer netten Brasilianerin, die die Wohnung vermietet. Leider liegt diese etwas ab vom Schuss, aber die Wohnung an sich und das Zimmer sind super. Sehr internationale WG mit insgesamt 5 Leuten. Wieder war keiner zu Hause, was ich etwas seltsam finde, aber das scheint hier der Modus zu sein. Ein kleiner, aber feiner <em>indoor pool<\/em> im Keller. Nun kam der Haken, ein Argentinier pennt im Wohnzimmer, sein Bett ist nur durch einen Vorhang abgetrennt. Er ist jedoch kein arbeitsloser Backpacker, der von der Hand in den Mund lebt, sondern ist Bioingenieur (oder so in die Richtung) macht einen PhD. So langsam wird mir klar, was mich hier erwartet. Die Mietkosten scheinen hier einige Leute zu Kompromissen zu zwingen.<\/p>\n<p>Kostenpunkt 290 A$ \/Woche.<\/p>\n<p>Besichtigung 3:<\/p>\n<p>Ich hab mich eine halbe Stunde von einer durchgeknallten voll blondierten Chinesin, die nach Berlin zieht, ein Schnitzel ans Ohr labern lassen. Dass sie eigentlich auszieht und von daher es daher gut gewesen w\u00e4re, wenn Sie mal die anderen beiden, mit denen ich ggfs. zusammenwohne, zu Wort kommen lassen sollte, hat sie nicht gest\u00f6rt.<\/p>\n<p>Besichtigung 4:<\/p>\n<p>Als letztes kam ich in meiner jetzigen Wohnung bzw. Haus an. Gro\u00dfe saubere K\u00fcche und das Zimmer ist auch v\u00f6llig ausreichende 13-14qm gro\u00df. Mit mir war ein deutsches P\u00e4rchen bei der Besichtigung, Fremdsch\u00e4men pur war angesagt. Nachdem Laura, eine 27j\u00e4hrige Australierin, die zusammen mit ihrem Bruder hier wohnt, es geschickt eingef\u00e4delt hatte, die beiden Freaks hinauszulotsen, haben wir uns gut unterhalten und verstanden. Einige Tage, ein paar Runden FIFA mit Lauras Freund und ein paar Bierchen mit Shaun(der zweite Mitbewohner) im Pub nebenan sp\u00e4ter, habe ich das Gef\u00fchl es ganz gut getroffen zu haben. Ich marschiere jeden Morgen stramme acht Minuten zum Central(der Hauptbahnhof), mein Arbeitsweg sind insgesamt 40 Minuten. Viele der <em>Sydneysider<\/em> beneiden mich daf\u00fcr, einige meiner Kollegen fahren 90 Minuten einfach.<\/p>\n<div id=\"attachment_88\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kilian\/files\/2015\/06\/IMG_20150430_205359.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-88\" class=\"wp-image-88 size-medium\" src=\"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kilian\/files\/2015\/06\/IMG_20150430_205359-300x222.jpg\" alt=\"IMG_20150430_205359\" width=\"300\" height=\"222\" srcset=\"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kilian\/files\/2015\/06\/IMG_20150430_205359-300x222.jpg 300w, https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kilian\/files\/2015\/06\/IMG_20150430_205359-1024x758.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-88\" class=\"wp-caption-text\">Mein Schwimmbad habe ich auch schon gefunden<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_90\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kilian\/files\/2015\/06\/IMG_20150416_162827.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-90\" class=\"size-medium wp-image-90\" src=\"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kilian\/files\/2015\/06\/IMG_20150416_162827-300x222.jpg\" alt=\"Blick von der harbour bridge \" width=\"300\" height=\"222\" srcset=\"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kilian\/files\/2015\/06\/IMG_20150416_162827-300x222.jpg 300w, https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kilian\/files\/2015\/06\/IMG_20150416_162827-1024x758.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-90\" class=\"wp-caption-text\">Blick von der harbour bridge<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_91\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kilian\/files\/2015\/06\/IMG_20150416_164358.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-91\" class=\"size-medium wp-image-91\" src=\"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kilian\/files\/2015\/06\/IMG_20150416_164358-300x222.jpg\" alt=\"harbour bridge (Blick aus dem Luna Park) \" width=\"300\" height=\"222\" srcset=\"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kilian\/files\/2015\/06\/IMG_20150416_164358-300x222.jpg 300w, https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kilian\/files\/2015\/06\/IMG_20150416_164358-1024x758.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-91\" class=\"wp-caption-text\">harbour bridge (Blick aus dem Luna Park)<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie bereits in meinem ersten Blog geschrieben, bin ich ohne vorher ein Zimmer gebucht zu haben nach Sydney geflogen. 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