{"id":625,"date":"2014-08-25T11:02:21","date_gmt":"2014-08-25T09:02:21","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kreativesschreiben\/?p=625"},"modified":"2014-08-25T11:10:49","modified_gmt":"2014-08-25T09:10:49","slug":"aus-dem-seminar-direkt-in-die-zeitung-maries-artikel-in-der-aachener-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kreativesschreiben\/aus-dem-seminar-direkt-in-die-zeitung-maries-artikel-in-der-aachener-zeitung\/","title":{"rendered":"Aus dem Seminar direkt in die Zeitung: Maries Artikel in der AZ"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_625 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_625')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_625').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Letzte Woche war es wieder so weit: Maire Ludwigs Reportage \u00fcber eine Nacht im Streifenwagen der Aachener Polizei wurde in der <a href=\"http:\/\/www.aachener-zeitung.de\/\" target=\"_blank\">Aachener Zeitung<\/a> ver\u00f6ffentlicht. Wer die Ausgabe verpasst hat, kann den Text hier in voller L\u00e4nge nachlesen:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kreativesschreiben\/files\/2014\/08\/Artikel_AN_Marie_screenshot.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-627\" src=\"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kreativesschreiben\/files\/2014\/08\/Artikel_AN_Marie_screenshot-1024x744.jpg\" alt=\"Artikel_AN_Marie_screenshot\" width=\"631\" height=\"458\" srcset=\"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kreativesschreiben\/files\/2014\/08\/Artikel_AN_Marie_screenshot-1024x744.jpg 1024w, https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kreativesschreiben\/files\/2014\/08\/Artikel_AN_Marie_screenshot-300x218.jpg 300w, https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kreativesschreiben\/files\/2014\/08\/Artikel_AN_Marie_screenshot.jpg 1652w\" sizes=\"auto, (max-width: 631px) 100vw, 631px\" \/><\/a><\/p>\n<h1><\/h1>\n<h1><\/h1>\n<h1>Hinten rechts sitzen immer die B\u00f6sen \u2013 eine Nacht auf Streife in Aachen<\/h1>\n<p><strong><em>Einbruch, K\u00f6rperverletzung und Mord. Ob im Buch oder im Fernsehen \u2013 jeder kennt sie: die Polizisten aus den Krimis. Doch wie sieht eine Nacht auf Streife wirklich aus? Welche Verbrechen passieren? Und kann man als Beamter eigentlich ein ganz \u201enormales\u201c Leben f\u00fchren? <\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>Eine Reportage von Marie Ludwig<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Aachen. <\/em><\/strong>Einbruchsalarm. Mit Vollgas rast ein Streifenwagen durch die Nacht. Blaue Lichter flimmern \u00fcber die H\u00e4userfassade. Von au\u00dfen wirkt alles verlassen. Der Sicherheitsbeauftrage schlie\u00dft die T\u00fcre auf. \u201eHier ist die Polizei\u201c-Rufe schallen durch das Haus. Nachbarn recken neugierig die K\u00f6pfe aus dem Fenster. Das Adrenalin steigt. Doch Nicole Hallmann ist in ihrem Element: \u201eEinbr\u00fcche in H\u00e4user sind immer was Besonderes\u201c, gesteht die 38-j\u00e4hrige Polizistin. \u201eDas ist immer ein richtiger Nervenkitzel, ob der T\u00e4ter noch im Haus ist.\u201c Vorsichtig pirschen sie und ihr Kollege Offermanns sich an Ansammlungen von Nippes-Fig\u00fcrchen und H\u00e4keldeckchen vorbei durch das Haus. In jeden Winkel wird geschaut. Doch ein T\u00e4ter ist dieses Mal nicht im Haus.<!--more--><\/p>\n<p>An diesem Freitagabend sind auf der Wache zw\u00f6lf Polizisten in der Innenstadt Aachens f\u00fcr den Nachtdient eingeteilt. Nicole Hallmann und Michael Offermanns bilden heute ein Streifenteam, und auch f\u00fcr sie wird dies eine lange Nacht. Von 22 Uhr bis 6 Uhr morgens hei\u00dft es f\u00fcr beide: immer wachsam und stets dem Verbrechen auf der Spur.<\/p>\n<p>Ein letzter Check der Ausr\u00fcstung: Waffe, Funksprachger\u00e4t, Handschellen, Taschenlampe, Spr\u00fchger\u00e4t mit Tr\u00e4nengas oder Pfefferspray, Nachf\u00fcllpatrone, Handschuhe und Schlagstock. Das alles tr\u00e4gt ein Polizist griffbereit an seinem G\u00fcrtel, dem sogenannten Koppel. Die Uniform sitzt; die schusssichere Weste unter dem hellblauen Hemd auch. Ein letzter Blick durch das Panzerglas der Eingangshalle und dann geht es auch schon los.<\/p>\n<p>Erster Halt: der Synagogenplatz in Aachen. Hierhin wird das Team regelm\u00e4\u00dfig zur\u00fcckkehren, da die Synagoge besonderen Schutz braucht. Nicole Hallmann tippt auf der Autoanzeige auf Nummer Vier. Durch diese Kennziffer wird der Zentrale \u00fcbermittelt, dass die Streife am Einsatzort angekommen ist. Neben Nummer Vier gibt es noch drei weitere Kategorien: Die Eins bedeutet einsatzbereit, die Zwei zeigt an, dass die Streife auf der Wache ist, und die Kennziffer f\u00fcr<em>auf dem Weg zum Einsatzort <\/em>ist die Drei. Doch nicht nur \u00fcber den Statusmelder sind die Polizisten miteinander vernetzt. Zus\u00e4tzlich besitzt jeder Streifenwagen zwei Lautsprecher, aus denen Anweisungen der Zentrale und gleichzeitig die Gespr\u00e4che zwischen den Kollegen \u00fcber ihre Eins\u00e4tze zu h\u00f6ren sind.<\/p>\n<p>\u201eRobert 11-01 an Robert 11-31. BTM gefunden\u201c, verk\u00fcndet die Zentrale aus dem Lautsprecher. \u201eRobert 11-31 verstanden, einsatzbereit, kommen\u201c, antwortet Nicole Hallmann \u00fcber die Gegensprechanlage und dr\u00fcckt auf Nummer Drei. Den Laien w\u00fcrde das sicher verwirren, die beiden Beamten aber wissen genau, was jetzt zu tun ist: die Sicherstellung von Bet\u00e4ubungsmitteln (BTM).<\/p>\n<table style=\"height: 109px;\" width=\"388\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>Robert<\/em> ist der Funkname f\u00fcr alle Polizeieinrichtungen im Kreis Aachen. Deutschlandweit tr\u00e4gt jeder Polizeikreis einen bestimmten Vornamen. Robert 01 ist in diesem Fall die Zentrale der Polizeistation. Der Streifenwagen besitzt die Kennziffer 31. Die Zahl 11 gibt den Bereich in Aachen an, f\u00fcr den die Streife an diesem Abend zust\u00e4ndig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Nachdem man zwei M\u00e4nnern ein P\u00e4ckchen Marihuana abgenommen hat, fertigt Hallmann ein Protokoll des Falls an. Dann geht es direkt weiter zum n\u00e4chsten Einsatz: ein Verkehrsunfall.<\/p>\n<p>Als der Streifenwagen die Unfallstelle erreicht, hat sich bereits eine Traube von M\u00e4nnern gebildet, die versuchen die Lage zu erkl\u00e4ren. Wirklich gesehen hat jedoch keiner etwas, sodass die Faktenaufnahme zu Schuldzuweisungen verkommt: \u201eSo was sind die unbefriedigendsten F\u00e4lle \u2013 man wei\u00df nie hundertprozentig, wer der Verursacher ist\u201c, bemerkt Offermanns, w\u00e4hrend er die Daten der Fahrzeughalter an die Leitstelle weitergibt.<\/p>\n<p>Um 1:15 Uhr ist Pause. W\u00e4hrend die Kaffeemaschine brummt, sprechen die Kollegen \u00fcber ihre bisherigen F\u00e4lle und vor allem \u00fcber eines: Fu\u00dfball. \u00dcber den Fernseher flimmern Neuer, Lahm &amp; Co. Inzwischen verstaut Nicole Hallmann im Nachbarraum die zuvor sichergestellte Droge in einem Briefumschlag: \u201eWenn wir viel Marihuana beschlagnahmen, dann kann das hier auf der Wache schon mal ganz sch\u00f6n riechen\u201c, sagt sie lachend, w\u00e4hrend ihr Kollege den Briefumschlag einschlie\u00dft.<br \/>\nKennengelernt haben sich die beiden in der <em>Hundertschaft<\/em>, einer Einheit f\u00fcr besonders gro\u00dfe Aufgebote: \u201eIch wei\u00df noch, als wir damals in Gorleben diesen riesigen Einsatz hatten\u201c, erinnert sich Hallmann: \u201e33 Stunden standen wir am Gleis, um den Atomm\u00fclltransport zu \u00fcberwachen; Schlafmangel pur!\u201c Doch bis auf solche Extremeins\u00e4tze sei der rotierende Schichtdienst kein Problem: \u201eWir haben immer eine Woche Fr\u00fch-, eine Woche Nacht- und eine Woche Sp\u00e4tdienst\u201c, erkl\u00e4rt Offermanns. \u201eSp\u00e4testens am zweiten Tag hat man sich an die Umstellung gew\u00f6hnt und kann ein ganz normales Leben f\u00fchren.\u201c<\/p>\n<p>Einbruch, K\u00f6rperverletzung und Mord. Das ist zwar nicht der Alltag eines Polizisten, aber trotzdem kommen solche F\u00e4lle immer wieder vor. Dies m\u00fcssen auch die Beamten erst einmal verarbeiten. F\u00fcr Nicole Hallmann ist vor allem ihr Mann eine gro\u00dfe St\u00fctze: \u201eMan sollte das nicht allein mit sich ausmachen\u201c, erkl\u00e4rt sie. Aber auch ein Spaziergang nach einer aufreibenden Schicht k\u00f6nne helfen, Beruf und Privatleben voneinander zu trennen. Das sieht Michael Offermanns als j\u00fcngst gewordener Vater \u00e4hnlich. Der heute 31-J\u00e4hrige hatte schon im Jugendsportverein den Wunsch, Polizist zu werden. Sein Trainer best\u00e4rkte ihn in seinem Vorhaben.<\/p>\n<p>Langweilig ist der Beruf eines Polizisten definitiv nicht: Jugendliche, die den Eintritt in einen Club erzwingen wollen; eine blutende \u201eHiLo\u201c (hilflose Person), die ins Krankenhaus geleitet werden muss; eine Frau, die ein gro\u00dfes hundeartiges Tier in ihrem Hinterhof geh\u00f6rt hat und \u00e4ngstlich auf Vollmond und Freitag den 13. hinweist. \u2212<br \/>\nDerartige F\u00e4lle scheinen keine Seltenheit zu sein: \u201eWir wurden erst letztens angerufen, um eine verlorene Entenfamilien in der Innenstadt zu retten oder um Luftballons von der Domkuppel zu holen\u201c, sagt Offermanns und schmunzelt, w\u00e4hrend die Streife zum n\u00e4chsten Einsatz f\u00e4hrt: einem Raub\u00fcberfall.<\/p>\n<p>Die Blaulichter der anderen Polizeiwagen blinken schon, als Nicole Hallmann und Michael Offermanns am Tatort eintreffen. Mehrere T\u00e4ter haben hier eine Person mit Warnschusswaffe und Schlagstock \u00fcberfallen. Bei solchen Gro\u00dfeins\u00e4tzen ist auch Peter Zimmermann dabei. Der Chef der Nachtschichtdienststelle hat eine gro\u00dfe Leidenschaft f\u00fcr seinen Beruf: \u201eImmer als Erster vor Ort zu sein, gerade das ist das Reizvolle an diesem Job\u201c, res\u00fcmiert er, w\u00e4hrend er einen der potenziellen T\u00e4ter zur Streife bringt. Auch Nicole Hallmann f\u00fchrt einen vermeintlichen T\u00e4ter zum Streifenwagen und verfrachtet ihn nach rechts hinten. Denn dort sitzen immer die B\u00f6sen.<\/p>\n<p>Kurz vor 6 Uhr kommt der Streifenwagen 11-31 wieder vor der Wache <em>Im Mariental<\/em> zum Stehen. \u201eDas war doch eine ruhige Nacht\u201c, bemerkt Offermanns zufrieden und steigt aus dem Wagen. Heute Abend um 22 Uhr werden die beiden wieder zur\u00fcckkehren: Immer wachsam und stets dem Verbrechen auf der Spur.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir freuen uns sehr, dass dieses Semester einige Texte unserer Seminare Journalistisches Schreiben und Kreatives Schreiben ver\u00f6ffentlicht worden sind. 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