{"id":673,"date":"2014-12-01T10:52:30","date_gmt":"2014-12-01T08:52:30","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kreativesschreiben\/?p=673"},"modified":"2014-12-03T16:18:01","modified_gmt":"2014-12-03T14:18:01","slug":"aus-dem-seminar-direkt-in-die-zeitung-eine-reportage-im-uniklinikum-rwth-aachen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kreativesschreiben\/aus-dem-seminar-direkt-in-die-zeitung-eine-reportage-im-uniklinikum-rwth-aachen\/","title":{"rendered":"Aus dem Seminar direkt in die Zeitung: Eine Reportage in der Uniklinik RWTH Aachen"},"content":{"rendered":"<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_673 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_673')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_673').socialSharePrivacy({\"txt_help\":\"Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter, Flattr, Xing, t3n, LinkedIn, Pinterest oder Google eventuell ins Ausland \\u00fcbertragen und unter Umst\\u00e4nden auch dort gespeichert. 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Marie Ludwigs Reportage \u00fcber den Arbeitstag eines Onkologen an der Uniklinik RWTH Aachen erschien vergangene Woche in der Aachener Zeitung \/ Aachener Nachrichten (magazin). Wer die Ausgabe verpasst hat, kann den Text hier in voller L\u00e4nge nachlesen:<\/p>\n<h2>\u00a0<a href=\"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kreativesschreiben\/files\/2014\/12\/Panse_Az.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-675\" src=\"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kreativesschreiben\/files\/2014\/12\/Panse_Az.jpg\" alt=\"Panse_Az\" width=\"706\" height=\"435\" srcset=\"https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kreativesschreiben\/files\/2014\/12\/Panse_Az.jpg 706w, https:\/\/blog.rwth-aachen.de\/kreativesschreiben\/files\/2014\/12\/Panse_Az-300x184.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 100vw, 706px\" \/><\/a><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Von Marie Ludwig<br \/>\nAllmorgendlich str\u00f6men zum Schichtwechsel \u00c4rzte, Schwestern und Fachkr\u00e4fte ins Aachener Uniklinikum. In der Masse: ein Mann mit Mountainbike. Z\u00fcgig bahnt er sich den Weg durch die gesch\u00e4ftige Menge. Dr. Jens Panse Facharzt f\u00fcr Innere Medizin, Schwerpunkt H\u00e4matologie und Internistische Onkologie sowie Paliativmedizin und arbeitet seit viereinhalb Jahren im Uniklinikum. Wie sieht ein typischer Arbeitstag eines Onkologen aus? Wir haben ihn begleitet&#8230;<\/p>\n<p>7.15 Uhr: Jens Panse erreicht nach dem allmorgendlichen Radfahrsport sein B\u00fcro: \u201eSo bleibe ich fit!\u201c, bemerkt er, w\u00e4hrend er sich den Schwei\u00df von der Stirn wischt.<br \/>\nNach dem ersten Kaffee wirft er sich kurzerhand in den wei\u00dfen Kittel, um den Weg zur Besprechung der Patientenf\u00e4lle anzutreten. In einem Dauerlauftempo, das selbst den gr\u00f6\u00dften Morgenmuffel letztlich erwachen lassen w\u00fcrde, fegt Jens Panse mit flatterndem Kittel durch die labyrinthartigen G\u00e4nge des Klinikums.<br \/>\nEin kleiner H\u00f6rsaal ist das Ziel. Alle Ober\u00e4rzte, Assistenz\u00e4rzte, praktizierende Studenten und nat\u00fcrlich Chefarzt Tim Br\u00fcmmendorf besprechen anhand zahlreicher Computertomographien die Krankheitsbilder der Neuank\u00f6mmlinge auf der Station.<\/p>\n<p>7.55 Uhr: Nach der Gro\u00dfbesprechung f\u00fchrt Panses Weg zur Station. In einem kleinen Raum voller Spinde mit Schaumstoffbl\u00fcmchen und elf Krankenschwestern wirkt der 1,83 Meter gro\u00dfe Jens Panse etwas fehl am Platz. Doch der fachliche Austausch verbindet. An einem gro\u00dfen Tisch wird kr\u00e4ftig diskutiert. Wer hier nicht das Fachvokabular beherrscht, wird wohl wenig verstehen.<br \/>\nDoch selbst f\u00fcr einen Laien wird eines schnell klar: Die Schwestern und Pfleger der Station haben einiges zu leisten. Neben der zu behandelnden Krebsart leiden manche Patienten auch unter psychischen Erkrankungen.<\/p>\n<p>8.30 Uhr: Nach der Besprechung geht es im Stechschritt auf die ambulante Station der Onkologie. \u201eDie Aufz\u00fcge benutzen hier meist nur die Patienten\u201c, bemerkt Panse und zwinkert einem Kollegen zu, der mit einem Cityroller durch die gr\u00fcnen Teppichflure f\u00e4hrt. Auf der Ambulanz angekommen, bahnt sich Panse seinen Weg durch den Chemotherapie-Aufenthaltsraum, in dem zahlreiche, weich gepolsterte blaue Sessel stehen. Ein Patient erh\u00e4lt hier beispielsweise alle drei Wochen Therapie, manchmal wird die Chemo einmal pro Woche verabreicht .<\/p>\n<p>10 Uhr: Nach der Visite auf der Ambulanz und im Labor f\u00fchrt der Weg des Oberarztes zu einer weiteren Besprechung. Denn neben der Visite sind auch die Vor- und Nachbereitungen der Chemo wichtig. Insgesamt ist auf der onkologischen Station f\u00fcr etwa 48 Personen Platz. Zwischen warmer Heizungsluft, Atemschutz und Desinfektionsmitteln kann einem schon mal schnell schummrig werden, doch die klinische Sauberkeit ist hier ein Muss. Andernfalls w\u00fcrden die station\u00e4ren Patienten von der kleinsten bakteriellen Infektion schwer erkranken.<\/p>\n<p>11.20 Uhr: In kleiner Runde \u2013 zwei Assistenz\u00e4rzte, drei auszubildende Studierende und ein Pfleger \u2013 geht es nun zur Visite. Denn neben der \u00e4rztlichen Untersuchung unterrichtet der Oberarzt die Studenten im Umgang mit den Patienten und stellt ihnen knifflige Fragen zu den Krankheitsbildern.<br \/>\nBei der Untersuchung jedoch wechselt Jens Panse vom Lehrer zum einf\u00fchlsamen Vertrauten. Herzlich begr\u00fc\u00dft er seine Patienten, nimmt sich Zeit, beantwortet zahlreiche Fragen und legt auch einmal beruhigend den Arm auf die Schulter. Auf die Frage, warum er sich ausgerechnet die Onkologie ausgesucht habe, wirft er lachend den Kopf in den Nacken: \u201eDie meisten Menschen erwarten auf einer Krebsstation eine d\u00fcstere, morbide Atmosph\u00e4re. Doch damit ist man auf dieser Station gewiss am falschen Platz.\u201c<br \/>\nBei seiner Frau, die als Kinder\u00e4rztin arbeite, seien alle, die das erfahren, immer gl\u00fccklich: \u201eAber wenn die Leute h\u00f6ren, dass ich Onkologe bin, dann bemitleiden sie mich\u201c, f\u00e4hrt Panse kopfsch\u00fcttelnd fort. Er hingegen lerne seine Patienten wirklich kennen und sei froh, Onkologe geworden zu sein.<\/p>\n<p>13 Uhr: Nach der Visite geht es zur gef\u00fchlt zehnten Besprechung des Tages. Hier sind alle \u00c4rzte der Ambulanz und Station anwesend. Im Anschluss an die einst\u00fcndige Sitzung f\u00fchrt der Weg im Rudel in die Cafeteria. Mit in der Runde ist auch Chefarzt Tim Br\u00fcmmendorf. Seit 2009 arbeiten er und sein Stellvertreter Jens Panse am Uniklinikum. Ihre Mission unter anderem: Der Aufbau einer Station f\u00fcr Stammzellentransplantation. Die Entwicklung zu einem onkologischen Spitzenzentrum, dem Euregionalen Comprehensive Cancer Center Aachens (ECCA) schreitet voran.<br \/>\nBei der Frage, warum er gerade Jens Panse aus seinem fr\u00fcheren Team der Hamburger Klinik mitgenommen habe, beginnt Br\u00fcmmendorf zu strahlen: \u201eJens Panse ist aus meiner Sicht ein Vorzeigemitarbeiter. Er erweist gro\u00dfe fachliche Kompetenz, er ist herzlich, er ist direkt \u2013 ein Seelenverwandter.\u201c<\/p>\n<p>15.30 Uhr: Als n\u00e4chste Etappe des Tages wartet auf Jens Panse die interdisziplin\u00e4re Tumorkonferenz. Neben den Onkologen treffen hier Pathologen, Radiologen und die andere Fach\u00e4rzte zusammen und diskutieren Patientenf\u00e4lle. Mit zwei Beamern werden CT-Bilder, mikroskopische Aufnahmen von Stammzellen und die Patientendokumentation an die Wand geworfen. Beim letzten CT-Bild einer Patientin h\u00e4lt Panse pl\u00f6tzlich inne: \u201eWir sollten herausfinden, was das f\u00fcr Kn\u00f6del im linken Lungenfl\u00fcgel sind\u201c, bemerkt er und bei\u00dft in eine M\u00f6hre. Die Sitzung findet im gro\u00dfen Piepergeklingel ein Ende, und die \u00c4rzte str\u00f6men in allen Richtungen aus dem Saal.<\/p>\n<p>17 Uhr: Der Weg des Oberarztes f\u00fchrt aus dem Konferenzsaal in Richtung Forschungslabor, um die Analysen durchzugehen. Im Anschluss geht es im Galopp wieder auf die Station, um die Patienten ein weiteres Mal zu besuchen. Letztlich warten zahlreiche Mails darauf, beantwortet zu werden. Denn neben seiner Stellung als Oberarzt hat Jens Panse noch weitere Posten: Stellvertretender Klinikdirektor der Onkologie, Medizinischer Leiter des ECCA und des Labors f\u00fcr Immunph\u00e4notypisierung, die Organisation von Projekten wie \u201eNichtrauchen ist cool Euregio\u201c sowie die Veranstaltungsreihe \u201eLeben mit Krebs\u201c f\u00fcr Erkrankte, Angeh\u00f6rige und Interessierte.<br \/>\nDoch neben diesen zahlreichen \u00c4mtern ist Jens Panse auch Familienvater: \u201eNat\u00fcrlich tr\u00e4gt man einen Teil der Arbeit mit nach Hause.\u201c Er nimmt die schwarz umrahmte Brille ab und f\u00e4hrt sich \u00fcber sein kurz rasiertes Haar: \u201eDa gab es einen Fall in meinen Anfangsjahren: ein 32-j\u00e4hriger Patient, Vater einer einj\u00e4hrigen Tochter, erstickt an einem Lungentumor.\u201c Panse nickt, ja, das sei sehr ber\u00fchrend gewesen, aber mit der Zeit lerne man, wie man Abstand zum Beruf bekommen kann: \u201eFahrradfahren und Musik an, dann bin ich direkt raus!\u201c<\/p>\n<p>20 Uhr: Die Sonne ist schon l\u00e4ngst untergegangen, als es in der Klinik zum Wechsel zur Nachtschicht merklich ruhiger wird. Jens Panse windet sich aus seinem wei\u00dfen Kittel und h\u00e4ngt ihn sorgf\u00e4ltig an einem B\u00fcgel auf.<br \/>\nErnsthaft bekundet er, dass es in seinem Beruf nicht nur um Tod und Verderben gehe: \u201eEs werden wirklich viele Menschen vom Krebs geheilt. Das darf man nicht vergessen!\u201c Das wirklich Schlimme an seinem Beruf sei, dass er sich manchmal eher wie ein Verwalter f\u00fchle und nicht mehr wie ein Arzt. \u201eIch w\u00fcnsche mir, dass die Klinik den Weg zur\u00fcck zum Patienten findet und ihn nicht zum Kunden macht.\u201c Er verl\u00e4sst das futuristische Uniklinikum mit seinen silbernen W\u00e4nden und gr\u00fcnen Teppichb\u00f6den und meint: \u201eIch glaube, das Wichtigste ist, mit Herzblut bei der Sache zu sein!\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir freuen uns sehr, dass erneut ein Text unseres Seminars Journalistisches Schreiben ver\u00f6ffentlicht worden ist. 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