{"id":1339,"date":"2026-07-07T16:35:21","date_gmt":"2026-07-07T14:35:21","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kreativesschreiben\/?p=1339"},"modified":"2026-07-07T16:35:21","modified_gmt":"2026-07-07T14:35:21","slug":"texte-in-arbeit-release-rauenklaue","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kreativesschreiben\/texte-in-arbeit-release-rauenklaue\/","title":{"rendered":"\u201eTexte in Arbeit\u201c, Release \u2013 \u201eRauenklaue\u201c"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1339 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1339')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1339').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Wir pr\u00e4sentieren hier einen kurzen Auszug.<\/p>\n<h2><strong>Rauenklaue<\/strong><\/h2>\n<h3><strong>Alexander Driessen<\/strong><\/h3>\n<p><strong>(Auszug)<\/strong><\/p>\n<p>Zeos Rauenkralle sa\u00df erhaben auf seinem Schlachtross und lie\u00df den Blick schweifen. Mit einer Pranke hielt er seine golden wallende M\u00e4hne aus dem felinen Gesicht, die andere Hand ruhte auf dem Knauf des Gro\u00dfschwertes, das mit dicken Lederriemen hinter ihm am Sattel festgeschnallt war. Die Abendsonne war bereits hinter dem Horizont verschwunden, aber auch im Halbdunkel konnten Zeos\u2018 Katzenaugen noch die gepflasterte Stra\u00dfe erkennen, die von Getreidefeldern und einem kleinen Nadelbaumw\u00e4ldchen ges\u00e4umt war. Zeos genoss den Anblick der kahlen Berge im Norden und lie\u00df sich auch nicht von der Tatsache st\u00f6ren, dass er offenbar umzingelt wurde.<\/p>\n<p>An mehreren Stellen hatte es in den Feldern um ihn herum zu rascheln begonnen. Obwohl er selbst nur sehen konnte, wie die \u00c4hren hin und her wackelten, war der verwesende Geruch, der seinem empfindlichen Geruchssinn zunehmend anfiel, doch eindeutig: Untote. Zeos hatte gehofft, zumindest f\u00fcr einen Abend keinem zu begegnen oder wenigstens von lebenden Banditen \u00fcberfallen zu werden, mit denen er zwischen den Hieben ein paar Worte h\u00e4tte wechseln k\u00f6nnen. Er zog sein Schwert aus der Scheide und wartete darauf, dass sie auf die Stra\u00dfe traten, wo sein Pferd nicht Gefahr lief zu straucheln. Mit einem herausfordernden Kampf rechnete er nicht, aber es war doch besser, wenn er sie jetzt erlegte, bevor sie noch ein Dorf erreichten.<\/p>\n<p>Der erste verwesende Kadaver torkelte einige Meter vor Zeos auf die Stra\u00dfe und fixierte ihn mit aufgedunsenen, hasserf\u00fcllten Augen, bevor er stolperte und vorn\u00fcberfiel. Aus seinem R\u00fccken ragte ein gefiederter Pfeil, doch Zeos wollte sich nicht ablenken lassen. Er trieb sein Pferd zum Galopp und ehe die Leiche sich wieder vollst\u00e4ndig erheben konnte, war Zeos schon bei ihr und trennte mit einem m\u00e4chtigen Hieb den Kopf vom K\u00f6rper. Er lie\u00df sein Pferd einige Meter auslaufen und brachte so Distanz zwischen sich und die restlichen Untoten, die hinter ihm die Stra\u00dfe erreichten. In aller Ruhe wendete er das Ross, das nerv\u00f6s auf der Stelle t\u00e4nzelte, w\u00e4hrend er sein n\u00e4chstes Ziel ausw\u00e4hlte. Weitere zehn Leichen schwankten beh\u00e4big auf ihn zu, verlumpt, verdreckt und allem Anschein nach noch nicht lange kalt.<\/p>\n<p>Kurz bevor er wieder zum Galopp ansetzten konnte, h\u00f6rte er zu seiner Rechten Holz knacken. Sein Blick fiel auf ein kleines W\u00e4ldchen, etwa f\u00fcnfzig Meter von ihm entfernt, wo er einen dunklen Schemen zwischen den B\u00e4umen aufsteigen sah. Er riss an den Z\u00fcgeln und zwang sein Pferd eben noch rechtzeitig auszuweichen, bevor der geworfene Baum genau an der Stelle einschlug, wo sie gerade noch gestanden hatten. Dreck, Staub und fingerdicke Holzsplitter schossen in alle Richtungen, stachen auf Zeos ein und verfingen sich in seinem goldenen Fell. Fast fiel er aus dem Sattel, zog sich keuchend wieder hoch und versuchte das aufgeschreckte Pferd unter Kontrolle zu bringen. Da ert\u00f6nte ein zweites, lauteres Krachen aus der Baumgruppe.<\/p>\n<p>Mit weit aufgerissenen Augen sah Zeos, wie sich eine massive Hand um eine der Fichten legte und sie wegdr\u00fcckte, als w\u00e4re sie ein Zaunpfahl. Ein weiterer Untoter trat hervor. Kein Fleisch mehr auf den bleichen Knochen, zwei hell gl\u00fchende Punkte in den leeren Augenh\u00f6hlen und \u00fcbernat\u00fcrlich gro\u00df. Zeos selbst \u00fcbertraf m\u00fchelos zwei Meter, sa\u00df zu Pferde auf gut vier Metern Augenh\u00f6he; aber bei diesem Anblick f\u00fchlte er sich klein. Das Skelett war riesenhaft. Selbst jetzt, als es vorn\u00fcbergebeugt zu laufen begann, war es immer noch mindestens zehn Meter hoch. Einen ausgerissenen Baum schwang es m\u00fchelos \u00fcber dem kahlen Sch\u00e4del, wie eine Keule, und hielt genau auf Zeos zu.<\/p>\n<p>Der sah kurz auf den zersplitterten Baum neben sich, dann wieder auf das Skelett. Die gew\u00f6hnlichen Untoten waren f\u00fcr einen Ritter seines Formats keine Herausforderung, \u00e4hnelten eher einer Sch\u00e4dlingsplage, der die einfache Bev\u00f6lkerung auch selbst beikommen konnte. Das hier war jedoch eine Katastrophe, die er nicht ungebremst \u00fcber das Land rollen lassen durfte. Mit einer Hand suchte er das L\u00f6wenwappen von Haus Rauenklaue, das dick auf sein Wams gestickt war, dann fing er an zu knurren, zu br\u00fcllen, und die Welt br\u00fcllte mit ihm, gl\u00fchte in ihm, webte das silberne Mondlicht sch\u00fctzend in sein Wams. Er trieb das Pferd zum Galopp an, als sich mit einem dissonanten Pfeifen ein grauer Pfeil in seinen R\u00fccken bohrte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der folgende Text ist im Kurs \u201eTexte in Arbeit\u201c entstanden. Alexander Driessen l\u00e4sst Fantasy-Geschichten zu selbst entwickelten Rollenspielen entstehen. Wir pr\u00e4sentieren hier einen kurzen Auszug. 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