{"id":35,"date":"2015-06-30T06:54:22","date_gmt":"2015-06-30T04:54:22","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kilian\/?p=35"},"modified":"2015-06-29T13:17:36","modified_gmt":"2015-06-29T11:17:36","slug":"australien-wie-europa-nur-besser-teil-1-die-leute-des-landes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kilian\/2015\/06\/30\/australien-wie-europa-nur-besser-teil-1-die-leute-des-landes\/","title":{"rendered":"Australien \u2013 Wie Europa, nur besser?  Teil 1 -Die Leute des Landes"},"content":{"rendered":"<p>Es ist Zeit f\u00fcr ein kleines Zwischenfazit nach vier Wochen im Land der K\u00e4ngurus, des teuren Bieres, der fl\u00e4chenraubenden Haus neben Haus Bauweise und in einer Stadt der wohl unendlichen M\u00f6glichkeiten. Doch was macht Australien, aus meiner pers\u00f6nlichen Sicht, zu einem Ziel f\u00fcr hunderte Backpacker. Leute, die ihr altes Leben in Europa hinter sich lassen um hier ein neues zu starten. Akademiker aus renommierten Hochschulen Europas, die sich hier als Kellner oder Bauarbeiter durchschlagen, um erst einmal Fu\u00df zu fassen. Bankkauffrauen Ende 20, die f\u00fcr Mindestlohn bei 35\u00b0 Mangos pfl\u00fccken oder ausgebildete Handelskaufm\u00e4nner, die bei str\u00f6menden Regen Zement stundenlang mit einer Schaufel auf eine Schubkarre laden. Jobs, die neben Backpackern hier meist nur Gastarbeiter aus L\u00e4ndern mit schwacher Konjunktur verrichten. Unter den Backpackern sind \u00fcbrigens unfassbar viele Deutsche, aus einem Land, das aus wirtschaftlicher Sicht im europ\u00e4ischen und weltweiten Vergleich sehr gut aussieht.<\/p>\n<p>Ich werde hier in Rahmen des Blogs eine kleine Reihe von Blogs unter dem Titel \u201eAustralien \u2013 Wie Europa nur besser?\u201c schreiben und versuchen einen Eindruck des Landes festzuhalten. Beginnen m\u00f6chte ich mit den Leuten, die einem hier begegnen.<\/p>\n<p>Von der Smalltalk-Mentalit\u00e4t der Amerikaner gepr\u00e4gt, ist hier grunds\u00e4tzlich jeder freundlich unterwegs und auch interessiert, was manchmal zu etwas krummen Situationen f\u00fchrt. Ich dachte bis heute die Franzosen toppen mit ihrer <em>\u201e-Ca va? -Ca va, ca va? -Ca va?\u201c <\/em>Begr\u00fc\u00dfungsformel alles, aber der allgemeine Australier kann hier durchaus mithalten. Beispielhaft dazu folgende Situation: Kollege X kommt morgens ins B\u00fcro, in dem etwa dr\u00f6lf Personen bereits vor ihren PCs knechten. Vorne angefangen wird er vom Ersten mit einem <em>\u201eGood morning how are you doing?\u201c<\/em> begr\u00fc\u00dft. Aus dem Arsenal der Standardfloskeln greift er sich zun\u00e4chst ein klassisches <em>\u201eGood, how are you?\u201c,<\/em> gefolgt vom n\u00e4chsten \u201e<em>not to bad mate, what about you?<\/em>\u201c um dann ein <em>\u201eCouldnt be better man.\u201c<\/em> auf ein \u201e<em>Perfect, hope you\u2019re the same\u201c<\/em> folgen zu lassen, bis er dann endlich an seinem Platz angekommen ist. Dass dabei jeder bereits aufgrund des Gro\u00dfraumb\u00fcros bei der ersten Nachfrage wusste, dass es dem Kollegen nicht zu schlecht zu gehen scheint, st\u00f6rt nicht. Am Platz greift er sich das Telefon und der erste Satz ist ein, \u201e<em>Hi, how are you today?\u201c&#8230; <\/em>Eventuell habe ich leicht \u00fcbertrieben, wer schon mal hier war, wei\u00df aber bestimmt was ich meine.<\/p>\n<p>Um den wirklichen Aussie zu treffen, bin ich wohl in der falschen Stadt gelandet. Einwanderung ist ein Teil der Kultur und des Lebens, vor allem in den Gro\u00dfst\u00e4dten Sydney und Melbourne. Ich bin immer wieder erstaunt, wenn ein vom Typ her lupenreiner Chinese anf\u00e4ngt zu sprechen und den breitesten <em>Aussie slang <\/em>an den Tag legt. Einwanderer zweiter Generation sind wohl die meisten Leute, die ich hier als \u201eLocals\u201c treffe. Oftmals sind ein oder zwei Elternteile geb\u00fcrtig von <em>overseas<\/em>. Dazu kommt ein ganzer Haufen von Einwanderern erster Generation, die selbst noch nicht l\u00e4nger als 2-5 Jahre hier wohnen. Dieser Einfluss macht Sydney und das Land lebendig. Diskussionen \u00fcber Kulturen, Lebensweisen, Lebensalternative sind an der Tagesordnung. Die einzige Landessprache Englisch vereint die verschiedenen Kulturen und gibt eine gute Plattform f\u00fcr Austausch. Restaurants, Festivals oder M\u00e4rkte mit l\u00e4nderspezifischen Mottos werden zu Treffpunkten der <em>Sydneysider.<\/em><\/p>\n<p>Weiterhin haben die Leute hier zwei gro\u00dfe Leidenschaften, Sport treiben und Alkohol trinken.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst der Sport: Hier in Sydney gibt es viele Parks, wo man die verschiedensten Sportarten beobachten kann. Auch wird hier nicht, wie in Deutschland (und wohl besonders Aachen), an der Ausr\u00fcstung gespart. So ist es keine Seltenheit in einem Park 10 Tenniscourts, 3 Basketballfelder, Outdoor Fitnessger\u00e4te oder auch direkt mal ein perfekt gem\u00e4htes Rugbyfeld vorzufinden. Diese sind beleuchtet und stark frequentiert.\u00a0Man sieht morgens wie abends Leute aller Altersklassen beim Joggen oder beim Boxtraining im Park. Viele meiner Kollegen fahren mit dem Rennrad in die Arbeit oder gehen in der Mittagspause schwimmen. In der Firma gibt es zwei Mal pro Woche ein Fitnessprogramm in der Mittagspause. Ich denke dieser kleine \u00dcberblick zeigt, wie sportlich die Australier sind und wie gro\u00df die Rolle des Sports in der Gesellschaft und Kultur ist.\u00a0Kleiner Nachtrag: Das Krummste was ich bis jetzt beobachtet, war ein <em>Quidditch game<\/em> im Park. (Es sah so bescheuert aus, wie es klingt. <em>no offence an alle Spieler \ud83d\ude00<\/em>). Bei n\u00e4herem Interesse einfach mal googlen.<\/p>\n<p>Die zweite Leidenschaft der Australier wird \u00e4hnlich exzessiv betrieben. Vor allem Bier wird hier in rauen Mengen konsumiert. Der positive Aspekt daran ist, dass meistens richtig gute Stimmung ist, die Pubs sind schon ab Nachmittag voll und die Leute sind sehr offen.\u00a0Ich bin mit Sicherheit kein Kind von Traurigkeit und gern auch mal f\u00fcr 1-4 Bierchen zu haben. In welcher Masse hier getrunken wird und wie viel Geld f\u00fcr Alkoholkonsum ausgegeben wird, beindruckt mich in sehr negativer Weise. Man sieht viele Jungs (aber auch die M\u00e4dels halten sich hier nicht gerade bedeckt) mit einem nicht gerade gesunden Erscheinungsbild aus dem Pub fallen. Wie viele Anz\u00fcge mit aufgerissenen Knien nach St\u00fcrzen pro Woche verschrottet werden m\u00fcssen, w\u00fcrde mich interessieren. Da der <em>dress code<\/em> hier in Sydney ein bisschen schicker ist, trifft man so manchen <em>mate<\/em> mit Krawatte um den Kopf gebunden.\u00a0Die Stimmung im Pub kippt zu sp\u00e4terer Stunde \u00f6fters und man sieht eigentlich jeden Abend am Wochenende Schl\u00e4gereien, was wahrscheinlich der Grund f\u00fcr die verpflichtenden <em>bouncer<\/em> vor jedem Pub mit Schanklizenz ist. Die eigentlich sehr strikten Gesetze f\u00fcr Alkoholkonsum verpuffen in ihrer Wirkung jedoch komplett. Es gibt nun ein neues <em>lock out law, <\/em>nun ist der (Wieder-)Eintritt in ein Pub\/Club\u00a0nach 1:30 verboten und um 3:00 machen die L\u00e4den zu. Mittlerweile wird in Pubs der Eingangsbereich mit Gummimatten ausgelegt, so dass die &#8222;Ausgeknockten&#8220; nicht mit dem Kopf auf Fliesen aufprallen und sich schwerere Verletzungen zuziehen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kilian\/files\/2015\/06\/IMG_0291.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-45 size-medium\" src=\"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kilian\/files\/2015\/06\/IMG_0291-300x200.jpg\" alt=\"IMG_0291\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kilian\/files\/2015\/06\/IMG_0291-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kilian\/files\/2015\/06\/IMG_0291-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist Zeit f\u00fcr ein kleines Zwischenfazit nach vier Wochen im Land der K\u00e4ngurus, des teuren Bieres, der fl\u00e4chenraubenden Haus neben Haus Bauweise und in einer Stadt der wohl unendlichen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":432,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"c2c_always_allow_admin_comments":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-35","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kilian\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kilian\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kilian\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kilian\/wp-json\/wp\/v2\/users\/432"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kilian\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=35"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kilian\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":143,"href":"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kilian\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35\/revisions\/143"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kilian\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=35"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kilian\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=35"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kilian\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=35"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}